Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Umgang mit Tieren / Tierhaltung auf Veranstaltungen

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Eintrag #1 vom 07. Mrz. 2005 11:50 Uhr Stefan Deuble  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Stefan Deuble eine Nachricht zu schreiben.

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Aus ßberlegungen aus anderen Threads heraus möchte ich das Thema aufbringen, wie man auf Veranstaltungen bitteschön mit Tieren umgehen soll, damit Tierhalter Lust haben, das Bild durch ihre Tiere abzurunden, damit die Tiere ohne Schaden über eine Veranstaltung kommen, damit die Tiere niemandem Angst machen und die Teilnehmer auch Lust haben, Tiere in ihren Lagern zu dulden.
Den Titel habe ich bewußt zweischienig gewählt, um die zu erwartenden “off-topics” gleich mit einzubinden. Mein eigener Schwerpunkt sei erst einmal ein Art “Knigge für Zivilisationsmenschen im Umgang mit dem lieben Vieh”. Ich sehe hier nämlich einen enormen Informationsbedarf, ohne irgendjemand gängeln oder irgend jemand Unfähigkeit vorwerfen zu wollen. Wer weiß, vielleicht kommt als Lösung noch ein Seminar “Marktbell - Das Tier im Szene-Alltag” dabei heraus, das von VA zu VA tourt und modernen Menschen unsere vierbeinigen und geflügelten Lieblinge nahebringt. Gefolgt von einem Kochkurs …
Stefan

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Eintrag #2 vom 07. Mrz. 2005 12:12 Uhr Stefan Deuble  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Stefan Deuble eine Nachricht zu schreiben.

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So, dann lege ich gleich los. Vieles davon profan, aber leider immer notwendig.
Grundregel, die jedem klar sein müßte:
Fremde Tiere (damit meine ich alle, die nicht im persönlichen Besitz sind) NICHT FßTTERN ohne Absprache mit dem Besitzer. Hunde werden sonst zur bettelnden Landplage erzogen, Pferde werden krank davon. Und hundertmal am Tag ein kleines Restchen Brot, von hundert verschiedenen “Tierfreunden” ist eben neunundneunzigmal zuviel und im Zweifelsfall TßDLICH. Deswegen, liebe Erwachsene, laßt es einfach bleiben, und zweitens schickt eure Kinder einfach zum Besitzer der Tiere, der kümmert sich dann um Kind, Brot und Tier.
Wenn diese Regel eingehalten wird, sowohl von Besuchern als auch von den Leuten in den Lagern, dann ist schonmal das Wichtigste geschafft.
Ein weiterer Grundsatz wäre meines Erachtens: der Weg zum Tier führt immer über den Besitzer.
Es ist mir als Pferdehalter nämlich egal, ob die Person, die gerade auf die Weide zu meinem Pferd geht, selber 10 Pferde hält und nur nachsehen will, ob mein Pferd tatsächlich einen weißen Stern auf der Stirn hat, oder ob es der Marktbäcker ist, der seine Brötchen vom Vortag loswerden will. Weil ich es den Leuten nicht ansehen kann! Und deswegen komme ich immer in Sorge, wenn mir unbekannte Personen sich um mein Tier kümmern. Beim zehnten Mal wird aus Sorge auch mal Zorn.
Ein dritter Punkt wäre: im Zweifelsfall ignorieren! Ich bringe Tiere mit, damit sie dir Darstellung bereichern und weils sie eben mit dazu gehören, nicht damit jeder Möchtegern beweisen kann, daß er auch mit Hunden umgehen kann usw. Weil sich die Möchtegerns auf Veranstaltungen leider summieren, und dann wird’s irgendwann lästig. Den wahren Tierkenner erkenne ich daran, daß er meinen Hund weder anspricht noch streichelt, wenn es dazu keine besondere Veranlassung gibt.
Und mein vierter Punkt wäre: bitte habt Mitleid! Auch Tiere haben ein Nervenkostüm, das morgens noch frisch ist und nachmittags überlastet sein kann. Hund und Pferd können jederzeit anders reagieren als zwei Stunden vorher. Und sie können keine Situation intellektuell einordnen. Laßt den Tieren Zeit und Ruhe. Und selbst der ruhevollste Tierfreund, der mit meditativem Gesumme auf der Pferdekoppel auftaucht, ist für das Tier mehr Unruhe als wenn er nicht da wäre. Es geht nicht darum, daß man sich vernünftiger und weniger zappelig verhält als der Ignorant vor zehn Minuten, sondern der weise Mann/ die weise Frau geht nicht auf den Wettbewerb ein, will nicht zeigen, daß sie mein Tier beruhigen kann, sondern läßt es einfach bleiben. Dann beruhigen sich Besitzer und Tier am schnellsten.
Das mal meine vier Cent am Anfang. Das Thema darf sich ruhig vertiefen in alle Richtungen, bis endlich der geneigte Leser weiß, was er zu tun hat, wenn das gegenerische Schaukampfpferd plötzlich in sein Schwert beißt …
Grüße,
Stefan

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Eintrag #3 vom 07. Mrz. 2005 13:00 Uhr Ameli (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ameli eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Danke!

