Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Waschen und Bügeln im MA?

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Eintrag #9 vom 14. Jun. 2001 18:24 Uhr Silvia (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Silvia eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo! Ich war heute im Landesmuseum Schleswig Schloss Gottorf. In der Ausstellung Dorf, Burg, Kirche, Stadt sind unter anderem sog. Bügelsteine, mit denen Falten aus Leinenstoffen gebügelt wurde. Ich persönlich vermute, daß diese Steine vorher erwärmt und der Stoff angefeuchtet wurde, damit alles schneller ging. Gruß Aisling

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Eintrag #8 vom 14. Jun. 2001 14:25 Uhr Dirk Jerusalem  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Dirk Jerusalem eine Nachricht zu schreiben.

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Zum Bügeln kann ich zwar leider nichts sagen, wohl aber zum Waschen von Wäsche: a) gute Wolle bedarf nur in seltensten Fällen einer Waschung, da das Wollfett dafür sorgt, dass die Faser sauber bleibt. Lüften und Bürsten reicht da also fast immer. Auch noch so großen Qualm haben meine Wollsachen nach 2 Tagen “ausgelüftet” b) Lauge war wohl sehr früh schon ein Standard-Produkt und wurde wohl hauptsächlich aus Holzasche gewonnen. Buchenasche ist da besonders geeignet. Wie das Verfahren aussieht kann man beispielsweise ganz gut auf www.oldiewash.de nachlesen. c) Tips zur Wäsche und zum Fleckenentfernen finden sich z.B. auch im mittelalterlichen Hausbuch unter dem Kapitel “ßber den Haushalt”. Erwähnt wird dort Lüften, Abwedeln mit Reisig, Flecken in warmem Urin einlegen, Ochsengalle, mit Lauge durchtränkte Walkerde, Kükenfedern, Traubensaft (kenne ch selber gegen Rotweinflecken, gleich Weiswein hinterherkippen, aufs Kleidungsstück versteht sich), Pelzbehandlung mit Wein und Mehl. d) Werkzeuge zum Waschen: Bottich, ein großes Brett auf das die nasse Wäsche gelegt wurde und ein Pleuelholz (Brett mit Griff) mit dem auf die Wäsche eingedroschen wurde (und natürlich warmes Wasser, Lauge und viel Fleiß und Arbeit) e) zur Seife findet sich auch was auf obiger URL soviel in Kürze,
Derigh von Jerusalem

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Eintrag #7 vom 14. Jun. 2001 00:17 Uhr Claudia (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Claudia eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo, was das Waschen angeht: Als ich im Februar in einer Ausstellung über das Fürstengrab von Gommern war (germanisch, 3.Jh), hat uns dort die Museumsführerin erzählt, dass die Germanen die Römer mit der Seife bekanntgemacht hätten. Bei den Römern sei bis zur Einfuhr germanischer Seife die Körperwäsche mit Sand und ßl vorgenommen worden. Was Textilwäsche anbelangt, habe ich mal gelesen, daß das durch Kochen in mehrere Tage altem Urin gemacht worden sei. Der sich bildende Ammoniak bildet wohl mit dem in der Wäsche vorhandeenen Körperfett so eine Art Seife. Klingt zwar nicht lecker, funktioniert aber wohl gut und wurde soweit ich weiß in machen Gegenden bis ins 19.Jh so praktiziert. Genaue Belege muß ich aber schuldig bleiben. Bügeln: ßber Bügeleisen weiß ich nichts und glaube auch nicht dran. Ich habe aber mal in einem Freilichtmuseum (war glaube ich bei Ribnitz-Damgarten) eine MANGEL gesehen. Wenn mich mein Gedächtnis nicht trügt, aus dem 15.Jh. Das Ding war folgendermaßen konstruiert: Ein langer (3 Meter oder so), relativ niedriger und sehr stabiler Tisch. Darauf lagen quer etliche Holzrollen (Rundstäbe) von ca. 15 cm Durchmesser. Auf diesen wiederum stand ein Holzkasten, in dem ziemlich viele ziemlich große Feldsteine lagen. Gesamtgewicht schätzungsweise 2 bis 3 Zentner. Gemangelt wurde, indem die Wäsche ordentlich zusammengefaltet und vor die Holzrollen gelegt wurde. Dann zog man an dem Kasten und rollte ihn so über die Wäsche. Wahrscheinlich muß man ab und zu eine der Rollen von einer Seite auf die andere nachlegen. Sollte aber gut funktionieren. Die Wäsche muß nur noch ein kleines bißchen feucht oder klamm sein, dann wird sie schön glatt. Allerdings dürfte eine auf diese Weise gemangelte Kotte gewisse strategische “Bügelfalten” aufweisen. Es leben die Falten! Claudia PS: Weiß jemand, ob es diese Mangeln auch schon früher als im 15. Jh gab?

