das mit Thor beim Thursenkönig (verkleidet als Freya) wurde ja bereits erwähnt. Insofern nur eine kleine Ergänzung aus meiner ßbersetzung:
Der verkleidete Thor verlangte vor der Vermählung den Hammer als Geschenk vom Thursen. Der ließ ihn seiner “Braut” in den Schoß legen um die Macht über den besiegten Asen zu demonstrieren. Als der Hammer wieder bei seinem ursprünglichen Besitzer war löste Thor die Hochzeitsfeier mit Hilfe Mjölnirs rasch und gewaltsam auf.
Es wurde (wie gesagt in meiner ßbersetzung) somit kein Ritual beschrieben sondern vielmehr eine List Thors (unter Mithilfe Lokis und Heimdalls) Mjölnir aus den Händen Thryms, des Thursenkönigs wiederzuholen.
Zitat aus dem Thrymlied:
Vers 30:
Da sagte Thrym,
der Thursen König:
“Bringt den Hammer,
die Braut zu weihn!
Leget Mjöllnir
der Maid in den Schoß!
Mit der Hand der War
weiht uns zusammen!”
In den Anmerkungen steht gleichzeitig zu Zeile 3-6:
“Diese Zeremonie ist sonst nicht bekannt, … begründet es der Dichter, daß der Hammer vor der Entlarvung des Betrugs in Thors Hand kommt”
Die Edda, Eugen Diedrichs Verlag, München 1981 (ISBN 3-424-01380-3)
Zum Thema Adler als Darstellung Odins bitte Vorsicht! Die Franken hatten sehr viele Adlerfibeln. Dies lässt sich (je nach Fundlage) auch in christliche (arianische!) Richtung einsortieren!
mit Odin wird ein Zeichen aus 3 verschlungenen Dreiecken (3*3=9) in Verbindung gebracht. Es kann auch aus 3 Kreisbogen, 3 Trinkhörnern, 3 gebogenen Pfeilen u.s.w. gebildet werden. Dieses Zeichen wird in Norwegen Valsknoten genannt. Ich kenne es allerdings nur von diversen Bildsteinen und einigen Schnitzereien und nicht als Schmuckstück.
Desweiteren gibt es ein ganzes Arsenal von Miniaturwaffen, die man aber nur interpetatorisch einen bestimmten Gott zuordnen kann, z.B. einen Ger zu Odin, eine Axt zu Thor. Ob diese Zuweisung richtig ist, oder ob dies Waffen überhaupt etwas mit den Göttern zutun haben, kann man bezweifeln. Besonders da Waffen geweihte Gegenstände sein können und so auch ohne Zuordnung zu einen bestimmten Gott für heilig und machtvoll gehalten wurden.
inzwischen ist mir ein Thorshammer aus dem Kreis Wolfenbüttel untergekommen.
Dieser datiert sich ins 8.Jahrhundert und sieht meiner Meinung eher aus, wie ein indianisches Kriegsbeil.
Eine rechteckige Platte ist in einer Art Stab geklemmt. Im Gegensatz zu den Nordischen Hämmern ist der Hammerkopf nicht unten, sondern laut Abbildung zu 2/3 oben im Schaft. Der Anhänger sieht aus wie gegossen, aus welchem Material ist dem Text leider nicht zu entnehmen
Zu sehen ist dieser im Buch von Wolf-Dieter Steinmetz: Ostfalen im 8. Jahrhundert; ISBN 3-929439-78-6
Bei unserem letztem Dänemarkaufenthalt waren wir unter anderem in Hobro in einem Wikingerdorf. Dort trugen die Frauen Steine die in Silber oder Bronce gefaßt waren. Es waren Versteinerungen aus dem Meer, fast rund und mit regelmäßigen Punkten versehen.
Eine Frau die zum Museeum gehörte erklärte uns, das diese Versteinerung entstünden wenn Thor seinen Blitz in das Meer schleudert. Dieser Stein soll die Trägerin den Schutz vor Blitz und Donner gewären. Er gehört in dieser Region Dänemarks auf jedenfall zur Gewandung.
also dqas mit der Unfruchtbarkeit? Ich habe das nur mal gehört. Ich habe zwar schon Teile der Edda gelesen bzw INTERPRETATIONEN, die hatten allerdings nichts mit dem Hammer Thors zu tun. War wohl ne andere Stelle. Aber schon seh interessant mit dem Ritual des Thorshammer.
wie Sylvia schon sagte kenne ich z.B. aus Birka auch kein männliches Grab mit figürlichen Amuletten oder Glasperlen, das schien eine reine Frauensache gewesen zu sein. Ob Männer in der Wikingerzeit ihre Heilszeichen auch an Waffen oder anderen Ausrüstungsgegenständen trugen, wie es in der römischen Kaiserzeit gefunden wurde, weiß ich im Augenblick nicht.
