Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Vermittlung von Vergangenheit – Gelebte Geschichte als Dialog von Wissenschaft, Darstellung und Rezeption

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Eintrag #17 vom 08. Jul. 2009 13:12 Uhr Oliver (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Oliver eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Wieso vertreten lassen!

„Für die LH-Szene müsst ihr selbst entscheiden, ob ihr die angereisten Darsteller_innen als Vertreter_innen akzeptiert. Ich würde es tun, denn es sind sehr gute und engagierte Leute, die für eure Sache gestritten haben. Wer sie nicht akzeptiert, darf nun jedoch nicht darüber jammern, sondern sich nur ärgern, dass er oder sie sich und die eigene Sache nicht selbst vertreten hat.“
NEIN!
Ich fühle mich nicht vertreten von den Teilnehmern aus dem LH!
Wenn ich einige Teilnehmer an der Veranstaltung schätze, muss ich bei anderen sagen, das ich diesen kein Stück über den Weg traue!
Ärgern tue ich mich dennoch nicht.
Ich vertrete keine Gruppe oder ähnliches und suche auch keine Kontakte um Dienstleistungen anzubieten. Nur ein paar Vorträge hätte ich hören wollen, aber da kann man im Tagungsband auch nachschauen.
Aber was ich bis jetzt gehört und gelesen habe gab es nicht so viel Neues.

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Eintrag #16 vom 08. Jul. 2009 10:47 Uhr Roman Grabolle  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Roman Grabolle eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Andreas,
Deine Frage ist meines Erachtens falsch gestellt:
> welche Relevanz hat sie ausserhalb der Mauern in der sie Stattgefunden hat?
Es hat vor allem ganz beträchtliche Relevanz innerhalb der Mauern! Die Tagung fand immerhin im Rheinischen Landesmuseum Bonn, dem größten Museum des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR), statt. Das ist, um in Deinem Bild zu bleiben, keine Wiese in Hintertupfingen, sondern wenn schon ein Hochhaus in Brüssel gleich neben dem Europäischen Parlament. Die Teilnehmer_innen waren keine oberbayerischen Milchbauern, sondern – ich bleibe auch hier dabei - Europaabgeordnete, deren Mitarbeiterinnen, Sprecherinnen verschiedener großer Organisationen und bisweilen auch der eine oder andere Lobbyist (in eigener Sache).
Es war eine Veranstaltung der DASV, DGUF, GNAA und WSVA in Zusammenarbeit mit dem LVR LandesMuseum Bonn – einigen der wichtigsten und größten Fachverbände in Deutschland. Für wichtige archäologische (Freilicht-) Museen und Verbände sind Vertreter dabei gewesen, z.B. – und ohne darin nun eine Reihung nach der Bedeutung zu sehen - :
- Dachverband archäologischer Studierendenvertretungen (DASV) e.V. mit mehr oder weniger komplettem Vorstand und vielen Leuten mehr – als Ausrichter der Tagung
- Deutsche Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte (DGUF) e.V. www.dguf.de , mit Birthe Haak, Stellvertreterin, und Dr. Christian Möller. Stellvertreter des Vorsitzenden, und dem Ex-Vorsitzenden und jetzigem Beiratsmitglied Dr. Gerhard Ermischer
- Römisch-Germanisches Zentralmuseum Mainz (web.rgzm.de ), Dr. Antje Kluge-Pinsker
- Pfahlbaumuseum Unteruhldingen (www.pfahlbauten.de ), Dr. Gunter Schöbel
- Deutsches Archäologisches Institut Berlin ( www.dainst.de ), Dr. Patricia Rahemipour
- Museum in der „Alten Schule“ Efringen-Kirchen (www.foerderkreis-museum.de ), Dr. Maren Siegmann
- Neanderthal-Museum Mettmann ( www.neanderthal.de )
- und andere mehr …
Für die LH-Szene müsst ihr selbst entscheiden, ob ihr die angereisten Darsteller_innen als Vertreter_innen akzeptiert. Ich würde es tun, denn es sind sehr gute und engagierte Leute, die für eure Sache gestritten haben. Wer sie nicht akzeptiert, darf nun jedoch nicht darüber jammern, sondern sich nur ärgern, dass er oder sie sich und die eigene Sache nicht selbst vertreten hat.
> weil das Problem ist, daß es entweder keine zentralen Entscheidungsträger gibt, oder diese nicht eingebunden sind.
Es gibt keine zentralen Entscheidungsträger, weder für die archäologischen und historischen Museen noch für die LH-Szene – und das ist gut so! Aber es gibt sozusagen Leitinstitutionen, an denen sich andere, kleinere Häuser orientieren, und von denen waren einige vor Ort.
> Was für (realistische) Ziele ergeben sich daraus in der Zukunft für die Museums und LH- Szene in Deutschland?
Meine persönliche Einschätzung:
- ein engerer Kontakt, eine bessere Kommunikation, ein möglichst beständiger Austausch, eine Zusammenarbeit
- mittelfristig die Schaffung einer gemeinsamen Plattform (im realen Leben und online), auf der solche Kontakte gebündelt werden
- Verschiebung des Hauptaugenmerks für die an einer Zusammenarbeit mit Museen interessierten LH-Gruppen weg vom großen A hin zu Aspekten der Vermittlung von Wissen (didaktische Konzepte, pädagogische Umsetzung etc.)
- darf ergänzt werden …
Grüße
Roman