Hallo Stefan,
danke! Du hast es kurz und prägnant auf den Punkt gebracht!
Ein Dauerbrenner in meinen Augen sind auch freilaufende Hunde. Diese ganzen “Der-tut-nix-der-will-nur-spielen” heißen dann plötzlich “Das-hat-er-noch-niiieee-gemacht” wenn es zu spät ist: wenn das Kleinkind vom stürmischen Labrador umgeworfen wurde, wenn die Küchenvorräte geplündert sind, wenn die Zelte markiert wurden, wenn die frei laufenden plötzlich an eine angeleinte läufige Hündin gekommen sind oder an einen etwas unverträglicheren deshalb angeleinten Rüden. Ich unterscheide bewußt nicht nach Besucher- und Aktivenhund.
Und noch eine Bitte an die Eltern: lassen Sie Ihre Kinder nicht unbeaufsichtigt und ohne Erlaubnis zu Tieren. Manch ein Hund nimmt seinen Lagerwachdienst sehr ernst. Und die untentwegten Kinder-über-den-Zaun-Heber (“Geh doch mal zu dem Pferdchen/Hundchen”) sollten Ihren Nachwuchs einfach mal fragen ob er das wirklich will.
Meist reicht es einem Kind nämlich, einfach in sicherem Abstand das Tier zu betrachten!
Gruß
Ameli

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Eintrag #4 vom 07. Mrz. 2005 13:30 Uhr Stephanie Winhard   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Aus praktischer Sicht

Hallo Stefan,
dem ist kaum noch etwas hinzuzufügen, deshalb möchte ich kurz auf einige Punkte eingehen, die mir, als Tierbesitzer, das Mitbringen eben jener Viecher, erleichtern. Ich beziehe mich überwiegend auf Großtiere wie Pferde, Esel, Kühe, etc.
- Fest installierte Paddocks in unmittelbarer Lagernähe, in denen die Tiere unverzüglich nach Anreise sicher geparkt werden können. Sonst gestaltet sich der Lageraufbau (besonders in der Dunkelheit und/oder bei Regen nämlich als äußerst nervenzehrend.
- Gutes Heu und Wasser in ausreichender Menge. Man schleppt schon ohne Viecher eine Menge Kram mit, mit Tieren wird´s nochmal mehr und bei Heu- bzw. Strohballen hört´s für mich dann meistens auf, noch Lust darauf zu haben, die Viecher mitzuschleppen.
- Empfehlenswert wäre auch eine große, abteilbare Wiese abseits des Geschehens, auf der die Vierbeiner zwischendurch mal Luft holen, sich abreagieren und die Nerven beruhigen können. Wäre auch schön für vierbeinige Neulinge im Hobby, schließlich ist auch für das trainierteste Pferd irgendwann die _erste_ Vernstaltung. Dort könnten sie sich das Geschehen aus (für Mensch und Tier) sicherer Entfernung ansehen, ohne gleich mittendrin zu sein.
Für mich ist es sehr wichtig, mich auf die Zusagen (zu Platz, Verfügbarkeit von Heu/Wasser, etc.) des Veranstalters verlassen zu können!
Was fremde Hunde im Paddock bei den Pferden angeht, muß ich sagen, daß ich da mittlerweile recht skrupellos bin und auf Hundenasenhöhe eine dünne E-Litze ziehe… auch Eltern reagieren oft auf den Ruf “Vorsicht, Strom!” schneller als auf “Vorsicht, der beißt” oder gar die höfliche Bitte, die Kinder doch bitte nicht auf dem Zaun herumturnen zu lassen… komische Welt *kopfschüttel*
Tiere (Hunde mal ausgenommen, davon gibt´s mehr als genug) bereichern eine Veranstaltung sicherlich, vor Allem, wenn dann noch der Einsatz dieser Tiere vorgeführt wird. Aber es ist alles in allem ein Riesenaufwand, sie auf eine VA mitzunehmen und für mich deshalb die absolute Ausnahme und dann auch nur, wenn von Veranstalterseite ein gewisses Maß an Entgegenkommen zu erzeichnen ist.
Gruß,
Steffi
AG Hochmittelalter
www.hochmittelalter.net
Villicus - Historische Landwirtschaft & Rekonstruktionen
www.villicus.de

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