naja, missionieren ist eh sinnlos…ßnderungen und Verbesserungen kommen am ehesten durch das Vorbild. Ein Vorbild, immer mit gutem Beispiel voran…
Wenn GroMis und Steckstuhlsitzer merken, daß die anderen da drüben besser ausschauen und das “gewisse” Etwas haben, dann wirkts.
(Und dann stellt man sich selbst am besten an allererster Stelle in Frage.)
Ansonsten wirkt ganz brutal die Selektion. Wer in xy oder bei yz mitmachen will, kann das nur, wenn…diese und jene Vorraussetzungen erfüllt werden. Wer das nicht will…na bitte…und tschüß!
es ist ganz einfach: ungefragt kritisiere ich niemand. Wenn der- oder diejenige keine Fragen an mich hat, werde ich mich hüten irgendwem was zu erzählen. Wenn man mich fragt, dann kriegt der Fragende das volle Programm, das ich im Rahmen meiner Möglichkeiten bieten kann - und das kann weh tun.
Ansonsten soll jeder tun, was er will, solange er mich mein Ding machen läßt und nicht z.B den Rahmen einer Veranstaltung sprengt.
Missionieren ist für Leute, die an Profilneurose leiden.
Ich denke mal, die Schwierigkeit ist, daß nicht jeder an seine Mittelalterdarstellung die selben Maßstäbe anlegt - bzw. jeder hat einen andern Antrieb, sich in Mittelalterliche Gewandung zu schmeißen, bzw. sich Ausstattung zuzulegen.
Jene, die MA als Fun-Weekend sehen (ohne Wertung!) wirst Du nicht “überzuegen” können, daß sie sich verändern/verbessern müssen. Weil sie nun mal nicht den Antrieb haben, etwas zu verändern.
Um bildlich zu sprechen - einen klappfahrradfahrenden Camper wirst Du nicht überzeugen können, daß er einen Karbonsuperspeziallegierungsrahmen benötigt. Wozu? Seinen Ansprüchen und seinem Antrieb genügt das, was er hat.
Wie gesagt - das soll keine Wertung darstellen und ich möchte auch keine A-Debatte hier lostreten! Jeder möge nach seiner Facon glücklich werden!
Aber - wenn eben der Antreib ein anderer ist, und der Zeltnachbar andere Maßstäbe anlegt, weil er andere Ziele verfolgt, ist es schwer, zu diskutieren.
Wenn es dagegen darum geht, jemandem, der die selben Ziele verfolgt, auf einen Fehler hinzuweisen, dann helfen Heiko’s Hinweise sicher weiter.
80% Unterschied zu überbrücken sind wesentlich schwieriger als 20% zu überbrücken und zu verbessern.
Gegen das Argument “ich will nur Spaß” kommt man im Normalfall nicht an, weil man zwei völlig unterschiedliche Dinge diskutiert. Es fehlt die gemeinsame Basis.
Deshalb ist es eben auch die Frage, mit wem man diskutiert, wo, wer welchen Antrieb zu diesem Hobby hat.
Im Zweifelsfall geht man Zeitgenossen, zu denen man keine gemeinsame Basis findet, aus dem Weg, ignoriert sie, meidet entsprechende Veranstaltungen, wenn es einen zu sehr stört.
Innerhalb einer Gruppe wird das schwer - auch hier muß halt die Basis, der Antrieb stimmen. Stimmt die nicht…. Dann muß man ggf. auch getrennte Wege gehen.
Einfacher ist es, wenn man eine gemeinsame Basis, den selben Antrieb hat, es aber an der Umsetzung happert.
Dann ist Hilfe der bessere Weg als Kritik.
Prinzipiell finde ich persönlich die Frage nach einem entsprechenden “falschen” Teil angenehmer, als wenn jemand auf mich zustürmt, mit Fingern auf irgendein Ausrüstungteil zeigt “Das stimmt nicht… das ist nicht a!”
Denn damit ist man sofort in der Verteidigungsposition - und dann will man auch keine konstruktive Hilfe mehr, man ist in Abwehrhaltung. Also lieber offen und interessiert als angreifend auf den Gegenüber eingehen.
Auch dazu stehen, daß man selber nicht perfekt ist, bzw. daß man auch nicht bei 100% angefangen hat. Eigene Fehler einzugestehen hilft, Sympathien zu gewinnnen und “menschlich” zu wirken, nicht “übermenschlich”.
Dann nicht nur kritisieren, sondern auch positive Dinge am Gegenüber loben. “Das …. ist aber sehr schön… da steckt sicher viel Arbeit drin… das paßt aber nicht so gut dazu….” hört sich besser an als “DAS ist un-a!” - Patsch.
Und - zum Schluß mein Lieblingstipp :))
Immer mal nach unten schauen, ob die eigenen Füße noch auf dem Boden stehen. Denn wenn man den Boden unter den Füßen verloren hat, und 10cm über der Grasnarbe schwebt, hat man wohl vergessen, wie man selber mal angefangen hat. ;))
Meinem Vorredner bleibt kaum etwas hinzuzufügen, deshalb gehe ich auf Deien Einstiegsfrage ein.
