und bitte in Ergänzung zu dem, was Ihr schon gesagt habt,
Musiker, die auf stimmigen Instrumenten stimmige Musik machen! *Schleichwerbung verkneife ich mir* g*
Und nicht Möchtegerne-CC-InEx-Billigkopisten, die 25mal den Bärentanz in der 83ten Variation mit viel Sackpfeifen und noch mehr Trommeln runterdudeln und sonst kein Repertoire haben! Und sich dann noch für “äscht middelalderlisch” halten…
Ein “oeffentliches Event” muss nicht gleich ein “kommerzielles Event” sein!
Und es waere nicht schlecht, wenn man sich auch mal davon trennen wuerde, dass ein solches Event auch immer Fressbuden und dergleichen haben muss.
Und wenn die nicht dabei sind, entfaellt auch der Krieg mit den Hygienebestimmungen, die Notwendigkeit Strom und fliessend Wasser auf dem Platz zu haben und last but not least Probleme mit Betrunkenen.
Moeglicherweise wird’s dann keine Grossveranstaltung, aber muss das ueberhaupt sein?
“Welche Darstellungen oder Darbietungen soll eine (H)MA-Veranstaltung enthalten, um dieser Beschreibung gerecht werden zu können ??? ”
Ich kann Dir jedenfalls sagen, was sie nicht enthalten darf:
ßbliche Marktbuden
ßbliche Schaukampfaufführungen
ßbliche “Herolde”, Narren, Musiker usw,, die voll einen auf Markt-MA machen, sich dabei noch tierisch gut fühlen, da das Publikum über diesen Schrott, den sie produzieren, auch noch applaudiert, lacht, und genau das als Rechtfertigung für den Mist anführen, den sie da vorführen. Unterhaltung muß nicht lächerlich sein!!!
Und wünschen tue ich mir vor allen Dingen:
K O N S E Q U E N Z:
Verdammt, wenn HMA drauf steht, dann haben frühere und spätere Epochen da NICHTS zu suchen. Kam doch neulich ein Wiki-Besucher auf der Durchreise zu mir und sagte: Diese HMA-Veranstaltung hier ist ja ganz nett, aber weißt Du, was ich richtig daneben finde, daß sich hier wieder lauter Wikis rumtreiben, die haben hier nichts zu suchen.
Und wenn es eine anspruchsvolle (H)MA Veranstaltung sein soll, dann haben alle Fuzzie-Gruppen vom Platz zu fliegen, bzw. gar nicht erst eingeladen zu werden. Wie ich es hasse, wenn wir mit der Gruppe den Leuten was über MA erzählen/vorführen und keine 10 m weiter lungern da so ein paar ichkannalleepochengleichzeitigamkörpertragen-Sitzritter rum und bieten genau das Gegenteil von dem, was wir den Leuten gerade erklärten.
Verdammt, verdammt. Ich reg mich schon wieder auf.
Und ich will Händler und Handwerker, die wirklich Dinge/Handwerke aus der entsprechenden Epoche anbieten/vorführen und halt nicht nur “Dinge” (mit Fühlern).
So. Nun wissen wir alle, daß es diese Konsequenz auf kommerziellen Veranstaltungen nicht geben KANN. Punkt. Die Konsequenz aus dieser Tatsache muß ein jeder für sich selbst ziehen. Es gibt Alternativen! Aber bitte hört auf zu heulen, daß die Märkte so mies sind, die werden nämlich IMMER Disneyland bleiben.
HMA Veranstaltung nicht gleich Markt!!!!! Kapiert?
Bei gar nicht mal so wenigen, der ßffentlichkeit zugängigen Events spielt die Frage der Finanzierbarkeit eine nicht unwesentliche Rolle.
Der Idealfall wäre natürlich :
- Finanzierung durch Mittel aus öffentlicher Trägerschaft wie Kommunen, Städte usw.
- Volle Unterstützung durch die Gemeinde, vor Ort ansässige Vereine etc.
