Die Konstanzer Holzfunde kenne ich nicht, aber die Holzbrettchen aus Freiberg habe ich gesehen. Soweit ich mich erinnere, sind die aber alle deutlich später als 13. Jahrhundert datiert - ich hatte alle durchgesehen, ob was fürs 13. oder 14. Jahrhundert dabei war, aber von den Brettchen war das keines.
Hm, ok, ich kann nur fuer die sprechen, die ich in Herne gesehen habe. Und die waren nach dem, was man sehen konnte, aus Drehkoerpern hergestellt. Und da waren noch etliche kleinere Bruchstuecke auf der anderen Seite des Haufens.
Nein, Claudia, das kann ich *so* nicht stehen lassen: Es wurden keineswegs *alle* der Fischbräter/Fettpfannen als Drehkörper hergestellt. Wie Jansen darlegt, sind etliche auch als aufgebaute Form entstanden (vgl. Text und Literaturangaben auf unserer Seite).
also fürs 15. Jh. kommen dieses Teile auch recht häufig vor, sie laufen aber unter der Bezeichnung “Fettnapf” da sie unter dem Braten gestellt werden um besagtes Fett auf zu fangen. Es sind die Teile, die laut Sprichwort, in die man leicht rein tretten kann. Es gibt sie in den verschiedensten Formaten. In Heidelberg sind auch einige dieser Teile zu sehen.
Siehe auch das Buch “Heidelberg vor dem Großenbrand”
Diese “Beinchen” sind Griffe und ja, sie sind nur einseitig.
Die Pfanne auf dem ersten Bild hat zwei Griffe, die glasierte zerbrochene auf dem zweiten Bild hat nur einen, der dann mittig auf einer Seite angebracht ist, aber dafuer ausserdem noch kleine Knubbelfuesse unter der Pfanne. Die heben die Pfanne nicht wirklich hoch, sondern sorgen nur fuer Standfestigkeit.
Die Pfannen sind ganz offensichtlich so hergestellt worden:
Es wurden hohe flaschenartige Gefaesse gedreht, die nach kurzem Antrocknen laengs in zwei Haelften zerlegt wurden. Diese bekamen dann einen oder zwei Griffe und eventuell Stehknubbel und wurden ggf. innen glasiert.
Die Reproduktionen aus Deinem zweiten Link entsprechen daher nicht so ganz den Originalen, Lisa. Die “Schnauze” oder “Ausguss” ist naemlich schlicht die Haelfte des ehemaligen Halses des Gefaesses und nicht extra angeformt.
Es macht durchaus Sinn, je nach Gargut (z. B. Fisch) den Bräter unmittelbar auf den Tisch zu bringen. Zu den Brätertypen siehe auch unter
www.ca1310.de/keramik/typen.htm
@Claudia: sind bei dem Bild Keramikpfanne.jpg die vorderen ‘Beinchen’ nach oben (wie an der hinteren Seite) abgebrochen oder nie vorhanden gewesen?
ja, das sind die Platten. ßhnliche gibt es auch von der Raffenburg, datiert auf die 1. Hälfte 13., dort allerdings als Servierplatte für Braten, etc. deklariert.
Eintrag #5 vom 22. Nov. 2004 11:45 Uhr
Hans-Christoph
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sowohl Konstanz/Freiburg als auch Freiberg weisen Holzplatten/ -schalen auf, die aufgrund der zahlreichen Kratzer (Schnitte) als Servier- bzw. Tranchierbretter definiert werden. Zum Teil besitzen diese Bretter auch Saftrillen (…und nein, daß soll jetzt kein Beleg für Steakbrettchen im HMA sein *g*)
nachdem es Funde und Belege für Schüsseln aller Art zuhauf gibt, aber die Fundlage bei Platten (Servierplatten, Vorlegeplatten, Platten/große Teller/flache Schüsseln allgemein) etwas dürftiger aussieht, hier die Frage:
Wer hat Belege für die Verwendung von Platten (nein, ich meine jetzt nicht die für die Rüstung ;-) als Teil des Eß- oder Serviergeschirrs? Vornehmlich interessiert mich natürlich das HMA bzw. 13. Jh.
Einer der wenigen Hinweise befindet sich im Katalog “Vergessene Zeiten Mittelalter im Ruhrgebiet”, in dem zwei plattenartige Keramikschüsseln mit Ausgußtülle abgebildet sind, eine davon aus dem 13. Jh.