laut Schweppe ist auch (polnische) Cochenille schon im Mittelalter erwänht (z.B. im Capitulare de villis von Karl dem Großen). Schweppe weißt noch auch andere “mittelterliche” Quellen hin.
Der Hauptfarbstoff ist übrigens bei beiden Chochenille-Arten der gleiche (Im Chromatogramm sind die kaum zu unterscheiden) und das Ergebnis wird insgesamt weniger blaustichig, wenn man Weinsteinsäure verwendet…
Insgesamt ist die Verwendung von Cochenille aber sicher nicht ganz unproblematisch.
Ein weniger blaustichiges Rot erhält man mit Kermes-Schlidläusen - aber die sind leider auch nicht mehr zu bekommen…
es kommt ja drauf an wieviel Wolle du mit den 2 Kg Krapp färben willst. Ein Verhältnis von 1:2 solltest du schon haben um so einen intensiven Farbton zu erzeugen. Also darf in deinem Fall das Trockengewicht der Wolle nicht über 1Kg liegen…
Wichtig ist es auch mit mindestens 20% Alaun (heiss) zu beizen. Umso mehr Beize, umso dunkler der Farbton. Die Temperatur sehe ich in deinem Fall nicht als Problem an. Krapp färbt bei höheren Temperaturen dunkler, weinroter, nicht heller.
Die anderen Rotfärber die Jens erwähnt hat werden dir auch nicht den gewünschten Rotton liefern. Denn Rotholz (übrigens lt. Ploss u. Schweppe schon vorher bekannt und gehandelt, siehe auch “Innsbrucker Manuskript”) und Cochenille liefern eher ein blaustichiges Rot.
Bei 75° wirst Du mit Krapp nie ein blutrot hinbekommen, das ist schlicht und ergreifend zu heiss, da zerfallen die Farbestoffe des Krapp bereits. Bleib bei ca. 55°.
Rotholz, Conchenille: Conchenille( es sei denn polnische, aber die bekommste kaum) sind später, Roltholz ab ca. Mitte 14tes.
Ich habe es nun endlich geschafft am Wochenende die Pflanzenfärberei zu starten. ßberschwenglich habe ich mal 2 Kilo Krapp , gemahlen, für ein Kleid benutzt, in der Hoffnung ein fettes tiefes “Blut- Rotwein-Rot” zu bekommen….
Gebeizt habe ich auch 48 h, Krapp 16 h eingeweicht, 1,5 h hochgehitzt auf 75 °C und 1,5 h um die 75 °C gefärbt…. Herausgekommen ist ein eher helleres Rot > zwar intensiv an Pigmenten < aber vom <eigentlichen> Rotton an sich mehr ein helleres/ knalligeres Rot.
Also, meine Frage: mit welchem der Farbstoffe (Krapp, Rotholz, Conchenille) bekomme ich ein gewünschtes tiefes Burgund-Weinrot hin??? Bzw. was muss ich anstellen, damit Krapp so wird???
Ich stelle mir ein Rot in der Farbe vor, wie die Wikidame hier links (leider schlecht beleuchtet) ;