- Verzicht der öffentlichen Hand, Helfer usw. auf Gebühren und Beiträge
Na dann viel Spaß bei der Suche nach dem Veranstaltungsparadies …
Die Realität sieht wesentlich anders aus; es entstehen nämlich mitunter horrende Kosten für :
1. Werbung, also Zeitung, Plakate, Flyer, evtl. Radio
2. Infrastruktur, also Versorgung mit Frischwasser, Abwasser, Toiletten, Müllabfuhr, Strom (nein, es geht nicht ohne Kühlung in Taverne und Garbräterei), Brennholz, Stroh
3. Verkehrssicherung, also Verkehrsregelung, Absperrungen, Parkplätze, Ordnungsdienst, evtl. Shuttletransfer
4. Sicherheit, wie beispielsweise Feuerwehr, Rettungsdienst, evtl. Wachdienst
5. Gebühren wie Marktgenehmigung, Schankkonzessionen, Ausnahmegenehmigung zur Umgehung der gesetzlich vorgeschriebenen Ladenöffnungszeiten (beispielsweise Sonntags), Veranstalterhaftpflichtversicherung
Somit entsteht also bereits ein immenser Kostenfaktor, ohne daß der Veranstalter auch nur einen einzigen Künstler, vorführenden Handwerker oder beispielsweise ein Reiterturnier gebucht hat oder beispielsweise Kassen- oder sonstige Helfer berücksichtigt wurden.
Ja, es soll tatsächlich Veranstaltungen geben, welche bis ins letzte Detail hinein gründlich supportet werden; angefangen von den Verwaltungsbehörden bis hin zur freiwilligen Feuerwehr … wenn ihr welche kennt, umso besser … dererlei Wunder blieben mir leider bislang verborgen !
Was ich allerdings durchaus bestätigen kann ist, daß es genügend Veranstaltungen gibt, bei denen der Kostenfaktor allein für die oben beschriebenen Punkte in einem satten fünfstelligen Bereich liegt - und daran wird sich so lange nichts ändern bis sich Veranstalter aus öffentlicher Trägerschaft der Tatsache bewußt werden, daß Kultur nun einmal Geld kostet und kommerzielle Hollywood-Mittelalter-Veranstalter endlich einmal gründlich auf die Nase fallen.
Und zum eigentlichen Thema :
Ich wünsche mir, daß sich jede auch nur halbwegs brauchbare Gruppe mal von ihrem Egotrip befreit und den Abzocker-Veranstaltern den Mittelfinger zeigt. Erst wenn das passiert können wir langsam daran denken, unsere qualitativen Ansprüche an MA-Events eine Raste höher zu schrauben und ein ganz klein wenig “A” auf den Wunschzettel zu packen.
Ich frage mich grade ganz spontan, woher denn das immer wieder bejammerte Finanzierungsproblem kommen soll….
Ad 1.)
Authentische Händler:
Ich (und viele andere wohl auch) würden sich dumm und dusselig kaufen, wenn man mal wirklich wie oben angesprochen, ohne zig Quellenbücher in Hinterkopf, quasie auf VERTRAUEN weitesgehend authentische Ware kaufen könnte.
Ad 2.)
Sanitäre Anlagen/Platzmiete etc:
Hm, komischerweise gab/gibt es Events, auf denen keinerlei Händler Geld in die Kassen des Veranstalters leiten, die paar anwesenden Händler kommen als Teil einer Gruppe (z.B. Tannenberg oder damals Mellnau) und trotzdem gabs Toiletten usw.
Also, geht doch.
Ad 3.)
Weitere Kosten:
Gut, bei öffentliche VAs fällt der San-Dienst an. Läßt sich auch glücklicherweise nicht umgehen.
Was dann noch bleibt wären die Gagen der Darsteller/Gaukler/Ritter und wasauchimmer….
Nunja, dazu kann ich nur ein sagen:
Entweder ist man dann bereit, zugunsten einer wirklich guten VA auf die Gage zu verzichten bzw. sie sehr klein zu halten (z.B. Tannenberg und Mellnau kostete mich Geld, Archeon zahlt bei großen Festen eine Bezinpauschale) oder ich huldige dem großen Gott Kommerz und suche mir meine volle Gage eben auf Standartmärkten mit Holzfensterschmuck, Dinkelkissen und Ritterwurst.
Dann hört aber bitte auf zu greinen, wenn die VA unter sowas begraben wird.
Fazit:
Eine solche VA ist theoretisch möglich, das Geld steht nicht wirklich im Weg.
Im Sinne der Sache müßten dann eben alle Beteiligten damit rechnen, ihr Hobby auch mal selbst finanzieren zu müssen. (Uh oh, welch Gedanke… Nur zu Anmerkung: Ich habe 12 Jahre Handball gespielt. Sportschuhe, Fahrten jedes WE durch halb Hessen, Zubehör, uva. Alles aus eigener Tasche. Eintrittsgelder für Tuniere gingen wenn es sie gab, dann für die Platzpflege drauf. Gut, Trikots wurden mal gesponsort.)
