wie groß muß man sich eigentlich die damaligen Haarnadeln vorstellen? Wenn man die Fotos von Ausgrabungen seht, könnte man meinen, es seien halbe Dolche (oder Schaschlikspieße…) gewesen. :)
Man kann für diese Zeit neben den von Dir genannten römischen und west- und ostgotischen Münzen von noch weiter Münzen ausgehen. Insgesamt lässt sich feststellen, dass die Münzprägung in den Reichen der Völkerwanderungszeit weitgehend vom byz. Münzwesen und dessen Solidus und Siliqua abgeleitet ist.
Am Anfang stehen barbarisierte Nachbildungen der byz. Vorbilder; »pseudoimperiale« Prägungen aus Gallien datieren in die Zeit 500-570/580. Die Vandalen prägten städt. Kupferm.n zu 42, 21, 12 und 4 nummi mit der Legende KARTHAGO, z. T. mit Pferdekopf. Kgl. Prägungen erfolgten nach byz. Vorbild in Silber, anfangs »pseudoimperial«, später (Werte: 100, 50, 25 Denarii) mit Kg.snamen, unter Hildericus (523-530) auch mit FELIX KARTG; die in Kupfer geprägten nummi hatten kleine Durchmesser. Die Ostgoten verfügten zunächst über röm. Bronzem.n mit eingeritzten Wertzeichen (83, 42). Senator. und städt. Bronzem.n aus Rom (INVICTA ROMA, Roma und Wölfin, 40 und 20 nummi) und Ravenna (536-554; FELIX RAVENNA, 10 nummi) waren in Gebrauch. Es gab kgl. Prägungen in Gold (Solidi, Trienten, z. T. mit Kg.smonogramm), Silber (Siliquen, Halbsiliquen) und Bronze (unter Theodahat mit Kg.sbild). Die Westgoten hatten Solidi und Trienten, anfangs »pseudoimperial«, später in individueller Stilisierung aus etlichen Münzstätten, bes. aus Mérida, Sevilla und Toledo. Bei den Sueven sind wenige »pseudoimperiale« Solidi nachzuweisen. Vorherrschend waren Trienten in eigener Stilisierung aus verschiedenen kleinen Münzstätten, u. a. aus León. Die Langobarden verwendeten anfangs »pseudoimperiale« Prägungen, später solche mit Kg.s- und Stadtnamen (z. B. FLAVIA LVCA), auch mit St. Michael, in eigener Stilisierung, ferner Silber- und Bronzem.n. Bei den Merowingern sind drei Phasen zu unterscheiden:
a) 500-580: »pseudoimperiale« Solidi und Trienten, seit Theudebert I. (534-548) auch mit Kg.snamen;
b) 580-670: Solidi, hauptsächl. Trienten aus ca. 800 Münzstätten, die vorwiegend von »Monetaren« stammten, die nur z. T. als kgl. Beamte, vorwiegend aber als Unternehmer prägten (ca. 2000 Namen); außerdem gab es kgl. und wenige geistl. Prägungen. Eine Verminderung des Goldgehalts erfolgte in der 1. Hälfte des 7. Jh.;
c) 670-750: Silberprägungen von Deniers, bes. in Marseille. In Friesland gab es eigene Prägungen von Trienten und Sceattas. Frühe Prägungen der Angelsachsen sind Solidi und Trienten, z. T. mit Runenlegenden, in Anlehnung an röm., byz. und merow. Vorbilder. Seit ca. 675 erscheinen Sceattas, z. T. mit Runenlegenden.
Quelle: Lexikon des Mittelalters
Literatur:
P. Grierson-M. Blackburn, Medieval European Coinage, I: The Early MA (5th-10th centuries), 1986
Münzen scheinen ja ein beliebter Schmuck gewesen zu sein. Doch Münzen woher? Die Alamennen hatten doch, wenn mein Buch nicht schwindelt, selber gar kein Geld?
Was ich bisher gelesen habe, waren es römische & west/ostgotische Münzen.
gerade hab ich meinen Katalog bekommen, und obwohl ich nur kurz reingeschaut habe, kann ich ihn wirklich wärmstens empfehlen!
Damit bin ich nun auch bei der Schmuckfrage wieder ein Stück weiter. Bernstein war auch den Alamanninen bekannt, wurde ebenso wie Glasperlen für Schmuck verwendet.
ich werde ja noch richtig belesen…. auf alle Fälle habe ich mir jetzt erstmal den Asusstellungskatalog von Stuttgart bestellt (damit ist’s ja noch nicht gelesen… *lach*)
@Hlorridi - fangen wir mal oben an - finde ich im Katalog eine brauchbare Abbildung der Haar/Schleierspangen? Ich kenne das bisher nur auf Zeichnungen.
Ich glaube, allmählich führt kein Weg an Ellwangen vorbei. Dabei war ich erst gestern da oben in der Ecke - und keine Zeit. Grumsel….
der Gürtelkram ist inzwischen recht fraglich diskutiert, einige Archies meinen es sei nur Totenbeigabe…
Ich denke sie haben schon Nutzgegenstände an Kettchen und Seilen an den Gürtel gemacht, allerding bei wietem nicht so viel wie dargestellt.
Typische stereotype Grundausstattung wären Scheiben- Tierform oder Bügelfiebeln (breite niedrige Variante), Perlen- und Amulettketten um den Hals, Zw. Den Fiebeln und evtl. am Gürtel über den Schoß fallend. Rel. Typisch für die Zeit waren ausserdem die Wadenriemchen (zu sehen im Allemannen Katalog) und ein Schleier um den Kopf der mit Haarnadeln festgesteckt wurde. Das Meiste ist aus dem Allemannen Katalog, ein paar Sachen aus den entsp. Osprey Bänden und der Rest aus der Fachbib. Archäologie.
Um 600 dürfte die Mode der Alamanninen schon stark vom fränkischen Einfluss geprägt sein, da die Unterwerfung und Eingliederung schon fast 100 Jahre her war.
In jedem Fall dürfte sich ein Blick in den Katalog lohnen:
Die Alamannen
Herausgegeben vom Archäologischen Landesmuseum Baden-Württemberg
1997
528 S., mit 588 teils farb. Abb. 24,5 x 32 cm, kartoniert.
ISBN 3 8062 1535 9
EURO 19,90
Sollte es in jeder guten “alamanischen” Bibliothek geben, sonst auch beim Verlag:
wenn ich das noch richtig im Kopf habe, was ich da alles im Alamannenmuseum gesehen/gelesen habe, hingen sowohl Gebrauchsgegenstände (Schere, Feuereisen etc) als auch Schmuck und Talismane/Amulette an den Gürtelgehängen.
Ich schau nochmal meine Bilder durch und maile Dir das eine oder andere brauchbare.