Also ich denke, dass, bevor man in eine Freischlacht geht, man zumindest einen Schlachtdurchgang ansehen sollte.
Dann sollte man natürlich gut trainiert sein.
Aber generell vom Waffentraining würde ich nicht abraten, wie gesagt, es kommt auf den Trianingspartner an. Außerdem macht das Training doch viel Spass!
Und wenn einem das Training reicht, zwingt einen niemand, auch in eine Schlacht zu gehen, oder?
Ich denke, hier gibt es mehr als nur “ganz oder garnicht”.
Also mit Schiss (Wut, Hass, Zeitdruck und so weiter) sollte man das kämpfen bleiben lassen! Meiner Meinung nach!
Schließlich muss man sich ziemlich konzentrieren und da sind solche Emotionen einfach fehl am Platz. Es gibt in meinen Augen nicht viel schlimmeres als ein Kämpfer, der aus Schiss in Panik gerät, weil dann wird´s richtig gefährlich da dann meist unkontrollierte sachen bei raus kommen und das kann ins Auge gehen (im wahrsten Sinne des Wortes).
Wenn du von vornhereien schon Angst hast, solltest du es entweder seeehr langsam angehen lassen oder auch ganz bleiben lassen.
Das ist für Anfänger natürlich eher schwer einzuschätzen, aber generell würde ich sagen, daß hängt von der Wahl des Partners, des Stils, der Ausrüstung und der Umgebung ab.
Wahl des Partners:
Beim Kampf Training such Dir einen Partner, keinen Gegner.
Also jemand, der mit Dir Techniken trainieren will, nicht jemand, der “gewinnen” will oder beweisen muß, wie toll er ist (Fightclubattitüde, mangelnde Adrenalinkontrolle etc…).
Wahl des Stils:
Willst Du historisch Fechten (Rekonstruktion von Techniken nach div. Fechtbüchern wie Joachim Meyer etc.), Freifechten (wie obiges nur in der Vollkontaktversion) oder Schaukampf (je nachdem: entweder hübsches, publikumswirksames Theaterfechten oder wildes Rumgeknüppel).
Oder willst Du an sogenannten Freischlachten (bestenfalls: Kampf mit mehreren Teilnehmern nach spezifizierten Reglements mit vorher festgelegtem Ausgang und Ausrüstungsstandarts; schlimmstenfalls: wildes Gekloppe von meheren Gromis ohne Regeln und Ahnung) teilnehmen?
Wahl der Ausrüstung:
Wenn Du Dich für nen Stil entschieden hast, ist die korrespondierende Ausrüstung wichtig.
Für das historische Fechten zB kann eine gut rekonstruierte Waffe reichen, beim Freifechten würd ich nicht auf Schutzkleidung und Holzwaffen verzichten.
Wahl der Umgebung:
Fechten sollte man nur dort, wo Untergrund, Beleuchtung und der Abstand zu Zuschauern und Gefahren (Abhänge etc) es zulassen.
Ich persönlich halte alle diese Punkte für Gleichwertig wichtig.
Bei ganz toll gemachten Freischlachten (Sieger voher bekannt, Optisch Top Ausrüstung, klare Regeln etc.) ist es bei Napoleonik Veranstaltungen schon zu Todesfällen gekommen, weil Teilnehmer den Zweikampf gewinnen wollten oder Bajonette gebrochen sind…
Ansonsten ist sicher schon alles passiert bzw es kann sicher alles passiern, was Du Dir vorstellen kannst.
Und in jedem Fall kannst Du mindestens einen Faktor ausmachen, der nicht beachtet worden ist!
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, wenn Du alles beachtest ist Fußballspielen wesentlich gefährlicher!
Aber es ist immernoch ein Spielen mit Waffen. Und die sind nunmal dafür ausgedacht worden, Menschen umzubringen.
Daran gibt es nichts zu beschönigen und schon alleine deshalb gehört eine gehörige Portion Respekt vor der Waffe zu den wichtigsten Grundregeln beim Umgang damit!
Ein prinzipiell extrem gefährliches Unterfangen (ein Beinbruch oder gar nur eine Verstauchung, 7 Stunden im Berg, kann schnell in tödliche Situationen (Unterkühlung etc) führen). Dennoch gehe ich regelmäßig dieses Risiko ein; mit Bedacht und Vorsicht ist nämlich die Autofahrt auf der Autobahn dorthin das gefährlichste.
ich verstehe Deine Intention nicht ganz, es ist beim Fechten oder Schwertkampf wie bei allen körperintensiven Freizeitbeschäftigungen: ein Risko ist natürlich immer da. Es ist ja der berühmte Begriff der Extremsportarten geprägt worden, nun ehrlich gesagt werde ich sicher nicht mit einem Fallschirm aus einem Flugzeiug hüpfen, andererseits gedenke ich noch sehr lange zu fechten. Und tatsächlich ist mir auch noch nichts schlimmeres als ein paar blaue Flecken, Prellungen und ein, zwei kleine Schnitte passiert. Wenn ich mir aber andererseits manche Grobmotoriker ansehe, so wundere ich mich schon, dass die meistens unbeschadet davonkommen. Wie es schon häufiger gesagt wurde: auch Fußball kann gefährlich sein. Wie bei allem ist halt entscheidend, mit welcher Intention, Intensitivität und mit welchen KUmpanen ich dem Hobby meiner Wahl nachgehe. Daher ist Deine Frage nicht zu beantworten.
