Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Umhängetaschen

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Eintrag #1 vom 20. Okt. 2002 22:54 Uhr Kornelius Kusch  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Kornelius Kusch eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht wer weiss was was ich nicht weiss

Hallo ich habe mal wieder eine Frage,…
Ihr kennt doch sicherlich die Bilder der
trapezförmigen Umhängetaschen aus
der Maciejowski-Bibel. Sind solchen
oder ähnliche ev. trapezförmigen Umhängetaschen
auch für frühere Zeiträume denkbar oder gar belegt.
Der mich interessierende Zeitraum wäre wieder
Zwischen 1000 und 1150.
Für ein paar nette Infos wäre ich dankbar,…
Bis bald,…
mange tak Kornelius

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Eintrag #2 vom 21. Okt. 2002 10:32 Uhr Bernd (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Bernd eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Taschen

Hallo Kornelius,
die Taschen sind nicht nur denkbar, sondern auch belegt! Zumindest für das 12. Jhdt. Habe leider meine Literatur nicht dabei und aus dem Kopf kann ich Dir nur sagen, daß Umzeichnungen und Quellen in Gösta Dithmar-Trauth´s Gewandungsbuch stehen. Wenn ich mich recht entsinne, sind sie nicht ganz so trapezförmig und der “Deckel” ist etwas geschwungener. Falls Du das Buch nicht hast, kann ich Dir die Abb. ja mal scannen.
Eine recht gute Nähanleitung findet sich übrigens unter www.tempora-nostra.de.
Grüße, Bernd

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Eintrag #3 vom 25. Okt. 2002 10:30 Uhr Bernd (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Bernd eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht diesmal mit Belegen

Hallo Kornelius,
habe nochmal ein wenig herumgestöbert. In Gösta´s Buch habe ich folgendes gefunden: Eine Umhängetasche im Antiphonar von St. Peter zu Salzburg (ca. 1160), eine auf einer Wandmalerei im Münster von Graubünden (auch um 1160), eine auf einer spanischen Elfenbeintafel aus der 1. Hälfte des 12. Jhdts. Die beiden von 1160 haben eine fast quadratische Form mit einem halbkreis- bzw. zungenförmigen Deckel ohne Troddel. Die spanische Tasche ist reich verziert, hat eine rechteckige Form und einen rechteckigen Deckel mit zwei Troddelartigen Anhängseln. (1)
Dann habe ich noch einen elfenbeinernen Taschendeckel gesehen, von dem man annimmt, daß er zu einer Jagdtasche eines vornehmen Mannes gehört hat. Er ist reich verziert und wird ins 11. Jhdt., vermutlich byzantinisch, datiert. Die Form ist ,naja, wie soll ich sagen, “Klodeckelartig”, 13 x 14 cm. Er ähnelt Funden von verzierten Silberdeckeln aus ungarischen und wikingischen Männergräbern des späten 9. und 10. Jhdts. (2)
Natürlich ist Byzanz sehr weit weg, aber die Form ähnelt auch sehr stark einer Tasche eines Krefelder Grabfundes (Grab 2268, 17 x 18 cm, 2. Hälfte 6. bis Anfang 7. Jhdt).(3)
Es ist also anzunehmen, daß diese Form auch hier existiert hat. Leider habe ich keine Fundberichte aus dem 11. Jhdt (ist eben nicht meine Zeit …) aus diesem Raum, aber vielleicht findet sich ja noch jemand, der sich da auskennt. Die Abb. schicke ich Dir per Mail mal zu.
Grüße, Bernd


Literatur:
(1) Rüstung, Gewandung, Sachkultur - Karfunkel Verlag 1999
(2) Das Reich der Salier, Katalog zur Ausstellung des Landes Rheinl.-Pf. - Thorbecke Verlag 1992
(3) Die Franken - Wegbereiter Europas - P.v.Zabern Verlag 1996

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