Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Söldner/Vagabund

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Eintrag #9 vom 10. Apr. 2002 19:15 Uhr Ivo Malz (IMMS)  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ivo Malz (IMMS) eine Nachricht zu schreiben.

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Moin.
Die Frage war:“Gab es im hochmittelalter Söldner oder Vagabunden, die einfach durch die Lande zogen und jemand ihre Dienste anboten ?”
Es gibt ein nettes Buch über Landsknechte (jaa, ich weiß, nicht HMA…), der Autor heiß Reinhard Baumann, erschienen ist es im Beck-Verlag. Auch der Verlag sei hiermit ausdrücklich empfohlen;o)
In den einleitenden Texten, die einen recht umfassenden ßberblick über das Söldner(un-)wesen bieten, werden diverse herumvagabundierende Soldbanden auch fürs HMA erwähnt, die nach abgeleistetem Dienst einfach abgemustert und sich selbst überlassen wurden.
Das Buch hat eigentlich jede bessere Bibliothek, versuch mal, es aufzutreiben.
Gruß
Ivo

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Eintrag #8 vom 08. Apr. 2002 09:03 Uhr Joachim Meinicke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Joachim Meinicke eine Nachricht zu schreiben.

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Uli:
Die Freude des guten Walters ob seines Lehens dürfte sich weniger darauf bezogen haben, daß er jetzt nicht mehr in der Gegend rumziehen mußte (und potentielles Opfer eines mittelalterlichen Moorhuhnjägers : -) werden konnte), als vielmehr darauf, daß er durch sein Lehen endlich ein FESTES EINKOMMEN hatte (und nu vielleicht nicht mehr jeden in den Allerwertesten kriechen mußte).
Du schreibst ferner: "…oder als Lohnkämpfer bei Gottesurteilen, die schon früh von der Kirche verboten wurden (und trotzdem durchgeführt wurden).
Aus Interesse hätte ich gerne gewußt, ab wann die verboten wurden? Hast Du eine Quelle?
Joachim

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Eintrag #7 vom 07. Apr. 2002 22:38 Uhr Christoph Bitter   Nachricht

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Hi!
Was Du darin geschrieben hast, ist völlig richtig. Aber soviel ich weis ging es nicht um die Frage, was diese niederen Leute alles Taten oder in welchem Stand sie unterzubringen sind, sondern:
Um Deine Aussage!
Die da quasi lautete: Bettler, Spielleute und anderes Gesocks (KEIN ZITAT!!!!) könnten einfach so erschlagen werden!
Wie Karen schon richtig sagt, waren auch diese nicht zum Abschuß freigegeben. Glaubst Du tatsächlich, daß die MA-Bürger sich damals dachten:
“Ein Bettler ist ein armes Schwein, so schlag ich ihm den Schädel ein.”
Oder anderes. Einfach so und ohne Probleme dafür zu bekommen?
Mord ist Mord und bleibt Mord. Sogar die Judenermordungen im Rheinland während des 1. Kreuzzuges wurden scharf verurteilt. Einer Verurteilung waren die Mörder nur wegen ihrer Masse (vorerst) entkommen.
Also Uli, nicht ausweichen, sondern beim Thema bleiben.
Gruß
v. Arlen

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Eintrag #6 vom 05. Apr. 2002 14:06 Uhr Karen Thöle  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Karen Thöle eine Nachricht zu schreiben.

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Also, offiziell “zum Abschuss freigegeben” - so würde ich es auch nicht sehen. Daß manche Gesetzestexte Gewalttaten an “fahrendem Volk” nicht so streng bestrafen wie an anderen Leuten, liegt sicher daran, daß es sowas wie ein “polizeiliches Führungszeugnis” noch nicht gab.
Beim mittelalterlichen Gericht spielte der Leumund eines Menschen eine gnaz wichtige Rolle. Gerichtsakten z. B. noch des 15. Jahrhunderts bringen eigendlich nie irgendwelche Indizien, sondern sie sprechen vom Leumund. D.h., jemand mit gutem Leumund konnte schwören, er wars nicht, und das reichte. Oder, wenn beide Parteien guten Leumund hatten, dann mußten sie versuchen, jeder mindestens sieben Leute (auch mit gutem Leumund) finden, die aussagen, sie glauben ihm.
Wer fremd ist in einer Stadt, wer keinen Dienstherr hat, der sich an eventuellen Missetätern rächen kann, oder der Stadtbürger ist oder Student (in den Fällen können Stadt oder Uni Einfluß geltend machen), von dem kann also auch niemand wissen, warum er unterwegs ist, ob er nur auf der Suche nach einem guten Job ist, oder ob er wegen irgendeines anderen Verbrechens schon aus einer anderen Stadt gejagt worden ist. Ein Richter wird nicht wissen, ob er ihm glauben kann, und von den Sesshaften wird auch keiner so scharf drauf gewesen sein, seinen guten Ruf aufs Spiel zu setzen.
Das heißt noch lange nicht, daß es damls als Sport galt, anstelle von Moorhühnern Gaukler und Bettler abzuschießen. Spaßfeindliche Gaukler- und Musikerhasser sind eigendlich immer nur kirchliche Autoren gewesen.
Ein Buch, was ich nur mehrfach empfehlen kann:
Ernst Schubert: “Fahrendes Volk im Mittelalter” (ISBN weiß ich nicht)
Soweit ich weiß, gab es doch mal einen eigenen Thread zum fahrenden Volk, in dem dieses Buch auch schon erwähnt wurde.
Bis denn
Karen Thöle

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Eintrag #5 vom 05. Apr. 2002 00:39 Uhr Uli Gasper  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Uli Gasper eine Nachricht zu schreiben.

