Seyd gegrüßed wer kann mir weiterhelfen, zwar habe ich die Möglichkeit in der LZB und verschliedenen spezial Biblioteken nachzusuchen, doch vieleicht kann ich mir das ja sparen. Ich suche Unterlagen/Litheratur zu frühen Hexenprozessen (12Jhd.) Soll einen solchen Prozess spielen. Für Vorschläge wäre ich sehr dankbar. Benötigt werden auch noch mindestens zwei Schergen, die nicht zwischendurch vor Lachen zusammenbrechen!
Moin, Moin Gwyneth! ich habe mich in entschieden die Ehefrau des Johannes Hereslav dictus Slichtenberch darzustellen. (Dargestellt durch meinen realen Ehemann). Als aus welchem Grund auch immer läßt sich für eine reisende Ehefrau , so in Begleitung, fast immer ein Hintergrund finden. Ich würde mich auch freuen außer Edelen Damen und Freien Töchtern eine interessante Darstellung auf einem Markt zu sehen. Svetovit zum Gruße Dragomira
Hallo Gwyneth! Ich habe seit langem das gleiche Problem und bin zu temporaeren Loesungen gekommen. Es ist naemlich ziemlich langweilig, wenn man schon seit Jahren im Mittelalter wandelt, und immer dasselbe macht. Viel Spass macht es einfach als Koechin seine Leute zu versorgen, neue Rezepte auszuprobieren und die Touristen staunen zu sehen. Das Handwerken bietet auch zeitweise Kurzweil, man muss ja nicht gleich einen Beruf daraus machen (Schmied?). Es bieten sich Lederarbeiten, Brettchenweberei und andere Handarbeiten an. Schoen ist es auch, sich einfach mal dem Muessiggang hinzugeben und fuer eine Veranstaltung alles “Muss” auszuschalten. Aktuell werde ich mich als Haendler - du liest richtig - versuchen, da ich einfach mal ausprobiern will, wie die Akzeptanz aussieht, wenn man offensichtlich nicht dem traditionellen Bild entspricht. Schoenes Mittelalter, Eydis
Hallo Ger, kurz zu Deiner Nachfrage, von wegen Kostümen (ja, ich weiß GEWANDUNGEN) - ich habe leider hier auf der Arbeit nicht meine Unterlagen zur Hand, doch habe ich zuhause eine Abbildung aus einer Handschrift aus der Mitte des 13. Jhdts. Auf ihr sind mehrere Gauklerinnen (Seiltänzerin) und Musikerinnen abgebildet, leider nur in s/w. Die Frauen unterscheiden sich von der Alltagskleidung (Kotte/Hemdkleid/lange Tunika) anscheinend nur dadurch, daß die Kleider nur bis zur Mitte der Wade reichen (verwerflich und lüstern!). Ansonsten scheinen die Kleider gemustert zu sein (Stempeldruck oder so). Zu den Farbe kann ich aus o.g. Gründen leider nichts sagen. Ansonsten fällt mir in dieser Richtung nichts mehr an Abbildungen ein, ich reiche aber in meiner Gewandungs- und Näherfahrung nur bis Ende 14. Jhdt. Eckhardt zu Westerfilde (Thorsten Piepenbrink)
Ahem,—Miwo! Dietrich und ich sind alte Weggefährten und Freunde. Das führt offentsichtlich dazu, daß Du uns verwechselst?? Habe nichts über die gelbe Kleiderfarbe geschrieben. Dennoch hast Du inhaltlich recht! Ger v.d.O. ! Gauklerinnen,–gute Idee.Folgende nützliche Quellen fallen mir dazu ein: 1) “Bettler und Gaukler; Dirnen und Henker” als Taschenbuch bei dtv-Geschichte (sehr zu empfehlen aber überwiegend 15. + 16.Jht.!) 2) “Hexen, Henker und Halunken” im Gondrom-Verlag. Autor: Jürgen W. Scheutzow. Nette Geschichten zu dem Berufszweig im weitesten Sinne Viele grüße, Hartmut
