@Jens: wenn der wind geht und man nicht direkt ganz neben dem feuer sitzt ist es trotz feuer kalt…
Ich will da jetz keine grundsatzdiskussion auslösen, was a ist, wieweit man gehen muss etc… ich wollte eigentlich nur wissen, welche art mantel für meine zeit und meinen stand passend wäre…
Karen hat doch nix von einem Beleg für einen Rechteckmantel geschrieben, oder?
Für mich war die Quintessenz ihrer Aussage: “Wenn dir kalt ist, häng dir halt eine Decke um. Guck mal, ich hab da sogar ein Bild aus dem 15.Jh., da machen die das offenbar genauso.”
Und ich versteh immer noch nicht, inwiefern das Bild eines Typen in einer franz. Handschrift, der sich vielleicht eine Decke umhängt, einen Rechtecksmantel im 15ten in Südösterreich belegt….
Nina schrieb von etwas, was sie als Rechteckmantel bezeichnete, und was ich als rechteckiges Stück Stoff interpretiert habe, was sie mit angenähter Schnur in eine Art Schnurmantel, halt rechteckig, verwandelt hat. So etwas ist ohne größeren Aufwand in eine simple Decke zurückzuverwandeln.
Und als so ein simples Stück Stoff, vielleicht eine Decke, würde ich auch das interpretieren, was der Typ auf dem Bild ganz rechts sich übergehängt hat. Eine extrem simple Lösung, etwas Improvisiertes mit etwas, was jemand auch zufällig besitzen kann. Und etwas, was für Nina auch in Frage kommt, weil sie die zusätzliche Wärme ja nicht bei schwerer Arbeit braucht, bei dem die Decke im Weg wäre.
Aber weil auch ich Argumentationen a la “Die waren ja auch nicht blöd, damals” nicht leiden kann, habe ich ein Beispiel dazu gebracht. Eines, das zeitlich zumindest ungefähr paßt (Datierung 1438-1442).
Vielleicht findet ja noch jemand Abbildungen, die Zeitfenster und Region genauer treffen. Bei einer so einfachen Lösung einerseits und bei einer Darstellung als Musikerin (die typischerweise auch längere Strecken zurücklegte) andererseits würde mir persönlich auch dieser Beleg reichen.
Die Anforderung “was tun wenn kalt abends am Feuer(?! warum dann am selben sitzen wenns nicht wärmt…) und ”wenns regnet" sind zwei paar Schuhe.
Grundsätzlich ist eine Decke zum Zudecken in Lagersituationen(?) oder zum Schlafen ja sinnvoll, aber die benutzt man eher weniger, wenn man im strömenden Regen draussen ist (aus welchen Grund auch immer man das tun sollte).
Du deckst dich ja auch nicht mit dem Ragencape zu oder nimmst deine Daunendecke zum Schutz vor dem Regen.
Also nur um die Lagerfeuerromantik gehts mir nicht. Ein Mantel/Umhand ist halt praktisch, und wenn schon sollte er zeitlich passen auch. Wie gesagt, der Rechtecksmantel war eine Notlösung weil ich keine Zeit mehr hatte, aber ich will mir eben einen ordentlichen machen. Und bevor ich da wieder sinnlos zeit und geld investier um danach draufzukommen, dass er absolut unpassend is, informier ich mich vorher lieber. :)
Also ich sehe eine Bilderquelle mit idealisierter Darstellung des Leben der Untertanen des Herzogs von Berry in Frankreich/Burgund des frühen 15ten Jhds, in der eine Person ein weisses igendswas um sich schlingt.
Weder sehe ich nen Rechtecksmantel, noch das Material, Gebrauch, noch gar für Deutschland und/oder das 15te insgesamt.
Die Frage ist: gehts um eine sinnvolle Notwendigkeit oder um Lauschigkeit im Zuge von Lagerfeuerromantik?
In den “Tres riches heures” des Duc de Berry, Monat Februar gibt es eine Person, die sich in irgendetwas, wahrscheinlich rechteckiges, wickelt. Das ist sozusagen die einfachste Variante, und, wie man sieht, auch in der Mitte des 15. Jahrhunderts gebräuchlich. Allerdings: Da ist offensichtlich nichts genäht, nichts befestigt. Wenns nur für abends zum Reinkuscheln sein soll, reicht das vielleicht schon.
Vielleicht findet ja auch jemand einen Link zum Bild. Oder irgendetwas ganz anderes.
Also zunächst einmal würde ich mir erlauben, für Mitte 15tes Jahrhundert einen Rechteckmantel als völlig überholt zu bezeichnen.
Und dann predige ich persönlich:
Wenn es kalt ist, dann Schichten tragen. Ziebelschalenprinzip. Sprich: ein weiteres Kleid drüber.
Umhänge (Umhänge sind zwar Mäntel, aber nicht alle Mäntel Umhänge) taugen vor allem als Decke, als Wetterschutz, oder repräsentatives Kleidungsstück.
Idealerweise empfehle ich für kalte Zeiten ein Kleid aus Wolle mit Wollfutter oder besser Plezfutter (einfachste Form: gestutztes Schaf oder Lamm). Im Gegensatz zu einem Umhang behindert das auch nicht.
Stelle eine Spielfrau Mitte 15. Jahrhundert im (heutigen) Süden ßsterreichs dar. Hab bis jetz einen simplen Rechtecksmantel aber das war so eine Notlösung a la “verdammt, an dem Wochenende wird kalt, ich brauch noch was aber hab keine zeit zu nähen”. Genauer gesagt glaube ich dass es ein rechtecksmantel ist, ist halt einfach ein rechteckiges stück wollstoff, an das ich zwei bänder zum verknoten genäht hab. ist der brauchbar (würd mich freuen, ist nämlich praktisch, weil er vorne nicht so weit runter hängt ;) )
Aber bitte jetzt nicht nach dem Motto “Oh, prima, Schnittmuster” loslegen, sondern erst recherchieren, was wirklich für Zeit und soziale Stellung passt. Da wirst Du mit dem Internet allein keine befriedigenden Ergebnisse erzielen und ohne das altmodische Fachbuch nicht auskommen … :-)
Nimms mir nicht übel, Dennis, aber es gibt hier jede Menge Themenbeiträge, die sich um das richtige Einstiegen in das Hobby drehen, und alle predigen, erst einmal eine zeitliche wie örtliche Eingrenzung zu machen, und auch bei jeder Frage- so sie denn sich nich durch eine Suche beantworten liesse- diese auch anzugeben.
So kann man mit deiner Frage leider wirklich nicht viel anfangen.
Was für ein Umhang? Für wen? Welche Zeit? Welche Region?
Und das Thema Stoffe im Allgemeinen wird hier auch schon desöfteren behandelt.
Also, bitte, guck doch vlt. erstmal noch im Forum rum, und überleg dir mal die Grundlegenden Rahmenbedindungen dessen, was Du tun möchtest.
Also ich will mich bald so orginalgetreu wie möglich einkleiden. Ich wollte nun von euch “erfahrenen” wissen welcher Stoff zu verwenden ist und ob es Schnittmuster im inet gibt.
Wenn ja würde ich mich sehr über Links freuen.
Entschuldig wenn ich mich undeutlich oder falsch ausdrücke aber dies ist meine erstes Projekt in diese richtung.