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Eintrag #15 vom 08. Jul. 2009 07:40 Uhr Timm (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Timm eine Nachricht zu schreiben.

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Moin Andreas,
da ists wohl ein bißchen so wie mit den Wahlen,
wer nicht hingeht, sollte sich nicht über die Politik der nächsten vier Jahre beklagen… ;o)
Und wenn nicht so anfangen wie mit diesem Treffen, wie dann?
Gruß,
Timm

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Eintrag #14 vom 08. Jul. 2009 06:48 Uhr Andreas Pilz   Nachricht

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Hallo Roman,
ich hoffe du mißverstehst mich da nicht. Ich möchte solche Ansätze bloß nicht schlecht reden, ich begrüße sie im Gegenteil. Nur frage ich mich immer wieder “Was will diese Werbesendung uns Sagen” oder welche Relevanz hat sie ausserhalb der Mauern in der sie Stattgefunden hat.
Um es mal überspitzt zu plakatieren: In Hintertupfingen können sich gerne ein paar Milchbauern treffen und lang und breit Diskutieren, ändern an der Agrarpolitik der EU wird es rein gar nichts.
Und so sehe ich es oft mit diesen Treffen: Es werden gerne Reden geschwungen, sich gegenseitig Bebauchpinselt, daß man ja zu der guten Seite der Macht gehört und was bewirkt es? Sowohl auf lange, als auf kurze Sicht rein gar nichts, weil das Problem ist, daß es entweder keine zentralen Entscheidungsträger gibt, oder diese nicht eingebunden sind.
Um es kurz zu fassen, würde mich am meisten interessieren: Was für (realistische) Ziele ergeben sich daraus in der Zukunft für die Museums und LH- Szene in Deutschland?

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Eintrag #13 vom 08. Jul. 2009 00:05 Uhr Thorsten (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Thorsten eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Nur ein kurzes Dankeschön ...

Wollte mich auf diesem Wege nur kurz bei allen bedanken, die recht ausführlich Ihre Erfahrungen bei diesem Symposium mitgeteilt haben. Mir war es leider aus beruflichen Gründen kurzfristig nicht möglich zu kommen. Deshalb weiß ich den Aufwand, denn die diversen Threadbeiträge, Blogs, PDFs und was auch immer verursachen sehr zu schätzen.
Ich kann von meiner entfernten Warte aus schlecht beurteilen, wieviel die drei Tage per se “gebracht” haben. Doch scheinen zumindest einmal die verschiedenen Gruppen miteinander gesprochen zu haben und das ist meiner Erfahrung nach schon einmal viel wert.
ICh werde diese Diskussion mit Sicherheit weiterhin mit viel Interesse beobachten und mich hoffentlich auch mal aktiv beteiligen - wobei ich mir manchmal bei dem Fragenkatalog auch noch den Punkt “Sozialkompetenz” wünschen würde ;).
Bis denn
Thorsten

