bis ins 16. Jh. wurden Schuhe ausnahmslos wendegenäht, da die Technik des rahmengenähten Schuhs noch nicht erfunden war.
Ich habe Schuhe Größe 38 mit 5 mm Ledersohle und 4 mm Oberleder noch problemlos gewendet, die müssen halt dann vorher 24 Stunden in kaltes Wasser.
Schuhfunde aus Schleswig und London sind aus dem 14. zuhauf erhalten, ich nehme an, Du meinst mit den “Schnabelschuhen” die sog. Poulaines, die einen mehr oder weniger langen “Schnabel” vorne hatten.
Modelle sind in “Shoes & Pattens” und im Band “Schuhfunde” der Schleswiger Ausgrabungen (ISBN-Nummern habe ich leider nicht zur Hand, aber die beiden Bücher sind schon zigmal zitiert worden).
hmm, nein, eigentlich meinte ich nicht die mit der sehr langen gebogenen Spitze. Habe dann wohl mit “Schnabelschuhe” den falschen Begriff gewählt. (Ich muss das Bild dafür mal raussuchen, die hatten einen “kurzen Schnabel”)
Aber wo wir gerade dabei sind: Ich habe mich da bei meinen ersten Wendegenähten nach deinem Buch gehalten. Grundausstattung f.d. Frau → S. 44 → Schnittmuster zu 1.
Wollte allerdings die Spitze etwas “spitzer” haben. Ungefähr so wie auf Knieriem.net → die linke Variante von Modell B3.
Als Sohle hatte ich ca. 4 mm starkes Leder genommen. Das Oberleder ca. 1,5 mm (mit Sicherheit zu dünn). Der nächste Versuch soll mit dickerem Oberleder ca. 2,5 - 3 mm erfolgen.
Wenn ich jetzt daran denke, was ich mich mit dem Wenden (trotz kaltem Wasser) abgemüht habe, wird mir ganz mulmig. Kann mir nich vorstellen, dass das noch klappt.
Und einen noch: Hast du einen Tipp, wo ich was über die in Norddeutschland getragenen Schuhe im späten 14. Jh. finde? Wurden die wirklich noch _alle_ wendegenäht?
ich bräuchte mal so den ein oder anderen Ratschlag für Schuhe, Ende 14. Jh. in Norddeutschland. Da Schnabelschuhe weit verbreitet waren, kann ich mir nicht vorstellen, dass diese wendegenäht wurden. Oder doch?
Bin für alle Info’s dankbar (Links, Bilder, Anleitungen)