Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Trommelbau im Spätmittelalter

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Eintrag #1 vom 01. Jan. 2003 17:24 Uhr Christian Meier  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Christian Meier eine Nachricht zu schreiben.

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zum Bau einer “kriegs-”trommel basierend auf den abbildungen der trommeln in den schweizer bilderchroniken oder bei bosch oder div. anderen abbildungen ?? da meines wisens die originale recht dünn gesät sind (ich hab mal was von einem original-stück in schaffhausen gehört, datiert meine ich auf 1506, ich suche aber etwa 20 jahre davor) würde ich halt gern mal wissen ob schon jemand erfahrung hat mit dem bau einer trommel oder vielleicht doch irgendwann mal jemandem ein original unter die finger gekommen ist….
es geht mir vorwiegend um den aufbau des korpus, welches meiner meinung nach doch das schwierigste sein dürfte (und ich bin leider kein schreiner)sowie das am gebräuchlichsten verwendete material, wobei das definitiv holz ist, aber es gab leider nicht nur eine baumsorte in europa zu der zeit.
als nächstes wären dann die beschläge um die trommel zu tragen…..
war das jetzt zuviel ?
bei quellen dazu bitte antworten, vorschläge nehme ich auch gerne an, wenn sie denn irgendwo einigermassen belegt sind…o)
mal abwarten und selbst noch weitersuchen…..
Christian

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Eintrag #2 vom 25. Okt. 2004 16:54 Uhr Wolf Zerkowski  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Wolf Zerkowski eine Nachricht zu schreiben.

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Moin,
auch wenn hier bisher nichts gekommen ist möchte ich hier wieder Leben reinbringen.
Was mich im besonderen interessieren würde, sind Abbildungen von Trommeln im späten 15. Jhd.
Hat da zufällig Jemand etwas…ich suche mir noch einen Wolf um eine Vorlage für die Bemalung zu bekommen……;-))
Gruß Wolf
www.bauer-und-bonde.de

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Eintrag #3 vom 22. Nov. 2004 17:42 Uhr Norbert Schuller  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Norbert Schuller eine Nachricht zu schreiben.

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Ich weiß auch nicht, wie Trommeln im Mittelalter gebaut wurden, halte es aber für sehr wahrscheinlich, dass die “Bretter” aus dem Holz gespalten wurden. So hat mans nämlich auch bei der Herstellung von Sieben gemacht.
Diese Siebränder haben einen Durchmesser von bis zu 50cm bei einer Höhe von bis zu 25cm, Holzstärke bei diesen großen Sieben etwa 6-8mm. Das entspricht wohl ungefähr einer größeren Trommel. Ich habe eine Anleitung über “Verfahren, wie das Spalten des Holzes zu Siebrändern vorgenommen wird” von ca. 1845 mit erläuternden Kupferstichen. Obwohl früher Holz viel häufiger gespalten wurde als heute (Fassdauben, Dachschindeln, Haselzehen bzw. Weidenschienen in Mengen) galt speziell die Herstellung von Siebrändern als Kunst, und nur die erfahrensten Meister hatten eine Ausschussrate von unter einem Drittel.
9 Seiten handeln allein von der Auswahl des Holzes, weitere 12 Seiten vom richtigen Aufspalten der Stämme. Wenn es Dich interessiert, so schicke ich Dir gerne eine Kopie davon. Das könnte ich per e-Mail machen (wenn das mit 4,2MB funktioniert) oder per Post. Dann bräuchte ich allerdings Deine Adresse.
Liebe Grüße und alles Gute
Norbert

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Eintrag #4 vom 23. Nov. 2004 07:26 Uhr Joachim Meinicke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Joachim Meinicke eine Nachricht zu schreiben.

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Wenn ich mich an die beiden Drumkits von Tama und Sonor erinnere, die ich besaß, da waren die Trommelkörper definitiv aus EINEM gebogenen Stück Holz. Ja, ja, ich weiß, so ne Schießbude ist nichts Mittelalterliches. Aber das Lexikon des MA hört sich auch eher nach nur einem Stück an. Aber ich lasse mich gern belehren.
______
Trommel: Schon bei Isidor v. Sevilla (um 600) genannt (»symphonia«): ein ausgehöhltes Holzteil, das an beiden Enden mit einem Fell bespannt ist. Die übliche Bauform der Trommel bestand aus einer zylindr. gebogenen Holzwand, über deren eine ßffnung das Fell gespannt war, und deren andere ßffnung frei blieb. Ab dem 12. Jh. vermehren sich die Zeugnisse, in denen Flötenspieler gleichzeitig eine Trommel (afrz. tabor) anschlagen (z. B. Luttrell Psalter, London, Brit. Libr., Add. 42130, f. 164 v., um 1340). Meist werden Trommeln als »tympana« tituliert.
Tamburin (me. timbre) wurde ebenfalls »tympanum« genannt. Es wurde aus dem mittleren Orient nach Europa importiert. Das Korpus bestand aus einem rund gebogenen, mit Fell bespannten Holzrahmen. Außen am Rahmen befanden sich mehrere kleine Schellen (»cymbala«) (vgl. London, Brit. Libr., Sloane 3983, f. 13, frühes 14. Jh.).
Pauke: Pauken (ebenfalls »tympana«) haben ein kesselförmiges Korpus aus Kupfer mit nur einer ßffnung, die stets bespannt ist; sie stammen aus dem Orient und waren in Europa nicht vor dem 13. Jh. bekannt. Als Paar und in kleiner Form am Gürtel befestigt, hießen sie nach ihrem arab. Namen naqara in Frankreich seit dem 13. Jh. nacaires (Luttrell Psalter, London, Brit. Libr., Add 42130, f. 176). Die Pauken werden immer paarweise gebraucht und treten in Gemeinschaft mit den Trompeten auf. Dtl. scheint ein Zentrum der Paukenkunst gewesen zu sein. 1384 schickte Philipp v. Burgund Trommler nach Dtl., damit sie das Paukenspiel erlernten. Die Pauke wurde zu einem Symbol der Aristokratie.

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Eintrag #5 vom 23. Nov. 2004 19:19 Uhr Norbert Schuller  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Norbert Schuller eine Nachricht zu schreiben.

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Lieber Joachim
Nun, wies aussieht, sind wir da ohnehin ganz einer Meinung. Ich hab mich, glaub ich, nicht sehr verständlich ausgedrückt.
Für so große Siebränder spaltet man sich Bretter von 25cm Breite, 2m Länge und 8mm Dicke aus dem Stamm. (Nach einem schlauen System, damit man möglichst viele rausbringt.) Diese werden zu einem Kreis gebogen, mit einer gehörigen ßberlappung der Enden. An diesen ßberlappungsstellen werden schmale Schlitze eingeschnitten und die beiden Enden mittels (ebenfalls durch Spalten hergestellten) Haselzehen (7mm x 1mm x 1,5-2m) haltbar verbunden.
Um Missverständnissen vorzubeugen möchte ich aber nochmal darauf hinweisen, dass ich diese Technik nicht aus dem Mittelalter, sondern von ca. 1845 kenne, und dass sie da nicht für Trommeln, sondern für Siebränder beschrieben wird. Dass mittelalterliche Trommeln ähnlich hergestellt worden sein könnten, entstammt nur meiner Phantasie, ich halte es aber für naheliegend.
Liebe Grüße und alles Gute
Norbert

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