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Eintrag #12 vom 07. Jul. 2009 19:24 Uhr Roman Grabolle  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Roman Grabolle eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Zu zwei Vorträgen der Tagung

Ergänzend zu dem Tagungsbericht unter lunula.twoday.net/stories/5806791 hier noch einige Notizen zu zwei Vorträgen, die mir besonders wichtig waren und daher auch etwas ausführlicher mitnotiert wurden:
“Die strafbare Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen gem. §86a StGb? und der Ausnahmetatbestand”
Staatsanwältin Eva Nicola Schulz, Staatsanwaltschaft Bonn. Sie ist seit ca. fünf Jahren mit politischen Straftaten, extrem rechter und linker Symbolik und Volksverhetzung beschäftigt.
Als wohl bekanntestes Zeichen nahm das Hakenkreuz einen breiten Raum in ihrem Vortrag ein. Sie stellte klar, dass das Hakenkreuz stets ein Kennzeichen einer verfassungswidrigen, d.h. in dem Falle einer ehemaligen nationalsozialistischen Organisation nach § 86a StGB ist. Für den Kennzeichenbegriff ist der Kontext der Verwendung nicht von Bedeutung. de.wikipedia.org/[…]/Kennzeichen_verfassungswidrig[…]
Allerdings ist die Verwendung nicht immer strafbar, denn es gilt die sogenannte “Sozialadäquanzklausel” im § 86. Darunter fallen Handlungen der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger Bestrebungen, der Kunst oder der Wissenschaft, der Forschung oder der Lehre, der Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens oder der Geschichte oder ähnlicher Zwecke (Abs. 3 i. V. m. § 86 Abs. 3 StGB). Ebenso ist das Verwenden nicht strafbar, wenn “der unbefangene Beobachter eine Ablehnung der NS-Ideologie erkennen kann”.
Es folgten vier Beispiele für den Umgang mit Hakenkreuzen in der bisherigen Rechtssprechung.
Fall 1) Im Antiquitätenhandel tauchte ein Schmuckstück mit einem kleinen Hakenkreuz auf. Dessen Ausstellung und Verkauf wurde vom Gericht als sozialadäquat angesehen, da das kunsthandwerkliche Stück nur Rahmen des Handels gezeigt wurde und unter die Freiheit der Kunst fällt.
Fall 2) Es wurden Uniformen mit NS-Emblemen auf einer Auktion angeboten und dafür ausgestellt. Auch dies wurde angezeigt und von dem zuständigen Gericht für sozialadäquat befunden, da sich die Auktion an informierte Kunden, insbesondere Museen und seriöse Sammler, richtete und somit als im weitesten Sinne wissenschaftliche Veranstaltung gelten kann. Es handelte sich im eine kurzfristige Ausstellung und eine Weiterverwendung für wissenschaftliche Zwecke.
Bei den folgenden Fällen wurde dagegen keine "Sozialadäquanz“ gesehen und entsprechend ein Verstoß gegen § 86a: Fall 3) Flugzeugnachbildung der Luftwaffe, Fall 4) ein Hakenkreuz auf einer Schallplatte und Fall 5) ein Flugzeugmodell mit Hakenkreuz.
Es folgte die kurze Schilderung weiterer vergleichbarer Fälle etwa zu FDJ-Hemden oder Abzeichen und zu einer Kunstaufführung, bei der sich Teile des Publikums nach einem von dem Künstler entbotenen Hitlergruß zur Nachahmung hinreißen ließen und dafür verknackt wurden – nicht aber der Künstler.
Hingewiesen wurde außerdem auf die Entscheidung des für Staatsschutzstrafsachen zuständigen 3. Strafsenats des Bundesgerichtshofs von Oktober/November 2008, wonach das isolierte Verwenden eines stilisierten Keltenkreuzes - die Darstellung eines gleichschenkligen Balkenkreuzes, um dessen Schnittpunkt ein Ring gelegt - grundsätzlich strafbar ist.
