Bernhard Lübbers: Rezension zu: Leng, Rainer: Ars belli. Deutsche taktische und kriegstechnische Bilderhandschriften und Traktate im 15. und 16. Jahrhundert. Wiesbaden 2002. In: H-Soz-u-Kult, 24.09.2003,
hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2003-3-178
Lengs Studie ist in zwei große Teile untergliedert. Band 1 widmet sich der Aufarbeitung der Textgattung; abgerundet wird dieser Band durch ein ausführliches Literaturverzeichnis, ein Register, das auch die behandelten Handschriften mit erfasst, sowie durch die Beigabe von 34 hochwertigen Farbtafeln mit bislang überwiegend unpublizierten Abbildungen.
Der zweite Band des Werkes beinhaltet einen Katalog der Handschriften mit einer ausführlichen, den Erfordernissen heutiger Forschung entsprechenden Beschreibungen. Dieser Katalog stellt erstmals und umfassend sämtliche Handschriften dieser Gattung dar, ein Novum, erfolgt die Bearbeitung von Handschriftenkatalogen gewöhnlich innerhalb von Bibliotheken oder gar nur zu einzelnen Beständen. Etwa 300 Codices sind hier erfasst worden, angeordnet nach den verwahrenden Bibliotheken. Zum Teil handelt es sich hier um bislang unbekannte Handschriften, die erstmals erschlossen worden sind. Dieser mit großem Gewinn zu benutzende Katalog stellt ein für die Geschichte der Kriegstechnik unersetzliches und zuverlässiges Nachschlagewerk zur Verfügung, das die Forschung auf diesem Gebiet enorm erleichtern wird.
Rainer Leng hat in seiner sehr gut lesbaren Studie die Genese einer Quellengattung untersucht, die bislang in der Forschung nur eine untergeordnete Rolle spielte. Hierbei bediente er sich - durchaus nicht selbstverständlich - interdisziplinärer Methoden. Man ist gar versucht von einer Art “Wattenbach” der kriegstechnischen Handschriften des 15. und 16. Jahrhunderts zu sprechen. Es ist zu wünschen, dass dieses Opus magnum die Forschung zur spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Geschichte der Kriegswissenschaft befruchten wird.
getruwelich dienen mit Buchsenwerk. Ein neuer Beruf im späten Mittelalter: Die Büchsenmeister. In: Strukturen der Gesellschaft im Mittelalter. Interdisziplinäre Mediävistik in Würzburg. Hg. von Dieter Rödel und Joachim Schneider. Wiesbaden 1996, S. 302 - 321.
“Büchsenmeisterkunst; frühe Feuerwaffen, militärisches Feuerwerk, pyrotechnische Kampfmittel und Belagerungskunst von der Spätantike bis ins Mittelalter abschließende Ganztagesexkursion mit artilleristischer Demonstration” an.
www.uni-bamberg.de/~ba5am1/semester.htm
Sie “bietet all jenen ein Forum, die sich beruflich oder privat mit historischer Waffenkunde und Kleidungsforschung beschäftigen. Ihr Interesse gilt der Erforschung der Waffengeschichte von der Antike bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts und der Mode- und Textilgeschichte bis in die Gegenwart.”
Wahrscheindlich landet die dann aber wieder auf dem Tisch von Dr. Gelbhaar.
Die haben eine sog. “14th Century Hand Cannon”. Ich weiss ja nicht, inwiefern das in deinen Zeitrahmen passt. Unter Zubehoer hab ich leider noch nicht geschaut.
zu diesem Thema gibt es leider recht wenig; sowohl Realien, als auch bildliche Darstellungen stammen ueberwiegend aus dem 16. Jhd.
Als Ladestock empfehle ich die Verwendung eines einfachen, zylindrischen Holzstabes in etwas unter Kaliberstaerke; diese Art war spaeter ueblich und hat sich bis in das 18. Jhd. gehalten.
Im mittelalterlichen Hausbuch gibt es eine Abbildung einer Truppe auf dem Marsch; dabei sind auch viele Buechsenschuetzen. Einer von diesen traegt am Guertel eine weisse oder graue Tasche (Leinen?) in etwa DIN-A-4- Format; zu gross fuer eine einfache Guerteltasche. Das KOENNTE ein Behaelter fuer Ladungen oder Geschosse oder Werkzeug oder auch alles sein.
Und in einer der Schweizer Bilderchroniken findet man das Bild eines Schuetzen, der am Band ueber der Schulter eine Flasche (aus Blech?) traegt. Vielleicht eine Pulverflasche, vielleicht aber auch nur eine Wasserflasche.
Nix Genaues weiss man nicht…
Ich werde Deine Frage aber mal an Gerry Embleton weiterleiten; der hat die groesste Sammlung an zeitgenoessischen Abbildungen und Kenntnis von erhaltenen Realien, die mir bekannt ist. Und wenn der nix weiss….