Durch das ganze Spätmittelalter immer wieder genannt und sogar prominent bei Schiller’s Tell zitiert. Die Urner Truppen in den eidgenössischen Aufgeboten pflegten einen eigenen martialischen Mythos, bei dem das grosse Horn eine wichtige Rolle zu spielen schien.
Nach meiner Interpretation eher als Instrument der Einschüchterung und weniger als klassisches Signalhorn.
Mit einen Trinkhörnchen lässt sich solches aber sicher nicht bewerkstelligen ;-)
Also: immer vorsichtig sein mit den Behauptungen, sowas hätte es nicht gegeben.
Dass die Trinkhörner aber sehr wahrscheinlich nicht am Gürtel rumgetragen wurden und auch wahrscheinlich nicht unverziert genutzt wurden, das möchte ich nicht bezweifeln.
Wobei Hörner in Aachen ja wohl sehr häufig waren als Bestandteil der Wallfahrt. Zumindest aus Keramik waren die sehr häufig und wurden z.B. in Langerwehe gefertigt und an Pilger verkauft.
Ich kann dir nichts wirklich konkretes Sagen, habe aber schon einiges an erfahrung, den Aberwitzigsten Dingen Klang abzuringen.
Was ich z.B. beim Didgeridoo-bau gelernt habe ist, das du immer genug platz brauchst um deine Lippen zum vibrieren [Trockenübungen: Pferdeschnauben/Elch] zu Bringen…da die einfache form des Horns und das Fehlen eines Gadgets, welches die Luft zum schwingen bringt dem Didge sehr ßhnlich sind, solltest du versuchen es seitlich anzusetzen, da nun die Schwingungsfrequenz höher wird, ist zum anfänglichen üben meiner Meinung nach wesentlich einfacher.
Jau… und aus Bienenwachs ein Mundstück Formen is auch super.
Ad hoc wäre die beste, da sowohl online als auch aus relativ zweifelsfreien Kontext stammende, Abbildung von Signalhörnern, die mir einfällt, aus dem Codex Manesse, der auf den Baum geflohene “Jagdhelfer”.
Weitere wären noch in der KFB, einige davon aber biblischen Geschichten geschuldet, insofern nicht zweifelsfrei der Sachkultur des Mittelalters zuzuordnen.
Ich habe ein Bild von einem Original eines sakralen Trinkhorns aus Irland! Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube das stammt aus dem 13.Jhd. Ich werde das morgen mal raussuchen.
Ich weis zwar, dass Signalhörner in der Szene weit verbreitet sind und auch, dass sie schon bei den Kelten verwendet wurden, aber mittelalterliche Belege dafür kenne ich genauso wenige wie für das Trinkhorn :-(
Deshalb meine Frage: Hat es Rufhörner auch im Mittelalter gegeben und wenn ja, wurden sie auhc als Taktische Signale im Krieg verwendet (zum Beispiel um das Lager am Morgen aufzuwecken oder um ein ganzes Lager dazu zu bringen, in Montur anzutreten,…)
Gibt es dazu Quellen?
Besonders interessieren würde mich die zeit um 1265 rum.
Also meiner Erfahrung nach ist ein Horn von ca 0,2 Liter etwas zu klein für einen vernünftigen Rufhorn-Ton.
Ich selbst habe mal von einem Horn wie es auf Märkten sonst mit so einem Quietsch-Teil drin verkauft wird das Quietsch rausmachen lassen und die Bohrung etwas erweitert.
Mit viel Lippenspannung und Luftdruck bekomme ich einen einigermaßen sauberen sehr hohen Ton hin.
Diese Lippenspannung brauche ich sonst für die hohen Töne meines großen Rufhornes, welches ca 0,5 Liter Fassungsvermögen hätte.
Tiefe Töne erreicht man nur mit großen Hörnern. Dafür braucht es auch weniger Lippenspannung und wenig Luftdruck. Man könnte dabei mit einer Lungenfüllung fast ne Minute nonstop tuten.
Auch erscheint mir die Bohrung von 3 mm etwas eng. Ich würde > 5 mm empfehlen.
Gruß
Hilmar
der sein Langeweher Aach-Horn mehr mag als alle Kuhhörner dieser Welt zusammen
Gestern habe ich bei einem altes 0,2 Trinkhorn die Spitze abgesägt (die behalt ich) habe ein Loch durchgebohrt und dieses Loch auf der Seite der ehemaligen Spitze etwas erweitert.
Das Ergebnis klingt nunja.
Ich gebe Euch mal ein paar Anregungen.
Bär hat Dünnpfiff,
kaputtes Mofa.
sterbender Elch.
bevor ich die Bohrung erweitere, sie hat im Moment ca 3 mm Durchmesser, und weitet sich zu einem Kegel von 11 mm Durchmesser würde ich gerne wissen ob da jemand mehr Erfahrung hat und mir weiterhelfen kann.
Ich will doch nicht dass sich alles vor Lachen in den Dreck wirft wenn ich das Ding blase.