Gerade im Bereich der LH besteht aber durch bislang noch fehlende Urteile weiterhin eine gewisse Rechtsunsicherheit.
In der anschließenden Diskussion wurde unter anderem nach Tätowierungen wie etwa dem Hakenkreuz oder dem bekannten SS-Leitspruch gefragt, die in der Öffentlichkeit selbstverständlich abzudecken sind. Desweiteren ging es um die Präsentation einer originalen Hakenkreuz-Fibel, wobei Frau Schulz hier selbstverständlich keine Rechtsberatung geben durfte und darauf verwies, dass unterschiedliche Gerichte auch unterschiedliche Ansichten dazu haben können. Letzteres dürfte im Sinne der Freiheit der Wissenschaft aber eher unproblematisch sein, was bei Repliken bereits wieder nur begrenzt gilt.
Wichtig für die Entscheidung über die Sozialadäquanz ist offenbar immer der Kontext, in dem das Symbol gezeigt wird sowie die Größe und Art der Öffentlichkeit, in der dies geschieht. Einheitliche Normen dafür gibt es jedoch nicht, auch keine Grundsatzentscheidungen als Referenz.
“Geschichte dramatisch nachbessern?”
Prof. Dr. W. Hochbruck, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, präsentierte einige Teil- und Zwischenergebnisse des laufenden DFG-Forschungsprojektes 875 „Historische Lebenswelten in populären Wissenskulturen der Gegenwart“ portal.uni-freiburg.de/historische-lebenswelten
Er nannte eine Reihe von Problemfeldern im Kontaktbereich der LH-Szene mit Museen, von denen ich mir leider nur die ersten drei notieren konnte:
1.) zu lange, zu starke Konzentration einseitig auf „Authentizität“ bei gleichzeitiger Vernachlässigung etwa der Inhalte, des Zwecks und der pädagogischen Umsetzung der Darstellung
2.) Verkettung von Bekanntschaften vs. Qualitätsgarantie
3.) didaktische Ausrichtung vs. „Verschnullerung“ der Inhalte
Er wies besonders auf das „Problem der zirkulären Selbstauthentifizierung“ in der LH-Szene hin. Auch wenn bislang nicht geklärt ist, ob die Qualitätsgarantie durch eigene, unabhängige Plattformen oder eine gemeinsame Plattform für LH und Museum gegeben werden sollte, ist er sich doch sicher, dass es eine oder mehrere solcher Plattformen geben muss.
Wesentlich sind für ihn vier Grundkategorien, die auch schon Katrin in ihrer Zusammenfassung genannt hat.
- Fachwissen
- materielle Qualität
- pädagogisches Konzept und didaktische Ausrichtung
- schauspielerische Befähigung
Diese können unterschiedlich verteilt sein, sollen aber ausreichend vorhanden sein. Fehlt eine dieser Grundkategorien völlig oder ist nicht ausreichend vorhanden, dürfte eine LH-Gruppe nicht für den Einsatz in einem Museum geeignet sein.
Abschließend stellte er einen möglichen Fragenkatalog vor, der selbstverständlich nicht das gesamte Hobby umfasst, sondern nur im Umfeld von Museen gelten kann:
A. Kurzvorstellung und Organisationsform (Epoche, Personenzahl der Gruppe etc.)
B. Historisches Fachwissen
C. Materielle Ausstattung („A“)
D. Pädagogischer Ansatz
E. Didaktisches Konzept und Dramaturgie
F. Schauspielerische Fähigkeiten
G. Referenzen
In der anschließenden Diskussion sorgte vor allem seine weite Definition von „Schauspiel“ für erhebliche Verwirrung, die nach meinem Dafürhalten auch nicht völlig ausgeräumt werden konnte.

