Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Schwertkampf:Ist die A-Karte gefährlich?

Einträge 121 bis 127 (von insgesamt 127 Einträgen)

1 3 4 5 6 7

Eintrag #7 vom 24. Feb. 2000 12:04 Uhr Andreas Sturm   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht

Genau da liegt wohl der Knackpunkt Andreas: Sicherheit im Umgang mit Waffen erreicht man nur durch regelmäßiges Training. Die A-Karte stellt lediglich eine Momentaufnahme zur Zeit der Prüfung dar. Welchen Trainingstandard der A-Karten-Besitzer danach aufrecht erhält, darüber gibt die Karte keine Auskunft. Insofern kann man eine A-Karte, die ein Jahr alt ist, als vollkommen wertlos ansehen. Sollen Sicherheit und Fairness effektiv gesichert werden, dann muß man Sicherheitsprüfungen ausnahmslos vor JEDER Schlacht von JEDEM Teilnehmer abnehmen, und zwar in Bezug auf Ausrüstung, Trainingstand und Regelkenntnis. Ein Pre-Fight-Check also… ähnlich einem Pre-Flight-Check.

BewertungHinweis:
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Eintrag #6 vom 24. Feb. 2000 10:40 Uhr Andreas Thiel  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Andreas Thiel eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht

Schwieriges Thema. Im Ansatz führt jedoch IMHO in erster Linie die individuelle Interpretation der attestierten “Befähigung” zum führen einer Waffe zu dieser Diskussion. Ich finde den Führerschein-Vergleich von Matthias sehr passend! In Deutschland sind wir es gewohnt, sehr stark reglementiert zu werden. Die Führerscheinprüfung in Deutschland stellt zum Bsp. vergleichsweise hohe Ansprüche an den Prüfling - sowohl was die eigentliche Prüfung (unterteilt in Theorie und Praxis) angeht als auch die Vorbereitung hierzu (Pflicht zur Teilnahme an Fahr- und Theoriestunden). In USA erhält man in weiten Teilen des Landes eine License sehr viel schneller. Ohne auf die Vor- und Nachteile der einen oder anderen Praxis eingehen zu wollen unterstelle ich, daß einen guten Autofahrer ohnehin weitestgehend die persönliche Fahrpraxis NACH erhalt einer Lizenz prägt. Somit kann auch eine A-Karte nur den Zugang zu einem bestimmten Regeln unterliegenden Kampfsystem (vergleichbar mit den Verkehrsregeln) herstellen und sollte nicht als generelles Qualitätssiegel betrachtet werden. “Qualität” und somit Sicherheit erreicht man ohnehin niemals durch ein einmaliges Training - egal ob 10 oder 10.000 Stunden dafür angesetzt sind. “Qualität” und Sicherheit geht in jedem Fall vom Individuum aus, von seiner persönlichen Einstellung zu diesen Begriffen und von seiner Bereitschaft die erforderlichen Maßnahmen für erhöhte Qualität und Sicherheit nicht nur einmalig in Form einer Prüfung, sondern dauerhaft und immer wieder umzusetzen. Sinnlos kann eine A-Karte nicht sein. Selbst wenn ihr Sinn nur darin liegt, die aktiven Kämpfer auf diverse Gefahrenpotentiale aufmerksam zu machen, hat sie ihren Zweck bereits erfüllt. Was die Besitzer einer solchen Karte im weiteren Verlauf ihrer Aktivitäten aus diesem Wissen machen, liegt (leider?!) einzig und allein in ihrer persönlichen Verantwortung - wie beim Autofahren! Würde einer von uns auf die Idee kommen, aufgrund der jährlich tausdenden von Verkehrstoten die Führerscheinprüfung abzuschaffen, weil man damit keine 100%ige Sicherheit schaffen kann? Wohl kaum! Gruß Andreas

BewertungHinweis:
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Eintrag #5 vom 24. Feb. 2000 09:47 Uhr Matthias Schlegel  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Matthias Schlegel eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht

