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Eintrag #1 vom 04. Sep. 2007 16:45 Uhr Chris (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Chris eine Nachricht zu schreiben.

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picasaweb.google.com/frost.hh/WikingerKleidung/photo?[…]
Hallo!
Auf dem Foto, welches hinter dem Link hierüber erscheint seht ihr eine einfache Zeichnung von einer Dame, die sagte dies wäre ok für Wikingerfrauen im Winter.
(Ich selber möchte eine Wikingerfrau aus Haithabu darstellen, Zeitraum noch nicht so festgelegt, letztens erst Haithabu besucht um mich zu informieren, also am Anfang noch)
Es ist ein Mantel, der wie ein normales Tunika Kleid geschnitten ist und vorne die beiden Vorderteile überlappend hat.
Hier mal der Link für das Schnittmusterschema:
picasaweb.google.com/frost.hh/WikingerKleidung/photo?[…]
Nun meine Frage,
ich habe hier noch gewalkten Lodenstoff in dunkelblau einen alten Paenula Umhang vom Larp.
Kann ich darauß so etwas machen, oder haben die Damen das garnicht so getragen.
Ich weiß das es Mäntel gibt, die vorne zusammenstoßen, aber ich finde diese Version mit dem ßberlappen vorne besser, weil es noch ein bischen wärmer ist.
Hab mich generell schon informiert über sinnvolle Bekleidungen, aber wenn das ok ist von der Machart, dann würde ich das gerne als erstes machen, weil s mir optisch sehr zusagt.
*g* möchte halt dafür nicht negativ angesprochen werden, weil ich den vorne so schließe.
Danke für Antworten!!!
p.s.: Ja, ich habe mich hier durch diverse Threads gearbeitet bezüglich Wikinger, aber da es eine andere Form ist, mache ich einen eigenen Thread auf.
C.

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Eintrag #2 vom 04. Sep. 2007 21:23 Uhr Chris (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Chris eine Nachricht zu schreiben.

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Man kann hier anscheinend nicht editieren.
Also was ich nach weiterer Forschung auf einer schwedischen Seite gesehen habe,
(Ich hab bis jetzt nur Grundliteratur, die ich langsam erweitere)
ist die Mantelvariante, die ich überall sah eine Sommer kappa, also Sommermantel und meine “neuentdeckte” Variante, der Wintermantel dazu, deshalb hochgeschlossen und überlappend.
Belegt ist es somit immer noch nicht, aber wenigstens ein Stück weiter erscheint es mir ok.
C.

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Eintrag #3 vom 06. Sep. 2007 14:06 Uhr Karen Thöle  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Karen Thöle eine Nachricht zu schreiben.

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Hi!
Das Bild, was Du am Anfang gepostet hast, sieht nach einem Klappenrock aus; such doch mal nach dem Begriff hier in der Taverne. Ich selber bin weder Frühmitelalter- noch Wikinger-Experte, deshalb kann ich aus dem Kopf jetzt nicht sagen, wie es damit genau für bestimmte Zeiten und Regionen aussieht, und ob die Länge so gut ist oder vielleicht kürzer sein müßte. Aber vielleicht kommst Du mit dem Begriff schon weiter.
Zu Deinem Paenula-Umhang vom Larp kann ich schlecht was sagen, weil ich keine Vorstellung habe, wie er geschnitten ist. Du solltest das also noch genauer erklären, wenn Du wissen willst, inwieweit er brauchbar ist. Und beim Material mußt Du aufpassen: “Walkloden” ist häufig Strickloden, den es in dieser Form das Mittelalter hindurch nicht gab.
Bis denn
Karen

