Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Stahl für Schaukampfwaffen

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Eintrag #3 vom 29. Mai. 2001 21:48 Uhr Olaf Keil   Nachricht

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Hi, zur Stahlauswahl gibt es verschiedene Möglichkeiten. 1- Reiner Kohlenstoffstahl. (Feilen) C100 oder höher. 2- Nidrig legierter Werkzeugstahl / Federstahl Maximale Härte nicht so hoch dafür sorgen die anderen Legierungsbestandteile dafür das der Stahl Zäher ist. Vermindert die gefahr von Splittern (Muschelbrüche) und komletten Klingenbruch. 3- Hoch Legierter Werkzeugstahl co 2080 oder ähnliches in deutsch x210 CrMo 18 also Crom Molibdän oder Crom Nickel. Da ist aber mit schmieden schluß wenn man es nicht wirklich kann und eine Gute Esse hat. 4- Baustahl. Nicht lachen ST60 lässt sich gut schmieden ist zäh und man kann ihn einsatzhärten. Damit kommt die Wärmebwhandlung dran. Alle Werkzeugstähle sind von Hause aus Härtbar. Prinzipiel gilt je mehr Kohlensoff um so größer die Härte und um so Spröder. Irgendwann ist damit aber schluß dann gibts Gußeisen, nämlich wenn das Eisen gesättigt ist wird der Kohlenstoff nicht mehr ins Kristallgitter eingelagert sondern bildet Graphit. Alles im Eisen Kohlenstoff Diagramm schön zu sehen. Fachbücher in gut sortierten Bibliotheken und größeren Stadtbüchereien zu finden. Oder zu gr0ßen Buchhandlungen gehen (a la Hugendubel in FFM) und dort lesen und die wichtigsten Werte abschreiben. Mit einsatzhärten bekommt man prinzipiel jeden Stahl hart. Mit viel Zeit und der Möglichkeit eins bis zwei Tage ein großes Feuer machen zu können kann man das selbst machen. Man benötigt einen Blechkasten mit Deckel. Bei einem Schlosser schweißen lassen. Den Kasten gleich wasserdicht. 2mm Wandstärke und so 20×20 cm und mindestens 20cm länger als die längste Klinge die man machen will. Jetzt braucht man Kohlenstoff. Am besten Anthrazit Briketts. Einen sack und einen großen Hammer um die Briketts klein zu bekommen. Am besten ist ein feines Granulat 2-4 mm aber staubfein geht auch, ist aber schlechter. die geschmiedete Klinge an der Angel mit Zahnpasta abdecken. Der Kalk verhindert das aufkohlen der Angel. So kann man auch unterschiedliche Härtezohnen realisieren. Ist aber schwierig da jedesmal alles abkühlen muß bevor man eine änderung an der Abdeckung machen kann. ßberhitzter Kohlenstoffstaub unter Luftabschluß und dann plötzlich Sauertoff dazu, da sollte man ganz weit weg sein wenn das passiert. Oder der Trachten Verein Grün Weiß fragt sich hinterher warum sie kene bekannte Sprengstoffsorte identifizieren konnten. Nach dem einsätzen kann man genauso Härten wie normale härbare Stähle auch. Nur mit dem Unterschied das man einen definierten weichen Kern hat. Durch Diffusionsglühen und anschließendes erneutes einsätzen kann man auch eine mehrschichtige Härteabstufung erreichen. Z.B.: weicher Kern, Vergütete mittelschicht und Harte Oberfläche. Da zu gehört aber einige ßbung oder eine Gute Ausbildung. Die aufkohlungszeit richtet sich je nach Stahsorte und anderen Legierungsbetandteilen darin. Beträgt aber im allgemeinen nur wenige hundertstel mm je Stunde bis zu einem / zwei zehntel mm je Stunde. Die Letzten und beim Härten entscheidenten Schritte sind Abschrecken und Anlassen. Mit dem Abschrecken kann man die maximalhärte bestimmen. Wasser gibt eine hohe Härte da große Wärmeleitung. ßl eine geringere ist aber gefählicher da die ßldämpfe sich an der Glühenden Oberfläche entzünden können. Und vor allem ist es ein Umweltproblem eine entsprechende Menge geeigneten ßls zu beschaffen und zu entsorgen. Lohnt sich also nur für jemand der gleich mehrere Klingen machen will. Weiter gibt es noch Sand, sowohl trocken als auch nass und Luft als Abschreckmittel. Die sind bei reinem Kohlenstoff Stahl aber außerhalb jeder Diskussion. Oder man möchte nur Vergüten. Damit dürfte jetzt auch klar sein warum der Kasten zum aufkohlen wasserdicht sein sollte. Klare Doppelfunktion als Abschreckbecken. Allerdings nur für eine Härtetechnik. Nämlich das anlassen aus der eigenen Restwärme. Da beim Härten der Gesammte Querschnitt auf Härtetemperatur gebracht wird, während beim Abschrecken die Hitze nur von der Oberfläche abgeführt wird kann man die Klinge erst mit der einen Schneide eintauchen und dann mit der Anderen. eventuell das ganze zwei mal, dann eine Stelle der Klinge schnell anschleifen damit sie blank ist und dann die Anlauffarbe beobachten. Daran kann man die Temperatur der Oberfläche auff ein paar Grad genau feststellen und ggf. ein abschließendes abschrecken auf Raumtemperatur vornehmen. Alle anderen Anlass und Abschreckverfahren setzen die Verfügbarkeit eines Wärmebehandlungsofen voraus oder wirklich einiges an Erfahrung. Wer also nicht gleich Universalhärter lernen will und eine Firma aufmachen, der sollte das versuchen und damit rechnen das die ersten Versuche nicht überagend werden aber dafür überhaupt machbar sind. eine Gute Beobachtung und Dokumetation wie z.B.: Glühfarbe beim Härten Anlaßfarbe, Abschreckdauer, Anlaßdauer und Einsatz dauer sowie Einsatz Temperatur helfen die Anzahl der Fehlversuche zu minimieren. Es ist möglich ohne Ausbildung mit Literaturstudium etwas geschik und eventuell mal einen Messerschmiede Kurs besuchen. sich genug an zu eignen um eine Klinge her zu stellen. Schieriger dürfte es sein einen Ort zu finden wo der Lärm der Esse und der Geruch des Feuers keine kleingeister auf den Plan ruft. Wer sich dran wagt, viel Glück ich habe bisher nur Messer Pfeilspitzen und ander Kleinteile selbst geschmiedet. Schwerter habe ich immer aus fertigen Halbzeugen aus Hoch legiertem Werkzeugstahl aus dem vollen gearbeitet und ßlgehärtet. damit kommt man auf ca. 54 -56 HRC aber die Klinge ist zäh genug damit nichts passiert. Adneh zum Gruße, Ahela von Telsold Ihres Zeichens Hobbit Meister Schmiedin. (AD&D 2nd)
nicht wirklich MA eher Fantasy

