erstmal danke für die Blumen. :-) Wir sind stets bemüht.. *g*
Aber zum Thema zurück. Du hast es genau richtig vermutet, glaube ich. So ziemlich jeder hat wohl so seine entsprechenden Erfahrungen mit dem Thema.
Aber ich glaube weniger, daß die Leute dabei an die LARP Fraktion denken, wenns um RS geht.
Gegen die Larpies ist meiner Ansicht nach nichts zu sagen, denn die machen für gewöhnlich Fantasy und sagen das auch dazu! Da ist dann egal, wenn der Ritter mit Fellmütze oder spitzen Ohren oder sonstwas durch die Gegend läuft, denn DAS ist ja ohne historischen Bezug.
Obwohl ich tatsächlich (zumindest auf Fotos) viel wirklich gutes LARP (im Sinne von historischer Genauigkeit) gesehen habe, erstaunlich gut zum Teil.
Das nur mal um das wenigstens für meine Person klarzustellen. ;-)
Gruß,
Roland
(der irgendwann mal selber bei nem Larp reinschaut..*g*)
Meiner Ansicht nach sind Pilgereisen/Wanderungen in historischen Klamotten eine Art Rollenspiel.
Auch das beliebte “playing in the woods” der Dengelfraktion kann man, wenn es um eine Aufgabe ( VIP; Fuchsjagd ) als Rollespiel bezeichnen.
Auch größere Szenarien können dann mit modernen Fahrrädern interessant sein.
(laut Erzählungen gab es im letzten Sommer ein Rollespiel in historischen Gewändern wo sich eine Truppe ein paar Km weit zu Fuß durchschlagen musste und die NPC sich aus Mangel an Köpfen mit Fahrrädern fortbewegten um schnell neue Hinterhalte zu legen).
Das sind natürlich Beispiele fern ab vom üblichen MA-Markt, aber meiner Meinung nach reizvoll…
Und oft auch so dass “echte” Fähigkeiten getestet werden ( Führungskraft, Ausdauer …) und Leute die nur vorgeben was zu sein, enttarnt werden.
Das verspricht ja eine interessante Diskussion zu werden.
Ich hätte vielleicht noch erwähnen sollen was ich mit “gutem Rollenspiel” meine. Nämlich die tatsächlich rollengerechte Darstellung einer Person. D.h: Ja der Ritter darf seinen Knappen scheuchen muss ihn aber auch in den ritterlichen Disziplinen unterweisen (nicht nur mit dem Schwert herumzufuchteln).
@ Roland: Sicher an der Darstellung wie Du sie praktizierst (ich hab mir deine Website angesehen wirklich 2 Daumen nach oben! Obwohl die geste glaube ich auch nicht ganz A ist. Aber egal) ist überhaupt nichts auszusetzen. Ich bin nur der meinung das man sie mit etwas gutem Rollenspiel “würzen” könnte.
@ ALexander: sicher ist wirklich interagierendes Rollenspiel mit anderen Gruppen mit unter schwierig - praktisch unmöglich - mit einer absoluten A-Darstellung zu verbinden wenn die veranstaltung nicht genau zeitlich umrissen ist.
Aber ein Minimum an rollengerechten Verhalten (von mit möglicherweise falsch als “gutes Rollenspiel” bezeichnet) sollte meiner an sich nach immer möglich sein.
P.S: Ich werde das Gefühl nicht los, dass bei manchem hier allein das Wort “Rollenspiel” sofort die Alarmsirenen auslöst und nur noch die Vorstellung des Pompfen schwingenden Latexohren-Elbenkrieger mit Polyesterpiratenhemd und schwarzer Gothic Schnürhose zulässt. ABer nehmt Rollenspiel einfach als den Begriff für:
ICH - HABE - DIESE - PERSON/ - ENSCHICHT - GEWßHLT - UND - WILL - SIE - DEM - PUBLIKUM - MßGLICHST - GUT - UND - DETAILLIERT - VORFßHREN - ZU - DIESEM - ZWECKE - VERSUCHE - ICH - MICH - AUCH - SO - ZU - BENEHMEN - WIE - SIE/ER - SICH - ALLER - WAHRSCHEINLICKEIT - UND - DEM - VORHANDENEN - QUELLENMATERIAL - NACH - ZU - URTEILE - VEHALTEN - HßTTE.
(gut das man dafür auch Rollenspiel sagen kann, jetzt wo das Definiert ist.)