Woran es aber meiner Meinung nach wirklich scheitern wird sind zwei Dinge:
Ad 1.)
Die Beschicker:
Wenn ich alle mir bekannten historisch korrekt ausgerüsteten Beschicker zusammenzähle, kreige ich mit Ach und Krach einen kleinen Markt zustande.
Und der hat dann noch nichtmal ein Zeitfenster.
Mit Zeitfenster (egal, wohin) kann ich die Leuts bei mir im Garten aufbauen lassen.
Ad 2.)
Die Gruppen/Darsteller etc:
Langer Rede, kurzer Sinn, lest euch die ganzen ‘a’-Debatten hier durch, dazu muß man nichtmehr viel sagen.
Endgültiges Fazit:
Bleiben nur zwei Möglichkeiten:
Ad 1.)
Klein anfangen.
Gruppen nach eigener Kenntniss einladen, spart faule Kompromisse.
Ad 2.)
International spielen.
Bleibt das selbe Prinzip wie bei 1.), erhöht allerdings die Auswahlmenge.
Andere Chancen sehe ich mit dieser ‘Szene’ in absehbarer Zeit nicht.
Mal abgesehen von den bereits unten aufgeführten logistischen “Selbstverständlichkeiten” möchte ich doch einwenden, das der Veranstalter das ganze auch noch finanzieren können muß und auch die teilnehmenden Händler genug verkaufen können müssen damit sich die Aktion überhaupt lohnt. Insofern halte ich eine Reduzierung auf authentisches HMA für komerzielle Veranstaltungen schwierig. Hilfreich wäre sicher eine Trennung wie vorgeschlagen in Volksfest Bereich (nicht selten sind ja gastronomische Betriebe oder Brauereien u.ä. Mitsponsor und -veranstalter) und historischen Bereich. Dann hat das Volk was zu schlampampen und kann Riddä gucken ohne das sich die Akteure blöd vorkommen weil sie in handgenähter Klamotte am Kühlwagen vorbeidackeln.
Letztlich ist nämlich gerade ein öffentlicher Markt umsatzabhängig. Das heißt: Wer gute Leistungen des Veranstalters, die dieser ja auch bezahlen muß, und Aufwandsentschädigung haben will muß warscheinlich Zuugeständnisse an den Kommerz machen. Ich denke, es ist durchaus möglich Veranstalter gerade in dieser Hinsicht zu sensibilisieren und die Volksfestspreu vom Mittelalterweizen zu trennen.
Eine umfassende soziokulturelle Darstellung, angefangen mit einer authentischen Alltagsdarstellung des “EINFACHEN”, auch daß man Handeln und die Handlungsmotivation erkennt.
Ein reines Vorführen der Sachkultur (die natürlich perfekt sein muß) wird auf Dauer langweilig.
Die Akteure sollen ihre Zeit kennen und wie die Menschen dachten, miteinander lebten, was ihr Handeln bestimmte (Religiosität, Herrschaftsverhältnisse, Gebräuche des Alltags, Festtagsbräuche usf.).
Ich würde mich bei HMA - Veranstaltungen über WORKSHOPS für Gäste freuen, kleine Gruppen, in denen systematisch sach- und soziokulturelles Wissen vermittelt wird.
Ich selbst bringe ja ein paar Brocken des Mittelhochdeutsch zusammen, es reicht allerdings nicht zu einer “normalen” Konversation. Mal abgesehen davon, daß einen der/die Gegenüber verstehen muß, und andersherum ebenso.
Sich in “echtem” (überlieferten) Mittelhochdeutsch zu unterhalten, dürfte demnach LEIDER kaum machbar sein *schniefff*
Das mit der feineren Sprache könnte eine “Lösung” sein; allerdings betrifft das dann eher Adel und Geistlichkeit. Du wirst mir sicher recht geben, daß ein Bauer oder einfacher Handwerker, der derart fein spricht, schon etwas eigenartig ‘rüberkommt, oder?
Was allerdings nichts damit zu tun hat, gegenüber den “Höheren” auch eine entsprechend höfliche - d.h. nicht pöbelhafte - Sprache anzuschlagen.
wenn irgend möglich, die Chance auch mit dem PKW bis fast vor den Eingang zu fahren (unter Vorlage des Behindertenausweises selbstverständlich). In aller Regel sind die Straßenposten einsichtig und erlauben die Weiterfahrt, aber eine quasi offizielle Regelung wäre mir lieber als jedem den Behindertenausweis unter die Nase halten zu müssen.