Tach Zusammen ! Ja, diese Diskussion hatten wir schon bereits ansatzweise in diversen Threads (224, 226, 376, 425 …), macht aber nix, kann man hier ja weiterführen. Hallo Jörg ! Bei mir sind auch schon etliche Emails einfach im Datennirvana verschwunden; hast Du´s mal mit nem Anruf oder einem Fax probiert ? Die Nummern stehen auf der HCA-Homepage … Gefährlich ? Wie kann etwas gefährlich sein, wenn es zumindest Mindeststandards setzt und eine - wenn auch ziemlich magere - Reglementierung vorgibt ? Sinnlos ? Stimmt, denn durch den Besitz der A-Karte wird man weder als besonders toller Held gekennzeichnet noch kann man irgendwelche Unfälle ausschließen. Das ist wie beim Führerschein : Die Tatsache, daß Du nach bestandener Fahrprüfung auf die Menschheit losgelassen wirst kann nicht verhindern, daß Du nicht eines Tages mit 1,8 Promille eine fünfköpfige Familie im Gegenverkehr auslöscht (entschuldige bitte die Ironie, aber das trifft´s so ungefähr …). Zur Prüfung: Hadu´s Aussage bedeutet nicht, daß nach einem Crashkurs wie von Hermann, dem Allerschrecklichsten praktiziert jeder Mann / Frau die Prüfung schafft. Wer jedoch bereits über entsprechendes Training verfügt und seine Waffe beherrscht, d.h. kontrolliert und sauber Schläge anbringen und - vor allem - rechtzeitig stoppen kann, sollte keine Probleme haben, die Prüfung zu schaffen. Und diese Prüfungen werden u.a. an einem (oder sogar beiden) Vormittag bei Hadus Veranstaltung angeboten bzw. jeder kann jederzeit einen der gelisteten Prüfer ansprechen und einen Termin vereinbaren, sei es Privat oder auf einem Markt. Beispielsweise war am letzten Wochenende in Minden Prüfung bei Ragnarök. Der Prüfer, Jörg Haßmann, kam extra aus Steinfurt und hat bei 11 Kämpfern die Prüfung abgenommen. Hat auch bloß 5 Stunden gedauert … achja, zwei sind übrigens durchgefallen, alle trainieren mindestens einmal in der Woche im Verbund. Ansonsten bin ich mal gespannt, ob es hier bei der sachlichen Diskussion bleibt. Gruß,
Matthias

BewertungHinweis:
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Eintrag #4 vom 24. Feb. 2000 08:56 Uhr Andreas Sturm   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht

P.S.: Hallo Kai, bei der A-Karte geht es angeblich um Sicherheit. Minimal-Kompromisse in Sicherheitsfragen sind so gut wie gar kein Kompromiss oder? Jedenfalls würdest du sicher nicht mehr in ein Flugzeug einsteigen, wenn die Ingenieure bei der Sicherheit dauernd Kompromisse eingehen würden, oder? Warum also bei Waffen, die auf deinen Körper zielen, eine Ausnahme machen?

BewertungHinweis:
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Eintrag #3 vom 24. Feb. 2000 08:49 Uhr Andreas Sturm   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht

Ich muß Jörg in seiner Meinung über die A-Karte leider zustimmen. So gut die Absichten Stefans auch waren, von guten Absichten allein hat noch keiner leben können und in der jetzigen Form ist sie ein einziges Sicherheitsrisiko: 1. Die Karte ist viel zu leicht und schnell zu bekommen. Ich möchte das mit einer Fahrausbildung vergleichen, bei der man gleich nach der ersten Fahrstunde mit 45 min seinen Führerschein bekommt und sich anschließend in den Pariser Stadtverkehr wagen darf. Beim Führerschein undenkbar. Die A-Karte will aber selbst Anfänger nach Kurzausbildung mitten in eine Frei-Schlacht schicken. 2. Solch ein hastig ausgestelltes “Sicherheitszertifikat” suggeriert Sicherheit, aber leistet nur dem Leichtsinn Vorschub. Denn was die Stahlwaffen-Fraktion immer wieder gerne vergisst ist, dass auch stumpfe Schwerter absolut tödliche Waffen darstellen. Niemand erlangt in der kurzen Zeitspanne von wenigen Stunden die Befähigung, solch eine Waffe sicher und verantwortlich zu führen. Dies führt automatisch zu Selbstüberschätzung, Unvorsichtigkeit und Unfällen. Nicht umsonst kämpft man im LARP seit Jahrzehnten ausschließlich mit Latex-Waffen. Nicht, weil das alles “Schlaffis” und “Angsthasen” wären, sondern weil Stahlwaffen für LARPs ein inakzeptables Sicherheitsrisiko darstellen. 3. Befähigung der Prüfer: Im Gegensatz zum echten Fechtsport, deren hervorragend ausgebildeten und erfahren Fechtmeister durch internationale Beziehungen und Wettbewerb garantiert werden, stellt die A-Karte ein in sich geschlossenes System dar, dessen Standards - und dem entsprechend ihre Anforderungen an die Prüfer und Prüflinge - nur durch die eigenen Bedürfnisse definiert werden. Die A-Karte stellt derzeit einen Minimal-Kompromiss dar, damit auch ja viele Leute mitspielen können: “Das machen wir dann am Samstag Vormittag”. Klar, man will ja endlich eine richtige “Schlacht” erleben, und dazu braucht man so viele Leute wie möglich. Verteilt man aber die A-Karte freizügig, hebelt man den eigenen Anspruch an Sicherheit und Qualität effektiv für alle Zeiten aus. Sicherheit im Umgang mit Waffen erreicht man nur durch regelmäßiges und langjähriges Training. Die A-Karte ist für mich persönlich kein Gütesiegel, sondern nach den Vorkommnissen in Tanneberg eher ein Grund, Vorsicht im Umgang mit ihren Inhabern walten zu lassen. Deshalb ein Tip von mir: Wer wirklich fechten lernen will, der schließe sich einem guten (!) Fechtsportverein an. Zwar sind moderne Sportwaffen nicht mit mittelalterlichen Waffen zu vergleichen, aber das über lange Zeit erprobte und harte Training schult alle Fähigkeiten, die der Kämpfer braucht - auch und vor allem in Sicherheitsfragen. Und zwar weitaus besser als alles, was es in der Mittelalterszene gibt. Denn auch wenn ein Sportdegen nur noch wenige hundert Gramm wiegt, deklassiert doch jeder Sportfechter nach einem Jahr Training jeden Stahl-Jockey - da macht euch mal nichts vor. Andreas