Eine gute Darstellung erfordert meiner Meinung nach gar kein Rollenspiel.
Rollenspiel kann mal ganz witzig sein, ist aber in den meisten Fällen (Alex hats ja auch schon getippt) entweder aufgrund unpassender Konstellationen undurchführbar, bzw. einfach nicht wirklich konsequent durchführbar.
Eine gute Darstellung ist nach meinem Verständnis, wenn der Handwerker sein Handwerk nicht nur ausüben kann, sondern dann noch mit entsprechendem Werkzeug und passendem Material und Hintergrundwissen.
Dazu gehört eine zeitlich korrekte Klamotte, handgenäht, versteht sich, passendes Schuhwerk.
Wenn der “Kleiderständer” dann noch sein Wissen an den Mann/die Frau bringen kann, voila:
Eine gute Darstellung ist geschafft.
Und das alles ganz OHNE Rollenspiel, das - mal Hand aufs Herz - ohnehin oft nur einen Sinn hat:
Daß sich irgendwelche Pannesamt- und Baumwollfürsten selbst beweihräuchern können und ihr angekratztes Ego mal aufpolieren, indem sie andere zusammenscheissen.
Die 10 großen A´s:
Alle
anfallenden
Arbeiten
auf
andere
abschieben
anschließend
anschwärzen
aber
anständig
DAS ist nach meinen Erfahrungen in vielen Fällen Rollenspiel, nicht immer, aber eben sehr oft.
Nun, ich denke, dass es auch hier darauf ankommt, worum es gerade geht. Wenn es eine Veranstaltung mit einem geselligen Aspekt ist, dann gehört das Spielen der Rolle natürlich zur Darstellung. Nur als Kleiderständer rumzulaufen ist dann bissl wenig.
Aber auch ich kann bestätigen, dass ich in dieser Angelegenheiten ein großes Defizit bei vielen Leuten feststelle.
Oftmals reicht es dann gerade mal zu dummem Marktsprech oder gezwungenen witzigen Sprüchen, schlimmstenfalls zu grobem Benehmen.
Dabei macht es sehr viel Spaß, seine “Rolle” bei Treffen auch zu leben. Das ist allerdings nicht so einfach als wenn man nur als Kleiderständer rumrennt oder sich nur als Schaukampfspieler betätigt. Bei unseren Treffen war so ein Ausleben der jeweiligen Rollen stets zentraler Punkt des Geschehens. Ich fand das immer sehr schön.
Rollenspiel oder rollengerechte Darstellung einer Persona ?
Interagierendes Rollenspiel ist auf 90% aller Veranstaltungen schwer bis garnicht umsetzbar, allein durch die nicht zusammenpassenden Gruppenkonstellationen.
Dazu gibts schon ein paar Threads, einfach mal die Suchfunktion nutzen.
In dargestellten Szenen wie z.B. der Andacht sollte ein der Rolle angemessenes Verhalten eigentlich selbstverständlich sein.
Aber nunja, das sollte die Abwesenheit von Polyester eigenbtlich auch.
Ich möchte nun mal eine möglicherweise doch recht provokante Frage hier rein stellen.
Wie wichtig ist gutes Rollenspiel für eine gute Darstellung?
Diese Frage stelle ich aus folgendem Grund.
Ich sah vor ein paar Wochen auf einer MA-Veranstaltung einen “Ritter”. Nun soweit nichts ungewöhnliches, nur leider verhielt sich dieser Ritter nur in bestimmt Situationen rollengemäß.
So war er voll in seinem Element, wenn es darum ging die Vorzüge seiner Rüstung vorzuführen oder seinen (natürlich gehobenen) Status (z.B: durch das herumkommandieren Untergebener, oder das herunterrattern seines zweifellos seitenfüllenden Titels)klar zu machen. Das historische korrekte verhalten setzte allerdings stets aus wenn es um die Darstellung der ritterlichen Werte Stete und Maze oder auch des Glaubens ging. (Man legt als christlicher Ritter während der Sonntagsmesse einfach kein Verhalten an den Tag für das sich ein heidnischer Wikinger schämen würde.)
So, ich hoffe es fühlt sich jetzt niemand durch dieses, recht diplomatisch umschriebene, Extrembeispiel auf den Schlips getreten. Und nun zurück zur Frage inwiefern gutes “Rollenspiel” Teil einer guten bzw. authentischen Darstellung ist?