Sitzgelegenheiten!
Ein buntes Angebot an abwechslungsreichen Ständen. Also mehrere Fressbuden, interessante Verkaufsstände mit einem themenspezifischen Angebot.
Achtung, Geschäftsidee: es fehlen Anbieter von nicht-Alkoholischen Getränken! Met, Bier und Wein gibt es bis zum Abwinken, aber mal ne Saftbar (feine Obstsäfte aus Outremer *g*) gibt es nicht.
Bitte KEIN, (K-E-I-N ! ! ! ) Marktsprech!!!! Das ist dermaßen nervend und peinlich, das es mich nur abätzt.
Als Teilnehmer:
saubere WCs, vernünftigen Lagerplatz. Möglichst in der fließend Wasser. Duschen muss nicht, genanntes Wasser reicht.
Generell:
mehr ´Rollen-Spiel`. Wer als Ritter auftritt, soll auch so spielen und auch so behandelt werden, ebenso entsprechend die anderen Charas. Wenn ich zB mit Dame und in feinster Gewandung - und sei es nur als Besucher- erscheine, ist es für alle viel schöner, wenn eine entsprechende Interaktion stattfindet. Zudem würde ich mir generell eine etwas feinere Sprache, NEIN KEIN MARKTSPRECH!! wünschen. Vorbildcharakter haben hier für mich amerikanische SCA-Events.
Egal für welchen Zeitraum würde ich mir als “Konsument” wünschen, daß bei den angebotenen Waren was als “historisch” ausgezeichnet ist, auch ein belegbares Vorbild hat.
Nur ein Beispiel: In letzter Zeit ist es ja Mode, alle möglichen Kleinbronzen selbst herzustellen und klein-klein “szeneintern” feilzubieten (wobei der Szenemythos, daß solche Ware damit automatisch gut ist, sich ja nah wie vor größter Beliebtheit erfreut). Ich habe so schon so manche “Replik” erleben dürfen, bei der entweder der Wunsch der Vater des Gedanken war oder die Grundphilosophie “Hauptsache selbstgemacht, und man kann rudimentär die Vorlage noch erkennen”.
Auch die “historischen” Keramik- und Schmiedeeisenwaren, die man so angeboten bekommt, sind legion.
Für mich brächen paradiesische Zeiten an, wenn man unbesehen “historisch shoppen” könnte, ohne ständig dreißig Bücher im Hinterkopf haben zu müssen, um die Spreu vom Weizen trennen zu können.
So, wie sich´s darstellt, bastle ich aber derzeit lieber selbst, weil das effektiv den Arbeitsaufwand kleinhält und Enttäuschungen verhindert, auch, wenn´s im Zeifel immer was länger dauert.
Gruß
Ivo,
der, falls er hiermit zu weit off topic geraten ist, eventuelle weitere Diskussion gerne per E-Mail weiterführt
Hier ist es mir einfach wichtig, daß sich tatsächlich alles um das Jahr 1156/1191/1288/1305/1450 etc. dreht. Als Veranstalter hat man mittlerweile die Auswahl dafür. Auch sollte sich ein Veranstalter über´s MA kundig machen oder sich einen Kenner zur Seite holen. Würde ich z. B. einfach mal so ein Afrikafestival organisieren wollen, würde es peinlich werden für mich ;o)
Wäre schön, wenn Veranstalter nicht nur mit EU-Zeichen in den Augen und im Hirn umherlaufen würden, sondern auch ihr Augenmerk auf die Belange der Darsteller und Besucher richten täte
Die besten Events sind jene, die von M´lern für MAler gemacht werden.
Es hat in den letzten Jahren hier etlichen Diskussionen über die perfekte Veranstaltung/den perfekten Markt gegeben. Tatsächlich wurde einiges bewegt und auch möglich gemacht. Bei mir haben sich mit der Zeit und auch durch sehr viele Erfahrungen, sowohl hiesig als auch in Ausland, die Vorstellungen, Wünsche und Traumziele verändert. Einige klar definierte Punkte sind gebleiben:
Als Teilnehmer wünsche ich mir:
Gute Vorbereitung: Verträge, Anfahrtskizzen, Notfallnummer etc.
Auf dem Platz: Saubere Sanitärbereiche, Fahrzeugparkplatz (bewacht?), einen guten Aufbauplatz (ohne Schotter etc, es sei denn man weiß vorher davon….)