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Eintrag #2 vom 24. Mai. 2001 14:59 Uhr Arno Eckhardt  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Arno Eckhardt eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Vierauge ;-) Schwieriges, aber interessantes Thema! Welcher Stahl sich am besten eignet, ist ein gutes Stück weit Glaubens- und Erfahrungssache. Es gibt ein gutes Dutzend Federstähle, die sich alle mehr oder weniger für Schaukampfwaffen eignen, einige Werkzeug- und kohlenstoffstähle sind ebenfalls geeignet. Das Material ist aber nicht allein der entscheidende Faktor! Noch viel wichtiger ist die richtige, zum Material passende Wärmebehandlung und die richtige Härte. Auch letztere ist nun wieder Material- und Glaubensabhängig. Vor etwa 10 Jahren waren bei Schaukampfschwertern noch etwa 45-48 HRC (“Rockwell”)üblich bzw. schon Spitzenklasse. Heute bewegen sich die Härten bereits zwischen 48 und sogar 60 HRC. Die “richtige”, d.h. passende Härte hängt von vielerlei Faktoren ab: -Kantenstärke -Härte und Kantenstärke der “gegnerischen” Klinge -Material -Art und Heftigkeit des Kampstils -etc… Die Kantenstärke ist wiederum von den Regeln abhängig, die in den jeweiligen Gruppierungen und/oder Veranstaltern, Vereinen gelten, bei denen Du dich hauptsächlich bewegst. Auch der Kampfstil ist hier entscheidend: Für den harten Einsatz im Schaukampf benötigst Du natürlich eine stärkere “Schneide”, als beim Einsatz im “historischen” Schwertkampf. Leider bringt eine starke Klinge aber auch mehr Gewicht, so daß es schwierig ist, das richtige Mittelmaß aus Gewicht, Stabilität und Härte zu finden, zumal “von Hand” ohnehin meist nicht so genau gehärtet werden kann, wie das Industriell möglich ist. Die Quelle mit dem “geradebiegen” ist eine der meist zitierten, die ich kenne. Allerdings würde ich hier nicht unbedingt vom Regelfall ausgehen und auch einen gewissen, “propagandistischen” Einschlag sollte man in Betracht ziehen, wenn Cäsar sich über die Stärken seiner Feinde auslässt… Das Härten von Stahl ist eigentlich fast seit beginn der Eisenverarbeitung nachweisbar und immer weiter verfeinert worden. Die ersten europäischen, frühmittelalterlichen Klingen weisen bereits Materialqualitäten auf, die getrost mit den späteren, Japanischen Klingen vergleichbar sind. Die werden übrigens heute auf bis über 70 HRC (allerdings nur an der Schneide!) gehärtet. Ach ja: Härte ist nicht gleich Härte! Bei unterschiedlichen Materialien und/oder Härteverfahren, können z.B. zwei Klingen mit je 55 HRC völlig unterschiedliche Eigenschaften aufweisen. Viele Stähle werden erst gar nicht so hart, bei manchen ist hier bereits die Grenze erreicht, d.h. man muß mit Bruch oder Splittern rechnen. Bei anderen Stählen ist eben erst bei 60 HRC schluß. Den bruchgefährdeten Angelbereich etwas weicher zu lassen, ist auch bei Schaukampfklingen nicht schlecht, so kann man das Bruchrisiko zusätzlich minimieren. auch unsere heutigen Werkzeuge, wie z.B. Feilen haben aus diesem Grund eine weiche Angel. Dies setzt aber wieder große Erfahrung und genaues Arbeiten voraus, sonst kann die Bruchgefahr sogar noch steigen. Soviel zur grundlegenden Theorie… Ich bin sehr gespannt, was hier noch so alles kommt!
Gruß, Arno der Traumschmied

