Es ging um die Dicke, die Schutz bietet, und Wenn mit 10mm brauchbarer Schutz beim Schild erzielt wurde, lassen sich daraus vielleicht ach Rückschlüsse auf die nötige Brettstärke bei Gebäuden ziehen.
@Andi
Ich glaube nicht unbedingt, das eine Getreidespeichertür speziell gegen Beschuss konstruiert war, oder?
Buchenholz ist als Bauholz nur im Innenbereich geeignet, da Buche im Freien innerhalb von 5 Jahren verrottet.
Eichenholz/ Kernholz ist sehr dauerhaft, sogar unter Wasser oder im Boden. Die im Holz enthaltene Gerbsäure frisst Eisennägel an.
Erlenholz ist bei wechselder Feuchtigkeit wenig haltbar, unter Wasser jedoch unbeschränkt.
Fichtenholz ist leicht, weich und kernlos, trocknet schnell ohne sich zu werfen ist aber gegen Insektenfraß sehr anfällig. Wird innen und außen als Bauholz für Fenster und Türen verwendet.
Haselnuß wurde gerne für Pfähle und Stöcke gebraucht, auch für Wände (winden!)zum Dachdecken. Das Holz ist anfällig für Insektenfraß und nicht dauerhaft.
Kiefernholz diverser Aren ist weiches, harzreiches Holz und wird innen und außen als Bauholz genutzt, wenn es nicht zu astig ist. Es ist auch bei Wasserkontakt haltbar und wird auch im Boots und Wasserbau eingesetzt.
Lärchenholz wird unter Wasser zu einem steinharten und extrem haltbaren Material und wurde unter anderem im Brückenbau eingesetzt
Tannenholz ist weich, harzlos und spaltbar, als Bauholz aber besser nur im Innenbereich zu verwenden. Auch unter Wasser ict Tannenholz haltbar, daher typisches Material für Särge.
Weidenholz findet für Bretter und Kisten Verwendung, im Freien ist es ungeeignet. Es wird aufgrund seiner Zähigkeit und Langfaserigkeit gerne für Dübel und Holznägel verwendet. Frische Triebe vor allem der Korbweide werden zum Flechten und Binden benutzt.
Ich denke, wir dürfen davon ausgehen, das sämtliche tragenden Teile aus soliden, wenn auch schwer zu bearbeitenden Hölzern wie Eiche gemacht wurden, während für Bretter besser spaltbare Hölzer wie z.B. Fichte zum Einsatz kamen, denn spalten erfordert zwar mehr Material, ist aber entschieden weniger arbeitsaufwendig als Sägen.
ich denke, die Frage nach der stärke und Art des Holzes erfordert zusätzliche Rahmenbedingungen:
1. im Falle der Bautechnik selbst - welche Hölzer standen denn in der dortigen Region zur Verfügung, wie Witterungsbeständig waren diese sodass sie sich für derartige Bauten auch eigneten? (bei der Bauforschung auf unserer Burg in Puchberg (Niederösterreich) stießen wir meist auf Lärchenholz.
2. in welche Zeit fallen die zu errichtenden Holzteile? Die Leistung einer Armbrust vebesserte sich von 13. bis zum 15. Jhdt gravierend.
Eine gute Quelle, die die Wirkung dieser Fernwaffe behandelt ist folgende:
Harmuth Egon, Die Armbrust, Akademische Druck- u. Verlagsanstalt Graz, 1975
Die wirksame Schussentfernung stieg im Luafe der Jahrhunderte. Die absoluten Höchstschussweiten im Spätmittelalter lagen bei etwa 400m.
Eine übliche Kriegsarmbrust (halbe Rüstung)des 15. Jhdts. hatte eine Kernschussweite von etwa 60 bis 64m.
Harmut führt auch die Versuche von P. Gallwey an, welcher mit einem Bolzen von 35,5cm Länge und einem Gewicht von 85g eine Höchstschussweite von 421m erreichte und auf 55m ein 1,9cm starkes Kiefernholzbrett durchschoss. Die Spannkraft dieser Armbrust lag bei 544kg - was Harmuth für eine schwere Wallarmbrust als zu niedrig annahm.
Ich denke, wenn die Holzstärke im Bereich 50 bis 60mm liegt (entspricht der Stärke einer erhaltenen Lärchenholztür aus dem 15. oder 16. Jhdt. in einem Getreidespeicher in Puchberg) sollte das zumindest reichen, um einem Beschuß einer damaligen halben oder ganzen Rüstung zu wiederstehen.
Doch _etwas_ off topic!…. Es geht um Holz bei baulichen Anlagen!
Ein Schild muß stabil sein um eine entsprechende Schutzwirkung zu erzielen, in zweiter Linie muß er natürlich leicht sein, das wird, wie du richtig aus dem Buch zitierst, durch eine ‘Sandwichartige’ Konstruktion errreicht! Doch diese aufwendige Bauweise ist eben das Resultat der speziellen Anforderungen!
Diese Anforderungen bestehen ja bei einem Gebäude nicht _SO_…
*was juckt’s die Mauer was die Hurde wiegt?!* (ist ja beides stabil genug gebaut…).
Zum Thema:
Hier geht es, so wie ich es verstanden habe, darum wie dick die Holzbauteile an einem Gebäude zu sein haben, um entsprechenden Schutz zu bieten!
Wie dick so ein Brett zu sein hat hängt sicher nicht wesentlich von der Holzart ab!