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Eintrag #4 vom 07. Sep. 2007 18:59 Uhr Isabell Sinzig  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Isabell Sinzig eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo,
vor kurzem habe ich mir auch einen Mantel genäht und davor meiner Meinung nach viel nach Mustern oder Funden gesucht. Auf das Bild mit dem blauen Mantel bin ich dabei auch gestossen und habe mich überwiegend an diesem auch orientiert (eher etwas unpassend aber zur Hilfe habe ich mir noch einen modernen Trenchcoat genommen, mit Knöpfen vorne und ebenfalls überlappend). Ich versuche eine Slawin (mit einem Wikinger als Mann) aus der Zeit um 1.000/Oldenburg i. H. (Starigard) darzustellen. Wie ich rausgefunden habe wird der Begriff Klappenmantel für einen Frauenmantel genommen und Klappenrock für einen für Männer. Bei dem für Männer gibt es in der Länge Unterschiede, die genauen weiß ich allerdings nicht mehr, da es bei mir ja nicht zutrifft :) Bei Frauen konnte ich keine Unterschiede ausmachen und hab mich demnach nach meinen Bedürfnissen (Frostbeule also Knöchellang, hoch geschlossen bis zum Schlüsselbein, kein V-Ausschnitt sondern rund) orientiert. Meinen Mantel habe ich nun jeweils bis mittig zur Brust überlappen lassen, oben zwei zarte Löcher gemacht und umstickt. Mit einer Fibel oder einer Spange durch die Löcher plus Gürtel schließe ich ihn. Bei den Silverwolfs sah ich auf der HP einen tollen Mantel, der mit Pelz umrandet und mit Borte geschlossen wird. Die innere Klappenseite möchte ich nun noch von innen mit einem Knopf oder ähnliches (nicht sichtbar) festmachen, da sie immer wieder beim Bewegen runterrutscht. Belege hierfür kenne ich nicht, aber es scheint mir praktisch. Mit der Zeit soll noch ein wenig Borte evtl. hinzukommen.
Gefüttert habe ich meinen nicht, habe ich bisher auch nicht bereut. Mein einziges Problem ist bisher, dass sich der Mantel mit der Zeit unterhalb des Gürtels leicht V-förmig öffnet. Ich hoffe, dies erübrigt sich, sobald ich den Knopf angebracht und das Verrutschen gestoppt habe.
In wie fern mein Mantel historisch korrekt ist, kann ich nicht sagen. Bin hier aber gerne für Anmerkungen und Kritik bereit.
Lieben Gruß
Isabell

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Eintrag #5 vom 08. Sep. 2007 12:31 Uhr Beate (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Beate eine Nachricht zu schreiben.

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> Wie ich rausgefunden habe wird der
> Begriff Klappenmantel für einen
> Frauenmantel genommen…
Und in welchem Buch steht das?
In allen mir bekannten Berichten und Analysen zu den Funden meint die Bezeichnung “Mantel” immer einen Rechteckmantel. Und mit einer gefütterten Obertunika (vielfach durch Funde in Haithabu belegt!) ist es auch warm genug (selber schon bei Minusgraden im Winter getestet).
Gruß, Beate

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Eintrag #6 vom 08. Sep. 2007 18:39 Uhr Alexander Klenner  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Alexander Klenner eine Nachricht zu schreiben.

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Also vorweg, ich bin kein Spezialist fürs Frühmi.
Aber wenn ich das hier so lese, sehe ich eines der großen Probleme(*) der Frühmiszene in seiner vollen Ausprägung.
Jemand hat diesen hübschen und praktischen Schnitt veröffentlicht. Jemand anderes trägt so ähnliche Kleidungsstücke.
Das Ergebnis gefällt, also wird es übernommen, dabei ggf. ein wenig den eigenen Vorstellungen und praktischen Erwägungen angepaßt, und umgesetzt.
Es tut mir leid, aber für die Konzeption eines historischen Stückes fehlt mir hier vor allem eines: Die Beschäftigung mit der Quellenlage.
Dieses voneinander kopieren ist ein Mechanismus, der der ‘Szene’ schno die Steckstühle, Visbylaternen und viele andere praktische, hübsche, ambientige, aber vollkommen unhistorische Dinge beschert hat.
Auf den Mantel bezogen:
Gibt es Quellen ?
Wenn nein, sowieso abhaken.
Wenn ja, wie sehen die aus ?
Wurden sie zur Erstellung des Schnittes herangezogen, oder ist er auch nur eine Kopie einer Kopie ?
Es mag ja möglich sein, daß die Kopie einer Kopie einer Kopie(…) deren Ursprung auf Quellen basiert, ein historisches Objekt ergibt. So auch dieser Mantel.
Aber ganz nach dem “stille Post” System ist das eher unwahrscheinlich, allein wenn man die Abwandlungen, die hier überlegt werden, betrachtet, wird das mehr als deutlich.
Vielleicht liest das ja auch jemand, der mit Quellenhinwiesen weiterhelfen kann, wenn nicht, würde ich persönlich eine genauere Recherche empfehlen, und nicht auf dieser Basis Arbeit investieren.
*)
Anmerkung aus trauriger Erfahrung:
Ich bin mir vollkommen bewußt, daß andere Zeiten, auch ‘meine’, ebenfalls ihre Probleme habe, aber erstens bitte das Aufrechnen selbiger als nicht zielführend zu unterlassen, zweitens sind diese eben hier nicht das Thema.
Gruß, Ivain

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Eintrag #7 vom 08. Sep. 2007 23:43 Uhr Nicole Müller  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Nicole Müller eine Nachricht zu schreiben.