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Eintrag #1 vom 24. Mai. 2001 11:38 Uhr Klaus-Peter Althaus  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Klaus-Peter Althaus eine Nachricht zu schreiben.

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Hi alle zusammen Ich hätte da mal einige Fragen an diejenigen von euch die Schaukampf machen bzw. Schaukampfwaffen bauen. Was für ein Stahl eignet sich am besten für solch eine Waffe, z.B. für einen Sax und was für eine Wärmebehandlung ist notwendig? Sprich wie hoch muß die Härte sein damit man das Ding nicht nach jedem zweiten Schlag überm Knie richten muß (laut Ceasar war das ja wohl für Keltenschwerter durchaus “A”) bzw. es auseinanderfliegt wenn es dumm getroffen wird. Ich glaube kaum das eine Schaukampfwaffe die selbe Härte von z.B. 58 HRC eines Gebrauchsmessers haben muß. Wie verhält es sich mit unterschiedlichen Härtezonen z.B. Schneide, Klinge und der ßbergang zur Angel? Und wie sieht es mit der Schneidengeometrie aus? Ich meine irgendwo etwas über mindestens 3mm Schneidenbreite gehört zu haben. Also da ich mit diesem spezielen Thema noch keine Erfahrung habe hoffe ich von euch reichlich Auskunft zu bekommen.
Gruß Vierauge

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