Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Übergang vom Französischen zum Englischen Adel in England

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Eintrag #1 vom 09. Feb. 2006 00:42 Uhr Roman Karpati   Nachricht

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Guten Abend.
Meine frage ist, wann der Adel Englands von “Normannisch-Französisch” zu Englisch wurde. Ich mache dies vorallen an Sprache und Zugehörigkeitsgefühl(sicher dies ist ein Vages Kriterium) aber auch an familiären Begebenheiten fest. So ist beispielsweise mein Kenntnisstand, dass
im 100-jährigen Krieg sich noch verwandte Franzosen gegeseitig bekämpft haben.
Dank und Gruß
Roman

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Eintrag #2 vom 09. Feb. 2006 11:35 Uhr Nikolaj Thon  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Nikolaj Thon eine Nachricht zu schreiben.

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Erstmals wird Englisch in offiziellen königlichen Dokumenten unter Edward III. an Stelle des Normannisch-Französischen (bzw. Lateinischen) gebraucht.
Man kann also wohl davon ausgehen, dass der Wechsel in der Umgangssprache auch des Adels im Wesentlichen im späten 13. und vor allem im 14. Jahrhundert vor sich gegangen ist, während vorher viele normannische Adelige kaum Englisch verstanden (bzw. gerade so viel, dass sie sich mit ihren angelsächsischen “Untertanen” notdürftig verständigen konnten).
Auch hierzu ein Beispiel: Geraldus Cambrensis, Erzdiakon von Brecon, der kurz vor 1200 mit dem Erzbischof von Canterbury Wales bereiste, um für den 3. Kreuzzug zu werden, beherrschte - außer Latein - Normanno-Französisch, auch etwas Walisisch, aber offensichtlich kein Englisch.
Und in der bis ins 13. Jahrundert reichenden walisischen Chronik der Fürsten (“Brut y Tywysogion”) werden die normannischen Gegner (einschließlich des “Königs von England”) immer als “Franzosen” bezeichnet.
Andererseits sind die “Canterbury Tales” Chaucers von der ersten Hälfte des 14. Jh. ein erstes Literaturdenkmal in Mittelenglisch.
Soweit die sprachliche Seite: Das Bewusstsein der Normannen, die sich bekanntlich selbst nie als solche bezeichneten, “Franzosen” zu sein, dürfte aber durchaus noch zu Zeiten des Hundertjährigen Krieges vorhanden gewesen sein, zumal ja die Könige sich stets auch als “rex Angliae et Franciae” betrachteten.
Mit freundl. GruЯ Nikolaj

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Eintrag #3 vom 09. Feb. 2006 13:01 Uhr Roland Schulz   Nachricht

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Hallo,
tja, Nikolaj hat es eigentlich schon auf den Punkt gebracht, dem ist nicht mehr viel hinzuzufügen.
Vielleicht nur noch eine Kleinigkeit. Es wäre vielleicht wichtig hier innerhalb des Adels zu unterscheiden. Der Kleinadel, oder die “Gentries” waren (notgedrungen) noch am ehesten sprachlich “assimiliert”, einfach aus der Notwendigkeit heraus, da sie im direkten Kontakt mit den englischen Untertanen standen.
Roman, falls dich Literatur zum Thema interessiert kannst du gern eine Mail schicken, dann schick ich dir eine Liste.
Gruß,
Roland
Leben und Handwerk
www.leben-und-handwerk.de

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Eintrag #4 vom 09. Feb. 2006 14:22 Uhr Roland Schulz   Nachricht

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Nachtrag:
Der Kleinadel, oder die “Gentries” waren (notgedrungen) noch am ehesten sprachlich “assimiliert”, und das auch schon vor dem Beginn des hundertjährigen Krieges (1336/37).
Während des hundertjährigen Krieges setzte sich mehr und mehr die Auffassung durch, daß die französiche Sprache eben “die Sprache des Feindes” sei und es entwickelte sich auch im Zuge dessen so etwas wie ein englisches “Nationalgefühl”.

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