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Eintrag #11 vom 07. Jul. 2009 15:51 Uhr Roman Grabolle  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Roman Grabolle eine Nachricht zu schreiben.

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> Wenn ich ehrlich bin, frage mich oft, was solche Symposien bringen sollen.
Was sollen Tagungen überhaupt bringen? Es gibt Bücher, Telefon, emails, Mailinglisten, Diskussionsforen. Warum sich da noch persönlich treffen? …. . Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir die in Bonn im Plenum und den AGs erreichten Ergebnisse ohne den persönlichen Kontakt und das gemeinsame Diskutieren vor Ort entweder gar nicht erreicht hätten oder nach zwei Jahren mit ermüdenden, sich ständig wiederholenden Debatten, eigenartigen Einwürfen, zeitweiser Resignation mehrerer Teilnehmer_innen … etc.
Man kann immer und überall sagen, warum habt ihr nicht noch dies und das besprochen und da etwas dazu gesagt. Besonders gut kann man das, wenn man selbst nicht vor Ort war und gar nicht weiß, was in drei Tagen alles im Einzelnen diskutiert wurde, sondern seine Meinungen aufgrund erster kurzer Tagungsberichte bildet.
> Ich finde es immer wieder verwunderlich, wenn in Museen Rekonstruktionen ausgestellt
> werden, deren Qualität weit entfernt ist von denen, entsprechend guter Darsteller.
Keine Frage, schlechte Rekonstruktionen gibt es und sie sind kein Ruhmesblatt für die Museen. Aber ist das wirklich das Hauptproblem deutscher Museen? Ist nicht vielmehr die – in Bonn recht ausführlich diskutierte – Frage, welche Funktion archäologische und historische Museen in unserer Gesellschaft überhaupt haben. Warum stellen wir was wie aus? Wozu dienen Rekonstruktionen, sei es nun auf Anziehpupen oder an Darsteller_innen?
> Solange die Museumslandschaft in dt. selbst eine sehr inhomogene Gruppe ist, wird ein
> Dialog mit einer anderen sehr inhomogenen Gruppe (den LHlern) sehr schwer und wohl
> kaum viele Früchte tragen,
Hmm, welche Konsequenzen zieht diese Feststellung jetzt nach sich? Schnurstracks gleichschalten oder aber nichts machen und weiterwurschteln? Wenn es in absehbarer Zeit ein Dutzend interessierte und engagierte Archäologiemuseen gibt, die sich für die Angebote, Wünsche und Probleme von einem Dutzend guter LH-Gruppen und –Einzelpersonen interessieren, sich gegenseitig kennen, schätzen und austauschen – wem nutzt das schon?
> ausser das die Anwesenden vielleicht eine schöne Zeit gehabt haben und im Nachhinein
> sich auf die Schulter klopfen können “wir waren dabei”.
Herzlichsten Dank, jetzt weiß ich endlich, warum ich 600 km hin und wieder zurück durch unsere Republik gegurkt bin. Und warum vergleichsweise wenige Darsteller_innen teilgenommen haben. Die wenigen sind genauso blöd, naiv und egoistisch wie ich. (Das geht nicht an alle die, die zwar Interesse hatten, aber aus welchen Gründen auch immer verhindert und anderswo beschäftigt waren.)