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Moin!
Soweit meine Informationen Reichen, war das Statusdenken im MA stark schollengebunden. Das heißt: wer keinen festen Wohnsitz hatte war gesellschaftlicher Außenseiter. Spielleute zählten dazu, obwohl sie teils höheres Ansehen genossen, da man ihre Kunst schätzte. So weit war es damit allerdings nicht her, denn z.B. die Freudengedichte Walters von der Vogelweide über die Schenkung eines warmen Mantels oder später die ßberlassung eines kleinen Lehens sind dafür bezeichnend.
Natürlich gab es auch unter den Landlosen Standesunterschiede. So rangierte ein Spielmann (der min. 7 Instrumente beherrschen musste um sich so zu nennen) vor dem Gaukler, dieser sichr vor Vagabunden und Zigeunern…
Bettelmönche sind was ganz anderes.
Entweder in Armut stationär lebende Eremiten (die sich zwar auch außerhalb der Gesellschaft befinden, aber auf einer anderen religiösen Ebene) und “kasernierte” Bettelmönche, die dem Ideal der Armut Christie folgen sind nicht mit Bettlern zu vergleichen.
Was Bettler angeht- es gab städtische Bettelordnungen. Bettler waren z.B. Handwerker, die durch äußere Einflüsse arbeits- und erwerbsunfähig geworden waren und sich fortan den Lebensunterhalt durch Almosen verdienen mussten. Diese waren jedoch, im Gegensatz zu vagabundierenden Bettlern in das städtische Gesellschaftsgefüge eingebunden.
Was Lohnkämpfer angeht- diese verdienten sich ihr Geld entweder in Schakämpfen, was sie mit Gauklern auf eine Stufe stellte, oder als Lohnkämpfer bei Gottesurteilen, die schon früh von der Kirche verboten wurden (und trotzdem durchgeführt wurden).
ßhnlich wie heute wurden Vagabunden/Landstreicher/Obdachlose kritisch egutachtet, da sie sich außerhalb der gesellschaftlichen Norm bewegten. Zu solch einer Person gemacht zu werden war auch für Leute niederen Standes schmachvoll.
Und was den Freien Söldner angeht- der wird sich, genau wie ein Taxifahrer mit leerem Auto schnellstmöglich jemand suchen der zahlt, und daher nicht sehr lange freier Söldner bleiben.
gruß, uli

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Eintrag #4 vom 04. Apr. 2002 19:51 Uhr Christoph Bitter   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Geächtet und vogelfrei

Hi Uli!
Kann gar nicht sein, daß herumlaufende Spielleute, Bettelmönche und Schwertkämpfer vom Volk wahllos erschlagen werden können. Denn wenn das so wäre, wäre die Acht und die Erklärung zum Vogelfreien absolut unsinnig. Bräuchte man dann ja nicht; besonders letzteres, was die niederen Leute öfter traf.
Gruß
v. Arlen

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Eintrag #3 vom 02. Apr. 2002 20:41 Uhr Uli Gasper  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Uli Gasper eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Jein- aber eigentlich nicht

Moin!
Alles was im Ma heraumvagabundierte galt als rechtlos und wurde auch so behandelt. Teils stand es noch nicht mal unter Strafe solche Leute zu töten. gern gesehen in Städten und auf Märkten waren sie auch nicht. Zu diesem Kreis zählten Zigeuner, Vagabunden, Räuber, Gaukler, Spielleute und Lohnkämpfer.
Prinzipiell ist es so wie Heute- wer schwerbewaffnet durch die WElt rennt und Aufträge sucht erntet eher Mißtrauen, das war im MA nicht anders, nur daß damals noch mehr Wert auf eine Abstammung/ Wohnsitz gelegt wurde. Wanderschaft war zumindest im SMA bei Handwerksgesellen üblich, allerdings unter völlig anderen Vorrausetzungen…
Wenn Du allein unterwegs bist- sei Söldner oder Krieger auf Reisen, nich auf der Trebe, liegt näher an der Sache:-)
gruß, uli

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Eintrag #2 vom 02. Apr. 2002 08:31 Uhr Joachim Meinicke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Joachim Meinicke eine Nachricht zu schreiben.

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Jein!
Zumindest nicht so, wie Du es vielleicht in einigen Spielfilmen gesehen, in einigen Romanen gelesen hast.
Der Zustand des Herumziehens war zumindest nichts erstrebenswertes, von wegen frei und so.
Es gab aber z.B. eigentumslose reine Berufskrieger (auch Ritter), die vom Sold ihrer Auftragsgeber lebten, klar. Aber die waren froh, wenn sie nicht herrenlos (soldlos) rumziehen mußten und machten das bestimmt nicht freiwillig
Joachim

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Eintrag #1 vom 01. Apr. 2002 18:15 Uhr Benjamin Pröger   Nachricht

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Hi
Gab es im hochmittelalter Söldner oder Vagabunden, die einfach durch die Lande zogen und jemand ihre Dienste anboten ?
Ich habe schon von sogenannten Lohnkämpfern gehört, aber ist das das selbe ?
Ben

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