Ich habe neulich auf einem Trödelmarkt ein altes Handarbeitsbuch von 1931 gefunden und da war zu meiner ßberraschung auch Sprang drin. Und der Rahmen war etwas anders als ich das bisher aus modernen Anleitungen so kannte.
Das Buch von Peter Collingwood habe ich auch schon oft als Tip gehört und werde es mir auch mal zulegen, aber das Stöbern nach wirklich alten Handarbeitsbüchern könnte auch lohnen.
Hallo Ines, ich habe evtl. einen Tip für dich. Ich weiß, der Thread über Sprang ist schon etwas älter, aber vielleicht hilft es dir trotzdem. Es gibt da ein Buch, allerdings komplett auf Englisch, von Peter Collingwood. The Techniques of Sprang. Es enthält Anleitungen für verschiedene Muster, Abbildungen von Rahmen und ein großes Kapitel mit Bildern historischer und auch moderner Sprang Werkstücke. Es ist sehr umfangreich.
Erschienen ist das Buch 1974 in Great Britain by Faber und Faber Ltd. ISBN 0-8230-5220-6
Hab mich eben auch am Sprangen versucht, weil ich gerne ein Haarnetz hätte - irgendwann mal…
Sieht auch für’s erste Mal ganz gut aus, aber:
Bisher hab’ ich nur einen normalen Kinderwebrahmen, der nicht verstellbar ist - zum Ausprobieren reicht’s ja erstmal. Durch die entstehende Fadenspannung zieht sich das Gewebe in der Mitte aber zusammen. Das läßt sich aber nicht durch Verstellen beheben hab ich den Eindruck. Vielmehr hab ich das dringende Bedürfnis das Gewebe längsseits mit Nadeln zu fixieren, damit es in der gewünschten Breite bleibt und die Fäden sich nicht so verheddern, weiß aber nicht so recht wie ich das Anstellen soll. Eine Art Polsterkissen drunterlegen?
Und das Haarnetz wird ja dann von zwei Bändern am Kopf gehalten, jeweils oben und unten. Ich dachte da an so eine Art geknüpfte Bänder wie beim Freundschaftsband. In diese Bänder müßte ich ja dann aber gleich die Fäden für das Sprangnetz einziehen. Die Bänder kann ich aber nicht auf einen Webrahmen spannen oder sollte ich die Bänder gleich mit auf dem Rahmen weben? Aber dazu ist er zu schmal… Fragen über Fragen - mir raucht schon der Kopf.
Wie macht ihr das? Welchen Rahmen benutzt ihr? Oder überhaupt einen Rahmen? In meinem Knüpfbuch werden Polsterkissen oder Klöppelkissen empfohlen, kann mir aber nicht vorstellen, daß das bei der Spannung hält? Habt ihr Euch selbst was spezielles dafür zusammengebastelt? Brauch Eure Hilfe - ich seh mich schon mit alten Obstkisten und Hammer & Nägeln experimentieren und das wo ich in Werken eine 3 hatte!
Die ältesten sind aus der Jungsteinzeit (Abdruck auf Keramikscherbe), in der Bronzezeit gehören dann Haarnetze in Sprang-Technik zur Frauentracht (dänische Grabfunde Borum Eshöj / Skrydstrup / Egtved), das setzt sich in der frühen Eisenzeit fort (Arden & Haraldskaer, Dänemark / Mädchen von Windeby, BRD). Desweiteren gibt es einen Beinstulpen (Tegle, Norwegen)aus der röm. Eisenzeit und aus der Wikingerzeit einige Fragmente aus Birka(Schweden). Später wurden Kappen und Mützen zu verschiedenen skandinawischen und baltischen Trachten in der Technik angefertigt.
Der z.T. als “Teppichwebstuhl” angesprochene Rahmen aus dem Osebergfund ist übrigen ein verstellbarer Sprangrahmen. Die untere Seite des Rahmen sollte übrigens immer verstellbar sein, damit man mit bei der Arbeit steigender Fadenspannung diese wieder nachlassen kann.
@Angy: Der “arme Kerl” mit der Augenbinde ist das “Mädchen von Windeby” aus Schloß Gottorf, Schleswig. Die angebliche Augenbinde ist inzwischen als verrutschtes Haarband entlarvt.
Lit.: “Ancient danish textiles from bogs and burials”,. M. Hald (enthält eine genaue Analyse und Beschreibung der Technik und einiger Funde)
“Textilfunde der Eisenzeit in Norddeutschland”, “Die germanischen Tuchmacher der Bronzezeit”, beide Karl Schlabow
Falls Interesse nach Anleitung o.ß. besteht, einfach mailen!
Hi, ich bin auch eine die es mit dem Sprangigem Gewebe auf sich genommen hat! Nun ich benötige unbedingt für meine Abschlussarbeit in der Schule eine genaue Beschreibung der Technik, Geschichtliches(wos herkommt). Wer kann mir BITTE weiterhelfen?
Nun, Sprang wurde wohl noch für mehr verwendet, je nach Garnstärke kann man auch richtige Gewebe machen. Es gibt Funde, z.B. von einer Augenbinde (so’n armer Kerl im Moor), die in Sprang hergestellt wurde.
mmmhhhh… schwer zu beschreiben. Ich hab leider auf die Schnelle im Internet kein Bild und keine Beschreibung gefunden.
Sprang ist schon eine uralte Technik, die schon in der Eisenzeit genutzt wurde. Dazu werden auf einem Rahmen senkrecht Fäden gespannt, die dann jeweils gegeneinander verdreht werden. Gesichert wird diese Verdrehung durch einen eingelegten Stab, ganz am Schluß wird mittig ein Faden eingezogen, der das ganze Netz in sich sichert.
Je nachdem, wie alt Du bist, kennst Du vielleicht noch die Einkaufsnetz, die es in den 70ern gab. Bei einer Art waren die Fäden jeweils miteinander verknotet, bei andern liefen die Fäden nur locker kreuz und quer - das war auch Sprang.
Wenn mir noch ein Link unterkommt, setze ich’s hier rein. Oki?
Ich hab zwar ein bißchen rumgebastelt, hab auch was Gewebeartiges zusammenbekommen, aber mein Hobby wird’s sicher nicht. Sprang ist einfach zu fummelig, da werde ich ganz nervig…
Aber schwierig ist eigentich nicht, wichtig ist, daß man die Kette gleichmäsig aufgezogen bekommen (ich hab mit einen Teilungskamm dafür gebastelt) und daß die Kettfäden nicht zu straff sein dürfen, sonst bekommt man irgendwann weiter zur Mitte hin Probleme, weil man die Fäden nicht mehr verdreht bekommt.
getern hab ich einen zweiten Versuh gestartet, mit “Trachtenwolle” (= 100% Schurwolle), in Nadelstärke 4-4,5. Vier Fäden je cm, damit bekommt man schon ein recht dichtes Geknote zusammen. Wenn man locker aufspannt, kann man ganz gut die Faden verdrehen. Das klappte bei Leinen nicht so gut, da das nicht elastisch genug war.