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Eintrag #10 vom 07. Jul. 2009 15:02 Uhr Radi (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Radi eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Andreas (Pilz),
die Punkte, die Du anreißt, waren wichtige Themen auf der Tagung…….
Mit besten Grüßen
Radi

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Eintrag #9 vom 07. Jul. 2009 14:28 Uhr Andreas Pilz   Nachricht

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Wenn ich ehrlich bin, frage mich oft, was solche Symposien bringen sollen. Bevor über LH und Museen nachgedacht wird, sollte meiner Meinung nach ein schlüssiges Gesamtkonzept (am besten sogar verpflichtendes) für die Qualität an öffentlichen Museen vorhanden sein.
Ich finde es immer wieder verwunderlich, wenn in Museen Rekonstruktionen ausgestellt werden, deren Qualität weit entfernt ist von denen, entsprechend guter Darsteller.
Oder wenn es als Museumspädagogik verkauft wird, wenn irgendeine billige studentische Kraft Kindern ein verzinktes Kettenhemd anziehen lässt und dazu ein paar auswendig gelernte (und inhaltlich falsche) Sätze runterseiert.
Grundsätzlich sind solche Dialoge eigentlich sehr Wünschenswert, auch die Überlegung, wie ein Museum vielleicht ambitionierten Darstellern im Austausch auch entgegen kommen kann (als Darsteller ist es oft sehr schwer an entsprechende Regionale Informationen zu kommen, wenn das örtliche Museum keine entsprechende Ausrichtung hat).
Solange die Museumslandschaft in dt. selbst eine sehr inhomogene Gruppe ist, wird ein Dialog mit einer anderen sehr inhomogenen Gruppe (den LHlern) sehr schwer und wohl kaum viele Früchte tragen, ausser das die Anwesenden vielleicht eine schöne Zeit gehabt haben und im Nachhinein sich auf die Schulter klopfen können “wir waren dabei”.

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Eintrag #8 vom 07. Jul. 2009 14:14 Uhr Jens (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jens eine Nachricht zu schreiben.

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Ganz ehrlich, ich lese da das übliche “da müssen Profis ran” (ich weiss, am besten solche, die damit Geld verdienen, gelle?) raus,
und der letzte Absatz regt mich doch sehr zum Schmunzeln an:
“middlemen of happiness”
Himmel, Museen sollen immer noch Geschichte vermitteln, wer Seelsorge will, soll in die Kirche gehen.
Insgesamt niedliche Folie, aber am Ende des Tages steht doch wieder nur ein Mensch im Kostüm vor dem Publikum,redet und zeigt Dinge, während das Interesse dessen irgendwo zwischen den Gedanken ans Mittagessen und echter Faszination schwankt, je nach Person.
Wenn wir mal soweit sind, dass wirklich nur die Dinge, die in dieser Folie stehen, die Probleme von LH im Museum darstellen, dann sind wir verdammt weit gekommen. Und vermutlich ettliche hundert Jahre vergangen.

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Eintrag #7 vom 07. Jul. 2009 13:26 Uhr Andreas Sturm  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Andreas Sturm eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo,
nur als kleine Ergänzung. Ich habe den Hand-out, der die wichtigstens Punkte meines Vortrages zusammenfasst, als PDF zum Download bereitgestellt:
www.rete-amicorum.de/publikationen/Handout_Bonn.pdf
Beste Grüße,
Andreas

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Eintrag #6 vom 06. Jul. 2009 22:37 Uhr Roman Grabolle  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Roman Grabolle eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Und wie war es nun?

Ultrakurzzusammenfassung und Dank von mir:
Es war sowohl wissenschaftlich interessant und produktiv als auch insgesamt eine sehr nette und angenehme Tagung. Besonders mit den Ergebnissen der AG Gesellschaft, an der ich teilgenommen habe, bin ich sehr zufrieden. Es gab konstruktive Diskussionen, auch wenn wir nicht immer einer Meinung waren. Manch eigenartiges Vorurteil löste sich ganz einfach dadurch in Luft auf, dass man mal miteinander gesprochen hat anstatt nur übereinander.
Vielen Dank zum einen an den DASV für die Spitzen-Organisation und zum anderen an die teilnehmenden Darsteller_innen, von denen zwei anderen und mir Obdach in Bonn und lange Vor- und Nachbereitungsgespräche zur Tagung am großen runden Küchentisch boten.
Die Tagungsbeiträge und die Ergebnisse der vier Arbeitsgruppen sollen veröffentlich werden.
Wesentlich inhaltsreicher ist diese Zusammenfassung:
Tagung “Vermittlung von Vergangenheit – Gelebte Geschichte als Dialog von Wissenschaft, Darstellung und Rezeption” vom 3.-5.07.2009 in Bonn im Rheinischen Landesmuseum
Vermittlung von Vergangenheit - Teil I: Kurzbericht
lunula.twoday.net/stories/5806791

