Eintrag #4 vom 29. Sep. 2003 23:13 Uhr
Annette Imort
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Die Beschläge der Beinriemen wurden allerdings nicht in allen Gräbern gefunden. Ich bin kein Profi-Archäologe oder -Rekonstrukteur, aber ich würde folgendes vorschlagen: Wahrscheinlich haben alle Frauen (genähte) Strümpfe getragen, die mangels Gummiband auf andere Weise unterhalb der Knie am Rutschen gehindert werden mußten. Wer sich die teuren Beschläge nicht leisten konnte, hat die Dinger möglicherweise mit einem Wollband (z. B. brettchen- oder kammgewebt) direkt unterhalb der Knie festgebunden. Da ich die Erfahrung machen mußte, daß das sehr bald zu kneifen anfängt, schlinge ich ein langes kammgewebtes Schafwollband um die Fußgelenke, mache auf der Beinaußenseite einen Knoten, führe beide Bänder bis zum Kniegelenk und verknote sie dort nach einmal-ums-Knie-Wickeln ebenfalls auf der Beinaußenseite. Es ergibt sich ein ähnliches Bild wie bei den ledernen Beinriemen, ist für die nicht ganz so reiche FrühMi-Frau leichter zu erwerben bzw. herzustellen, kneift im Gegensatz zu den “einfachen” Strumpfbändern nicht - es gibt halt nur wegen der Haltbarkeit von Wollstoffen keine entsprechenden Funde. Aber es könnte logisch sein…
Annette - experimentell archäologisch ;-)