Ich finde es für den Einstieg gar nicht so schlecht zu fragen was sie darstellen.
Du solltest nur solche Worte wie “ßhm”, und “eigentlich” weglassen.
Wenn Dann noch Deine Mimik und Intonation mit Deiner Aktion übereinstimmt, nämlich das es Dich wirklich interessiert was sie machen, dann sollte da nichts schief gehen.
Aus der Antwort kansnst Du dann mit großer Sicherheit ersehen wo Dein Gegenüber vom Entwicklungsstand her steht und dementsprechend Abschätzen ob Interesse an dem besteht was Du machst oder nicht.
Wenn Ihr Euch beide ungezwungen darüber unterhaltet was ihr macht und dabei den Gedanken dem Anderen Zeigen zu wollen wie toll das ist was man macht nicht zu viel Spielraum gebt, dann sollte beim Gegenüber auch nicht das Gefühl aufkommen missioniert zu werden.
Naja, zu dem Thema “Konfliktbewältigung” halte ich manchmal Seminare ab! >;o)
Hier mal einige Stichworte die Dir etwas dabei helfen könnten wie man strategisch Klug in einem “Kritikgespräch” vorgeht:
1. ßberlege vorher immer: Ist die geplante Austragung eines bestimmten Konfliktes überhaupt sinnvoll? Stehen Aktionsaufwand und (evtl) Konflikterfolg in vernünftiger Relation. Welche Risiken birgt ein negativer Ausgang? Wie sicher und berechtigt ist die eigene Position? Stehst Du wirklich hinter dem was Du sagst bzw tust?
2. Unterliege nie der Versuchung einen Konfliktpartner aufgrund optischer Ersteindrücke zu unterschätzen⇒ reduzierung der eigenen wachsamkeit und wehrbereitschaft. Ein Erfolg wird unwahrscheinlich wenn der Konfliktpartner ihren ßberlegenheitsdünkel spürt.
3. Um überflüssiger Gereiztheit vorzubeugen sage Dir im vorfeld: “Ich bin nicht das Mass aller Dinge. Es ist durchaus möglich das ich dazulernen muss. Es ist völlig legitim Dinge anders zu sehen als ich.”
Diese selbstrelativierung mässigt Deinen evtl. Geltungsanspruch und damit Deine Konfliktneigung.
4.Ist Dir auf anhieb jemand unsympathisch, so gebe ihmn einen sympathievorschuss ⇒ eigene Antipathie fürhrt meist zu gleichgelagerter Reaktion beim Gegenüber. Umgekehrt das gleiche: Spürst DU jemandes Antipathie, so behandel ihn möglichst ungezwungen freundlich ⇒ So könntest Du erreichen das sein anfängliches Bild ins wanken gerät.
Weiter in Stichworten:
⇒Das Problem offen Ansprechen:
a) Beschreiben der Situation ohne zu beschuldigen!
b) Beschreiben wie die Situation auf Dich wirkt (evtl. Gefühle, eindrücke usw)!
c) Konsequenzen aus der Situation beschreiben!
d) Wünsche formullieren!
⇒ Sei sachlich!
⇒ Hilfe anbieten, aber nicht aufdrängen!
⇒ Neutrale ßrtlichkeit!
⇒ evtl. Spielregeln vorher Vereinbaren!
⇒ Rechne damit das Du selber “kritisiert” wirst, dann nehme dieses Kritik dankbar auf, aber verteidige Dich nicht!
⇒ Gehe nicht auf “Ausreden” ein, denn man kann für alles und jedes eine Ausrede erfinden!
Zu der Fachlichen Geschichte:
⇒ Sei Fachlich sicher!!
⇒ Beweise Deine Aussage mit Belegen, Fotos, Bildern und so weiter.
Es geht um das Miteinander und den Gedankenausstausch auf einem Event.
Je weiter man als Reenacter kommt, desto größer ist nicht nur der Anspruch an sich selbst, historisch so korrekt wie möglich zu sein, sondern auch an andere.
Ich komme gerade von Rabenstein und unsere Nachbarn gegenüber waren eher düstere Fantasy - Darsteller, denen ich gerne mehr über das Schöne einer echten Mittelalterdarstellung erzählt hätte.
Das Problem ist dabei oft das Auftreten des “Missionars”.
Aus eigenener Erfahrung weiß ich, wie verletztend und anmaßend es rüber kommen kann, wenn man abschätzden als Einleitung gefragt wird: “ßhm, was stellt Ihr denn eigentlich dar?”
Auch innerhalb der Gruppe kann der Anspruch zu Spannungen führen, und ich kennen viele Gruppen, die im Streit darüber auseinander gegangen sind und nur Verbitterung hinterlassen haben.
Also, jetzt sind alle Psychologen und Menschenkenner gefragt:
Wie spreche ich das Streitthema “A” richtig an, sowohl gruppenintern als auch bei anderen?