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Eintrag #6 vom 13. Jun. 2001 19:49 Uhr Johanna (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Johanna eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo, Potasche war das gebräuchliche Mittel zum waschen, bis ein großer deutscher Chemiebetrieb gegründet wurde ! Bügeln, ich glaube nicht, dass man früher so pinibel war wie wir heute und auf das bügeln so großen Wert legte, denn Leinen kann man auch ohne bügeln tragen, ich bügle mein Leinegewand nie ! Gruß
Johanna

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Eintrag #5 vom 13. Jun. 2001 15:08 Uhr Susanne Meyer  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Susanne Meyer eine Nachricht zu schreiben.

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Also Seifenkraut und mindestens noch 3-5 mitteleuropäische andere Pflanzen haben Tenside, mit denen man waschen kann. Ab wann Seifenkocher als Handwerker belegt sind, kann ich jetzt beim besten Willen nicht sagen, gab es aber auch. Man muss ja nur ranziges Fett und Glycerin verkochen für eine einigermassen gute Seife. Bügeleisen aus Eisen, die mit glühender Kohle gefüllt wurden, gibt es ja auch schon eine lange Zeit, soweit ich weiss.
Gruss,

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Eintrag #4 vom 13. Jun. 2001 13:34 Uhr Simone Busch   Nachricht

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Noch was: Seife wurde wohl u.a. auch aus Kastanien herstellen. Habe aber das Rezept nicht zur Hand. Ist aber irgendwie recht einfach. Irgendwie sowas wie raspeln, vermengen und zu Klumpen pressen.
Branwen [von der Flammenwand]

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Eintrag #3 vom 13. Jun. 2001 13:29 Uhr Simone Busch   Nachricht

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Ich weiß, dass man bei den Wikingern Glättsteine gefunden hat, mit denen sie feine Falten in die Gewänder gebügelt haben: Plissée-Blusen und so.
Branwen [von der Flammenwand]

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Eintrag #2 vom 13. Jun. 2001 12:55 Uhr Alexander Klenner  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Alexander Klenner eine Nachricht zu schreiben.

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Naja, Waschweiber am Fluß sind ja ein bekanntes Bild. Gewaschen wurde wohl enbtweder auf relativ glatten Steinen, oder dem Waschbrett, wobei ich hier nicht weiß, wann selbiges erfunden wurde, und wie es in versch. Zeiten aussah. Bügeln ist so eine sache… Bei vielen Wollstoffen reicht es, das Kleidungsstück nass aufzuhängen, und das Gewicht tut den Rest. Bei Leinen ist das schon schwerer… Laugen waren bekannt, aber inwiefern ise als Waschmittel genutzt wurden, kann ich leider so ad hoc uach nicht sagen.
Gruß, Ivain

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Eintrag #1 vom 13. Jun. 2001 12:11 Uhr Ranes Haduwolff  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ranes Haduwolff eine Nachricht zu schreiben.

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Grüß Euch, …nachdem in Herzberg das Wetter wieder für ordentlich Dreck gesorgt hat, stellt sich die Frage: Wie haben unsere Altvorderen ihre Wäsche gepflegt? Immerhin betrieben die Leute damals einen grossen Aufwand mit ihrer Bekleidung, daher werden sie ihre Plünnen doch auch gewaschen, gebügelt und gepflegt haben. Aber eine Waschmaschine gabs halt nicht, sondern nur Hände-Arbeit. Aber wie und womit? Womit wurde gebügelt, mit dem gläsernen Glättstein? Wasch- und Hilfsmittel? Wie hats funktioniert und wie waren diese Mittel zusammengesetzt?
Euer Haduwolff

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