Ich könnte jetzt noch weiter mit den Schauergeschichten fortfahren aber ich lasse es.
Bei 99% aller schweren Verletzungen wurden die Sicherheitsrichtlinien nicht eingehalten. Dazu gehört auch regelmäßiges Training.
Unter Sicherheitsrichtlinien verstehe ich den Codex Belli (gibt es den eigendlich noch?). Man kann diesen auch ein wenig erweitern ;-)
Und zur eigendlichen Frage: Es verletzen sich mehr Menschen beim Fußballspielen oder Mountainbike fahren (Prozentual gesehen)als beim sog. “Freefight”.
Respekt, Vorsicht und training ist das oberste Gebot, damit kann man das Verletzungsrisiko deutlich herunterschrauben.
Wenn zwei Leute miteinander eine Choreographie der Darstellung eines Kampfes einstudieren, fleissig üben und in der LAge sind stets das Ende ihres Schwertes unter Kontrolle zu haben, dann, aber nur dann ist Schwertkampf ungefährlicher wie Radfahren.
Wenn man allerdings in so eine “Freischlacht” gerät kann einem schon himmelangst werden wie viele Leutz da mit Schwertern rumfuchteln die nicht einmal die fundamentalsten Bewegungen ihres Körpers wirklich unter Kontrolle haben. Andererseits wissen die doch alle was sie tun, keiner hat den Willen den anderen zu verletzten und Strafrechtlich ist eigentlich auch jeder sicher, weil es bei einer ordentlich angemeldeten Veranstaltung nach dem StGb eine Körperverletzung mit einverständniss darstellt, wie bei einer Sportveranstaltung und das ist nicht strafbar sondern heist Unfall. Wenn man dann so betrachtet was Eishockey-, Fußball,- Football- und sonst noch für Spielern alles passiert sind sogenannte Freischlachten doch verwunderlicherweise sehr sicher. Na ja ein Fußballer trägt auch kein Gambeson und Kettenhemd und Helm und so.
Meine persönliche Meinung: wer spass dran hat sich mit einem Hauffen Jungs zum spass zu Prägeln der soll das tun, ist sein Risiko. Wem das zu gefährlich ist, solls eben lassen. Wer das Kämpfen mit einem Schwert darstellen möchte um dem geneigten Zuschauer die wirkungsweise solcher Waffen näherzubringen ist in einer “Freischlacht” onehin fehl am Platz, weil Schildchenschieben und mit dem Schwert über den Kopf stubsen nun wirklich so garnichts mit Kämpfen zu tun hat.
Dann ist das Risiko doch nur so hoch, wie ihr selber es werden laßt.
Die Frage, was passieren kann, mag zwar sinnvoll sein, um unnötige Gefahren auszuschließen, aber ansonsten ?
Es kann immer schlimmer kommen. Spekulationen bringen wenig, Anekdoten (verlorene Finger, aufgeschlitze Familienplanung, Stiche ins Auge, alles passiert) sind zwar schaurig, aber nutzten sie dir konkret bei der Einschätzung?
Ich denke nicht.
Wenn du eine der drei von Jens angesprochenen Varianten macht, egal welche, stehen drei Dinge zwischen dir und einem unnötig hohen Risiko.
Verantwortungsgefühl, Grundlagentraining und ein Partner, der selbiges genauso macht.
ans Herz legen, da wird deine Frage wohl nach einiger Lektüre auch hinreichend beantwortet sein.
Ansonsten hat Christian sicher Recht, wie jede mehr oder weniger sportliche Betätigung ist ein koordinatives Grundtraining, Köperbeherrschung, Fitness, und durch den Charakter des Ganzen ein Körperschutz absolute Basis.
Das i.A. insbesondere bei der zweiten aufgezählten Variante das einem Grossteil der Ausführenden in der einen oder anderne Weise mangelt, bedingt neben anderen Faktoren sicher ein gewisses Risiko.
Aber erst mal nur kurz. Mir ist kein Todesfall bekannt, dennoch kommt es immer wieder zu leichteren oder auch schwereren Verletzungen. Es handelt sich beim modernen freefight-Schwertkampf nunmal nicht um Hallenhalma, sondern um einen “Kampfsport” mit “Waffen”. Jeder, der mitmacht, weiß worauf er sich einlässt. Mit der “richtigen” Ausrüstung und dem nötigen Training (beider Seiten) lässt sich das Risiko minimieren, aber nicht völlig ausschalten.
Leider gibt es immer wieder welche, sogar relativ viele, die ohne Schutz und ohne ßbung aufeinander einprügeln, oder gar “Vorführungen” machen. Da passiert dann doch öfter mal was. Mit solchen Leuten sollte man nicht dengeln.
Im abgesprochenen Schaukampf sollte eher nichts passieren.