Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Wer kennt Otto von Botenlauben?

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Eintrag #1 vom 27. Feb. 2003 18:03 Uhr Roland Schulz   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Wer kennt diese Person...

…oder kann sachdienliche Hinweise zur Person geben?
Ich benötige Input (Quellen, Abbildungen, alles) zur Person des Otto von Botenlauben.
Alles was ich von ihm weiß ist, daß er Zeitgenosse von Friedrich II von Hohenstaufen war, Minnesänger und Kreuzfahrer.
Er ist wohl mit einer Beatrix (von ..?) aus Syrien verheiratet gewesen, einer Tochter aus normannisch-syrischem Adel.
Wer kann mir weiterhelfen?
Danke im voraus! :-))
William

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Eintrag #2 vom 27. Feb. 2003 18:24 Uhr Larissa Fröhlich   Nachricht

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aus dem LexMA
34. O. v. Botenlauben,
mhd. Minnelyriker, - vor 7. Febr. 1245 (seine Gemahlin als Witwe genannt), Sohn des in der Umgebung von Friedrich I. belegten Gf.en Poppo VI. v. Henneberg. Ab 1197 ist auch O. am ksl. Hof nachweisbar; in Urkk. erscheint er erst als Gf. O. v. Henneberg, von 1206 an als ‘comes de Botenlouben’ nach seiner Burg bei Kissingen (Unterfranken). Die zahlreichen urkundl. Zeugnisse ergeben sich aus O.s gesellschaftl. Position: Er nahm am Kreuzzug Heinrichs VI. teil, kam durch Heirat zu Gütern in Akkon und Tyrus und hielt sich bis 1220 in Syrien und Dtl. auf; nach seiner endgültigen Rückkehr wurde neben dem Stauferhof die Würzburger Geistlichkeit zu seinem Bezugspunkt; 1231 gründete er ein Kl. O.s lit. Tätigkeit dokumentieren die unter seinem Namen überlieferten Texte (22 Strr., 1 Leich). Seine Lieder sind typ. Repräsentanten des durch Friedrich v. Hausen geprägten stauf. Minnesangs; neben modernen, d. h. roman. Einflüssen kennzeichnen O.s Lyrik aber auch archaische Züge (Einstrophigkeit, Zeilenstil, metr. Freiheiten). Inhaltl. ergeben sich zwei Gruppen: Werbe- und Tagelieder. In den Werbeliedern formuliert das lyr. Ich beständigen Dienst gegenüber der Geliebten, O.s einziges Kreuzlied verweist darüber hinaus auf den Konflikt zw. Frauen- und Gottesminne; seine Tagelieder, die denen Wolframs v. Eschenbach nahestehen, bestimmen ep.-dramat. Bilder sowie Variationsvielfalt. Mit seinem Minneleich wurde O. zum Vorbild Ulrichs v. Winterstetten. Das Nebeneinander von polit. Aktivitäten und lyr. Schaffen O.s ist typisch für den adligen Gelegenheitsdichter.
Literatur:
L. Bechstein, Gesch. und Gedichte des Minnesängers O.v.B., Gf. v. Henneberg, 1845
H. Stöckel, O.v.B., 1882
H.-K. Schuchard, Der Minnesänger O.v.B., 1940
K.D. Jaehrling, Die Lieder O.s v. B., 1970
J. Kröll, O.v.B. 1175/77-1244, Frk. Klassiker, hg. W. Buhl, 1971, 74-84.
Viel Erfolg!
Grüße, Larissa

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Eintrag #3 vom 27. Feb. 2003 18:27 Uhr Mike Wendl  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Mike Wendl eine Nachricht zu schreiben.