Sanitäter vor Ort
Wasserversorgung, Brennholz, Stroh (?)
Nachtwache durch Wach- und Schließdienst
Umzäuntes Gelände
Festgefügte Auftrittszeiten
Pünktliche Zahlung einer eventuellen Aufwandsentschädigung
Zuletzt (für mich sehr wichtig): Nette Leute und eine gute Stimmung unter den Aktiven!
Für die Veranstaltung:
Angemessenes Eintrittsgeld, mit Kinder, Rentner etc. Ermäßigung
Eine sachliche Ankündigung und angemessene Werbung (entsprechend auf die Art der Veranstaltung angepasst)
Die Verpflegung für die Besucher räumlich getrennt und Lebensmittelrechtlich einwandfrei. Das trennt den “Volksfestteil” von den (Schlaf-)Zelten. Desweiteren nimmt man so faule Kompromisse wie Rittersuppe etc. aus dem Rennen und hat die Möglichkeit lokale Anbieter einzubinden (Kuchen vom Landfrauenbund etc.) Auf dem eigentlichen Platz/Museumsgelände/Burgruine etc wird kein Strom usw. gebraucht, z.B.
Kindersammelstelle, Rotkreuz oder andere Rettungsanbieter vor Ort
Turniere und Kampfschau nur bei sicherem Platz! Sonst lieber absagen………..!
Für den Veranstalter
Fundierte Vorfeldarbeit!
Festgelegter Zeitrahmen oder Zeitschiene
Genaue Angaben in den Verträgen, einschließlich der Konsequenzen bei nicht Einhaltung
Nur Gruppen auf persönliche Einladung, nicht auf Treu und Glauben
Der Veranstalter sollte sich mit den entsprechenden Möglichkeiten eingehend informieren, am besten einen Auftritt ansehen. Viele Leute garantieren nicht unbedingt viel Erfolg….. Qualität und Quantität…….
Unbeliebt, sogar bei Preussen-Darstellern: auf Disziplin achten, sowohl bei Anspruch wie auch im der Leistung….
Ich interessiere mich primaer fuer Handwerk, deshalb nur was dazu.
Fuer Besucher ist es wichtig, moeglichst viel von dem dargestellten Handwerk zu sehen, d.h. moeglichst vollstaendige Produktionsablaeufe.
Da ist es besonders aergerlich, wenn z. B. der Toepfer nur Produkte zum Verkauf mitbringt, aber nicht vorfuehrt.
Sehr erfreulich ist dagegen, wenn vor Ort gebrannt und auch mal fuer heutige Verhaeltnisse Ungewoehnliches wie reduzierender Brand gezeigt wird.
Ich moechte dazu mal aus dem Reglement einer Veranstaltung, die ich diesen Sommer besucht habe, zitieren:
“Waren, die zum Verkauf angeboten werden, muessen in einem direkten Bezug zum dargestellten Handwerk stehen. Der Verkauf darf nicht ueber die Handwerkstaetigkeit in der Werkstatt dominieren.”
Das reduziert den moeglichen Kreis der Teilnehmer zwar fast ausschliesslich auf Hobbyisten, aber das muss ja nicht schlechte Handwerksqualitaet bedeuten.
Ausserdem finde ich es wichtig, moeglichst viele Produkte nach historischen Vorbildern aus der dargestellten Zeit zu machen.
Es ist irgendwie unpassend, wenn ein Toepfer auf einer HMA-Veranstaltung moderne Kaffeepoette herstellt/anbietet oder mit sichtbar modernen Glasuren (am schlimmsten: Effektglasuren, brrr!) arbeitet. Auch kann man oft feststellen, dass die Kenntnisse der Toepfer von historischer Produktionsweise nicht ueber die Handhabung der fussgetriebenen Drehscheibe hinausreichen.
Was ich mir an der Stelle wuensche, sind fundierte Kenntnisse ueber den historischen Formenschatz und die entsprechenden Produktionsablaeufe.
Das alles gilt natuerlich nicht nur fuer Toepfer - ich hab’ mich nur daran aufgehangen, weil ich mich da am besten auskenne.
Die Veranstaltungsteilnehmer sollten ihrer Zeit und ihrem Stand entsprechende Kleidung tragen (wie weiter unten schon angesprochen).