Hallo allerseits! Auf einer Veranstaltung am letzten Wochende hat sich bei uns im Lager eine Frage nach korrekter Darstellung einer Frauenrolle ergeben, und wir hoffen nun auf den “geballten Sachverstand” von Euch. Es geht um die korrekte Darstellung einer Gauklerin. War unter Gauklern / Spielleuten / fahrendem Volk die Frauenrolle ähnlich definiert wie in anderen gesellschaftlichen Kreisen des Hochmittelalters oder wich sie stark ab? Kann man Ansehen und gesellschaftliche Aktivitäten, von der “Jobausübung” mal abgesehen, mit der Hübschnerin vergleichen? Tauchten weibliche GAukler etc. nur in Verbindung mit anderen FAhrenden auf oder auch bisweilen alleine oder in Begleitung anderer “Nicht-Gaukler” auf? Kurz um: Alles zu Thema weibliche Gaukler ist von Interesse, auch und gerade zu Gewandungsfragen und Quellen. Besonders unser weibliches Mitglied, daß die Gauklerin darstellen möchte (und keine Netzzugang hat) würde sich über Antworten (hier oder per Mail an mich) freuen. Gruß Ger von der Osten - Sacken
Okay, rumsülzen kann jeder. Hier einige Literaturtips und Hinweise: Georges Duby, Geschichte der Frauen - Mittelalter, Campus-Verlag, Frankfurt, 1993. Edith Ennen, Frauen im Mittelalter. Beck, München, 1984. Ellen Power, Das Leben der Frau im Mittelalter, Kramer, Berlin, 1984. Regine Pernoud, Frauen zur Zeit der Kreuzzüge, Herder Spektrum, Freiburg 1995. Georges Duby, Die Frau ohne Stimme - Liebe und ehe im Mittelalter, Fischer Wissenschaft, Frankfurt, 1993. Zwei Seiten weiterer Literaturhinweise, zwei Seiten (ca 200 Berufe) mit Berufen der Frau im Mittelalter und einem Aufsatz sind bei Karfunkel zu haben. Zur Zeit als Kopie ( 10,– in Briefmarken), später als Karfunkel-Themenheft FRAUEN IM MITTELALTER. Frauen auf Würzburgs Baustellen: Eine Tabelle, wann wie viele Frauen zu welchem Preis (rund die Hälfte des Lohnes der Männer) auf Baustellen in Würzburg arbeiteteten. Interessante Bilder: Holzschnitt: Gemeinsam bringen mann und Frau einen Abschlußstein auf dem Dach einer Kapelle an, 16. Jahrhundert. Holzschnitt: Frau beim Destillieren, Augsburg 1498. Holzschnitt einer Prostituierten, die einem jungen Kaufmann sein Geld abgenommne hat und es ihm für Handelsgeschäfte wieder verleiht. Holzschnitt einer Händlerin von 1490. Miniatur einer Schröpfköpfe setzenden Frau von Gerhard von Cremona. Eine Miniatur von Gerhard von Cremona einer die Nachgeburt beaufsichtigenden Hebamme. etc. Die Themen liegen in der Schublade, aber wann das noch mfg miwo
Hallo Hartmut, vielleicht gibt es neben all den Versehen in der Farbe auch einige damen, die absichtlich in gelb rum laufen - wohl manche, die glaubt, man wüßte es nicht. Andereseits: so manche Hure verbirgt ihre Gelbheit/Geilheit hinter anderen Farben - auch das gab es in Angebachtal…. miwo
Nachtrag: Ich habe nochmal nachgeschlagen und festgestellt, daß der Begriff “Hübschlerin” ausschließlich in Wien verwandt wurde. Woanders hießen die Damen z.B.“Vensterhennen”, “freie Frauen” oder anderes. Wahrscheinlich war der Begriff deshalb nicht geläufig. Literaturtip zum Thema “Darstellungsmöglichkeiten für Frauen”: Mystik und Minne, Frauen im Mittelalter, von Eva Schirmer Elefanten Press, Berlin ISBN 3-88520-395-2 Alltag im Spätmittelalter, Hrg. Harry Kühnel Verlag Styria ISBN 3-222-12451-5 Dietrich