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Graf Otto von Botenlauben
Graf Otto v. Botenlauben, 1175-1244, aus dem mächtigen ostfränkischen Geschlecht der Grafen von Henneberg, Herr auf der gleichnamigen Burg, war Minnesänger, Kreuzfahrer und Klostergründer. Er begleitete Kaiser Heinrich VI. nach Italien und zum Kreuzzug ins Heilige Land, wo er sich mit kurzen Unterbrechungen bis 1221 aufhielt. Dort heiratete er 1205 Beatrix von Courtenay-Edessa, Tochter des Seneschalls des Königreichs Jerusalem.
Im Jahr 1220 kehrte er in seine Stammburg Botenlauben zurück. 1231 stiftete er zusammen mit Beatrix, seinem “Kleinod aus dem Morgenland” 1231 das Kloster Frauenroth, wo sie auch begraben liegen. Seine Minnelieder sind in der “Manesse”, der “Weingartner Liederhandschrift” und der Carmina Burana aufgezeichnet.
Waere Kristes lôn niht alsô süeze,
sô entlieze ich nith der lieben vrouwen mîn,
Die ich in mînem herzen dicke grüeze,
si mac vil wol mîn himelrîche sin;
Swâ diu guote wone alumbe den Rîn,
here Got, sô tuo mir helfe schîn,
daz ich mir und ir erwerbe noch die hulde dîn!
Einiges deutet darauf hin, daß Graf Otto, entgegen den Regeln des Minnesangs, manche Lieder seiner eigenen Frau widmete. Für seine große Liebe zu Beatrix spräche auch, daß er als Münzherr auf dem sogenannten “Beatrix Denar” nicht seinen Namen, sondern den seiner Gemahlin prägen ließ. (Originale im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg und Stadtarchiv Bad Kissingen) Graduale, das Beatrix, der Stifterin (und ßbtissin?) des Zisterzienserklosters Frauenroth, zugesprochen wird. (Original Württ. Landesbibliothek, Stuttgart)
ZEITTAFEL
1150 Burg Botenlauben wird vermutlich schon Mitte des 12. Jahrhunderts erbaut.
1190 Graf Otto II. von Henneberg erbt die Burg. Er lebt zeitweise am Hof des Stauferkaisers Heinrich VI. in Sizilien, wo der feinsinnige und gelehrte Herrscher berühmte Minnesänger versammelt. Die Lieder des Grafen Otto sind in der Manessischen-, der Weingartner Liederhandschrift und der Carmina Burana verewigt.
1197 Graf Otto “nimmt das Kreuz”. Er schließt sich dem Kreuzzug des Kaisers Heinrich VI. an. Durch den Tod des Kaisers scheitert das Unternehmen. Graf Otto aber bleibt in Palästina.
1205 Heirat mit Beatrix von Courtenay- Edessa. Die Erbtochter Joscelins III., Graf von Edessa und Seneschall des Königreichs Jerusalem, bringt bedeutende Besitztümer mit in die Ehe. Das Paar lebt bis 1220 in Akkon, der Krondomäne des Kreuzfahrerstaates Jerusalem.
1206 In einer zu Würzburg ausgestellten Urkunde wird Graf Otto II.von Henneberg erstmalig “Otto de Boudenlouben” genannt.
1220 Graf Otto übersiedelt mit Beatrix in seine fränkische Heimat. Der umfangreiche Besitz in Palästina wird an den Deutschen Orden verkauft. Mit dem Erlös baut Otto seine Stammburg Botenlauben zu beachtlicher Größe aus.
1231 Im November unternimmt das Grafenpaar erste Schritte zur Gründung eines Zisterzienser Frauenklosters unweit von Botenlauben und nennt es Frauenroda. (Schleiersage)
1234 Um ihre Klostergründung Frauenroda finanziell abzusichern, verkaufen Graf Otto und seine Gemahlin Beatrix die Burg Botenlauben und viel Landbesitz - so auch das Dorf Ritanswisen - an den Würzburger Fürstbischof Hermann von Lobdeburg (in der Verkaufsurkunde vom 4.3.1234 wird “Ritanswisen” erstmals urkundlich erwähnt).
1242 Graf Otto gibt das vorbehaltene Wohnrecht auf Botenlauben auf.Das Kloster Frauenroda wird in den folgenden Jahren vom Gründerpaar immer wieder mit Gütern ausgestattet. Hochbetagt greift Otto sogar nochmals zu den Waffen und zerstört Burg Burkardroth, die eine Bedrohung für das Kloster darstellt.
1244 Als Todesjahr Graf Ottos wird 1244 angenommen, denn am 7. 2. 1245 wird in einer Urkunde seine Gattin als “vidua” (Witwe) bezeichnet. In der Klosterkirche zu Frauenroth finden sie ihre letzte Ruhestätte.
1525 Während des Bauernkrieges, am 11. Mai rückt der “Auraer Haufen” gegen die Burg. Sie wird geplündert und der “rote Hahn” wird ihr aufs Dach gesetzt. Sie wird nie wieder aufgebaut. (Sage vom Burgkoch)
hier seine Grabplatte: www.minnesangundschwerterklang.de/[…]/story-grabpl[…]
sein bekanntestes Gedicht:
Es ist ain wunder an mir,
das ich allv wip dvrch si mide
vnd doch vngetrostet bin von ir.
Solhen kvmber, vnd ich lide,
sit ich sin erste genaden bat,
den wendet si mir niht,
noch niemen ander mag, swas so mir geschiht.
Sus bin ich an die blossen stat
Zwischent zwain stlvn gesessen;
An der selben stat hat si min vergessen.
Das ist das Verrückte an mir,
dass ich um ihretwillen allen Frauen aus dem Weg gehe
und doch nicht von ihr erhört werde.
Sie will mich nicht von solchem Kummer,
den ich erleide,
seit ich zum erstenmal für ihn um Erbarmen gefleht habe,
befreien, und ein anderer kann es nicht, was mir auch immer geschieht.
So habe ich mich auf die blanke Erde zwischen zwei Stühle gesetzt;
An eben dieser Stelle hat sie mich sitzen lassen.
erstaunlich, was google so alles findet….
;-)
-mike-
aka Lui der Bauer

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Eintrag #4 vom 27. Feb. 2003 18:40 Uhr Roland Schulz   Nachricht

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..ihr seid ja besser und schneller als die Polizei erlaubt… ;-)))
Dank und Gruß,
William

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Eintrag #5 vom 27. Feb. 2003 19:37 Uhr Joachim Dittrich  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Joachim Dittrich eine Nachricht zu schreiben.

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Da schreibt ein Bayer ausführlich und sogar richtig über einen fränkischen Minnesänger…was ist meine fränkische Ehre verletzt..herrje.. *g*
Es gibt mehrere Veröffentlichungen zum Otto. Eine sehr umfangreiche Zusammenfassung mit der Veröffentlichung der neuesten Forschungsergebnisse (auch zur Burg Botenlauben)und sämtlicher Urkunden gibt es unter ISBN 3-87717-703-4
Weidisch, Peter (Hrsg.): Otto von Botenlauben. Minnesänger - Kreuzfahrer - Klostergründer. (Bad Kissinger Archiv-Schriften 1) 505 Seiten.
Beste Grüße
Achim v. Hohenberg gen. de Clavis

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