Eher ein Wunsch als eine Anforderung ist die Darstellung geschlossener Produktionsketten, wie z.B.:
Der Bronzegiesser giesst die Guertelschnalle, der Schmied macht den Dorn dran und dann macht der Guertler den Guertel und montiert das Ganze.
ich fange mal einfach ganz zwanglos an mit den Dingen, die mich persönlich eher stören ;o)
Lager von Gruppen, die nicht ins HMA gehören, haben hier eigtl. nichts zu suchen: Römer, Wikis, burgundische Ritter in Platte etc.
Wobei ich grundsätzlich NICHTS gegen solche Gruppen habe; sie gehören nur eben nicht ins HMA!
Darstellung entsprechend der Zeit: auch wenn man selbst nichts mit Kirche und Christentum am Hut hat, so gibt es Heiden damals nur noch im Baltikum… und der philosophische Atheismus ist halt noch nicht erfunden.
Dementsprechend sind heidnische Ritter, Ritter gegen das Christentum ebenso fehl am Platze wie Mönche, die keine entsprechende Erwiderung auf die Formel DOMINUS/PAX VOBISCUM auf Lager haben…
Und um gleich ein weiteres Gegen-Argument zu entkräften: selbst wer im HMA davon überzeugt war, daß Geistliche i.w.S. eigentlich Heuchler und Spielverderber seien, wußte sich dennoch ihnen gegenüber zu benehmen; provokante Schmährufe gegen Mönche und Ordensritter erlaubten sich nur die allergrößten Rüpel der Stadt/des Dorfes/des Landstrichs.
Auch im HMA gab es nicht nur Adlige; ein Lager mit 25 Rittern und 2 Knappen ist unglaubwürdig und vermittelt zudem ein falsches Bild.
Mir fällt sicherlich während der nächsten Tage noch mehr ein, aber ich denke, das reicht erst mal.
Ich hab mich ja schon geoutet im Lüdinghausen-Thread. Aber trotzdem will ich hier die Chance nutzen, um meinen Standpunkt festzulegen.
Erwartet werden kann:
-Belegte oder über “Experimentelle Archäologie” als dringend möglich eingestufete Kleidung!
-Standgestaltung und Warensortiment der Zeit und der Gegend gemäß, die Händler sollten ihrer Ware gemäß gekleidet sein, auch der Stand sollte dem entsprechen. Ein Töpfer kann nicht genauso aufwendig gekelidet sein und einen so verzierten Stand haben, wie zum Beispiel ein Edelsteinhändler oder jemand, der “orientalische” Waren verkauft
-Wenn möglich, so sollten die Zelte und Behausungen schon denselben Kriterien entsprechen wie oben, ist aber immer eine Frage der Kosten!
-Bei Vorführungen wie Turnieren geht Sicherheit und Gesundheit vor! Sachen, die sich nicht vermeiden lassen (Plastikflaschen etc.) sollten geschickt kaschiert werden!
-“Marktmittelhochdeutsch” find ich doof, da keiner weiss, was er wirklich sagt. Viele Sachen sind lustig, aber wenn man auf Spass münzt, so sollte das auch erkennbar sein und nicht als “A” hingestellt werden.
-Die Anreden untereinander können standgemäß sein. Ich als Spilman kann nicht duzen, da ich in der Hackordnung ganz unten stehe. Ein Händler oder gar der Burgvogt sollte mich aber auch nicht siezen!
-Publikum geht erst dann mit, wenn der Spassfaktor und die Begeisterung der Aktiven erkennbar ist: Alles muß im Rahmen bleiben!
Der Thread über die Veranstaltung in Lüdinghausen veranlasst mich zu der ßberlegung, was man überhaupt von solch einer Veranstaltung erwarten kann (und was nicht).
Darin geht es zwar überwiegend um Burg und Ritter, aber nicht nur. Ich zitiere mal auszugsweise:
“… Ganz wesentlich für alle historischen Darsteller ist es, den Besuchern ein möglichst authentisches Bild des Hohen Mittelalters zu vermitteln … So bietet sich immer wieder die Gelegenheit, … spannende Einblicke in die Alltagswelt des Mittelalters zu bekommen.”
Welche Darstellungen oder Darbietungen soll eine (H)MA-Veranstaltung enthalten, um dieser Beschreibung gerecht werden zu können ???
Ich möchte damit keine Fehden entfachen, sondern wirklich Eure Meinungen hören, als Veranstalter, als Teilnehmer, als Besucher. Wir müssen uns auch nicht einig werden oder versuchen, einander zu überzeugen. Unterschiedliche Ansichten können friedlich nebeneinander stehen … ;-)