Hallo Udo, eine Hübschlerin ist oder besser: war eine Frau, die offensiv Männerbekanntschaften suchte und diese dann zum Zwecke des Gelderwerbs sehr schnell auf ein sehr inniges Niveau steigen oder sinken ließ, je nachdem, aus welcher Sicht man es betrachtet. Das Berufsbild ist angeblich das älteste der Welt; es konkurriert allerdings mit den Dealern und Waffenhändlern. Im letzten Jahrhundert wurden diese Damen “gefallene Engel” oder “geknickte Blüten” genannt; ihre modernen Nachfahrinnen trifft man oft in Bahnhofsnähe. Aber vorsichtig! Nicht von modernen Rollenbegriffen auf das MA schließen! Die Hübschlerinnen gehörten zwar zu den “unehrlichen” Leuten und standen somit auf einer Stufe mit Henkern, Abdeckern, Spielleuten, Bettlern usw., aber wie diese waren auch sie ein notwendiger und durchaus auch als solcher anerkannter Teil der Mittelalterlichen Gesellschaft. Sie waren ein wesentlicher Bestandteil aller, auch und gerade der kirchlichen Feste und stellten eigene Abordnungen beim Besuch hoher und höchster Gäste. Aber trotz dieser gesellschaftlichen Akzeptanz und ihrer für mittelalterliche Verhältnisse relativ großen persönlichen Freiheit waren diese Frauen Prostituierte mit all dem Elend, den Gefahren und der Erniedrigung, die dieser Beruf schon immer in sich barg. Zwar konnten die Frauen, jedenfalls zu verschiedenen Zeiten an verschiedenen Orten, problemlos aussteigen; Kirche und Kommunen unterhielten Häuser, in denen “geläuterte” Hübschlerinnen Unterkunft und Verpflegung erhielten; da sich dieses “ehrliche” Leben aber immer am Rande des Existenzminimums bewegte, wurden viele von ihnen “rückfällig”. Und dann waren sie dran; weder Kirche noch Stadt verstanden in solchen Dingen Spaß. Körperstrafen, ßchtung und Verbannung waren die Folgen; umnd wer aus der mittelalterlichen Gesellschaft unten rausfiel, war schon so gut wie tot, denn so etwas wie das soziale Netz gab es noch nicht. Sogar die Bettler waren in einer Art Zunft organisiert und ließen beileibe nicht jeden betteln. Aber ich schweife ab; Sozialordnung des Mittelalters ist ein Hobby von mir. Also, wenn eine Frau eine dieser Hübschlerinnen darstellen will, kann sie im Prinzip auf dem Markt alles tut, was ihr in den Sinn kommt; natürlich sollte sie nicht gerade einen Priester anspucken oder in die Kirche pinkeln. Nur, und das meine ich mit Gradwanderung, wenn sie ihre Rolle zu gut spielt und einer der Herren darauf in einem Maße einsteigt, das sie nicht erwartet hat, hilft nur noch laufen. Also: Buntes, am besten gelbes Kleid, große Klappe, frecher Blick und flinke Beine, fertig ist die Hübschlerin. Viel Spaß dabei! Dietrich
Hallo Gwyneth, nachdem ich dieses Thema mit einer Frau durchgesprochen habe (tue ich immer, wenn es um Frauenfragen geht), sind wir auf folgende Dinge gekommen (vorausgesetzt, Du willst als Besucherin gehen und nicht einen eigenen Stand eröffnen): Einkaufende Bürgerin. Kann mit der Zeit etwas öde werden, auch wenn das Einkaufen in Frauenkreisen einen anderen Stellenwert hat als bei uns Bartträgern. Beutelschneiderin. Das war die erste Wahl meiner Co- Beraterin. Sie zog es aber zurück, als