Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Tag der offenen Klosterpforte Alpirsbach

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Eintrag #1 vom 08. Okt. 2002 17:06 Uhr Angharad Beyer   Nachricht

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Das über 900 Jahre alte ehemalige Benediktinerkloster im Schwarzwald gehört zu den Reformklöstern des 11. Jh. und ist ein eindrucksvolles Beispiel cluniazensischer Architektur. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich die Abtei zu einem wohlhabenden Kloster. Während der Reformation in Württemberg wurde das Kloster 1556 endgültig aufgehoben und dort bis 1595 eine evangelische Klosterschule eingerichtet.
Bei Renovierungsarbeiten wurde 1958 in Hohlräumen des Kreuzganges ein sensationeller Fund gemacht: Neben großen Mengen Schuhen und Gebrauchsgegenständen aus dem späten Mittelalter und der frühen Neuzeit fand man Unterrichtsmaterialien und vollständige Kleidungsstücke aus der Zeit der Klosterschule.
Die “Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg” machen die wertvollen Funde in dem neu eingerichteten Klostermuseum unter dem Titel “Mönche und Scholaren” nun erstmals dauerhaft dem Publikum zugänglich.
Die Ausstellung gliedert sich in 14 Themenkomplexe - von Glasresten über Haushaltswaren, Spiele und Lernutensilien bis hin zu Graffitis und Schmierzetteln der Schüler, die Selbstportraits, Frauengesichter und Lehrerkarikaturen zeigen.
Höhepunkt der Ausstellung sind sicherlich die Textilienfunde. Neben den Schuhen und Kleidern der Klosterschüler ist dort auch eine fast vollständige Strumpfhose mit Schamkapsel zu sehen - bisher das einzig bekannte Exemplar dieser Art. Im Rahmen der museumspädagogischen Angebote können Kinder in Reproduktionen der Kleider schlüpfen, welche die “Staatlichen Schlösser und Gärten” bei uns in Auftrag gegeben hatten.
Das Museum entspricht in seiner Gestaltung ganz den modernen Ansprüchen: die Vitrinen sind unaufdringlich in der ehemaligen Abtswohnung verteilt. Eine Fülle von Informationen wartet in Form von Wandtafeln, Infostelen und im Videoraum auf den Besucher.
Das neue Museum wurde am 2. Oktober in Gegenwart von politischer und kirchlicher Prominenz vom baden-würtembergischen Finanzminister Gerhard Stratthaus eröffnet. Am Tag darauf konnte die Bevölkerung das neue Klostermuseum im Rahmen der “offenen Klosterpforte” erstmals besichtigen.
Ein umfangreiches Rahmenprogramm gestaltete den Tag für die überaus zahlreichen Besucher wie für uns sehr kurzweilig. Leider konnten wir wegen des großen Besucherandrangs bei unserer Darstellung einer früh-neuzeitlichen Schneiderwerkstatt nur wenig vom Programm mitbekommen.
Die notwendige Gastronomie war vor den Klostermauern untergebracht, so dass der Bierausschank der (ausgezeichneten) örtlichen Brauerei und Verpflegungsstände das historische Ensemble im Inneren der Anlage nicht stören konnten.
Im wunderschönen Kreuzgang und den angrenzenden Räumen lud “Eye Witness” zu einer Reise in die wecheselvolle Geschichte des Kloster ein. Mittels First-Person-Interpretationen begegnete der Besucher dem Bruder Cellerar der Benediktiner-Mönche, dem Reformator Ambrosius Blarer, der aus dem Kloster flüchten musste; dem namentlich unbekannten Schneidermeister der Alpirsbacher Textilien und einer Magd, die Eltern dafür gewinnen wollte, ihre Kinder in die Klosterschule zu geben.
An beiden Tage sorgte das Ensemble für historische Musik “I Ciarlatani” aus Heidelberg für eine meisterliche Umrahmung mit zeitgenössischer Musik. So hatte die Gruppe erstmals ein geistliches Musikstück von Ambrosius Blarer vertont und aufgeführt. Die Zusammenarbeit mit den Live-Interpreters von “Eye Witness” war für uns eine starke Inspiration.
Das Publikum war durchweg aufgeschlossen, freundlich und neugierig. Die ruhige Klosteranlage mit der romanischen Basilika, die sorgsamen historischen Inszenierungen, das überall spürbare Bewußtsein für das historische Erbe in dem kleinen Schwarzwaldort haben den Tag für Rete Amicorum zu einer der schönsten (Besucher-)Veranstaltungen in dieser Saison gemacht.
Angahrad Beyer und Andreas Sturm
Rete Amicorum - Geschichte greifbar gemacht www.rete-amicorum.de

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Eintrag #2 vom 08. Okt. 2002 20:29 Uhr Barbara (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Barbara eine Nachricht zu schreiben.

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www.schloesser-und-gaerten.de
Viel Spaß wünscht
Barbara
magistra artium circuli amicorum

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