BewertungHinweis:
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Avatar
Eintrag #2 vom 24. Feb. 2000 01:44 Uhr Kai (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Kai eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht

Da ich sowieso kein Freund dieser sog. “freien Schlachten” bin, wäre vielleicht jetzt der Zeitpunkt, um mal so richtig gegen dieses Thema Sturm zu laufen, aber ich lasse es. Stattdessen möchte ich für Stefan eine Lanze brechen, da ich diesbezüglich ein ausgiebiges Gespräch mit ihm führte; es sollte wohl gesagt werden, daß er in der besten Absicht gehandelt hat, um schlimmeres auf den “Schlachtfeldern” zu vermeiden, es war von einem Minimalstandart die Rede, nicht von der ultimativen Lösung. Was die A-Karteninhaber daraus machen, steht auf einem anderen Blatt! Ich hatte ebenfalls das zweifelhafte Vergnügen, mir das Trauerspiel zu Tannenberg 1999 ansehen zu dürfen und war schlicht entsetzt. Sehr tiefe und sehr hohe Schläge sieht wohl auch die A-Karte nicht vor, trotzdem konnte man dort elegant geschwungene Hiebe dieserart en masse bewundern! Deine Forderung nach Profis kann ich nachvollziehen, aber wer soll das, angesichts der Tatsache, daß es keinen Breitensport “mittelalterlicher Nahkampf” gibt, sein? Kenner der fernöstlichen Kampfsportarten? Nein, ich habe einige Jahre Arnis hinter mir und wage anzuzweifeln, daß dort die Lösung des Problems zu suchen ist, außer vielleicht in puncto Disziplin. Unfähige Kampfsportler habe ich ebenfalls zur Genüge gesehen, und birgt eine lasche Teilausbildung dieser Künste nicht dieselbe Gefahr? - denn 10 Stunden sind genauso sinnlos wie zwei (zumal Du auch noch Materialkunde und Psychologie auf den Stundenplan setzen willst). Eine 100%ige Eliminierung aller Risiken wirst Du nicht erreichen können, das liegt nunmal in der Natur der Sache. Die Frage muß anders gestellt werden: was will der “freie Kampf” bezwecken? Nachempfindung einer realen Schlacht wohl kaum, dann müßte das komplette System geändert werden, was wiederum ein weiteres hohes Gefahrenpotential hervorriefe. Auch der oft zitierte Spruch:“Just for fun” trifft es nicht, denn wie oft blieb der Spaß außen vor, da nicht gerade wenige die Angelegenheit mit solcher Verbissenheit praktizieren. Ich habe auch kein Patentrezept, aber wenn die Minimalforderungen der A-Karte ausnahmslos eingehalten würden, wäre ein Schritt getan. Gruß, Kai

BewertungHinweis:
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Eintrag #1 vom 24. Feb. 2000 00:45 Uhr Jörg Freudenstein   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht

Seid gegrüßt ich glaube, daß die A-Karte von Stefan Siehoff in der jetztigen Form nicht nur sinnlos ist, sondern sogar gefährlich. Eigentlich wollte ich selber nach der A-Karte schulen. Da Stefan Siehoff mich seit drei Monaten auf Informationen warten lässt, habe ich mich mit einigen A-Karteninhabern unterhalten. Viele sind der Ansicht, daß die Karte sinnlos ist, aber“man muß sie ja haben, um mitzukämpfen.” Sinnlos deswegen, weil die Kürze der Ausbildung keine sinnvolle Ausbildung zulässt. Zitat Haduwolff: Das machen wir dann am Samstag Vormittag. Selbst für wesentlich ungefährlichere Kampfsportarten ist die Grundausbildung um ein vielfaches länger, bevor man in den Freikampf darf. Für gefährlich halte ich die Karte deswegen, da der Inhaber sich trotz mangelhafter Ausbildung befähigt fühlt, Dinge zu tun, die er letztendlich nicht beherrscht. Eine Grundausbildung sollte mindestens 10 intensive Ausbildungsstunden dauern und muß auch Kenntnisse in Materialkunde und Psychologie des Kampfes beinhalten. Durchdrehende Kämpfer, überforderte Verteidiger habe ich mit A-Karte nicht nur in Tannenberg gesehen. Die Ausbilder sollten von Vollprofis und Spezialisten Ihres Fachs ausgebildet werden, nicht von selbsternannten Gurus, die Ihre Befähigung daher beziehen, ein paar Jahre länger als Andere Ritter zu spielen. Was meint Ihr dazu? Gruß
Nifl von Niflheim

BewertungHinweis:
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne

Arrow_upNeue Einträge oberhalb dieser MarkierungArrow_up

1 3 4 5 6 7