Ein weiches faseriges Holz wie Pappel kann unheimlich viel ab, denn beim Eindringen muß ein Projektil erst mal die Fasern auseinanderdrängen, und obwohl es ein Weiches Holz ist wird es dadurch dem Geschoß so viel Energie dabei nehmen, so dass dieses evtl. zwar durchkommt aber mit seinem Schaft im Material hänegn bleibt…
Ein Hartes Holz wie Buche setzt dem Projektil einfach seine Härte entgegen und läßt es gar nicht erst tief eindringen…
Selbst vermeintlich unstabile Hölzer wie Fichte und Kiefer setzen bei gleicher Stärke ausreichend Wiederstand entgegen…
Ich habe vor Jahren einmal mit einem 70lbs Bogen aus 20m Abstand auf ein Scheunentor mit zölligen Fichte-Brettern geschossen, die Spitze kam durch, aber der Schaft bremste den Pfeil und er steckte nach ca. 10 cm innen fest!
Ich vermute dass selbst mit schwereren Bögen oder Armbrüsten (bei einer vermutlich entfernteren Belagerungsdistanz) ein Brett von 30 - 40 mm einen ausreichenden Schutz gegen Pfeilbeschuss bietet.
Selbst aus einer geringeren Distanz wird vermutlich nicht viel mehr passieren, d.h. ein Pfeil mag das Hinderniss zwar mit der Spitze noch durchdringen, aber nicht komplett durchgehen!
Dazu kommt noch der Faktor, dass es sich ja bei einem Gebäude meist um längere Bretter die auf einer Unterkonstruktion befestigt sind handelt, das vermindert auch erheblich die Gefahr dass ein Pfeil/Bolzen das Brett spalten könnte…
Auch bei Läden oder Klappluken war wohl meist eine Unterkonstruktion (evtl. Gratleiste) vorhanden die dies verhindern hilft…
Eine Bespannung wie bei Schilden halte ich für zu Aufwendig, im Vergleich zur Methode einfach dickeres Material einzusetzen, als dass man es damals gemacht hätte. Lediglich eine Auflage von nassen Häuten oder Fellen auf Holzbauteilen im Belagerungsfall gegen den Beschuß mit Brandsätzen ist mir bekannt und mit wesentlich geringerem Aufwand machbar.
Beim Beschuß durch Feuerwaffen sähe das vermutlich anders aus! Ein Bekannter aus der Napoleonik schilderte mir einen Schuß mit einem Vorderlader auf eine junge Birke, welcher Diese glatt durchschlug! Eine Bleikugel hat eben keinen Schaft der im Durchschlagsloch durch seine Reibung/Wiederstand steckenbleiben könnte!
Kurz noch was (OFF TOPIC)zur Schutzwirkung von Pavesen gegen Bolzenbeschuß:
Ich habe bisher weit über hundert Pavesen gesehen, von denen ich etwa 20 genauer untersucht habe, 2! hatten Bolzendurchschläge (charakteristische Form: kreuzförmiger Einriss der Bespannung bei der ein Kreuzarm aufgrund der meist Rautenförmigen Querschnitte etwas länger ist!)2 weitere hatten reparierte Durchschläge! (Weniger als 4%!!)
Die gefundenen Durchschläge waren recht groß, also vermutlich von schweren Wallarmbrüsten, viele kleinere Einschläge von Bolzen zeichneten sich nicht mal ab auf der Innenseite!
Ich weiß nicht, ob das im von Uli beschriebenen Buch auch drinsteht, doch sind auch einige Schilde aus Pappel angefertigt worden - was auch dem Muster “schnellwüchsig und leicht” entsprechen würde.
bei hochmittelalterlichen Reiterschilden wurde überwiegend Linden- oder Erlenholz einer Stärke von 8-12mm Stärke verwendet. Anzunehmen iist (mangels Fundlage) das auch Infantrieschilde ähnlicher Machart waren. Diese wurden mit Haut- oder Knochenleim getränkter Pergamenthaut (ungegerbte Rinderhaut) überzogen und bekamen dadurch eine extrem resistente Oberfläche. So schreibt jedenfalls der Autor Jan Kohlmorgen in seinem Buch “Der mittelalterliche Reiterschild” ISBN 3-935616-10-4, Karfunkel Verlag.
Es handelt sich also um kurzfaserige, einigermaßen schnellwüchsige Laubhölzer die unter der Vorgabe Leichtbau eingesetzt wurden.
Zudem hat das Museumsdorf Düppel ( http//www.dueppel.de ) eine gute Abhandlung über die Vewendung der einzelnen Holzarten im Ma ins Netz gestellt. Da findest Du einiges.
Im Rahmen einer Diskussion um die Verwendung von Holz beim Burgenbau (Wehrgang, Hurde, Wehrerker etc.) wurde die Frage gestellt, wie dick (stark) eine Holzwand (Bohlenwand), ein Schartenladen, ein Türblatt sein musste, um dem Beschuss durch Bogen oder Armbrust widerstehen zu können.
Konkrete Fragen:
1. wie dick muss das Holzbrett sein, um nicht durchschlagen zu werden ?
2. Gibt es Unterschiede betreffend Holzart ?
3. Von welchen Faktoren (Geschossart, Distanz, Holzart etc.) ist die Widerstandskraft bestimmt ?
Wer kann mir dazu Angaben machen oder mir weiterführende Literatur angeben ?
Falls brauchbare Ergebnisse eintreffen, erlaube ich mir, diese unter Namensangabe und Quellenangabe in vorgesehenen Kolloquiumsband bei der Deutschen Burgenvereinigung e.V in Braubach zu publizieren. Auf Wunsch sende ich dann auch einen Sonderdruck dieses Beitrages.
Mit bestem Dank im voraus für allfällige Berichte.