Außerdem bekommt man die doch nun wirklich auf jedem Markt hinterhergeworfen. Sogar mit schicker profilierter Gummisohle. Kommt gerade bei Schnabelschuhen besonders gut-
Deine Ausgangsfrage wurde beantwortet, wenn auch nur zum Teil: Schnabelschuhe wurden um 1150 in Niedersachsen nicht getragen.
Wenn Dich interessiert, was für Schuhe um 1150 im - weit gefaßt - mitteleuropäischem Bereich getragen wurden, und wie man sie bauen kann, dann schau mal auf die Seite www.mittelalterschuhe.de und klick dann auf den Button “Funde”. An anderen Stellen gibt es eine sehr gute Anleitung, wie man diese Funde nachbaut. Du findest auch hier auf der Seite im Thread “Schuhe” Literatur, wenn Du genauere Informationen suchst, um den zeitlich und räumlich genau zu Deiner Darstellung passenden Schuhschnitt zu finden.
Wenn es Dir jedoch nur darum geht, einen “Schnabel-Stiefel” aus dem ersten Beitrag für einen Charakter “Niedersachsen, um 1150” zu verwenden, und für genau so einen Stiefel dann eine Bauanleitung zu bekommen, bist Du hier im falschen Forum.
Sorry, nix für ungut, aber dann frag ich mich warum du hier überhaupt fragst? Das ist nämlich kein Fantasy- oder Larpforum, sondern hier versucht jeder seine hart erarbeiteten Rechercheergebnisse auszutauschen. Niemand wird dir hier mit einer Bauanleitung für Fantasyschuhe weiterhelfen.
Ja ich ihn gelesen , aber trotzdem habe ich nirgends eine anleitung für schnabelstiefel gefunden. Zum Thema “A” ich habe nie behauptet das ich 100% “A” sein will.
siehe die Links unten in meinem ersten Posting ;-)
Einen “Schnabelstiefel” hat es in der Geschichte der mittel- und westeuropäischen Schuhmode während des Mittelalters nicht gegeben. Was viele mit diesem Begriff verbinden, ist die sog. “Poulaine”, ein Halbschuh, bei dem die Spitze immer weiter bis ins Extreme verlängert wurde. Es gab bereits im 12. Jh. Schuhe mit verlängerter Spitze, die hohe Zeit der Poulaines ist allerdings das 14. und beginnende 15. Jh.
Einen guten ßberblick über Schuhmode gibt das Buch “Ausgrabungen in Schleswig - Berichte und Studien 10: Die mittelalterlichen Schuhe aus Schleswig, Ausgrabung Schild 1971-1975” von Christiane Schnack, Karl Wachtholtz Verlag, Münster 1992, ISBN 3 529 0146 05. Da sind Schuhfunde vom 11. bis 14 Jahrhundert beschrieben.
Ja, es gab rahmengenaehte Schuhe bei den Roemern. Die Caligae sind m.W. so konstruiert.
Aaaaber: Dieses Konstruktionsprinzip ist von den Germanen (und auch den anderen Voelkern noerdlich der Alpen) nicht uebernommen worden und mit dem Untergang des roemischen Reiches verschwunden. Selbst in Italien hat es sich nicht erhalten.
zu den römischen Sandalen oder anderen Schuhen kann ich leider nichts sagen, nachdem sich aber so gut wie keine antike Errungenschaft auf das Mittelalter übertragen läßt und die Fundlage gerade bei Schuhen eine eindeutige Sprache spricht, kann das Vorhandensein rahmengenähter Schuhe im Mittelalter bis ins 15.Jh. wohl mit ziemlicher Sicherheit ausgeschlossen werden.
Zum technischen Hintergrund: Ein rahmengenähter Schuh besteht aus Oberleder, dem Rahmen (im Wesentlichen ein Lederstreifen), an den das Oberleder genäht wird und der Sohle, die wiederum mit dem Rahmen vernäht ist.
Der Vorteil des rahmengenähten Schuhs im Vergleich zum wendegenähten ist die Tatsache, daß beim rahmengenähten Schuh praktisch beliebig starkes Leder für die Sohle verwendet werden kann, er muß ja nicht mehr gewendet werden. Auch der Ersatz der Sohle ist einfacher, da keine komplizierten verdeckten Stiche gemacht werden müssen.
Ich habe eine Frage zu der “Rahmennäherei”; hatten die Römer nicht auch schon Rahmengenähte Schuhe? (hab ich mal gelesen kann aber leider nicht mehr sagen wo!)
Rahmen genäht hat nichts mit der Anzahl der Lederteile zu tun, wendegenähte Schuhe können auch aus mehreren Teilen zusammengesetzt sein.
Rahmengenäht - heißt das, daß Sohle und Schaft aus 2 Teilen bestehen, die zusammengenäht werden?
Ich habe bei dem Shop nachgefragt. Sie haben mir heute geantwortet, daß sie keinen Anspruch auf “Echtheit” stellen, aber die Art an die Wikinger angelehnt sei. Gab es zu dieser Zeit solch eine Schuhform überhaupt?
die von Dir beschriebenen “Schnabelstiefel” mit Schnürung hinten und rahmengenähter Sohle sind leider eine Erfindung des modernen “Marktmittelalters”. Rahmengenähte Schuhe kanen erst im ausgehenden Spätmittelalter auf, bis dahin waren alle Schuhe wendegenäht, d.h. Oberleder und Sohle wurden “auf links” vernäht, der Schuh danach gewendet.
Eine Schnürung hinten am Schuh ist durch Funde nicht belegbar.
An Bild- bzw. Textinformation über Schuhe stehen im Web z.B. zur Verfügung:
Ich habe erst vor gut einem Jahr meine Begeisterung für das Mittelalter entdeckt.
Seit dem versuche ich mich ständig weiterzubilden. In meiner anfänglichen Euphorie habe ich mich gleich mit einigen käuflich erworbenen Gewandungsstücken eingedeckt, leider ohne genau bescheid zu wissen, was ich da eigentlich kaufe!
Mitlerweile bin ich auch eher auf den geschmack des Selbstschneiderns gekommen, und finde meinen Schwerpunkt in der Zeit der Franken um 800 wieder.
Aber aus der Anfangszeit besitze ich noch ein paar halbhohe “Schnabel Stiefel”, die ich schon seit einiger Zeit einzuordnen versuche.
Es handelt sich um ein paar, etwa 25cm hohe schwarze Stiefel, die hinten geschnürt werden und deren Schaft “umgestülpt” werden könnte.
sie besitzen etwa 5cm lange, spitz zulaufende “schnäbel”. Die Sohle ist außen an den rest der Stiefel genäht.
Könnt ihr mir, falls sie überhaupt eine gewisse Authentizität besitzen bei der Einordnung helfen.
Ich habe schon öfters gelesen, daß Schnabelstiefel ab 1400 in Mode kamen und auch ein Zeichen der sozialen Stellung waren. (höhe der Schnäbel)
Aber ich habe auch schon gelesen, daß sie schon einmal um 1300 aufgetaucht sind.
Ich wäre ganz besonders dankbar um hinweise auf Bildquellen, die im Internet zu sehen wären.