Hallo Christoph, ist ja schön, daß du lernfähig bist und dir gemerkt hast, daß “schräg” “Wikinger” und “Sitzmöbel” irgendwas mit “falsch” und “Afrika” zu tun haben. Leider verwechselst du da was. Die Ruderkiste mit den schrägen Seiten ist durch div. archäologische Funde (IMHO Oseberg) belegt und wurde, wie der Name schon sagt, als Ruderbank und private Reisetruhe in einem auf den Langbooten verwendet. Was du vermutlich meinst, sind die Steckstühle. Diese STECKSTßHLE aus zwei Brettern, auf denen man bequem lümmeln kann, stammen allerdings aus Afrika. Ob sie allerdings 1920 und von wem auch immer in welche Szene auch immer eingebracht wurden, weiß vielleicht dein Urgroßvater… Scherenstühle sehen ganz anders aus und sind schon in ßgypten, Rom, Byzanz, zur Karolingerzeit, etc. blabla verwendet worden. Sie bestehen vereinfacht gesagt aus zwei kreuzweise beweglich befestigten Holzstreben, die an den Enden durch Holzleisten miteinander verbunden sind. Um die oberen Leisten ist die Sitzfläche aus Stoff oder Leder genäht/genagelt. Die Stühle lassen sich platzsparend zusammenklappen. Moderne Variante: Campinghocker. Ein MA Exemplar aus verziertem Eisen war in der Karolingerausstellung 1999 zu sehen. Auch im Stauferkatalog ist solch ein Stuhl abgebildet.
Hallo Andreas! Ich muß dich leider Berichtigen: Diese “schrägen Ruderkisten” der Wikis wurden in der ersten MA-Szene um 1920 durch eine Frau hineingebracht. Diese sind aus Afrika und daher absolut nicht richtig. Obwohl die Wikis sonst sehr gut sind, gerade mit dieser Sache machen sie einen Riesenfehler. Gruß v. Arlen
Hallo Arndt! Sitzriddä odä was??? Na, ohne Mist - es gibt ein paar Belege für Dreibeinige Hocker mit Halbkreisförmiger Sitzfläche (gerade Kante nach vorne). Alle anderen Lösungen sind wohl eher für das “stationäre Wohnen” = nicht vorm Zelt geeignet. Außer Du bist ein Wikinger und hast eine Ruderkiste (die mit den schrägen Seitenteilen), oder ein reicherer Bürger späterer Zeit und besitzt eine Reisetruhe. Für beide Arten von Truhen gibt es Bauanleitungen im Netz. Ich hab die Links nicht aufm Rechner, aber wenn Du eine Suchmaschine mit “Viking+Chest” laufen läßt, dann solltest Du Erfolg haben!!! Gruß,
Hallo Arndt, als erstes möchte ich Dich nach der Zeit fragen, die Du darstellen möchtest. Dann kann man Deine Frage wesentlich einfacher beantworten. Auch Scherenstühle sind belegbar. Es ist nur eine Frage des Aussehens :-)
Hallo Arndt, Worauf saß das einfache Volk? Ich denke auf Hockern und Bänken. Holzbrett mit 3 oder 4 Holzbeinen ohen Lehne. Bänke ebenso mit vier Beinen. Schau mal da: www.personal.utulsa.edu/~marc-carlson/[ ]/shoemake[ ] die Schuster sitzen auf den verschiedensten Stühlen.
Bevor ich meine Frage äußere: Ja, ich gebe es zu, ich habe nicht vorher alle 20 Seiten und 876 Threads durchsucht und geprüft, ob dieses Thema vielleicht schon einmal angeschnitten wurde. Wenn dem so sei, bitte mitteilen, dann ziehe ich mit diesem Problem dahin um. Nun zu meiner Frage: Seit längerem machen wir uns Gedanken darüber, welche Sitzmöbel als authentisch angesehen werden können. Unlängst erfuhr ich, daß meine heißgeliebten, weil saubequemen “Scherenstühle” völlig daneben seien. Die ebenfalls recht häufig vorkommenden Dreibein-Hocker, die mit dem Lederlappen als Sitzfläche (oder besser Sitzhohlraum), sind für das kurze Verweilen vielleicht ganz brauchbar, aber für lange Nachmittage/Abende zum “Rumleunen” m. E. n. unbrauchbar (erst recht, wenn der/diejenige mehr als 50 kg wiegt). Zahlreiche Autoren weisen darauf hin, daß das erhabene Sitzen als solches nur dem Klerus und dem Adel vorbehalten war, aber auf den Boden setzen will ich mich auch nicht (s. Krätzmilben-Thread!). Hat hier vielleicht jemand einen Hinweis??? Worauf saß das Volk?