Sorry, allerdings geht auch da das meiste wohl auf das Hochmittelalter zurück, aber da wenigstens nordisch, woran Frank ja am meisten interessiert scheint.
ein Fechtbuch, also speziell eine Technikschulung für diesen Zeitraum ist mir nicht bekannt. Bei www.aemma.org finden sich zwar auch Transkriptionen von Texten aus dem 9. oder 10. Jhdt., aber dabei handelt es sich mehr um Heldensagen, deren “fechttechnischen” Wert man eher als zweifelhaft bezeichnen dürfte.
Soweit ich weiß, ist das sogenannte Towerfechtbuch, eigentlich Manuskript I33 das älteste derzeit bekannte Fechtbuch im Sinne einer Technikschulung.
Es behandelt Schwert und Buckler und stammt aus dem frühen 14. Jhdt. (ich glaube 1315).
Ich würde allerdings nicht 1 zu 1 die Techniken auf den für das Frühmittelalter, bzw. Wikinger-Schwertkampf übertragen, da der Buckler im Gegenstaz zum Schild nicht nur als Defensivwaffe, sondern durchaus aktiv auch zur Attacke eingesetzt wurde.
Meines Wissens wurden auch die frühmittelalterlichen Schwerter deutlich ehr auf Hieb gefochten und weniger auf Stiche, was ebenfalls gegen eine ßbertragung der Techniken aus dem I33 spricht.
Allerdings könnten - bei aller Vorsicht gegenüber Rekonstruktionen OHNE jede Primärquelle - bestimmte Prinzipien übertragbar sein, z.B.:
Kein Hau ohne Schritt; aus der Hieb-Linie des Gegners treten und in den Hau des Gegners den eigenen Hieb schlagen; fintieren etc., also letztlich die Prinzipien wie später bei Lichtenauer im 14.Jhdt verfeinert.
Denn hier geht es doch mehr um ßberlegungen, was z.B. motorisch Sinn macht - und definitv entwickle ich mehr Dynamik, wenn ich nicht nur aus der Schulter und den Arm einen Hieb ausführe, sondern dabei die Bewegung durch Einsatz des ganzen Körpers unterstütze. Es ist schlicht motorisch sinnvoller, bei einem Hieb von der rechten Seite NICHT mit dem rechten Bein vorne zu stehen.
Wie gesagt, alles SEHR spekulativ und mit Vorsicht zu geniessen!
Ich wäre mir nicht mal sicher, ob das Schwert im FrühMi die “Waffe erster Wahl” gewesen ist, da mir sowohl Speer, als auch die Axt in Verbindung mit Schild der Kombi Schwert & Schild überlegen erscheinen.
Interessant, aber schwerlich als historisch korrekt oder gar - brrr, das Unwort!!! - authentisch.
(Kurze Frage, bin ich der Erste, der 2003 das “A”-Wort verwendet hat? Wenn ja, krieg’ ich ‘nen Preis:-)
Soweit ich weiß sind bisher keine brauchbaren Quellen aus der fraglichen Zeit aufgetaucht. Dennoch ist es möglich, viele Techniken aus den Waffen abzuleiten.
Ich weiß, das diese Methode umstritten ist.
In Tübingen trainieren wir jeden Donnerstag Abend mit dem Einhandschwert nach Rekonstruktion und unter Leitung von Wolfgang Abart.
Da kannst Du jedenfalls gerne mal reinschauen, wenn Du in der Gegend bist.
es gibt mittlerweile ja einige Leute, die sich mit dem Spätmittelalterlichem- und Renessaince-Fechten intensiv beschäftigen.
Aber was ist mit den Frühmittelalterlichen Schwerttechniken? Gibt es überhaupt irgendwelche Quellen aus denen man die Schwertkampftechniken aus dieser Zeit rekonstruieren könnte? Vor allem der Schwertkampf der Wikinger interessiert mich. Ich weiß schon, daß die bevorzugte Kampfweise im Aufbau eines Schildwalls lag. Aber was ist mit Kämpfen Mann gegen Mann, wie sie z. B. bei gerichtlichen Zweikämpfen (die es auch schon bei den Wikingern gab) praktiziert wurden?
Das einzige, was ich bisher gefunden habe ist ein englischsprachiges Video “The Viking Sword” oder so ähnlich, in dem Schwerttechniken der Wikinger vorgestellt werden sollen. Ich habe dieses Video auf einer Homepage in den USA gesehen. Weiß vielleicht jemand, ob man es auch in Deutschland beziehen kann, und wenn ja wo?