sich die Frage stellte: Wen soll sie denn beklauen? Die Touris? Die Darsteller? Die Standbesitzer? Hübschlerin. Die zweite Wahl. Dazu braucht man aber, entschuldige den Ausdruck, extrem dicke Eier. Günstigstenfalls wird es eine Gradwanderung zwischen Rollenspiel und Weglaufen, wenn die Rolle zu gut gespielt wurde. Bettlerin. Ich habe aber leider im Moment noch keine Ahnung, wie und ob im MA von Frauen gebettelt wurde (die Städte hatten recht restriktive Vorschriften, wer wann wo betteln durfte). Kann man aber rausfinden; wenn es Dich interessiert, laß´ mich das wissen, ich setze dann mal ein Rechercheteam drauf an. Pilgerin. Die Pilgerei war im MA ein beliebter Freizeitspaß, an dem auch unbegleitete Frauen teilhaben konnten. Und wie immer, wenn Haubenträger allein loszogen, wurden diese Pilgerfahrten oft zu, sagen wir mal, eher sinnfremden Tätigkeiten wie Völlerei, Männerjagt und allgemeiner Vergnügungssuche mißbraucht. Es kam häufig vor, daß Frauen, die zur Erlangung von Fruchtbarkeit lospilgerten, bereits schwanger zurückkamen. Nonne. Diese waren oft auch allein unterwegs und mit überraschend weitreichenden Vollmachten ausgestattet. Weit davon entfernt, reine Betschwestern zu sein, nutzen auch Nonnen oft die Gunst der Stunde, wenn sie sich außerhalb der Mauern ihrer Abtei bewegten. Auch hier gilt: Wehe, wenn sie losgelassen… Zigeunerin. Damit kannst Du fast alles machen: Saufen, stehlen, betteln, huren, feilschen und so weiter. Wenn Du das willst. Aber vorsichtig: Man hängt schneller, als man denkt. Alles oben genannte ist für den Fall, daß Du als “Freiläuferin” unterwegs sein willst; mit einem eigenen Stand hast Du natürlich noch mehr Möglichkeiten. Viel Spaß wünscht Dietrich
Hallo Gwynett. Ich weiß nicht was Du unter “Marktweib” verstehst. Ich geb Dir mal n´paar Optionen, die mir spontan einfallen: Handwerkerin-war mehr üblich als heute bewußt. Es gab zB.einige Schmiedemeisterinnen? Also, schwing den Hammer(Buchquellen: “Die Frau in der mittelalterlichen Stadt”-Herder-Verl. und “Frauen im Mittelalter” C.H.Beck) Weberin Taschnerin ßrztin…aber letztlich bleibt Dir als Frau nichts anderes übrig, als Dich mit der Rolle der Frau im Mittelalter ( Anno 800 bis Anno 1500 !!!!)mit all dem Wandel, der in der Sache steckt zu befassen–erst dann erhälst Du leider die schlüssige Antwort. Ein Tip am Rande. wenn Du auf einen Markt gehst, egal ob als Besucherin oder Anbieterin: bedecke Deine Haare. Habe ein Kleid bis zum Boden. Bedecke die Arme. Vermeide die Frabe Gelb!Ich hab in Angelbachtal wieder sehr viele Huren rumlaufen sehen!Schlimme Zeiten! (800-1500!?!?) Herzliche Grüße, Meister Hartmut
Hallo, zusammen! Ich habe ein Problem, und hoffe, daß Ihr mir dabei helfen könnt. Meine Frage ist: was kann eine Frau auf einem MA-Markt darstellen? Ich möchte nicht als “Marktweib” herumlaufen, aber auch keinen männlichen Part darstellen (Ritter). Vielleicht habe ich einfach zu wenig Phantasie, oder bin einfach noch zu wenig informiert. Aber um das zu ändern, wäre ich Euch für Anregungen sehr dankbar (zumal man auf Märkten fast nur die oben erwähnten Figuren sieht, und ich einfach etwas anderes darstelen möchte). Habt Dank und gehabt Euch wohl Gwyneth