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hi!
Also, es gibt keinen gefundenen “ganzen” Klappenrock. Es gibt hin wieder mal ein paar Fragmente, wozu es viele Spekulationen, Rekonstruktionen gibt. (Haithabu z.B.). klappenrock ist also ein heikles Thema….
Ich stand vor einem Jahr genau an der gleichen Stelle und habe bei meiner Recherche unter anderem auch die unten aufgeführte Zeichnung entdeckt. Da ich für kalte Abende nunmal mehr als einen Rechteckmantel brauche, habe ich mich an einer solchen Rekonstruktion aus reinem Interesse versucht. Fazit:
Da es gegen viele Fehleinschätzungen innerhalb von Skandinavien <keine!> Gürtelfunde bei Frauen gibt, und Knöpfe noch nicht verwendet wurden, ist diese Rekonstruktion sehr unpraktisch im Gebrauch! Auch wenn man es mit einer Fibel oben befestigt, hängt es unten in der Gegend rum.
Da bleibt die Vermutung, dass FALLS sie so etwas getragen haben, es bestimmt anders gemacht wurde….
Lg

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Eintrag #8 vom 09. Sep. 2007 12:48 Uhr Birgit (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Birgit eine Nachricht zu schreiben.

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Nur ein Gedanke…
Hat man Fibeln in Frauengräbern auf Hüft oder Taillenhöhe gefunden?
LG
Birgit, die lieber mal Mut zur (Wissens)Lücke hat ;-)

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Eintrag #9 vom 10. Sep. 2007 14:39 Uhr Elisabeth (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Elisabeth eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo zusammen,
Wie Beate schon sagte, Mantel ist ein schwieriger Begriff. Nennen wir den hier gemeinten Mantel doch einfach “vorn offene Obertunika” (vgl. Inga Hägg).
“Da es gegen viele Fehleinschätzungen innerhalb von Skandinavien <keine!> Gürtelfunde bei Frauen gibt, und Knöpfe noch nicht verwendet wurden, ist diese Rekonstruktion sehr unpraktisch im Gebrauch! Auch wenn man es mit einer Fibel oben befestigt, hängt es unten in der Gegend rum.”
Hm, der Vollständigkeit halber: es gibt Gürtelfunde bei Frauen, zumindest auf Gotland (und ein oder zwei vereinzelte Funde auch auf dem Festland). Wenn man sich allerdings anschaut, dass bei den Männern Gürtel aus Stoff relativ verbreitet waren, ist dies auch für Frauen möglich. Schlecht nachweisbar - da ohne Posamentarbeiten, die schließlich eher bei Männern zu finden sind.
Und (um noch mehr Korinthen zu ka***) Knöpfe wurden sehr wohl verwendet, nur eben nicht bei Frauen.
Mal ganz praktisch gesehen: Schneidet man die Obertunika so zu, dass sie vorn ein Stück (10-20 cm) überlappt, dann lässt sie sich prima mittels einer Fibel zwischen Hals und Brust sowie eines Gürtels schließen. Wenn das Material steif genug ist (Loden) auch nur mit einer Fibel.
Zum Nachlesen und selbst interpretieren (Birka):
Geijer, A. (1938): Birka III. Die Textilfunde aus den Gräbern.
Hägg, I. (1974): Kvinnodräkten i Birka: livplaggens rekonstruktion pa grundval av det arkeologiska materialet.
Hägg, I. (1986): Die Tracht. In: Arwidsson, G. [Hrsg.]: Birka II:2. Systematische Analysen der Gräberfunde.
Jo, und die Haithabu-Publikationen wurden ja schon erwähnt.
Viele Grüße, Elisabeth (bibbernd und sich eine daunengefütterte Obertunika wünschend)

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Eintrag #10 vom 11. Sep. 2007 18:49 Uhr Chris (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Chris eine Nachricht zu schreiben.

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Hm, genau aus dem Grund, weil ich dann doch gern was belegtes machen wollte statt etwas was vielleicht so gemacht wurde hab ich hier gefragt.
Aber der letzte Beitrag ist super, da hab ich nen Anhaltspunkt zum suchen.
(man möchte ja auch nicht wild irgendwelche Bücher kaufen oder leihen ;))
Mein Umhang besteht aus dunkelblauem Lodenwollstoff.
Vielleicht etwas undurchsichtig formuliert, ich wollte einfach den Stoff verwenden, für diese offene Obertunika *g
C.

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