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Eintrag #5 vom 16. Apr. 2009 10:25 Uhr Wolfgang Ritter  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Wolfgang Ritter eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht @Frank Koppe

Wer arbeitet jetzt mit Linksextremisten zusammen? Der DASV e.V.? Das Landesmuseum Bonn? Oder sind das die Linksextremisten? Oder Roman Grabolle? Oder wer? Oder kann es einfach auch nur so sein, dass Du nicht so ganz bei Dir bist und einfach mal so ein bisschen unreflektiert daherschwadronierst? Wo genau kann man eigentlich den Studiengang Rabulistik belegen.?

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Eintrag #4 vom 16. Apr. 2009 09:01 Uhr Lars-Christoph Klein  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Lars-Christoph Klein eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Linksextremisten?

Um ganz ehrlich zu sein: Ich kann bei beiden Veranstaltungen keine Linksextremisten erkennen - es sei denn, man sieht alles das als linksextremistisch an, was nicht rechts des Heimatvertriebenenflügels der CSU steht.
Dass ein Veranstalter sich vorbehält, Personen, welche für z.B. antisemitische Äußerungen bekannt sind, auszuschließen, ist sein Hausrecht und dient nicht der Verhinderung einer offenen Diskussion, sondern gerade dazu, eine solche Diskussion zu ermöglichen, ohne dass Rechtsextremisten sie zu Propagandazwecken missbrauchen oder systematisch stören.
Die angeblichen Linksextremisten bei der in diesem Thread besprochenen Veranstaltungen sind mir noch schleierhafter. Geht es Herrn Koppe um die Beteiligung des Dachverbandes archäologischer Studierendenvertretungen? Klar, Studenten sind immer linksradikal.
Und selbst wenn sie es wären: Wer sich über Ausschlussklauseln gegen Rechtsradikale aufregt, sollte nicht den Ausschluss von Linken fordern. Es sei denn natürlich, ihm geht es gar nicht um eine offene Diskussion. Wohin es führt, wenn man die deutsche Geschichtsschreibung zum Privileg einer bestimmten politischen oder weltanschaulichen Richtung erklären will, haben wir gerade in der deutschen Geschichte oft genug gesehen (oder könnten es sehen, wenn wir den Blick auf sie nicht mit ideologischen Filtern verstellten). Und wie Deutschland zehn Jahre nach dem Ausschluss als “links” angesehener Wissenschaftler aus dem Forschungsbetrieb aussah, wissen wir auch. Vielleicht sollte man daraus für die Zukunft lernen.
In diesem Sinne:
Venceremos!
L.

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Eintrag #3 vom 16. Apr. 2009 00:03 Uhr Roman Grabolle  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Roman Grabolle eine Nachricht zu schreiben.

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Sehr geehrter Herr Koppe,
über Ihren ersten Beitrag unter [Taverne, Thread: Tagung am 3.7.2009 im RGM Köln: Die Erfindung der Deutschen] konnte ich ja noch schmunzeln. Der erklärt sich glaube ich auch gut selbst, wenn man sich nur kurz die Liste der Referent_innen und die beiden veranstaltenden Institutionen anschaut.
Da Sie sich nun aber auch über andere Threads ausbreiten und mich (“der Poster”) offenbar der “Zusammenarbeit mit Linksextremisten” bezichtigen und aufgrund von zwei Veranstaltungsankündigungen als “fragwürdig” abdisqualifizieren, bitte ich Sie, diese Anschuldigung in einer Mail - meine Adresse läßt sich hier finden - zu belegen oder sich öffentlich zu entschuldigen. Sollte Ihnen das nicht gelingen, überlege ich mir, ob und welche Konsequenzen ich daraus ziehe.
Mit freundlichen Grüßen
Roman Grabolle

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Eintrag #2 vom 15. Apr. 2009 23:42 Uhr Frank (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Frank eine Nachricht zu schreiben.