Der Thorshammer wurde erst nach Aufkommen des Christentums als religiöses Unterscheidungsymbol getragen.
Es gibt Halsringe mit undefinierbaren Anhängern die scheinbar Heilsträger in irgendeiner Form waren, aber heute nicht mehr nachvollziehbar einem Gott zuzuordnen sind. Ob diese von, Männern oder Frauen getragen wurden oder eine Erscheinung späterer Zeit waren, weiß ich im Augenblick nicht genau.
In der Eddastelle wird die Braut mit dem Hammer Mjölnir geweiht, der ein Atribut des Gottes Thor ist, und er wird ihr anschließend oder als Bestandteil der Weihe in den Schoß gelegt. Ob diese Stelle allerdings ein authentisches Ritual beschreibt, kann man anzweifeln. Der mächtige Hammer wurde Thor im Schlaf von einem Riesen gestohlen. Als Auslöse verlangt er von den Göttern Freya zur Braut, diese weigert sich. So wird Thor als Braut verkleidet und zum Thursen geschickt. Unter diesen Umständen könnte es einfach ein notwendiges Detail der Geschichte sein. Vor allen, da diese Lied nicht das älteste zu sein scheint.
Ich kenn die edda zwar nicht auswendig, daher kann ich hier einem irrtum unterliegen aber der braut wird zur hochzeit ein hammer in den schoß gelegt - ich kann mir nicht vorstellen, daß das passiert um sie unfruchtbar zu machen…
die edda ist erstens auch keine “bibel” und zweitens wird sie, je nach übersetzung in total verschiedener art und weise ausgelegt.
wenn du die stelle rausfindes in der das stehen soll, dann vergleiche mal verschieden übersetzungen. oder mach das einfach mal so - du wirst echt erstaunt sein wie viele verschiedene arten es gibt zb freyas “bösen wind” zu interpretieren *g*
wie gesagt - was die leute glaubten kann dir wohl keiner genau sagen. da ist das meiste interpretation.
So, nach reichlicher Sichtung meiner wenigen Bücher, habe ich doch noch was gefunden.
Im Wesentlichen habe ich mich an den Deutschsprachigen Raum gehalten (mit Ausnahme des Helmes), ohne zwischen Sachsen, Alemannen, Langobarden…usw zu unterscheiden, Hauptsache noch nicht christlich.
Grobe Zeit 400-800 AD:
Im deutschsprachigen Raum sind mir keine Funde von Thorshämmern bekannt.
(Nicht berücksichtigt Haithabu) Wer Funde kennt bitte angeben.
Donaramulette; konische und pyramidenförmige Beinanhänger, welche als Fruchtbarkeitssymbole und zur Unglücksabwehr dienten. Es sind keine antropomorphen Darstellungen, sowie auch keine “Thorshammerähnlichen” Amulette.
Fibeln; oft mit Tierdarstellungen wie dem Eber, welche dem Gott Freyr zugeordnet werden.
(Ein Eber, Gullinborsti, zieht den Wagen von Freyr)
In Krefeld? gibt es eine Fibel mit einem Sonnenkreuz (Sonnenkult) auf der Rückseite neben der Schließe.
Eine aus einem Riemenverteiler umgebaute Fibel zeigt einen Siegeshelfer (Odin?) der den Speer eines Reiters führt/mitlenkt. Gefunden in Pliezhausen bei Stuttgart.
Zierscheiben; von Frauen wahrscheinlich am Gürtel getragen, aus Bronze gegossen(meistens 5-10cm Durchmesser) und meist Tiere oder Menschen zeigend. Hier tritt oft der Adler auf, der eventuell ein Attribut Odins sein könnte. Von diesen Zierscheiben sind ungefähr 1000 Funde bekannt, aus Frankreich, England und Deutschland. Sie dienen offensichtlich keinem Zweck außer der Zier und können eindeutig Frauen zugeordnet werden.
Helme; Funde aus Vendelzeitgräbern (diesmal Wiki) enthalten Pressbleche mit Odinsdarstellungen.
Der Helm von Krefeld Gellep trägt auch Punzverzierungen eines Raubvogels, vielleicht auch eine göttliche Anspielung? Eventuell christlich da auch eine Fischdarstellung auf dem Helm vorhanden ist. (Wer den Helm nicht kennt kann mal seine Briefmarkensammlung durchforsten)
Schwertscheiden; Oft mit bildlichen Darstellungen z.B. aus Gutenstein wo ein Ulfhendar dargestellt ist.
Nicht direkt religiös sind es sog. Wolfshäuter, ähnlich dem Berseker.
Glasperlen und Bergkristalle; wurden oft als Ketten oder Anhänger am Hals und Gürtel, als Schutz und Fruchtbarkeitssymbole getragen.
Dabei kommt mir die Frage, wie man überhaupt seine Relegion kundt tat. Die Figuren als Halskette sind doch eher dem christlichem Kreuz/Rosenkranz orientiert.
Auf anhieb fallen mir eher Holzfiguren ein, die wohl sehr beliebt waren, besonders im slawischen Raum. Stichwort Rügen? Oder auch andere Verzierungen in der Kleidung (Borte) und den Gebrauchsgegenständen. Das so in Veruf geratene Sonnenkreuz ist doch oft zu finden.
Auf jeden Fall eine gute Frage. Im Wikinger-Reenactment sieht man bei Männer häufig sehr viel Amulette, oft mit Glasperlen kombiniert und über der Kleidung getragen. Mir ist spontan kein Körpergrab gekannt wo diese Schmuck/Amulettform in situ belegt ist.
Gegenstände mit Amulettcharakter scheinen gelegentlich in Taschen mitgeführt worden zu sein. Für meinen Hauptbereich, die Nordslawen, könnte ich Götterfigürchen im Taschenformat und kleine Bronzepferdchen anführen.
ßber Informationen zu Amuletten bei der Männertracht für den Skandinavischen Bereich würde ich mich ebenfalls sehr freuen.
Was die Sachsen betrifft: Leider wurde in vielen Gebieten bis knapp an die Christianisierung an der Brandbestattungssitte festgehalten. So lässt sich bei Amuletten wenig zu Trageweise sagen.
Bei Bedarf kann ich Dir aber einige Buchtips mailen.
Ohne hier die alte (und wohl mehr von den psychologischen Schwierigkeiten heutiger Wikingerdarsteller als von den historischen Realitäten diktierte) Diskussion wieder aufnehmen zu wollen, in welchem Eckchen der nordischen Welt es denn wie lange noch Heiden gegeben hat und wie lange eine Mischreligion, möchte ich doch einerseits Sascha zustimmen (ab ca. 1000 sind auch die meisten Nordmänner - zumindest offiziell - Christen!), andererseits darauf aufmerksam machen, dass es ja auch einen typischen christlichen Wikingerschmuck gibt, will sagen: Kreuzesdarstellungen in einem entsprechenden Stil, so etwa das in John Haywodd’s Encyclopedia of the Viking Age (London 2000), S. 44 abgebildete schwedische Schmuckbrustkreuz aus dem 10. (!) Jh.
Wenn also nicht das FMA angesagt ist, liegt man dort bestimmt richtiger.
Bei Sachsen mußt Du schon sehr früh gehen wenn Du noch Heiden willst. Nicht umsonst haben die Sachsen das Kaiserhaus gestellt als die meißten Wikinger noch Heiden waren.
Was den Schmuck angeht geh in die nächste Bücherei und such doch mal nach Austellungskatalogen, oder ruf mal wieder durch.
Ich bin sicher ich habe da noch ein par gute Bücher.
Und las dir nicht von jedem Möchtegern Sachsen mit seinen Idiologischen Halbwissen einen Bären aufbinden.
Die Wikinger tragen am meisten auf den Märkten den Thorshammer,ßxte und das Islandkreuz gemischt mit bunten Glasperlen. Gab es noch andere Zeichen,Amulette für andere Götter? Odin oder Baldur? Haben Frauen andere Zeichen getragen
als die Männer. Mir hat man mal gesagt, der Thorshammer würde Fruen nach der Edda unfruchtbar und frigide machen. Ob das nun wirklich so ist interessiert mich nicht(kicher) aber glaubten das die Nordleute damals? Oder hat man mir einen Bären aufgebunden?
Welche Amulette trugen die Sachsen.
Ich hab mir sagen lassen, dass die Irminsul sehr beliebt war aber gibt es auch ein Amulett die den Gott Saxnot/Tyr verehrten? Was wurde von den männlichen Sachsen, was von den Weiblichen getragen?
Haben die Sachsen Donar ebenfalls so sehr verehrt , dass sie den Hammer trugen? Wenn ja wie sah der aus, anders als der Finnische, Dänische oder schwedische? Bitte gibt mir Infos und Input, danke.