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Wer sich selbst als Ziel setzt:
“authentische Rekonstruktion unserer Geschichte und eine wissenschaftliche Interpretation unserer Geschichtsbilder”
Sollte nicht mit Linksextremisten zusammen arbeiten…
Daher ist der Poster fragwürdig.

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Eintrag #1 vom 15. Apr. 2009 23:09 Uhr Roman Grabolle  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Roman Grabolle eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Tagung vom 03.-05. Juli 2009 im LVR-LandesMuseum Bonn

“Vermittlung von Vergangenheit – Gelebte Geschichte als Dialog von Wissenschaft, Darstellung und Rezeption”
vom 03.-05. Juli 2009 im LVR-LandesMuseum Bonn
www.dasv-ev.org/cgi-bin/wiki.pl/tagung
Im Rahmen dieser Tagung wollen die Veranstalter mit VertreterInnen aus Museen und Universitäten sowie Medien und Reenactment / Living History über die verschiedenen Ansätze der Wissensvermittlung und das durch sie transportierte Geschichtsbild diskutieren. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, welche Methoden und Konzepte bei der Präsentation historischer Verhältnisse aus pädagogischer, wissenschaftlicher und darstellerischer Sicht für den Konsumenten überzeugend und für den Anbieter realisierbar sind.
Denn lediglich eine authentische Rekonstruktion unserer Geschichte und eine wissenschaftliche Interpretation unserer Geschichtsbilder kann für alle Grundlage einer modernen und anspruchsvollen Vermittlung von Vergangenheit sein.
Einführungstext zur Tagung
www.dasv-ev.org/cgi-bin/wiki.pl/tagungseinleitung
InfoFolder zur Tagung
www.dasv-ev.org/cgi-bin/wiki.pl/[…]/folder_klein.p[…]
Vorläufiges Programm
www.dasv-ev.org/cgi-bin/wiki.pl/tagungspogramm
Die Tagung wird in vier thematische Module geteilt sein:
Modul Darstellung
Modul Wissenschaft
Modul Qualität
Modul Gesellschaft
Die Anmeldung zur Tagung ist ab sofort möglich. Folgen Sie diesem Link:
www.dasv-ev.org/cgi-bin/wiki.pl/tagunganmeldung
Für das Tagungswochenende steht ein Sonderkontingent von Hotelplätzen zur Verfügung. → Hier gehts zum Angebot.
Diese Tagung ist eine gemeinsame Veranstaltung folgender Verbände/Institutionen:
West- und Süddeutscher Verband für Altertumsforschung
Gesellschaft für Naturwissenschaftliche Archäologie / Archäometrie
Deutsche Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte
Dachverband Archäologischer Studierendenvertretungen
in Zusammenarbeit mit dem LVR-LandesMuseum Bonn
Vorläufiges Programm der Tagung
Freitag, den 3. Juli 2009:
10.00: Tagungsbüro öffnet
14.00: Begrüßung der TeilnehmerInnen?
14.30: Impulsreferate zu den Modulen Darstellung, Wissenschaft & Qualität mit anschließender Diskussion
19.00: Abendvortrag
20.00: Abendempfang
Samstag, den 4. Juli 2009:
9.00: Impulsreferate zum Modul Gesellschaft mit anschließender Diskussion; danach Konstituierung der Module
12.00: Mittagspause
13.00: Beginn der Nachmittagssitzung
Sonntag, den 5. Juli 2009:
9:00: Abschlusssitzungen der Module
12.00: Plenum mit Vorstellung der Ergebnisse
und Abschlussdiskussion
14.00: Ausstellung

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