,die Bilder sind aus dem Buch: Römer und Franken in Krefeld-Gellep von Renate Pirling ISBN 3-8053-0893-0 Philipp von Zabern.
Aber auch im Osprey Elite 17 Germanic Warrior sind Bilder davon zu sehen. (Das halbe Buch besteht aus Bildern von Krefeld)
Der Fundzusammenhang ist recht ungenau beschrieben, nur das sich Reste eines Wagens im Grab erhalten haben.
Die Tasche selber wird als recht klein beschrieben und ist eher nett anzusehen als nützlich. So sind die Verzierungen in der miteingestellten Rekonstruktion aufwendige Nähte. Zu erwähnen bleibt das diese Tasche eher an einen Riemen umgehängt wurde, wie eine heutige Handtasche.
Meine Erfahrung mit Taschen:
Ich bin den Gürteltaschen eher abträglich und nutze kleine Beutel am Leibriemen unter der Tunika, schützt vor “Beutelschneidern” und stört das Bild nicht (ich kenne keine Abbildungen aus dem 10.Jahrhundert mit einer Gürteltasche)
Als Brottasche fürs Gefecht oder Wanderung ist eine größere Tasche halt auch zum Umhangen praktisch, da sich das Gewicht besser verteilt.
die Ecken und Ränder sind mit Bronzebeschlägen eingefaßt, in der Mitte der Frontklappe (oder “Deckel” Ihr wißt schon, was ich meine…) ist ein runder Zierbeschlag, Schnalle ist mittig aufgebracht mittig am Rand sind außen 2 Vogelfiguren angebracht.
So wie der Fund auf dem Foto aussieht, könnte (!) die Frontklappe an den Rändern Punzierungen im Rillenmuster aufweisen. Zu besichtigen ist die Tasche in Krefeld, Museum Burg Linn.
Gürteltaschen werden bei den Trachtrekonstruktionen aus den Gräbern
- Westhofen (Frauengrab, 6. Jhdt.) und
- Alach bei Erfurt (Männergrab 6. Jhdt.)
gezeigt.
Die Frauentasche ist rechteckig und hängt an einem Gürtelgehänge in bequemer Griffhöhe ca. Mitte Oberschenkel.
Die Männertasche ist direkt am Gürtel angebracht, in der Frontklappe scheinen noch zwei kleine Messer waagrecht parallel zu stecken.
Belege für eine Exsitenz geben die mannigfaltigen “Taschenbügel” - Funde und Schnallengarnituren der Merowingerepoche oder noch frühe Karolingerzeit.
Aber nix Wiki! *g*
Gürtel;
Breitere Gürtel gabs auch. Aber wieder nix Wiki *g* sonder unterwarfen sich sehr schnell der Modediktatur in der Meowinger- und Karolingerzeit. So veränderten sich zügig die Tragweisen, die Längen und Breiten des Leders, und die Schnallen- und Beschlagsformen.
Punziertes Leder;
eine sehr schönes Exemplar mit punziertem und kerbschnittverziertem Leder ist ein Saxscheide aus dem (alt-) sächsischem Fundkomplex “Liebenau”. Aber wieder “nix Wiki” *g*. In wie weit man davon ausgehen kann das es auch punzierte Taschen gab weis ich leider nicht.
Aber die Funde div. verzierter Scheiden belegen die Existenz dieser Lederbearbeitungstechniken.
Alles weitere wurde bereits ja schon angesprochen.
…bleiben bei uns im Zelt. Die ganz genaue Stelle möche ich hier lieber nicht beschreiben ;-) -es ist eine Stelle an der Besucher nix zu fummeln haben, aber wir kommen jederzeit ans Geld oder die Digicam, ohne das das Zeugs doof auf dem Bett rumliegt.
“Gewandet” als Besucher kommt fast nie vor, aber wenn doch dann haben wir ohnehin einen Weidenkorb dabei, dessen Inhalt mit einem Tuch abgedeckt ist…
Danke für die Infos! Zusammenfassend kann man sagen, daß eher etwas kleinkram am Gürtel getragen wurde oder in einen einfachen Beutel gesteckt wurde.
Aber mal eine Praktische Frage: Wo verstaut ihr solche Dinge wie Führerschein, Fahrzeugpapiere, wenn ihr auf Veranstaltungen fahrt? Im Geldbeutel ergeht es denen nicht besonders lange gut… Auch sonst hat jeder bestimmt noch Kram dabei, den man nicht im Auto liegenlassen will, wie z. B. Handy (natürlich ein ausgeschaltetes!!!).
man geht davon aus, daß die latgalische Frauentracht (heutiges östliches und südöstliches Lettland, 6.-12.Jhdt) Gürteltaschen für den Kleinkram kannte. Im Gegensatz zu den Alemanninnen und Skandinavierinnen wurde der “Kleinkram” wie Schere, Amulette, Feuereisen etc. nicht einzeln am Gürtel befestigt. Die Fundlage in den Gräbern läßt eher auf den “Sammelbehälter” schließen.
Nur, wie das bei den organischen Materialien ist, ist halt nicht besonders viel gefunden worden, das Beschaffenheit und Zuschnitt rekonstruieren läßt.
Meine Freundinnen aus der “Werkstatt des Altertums” in Lettland verwenden einfache Lederbeutel ohne viel Verzierung.
Weiter unten wurde schon geschrieben, daß es keine Belege für Gürteltaschen gibt. Deshalb wohl auch keine für punzierte… schade!
Mich würde da mal mehr interessieren, wann und wo es lederne Gürteltaschen belegt sind. Gabs sowas vor der eigentlichen “Wikingerzeit” oder erst danach? Gabs sie zu der Zeit in anderen Regionen?
Bin gespannt, an eurem unbändiges Wissen teilhaben zu dürfen!!!
um mal kurz zum Thema zurückzukommen, hätte isch da noch folgende Fräge:
Wie sieht´s eigentlich mit punzierten Taschen aus? Lassen wir den Schnitt jetzt mal beseite. Ein Kollege von mir hat mir nämlich gesagt, sowas gäb´s net. Was mich sehr traurig stimmen würde, ertauschte ich mir doch vor kurzem gerade eine Solche…
Vielleicht nur folgendes dazu:
- Punziert wurde ja schließlich auch beim Schmuck
-inwieweit ist diese Strukturierung des Leders über die Jahrtausende erhalten geblieben / Besteht die Möglichkeit, dass sich das Leder wieder “entdellt”
Trelleborg ist ein Ortsname in West Sjaeeland zwischen den Tude und Varby bei Slagelse in Dänemakrk. Diese Bezeichnung ist Orts- sowie Flurbezeichnung. Weitere “Trelleborgs” sind in Südschweden, Fyrkat und Nonnebacken und und Aggersborg.
Auch ein Alemanne kann weit reisen. Vor allem wenn er sein Weib dort holt…
ups, das war wohl nix. Die Stadt Trelleborg liegt zwar in Schweden, gemeint war aber wohl die Ringwallanlage in Dänemark, siehe www.trelleborg-museet.dk (Danke Henry).
Die Breite des Gürtels der Wikinger lässt sich licht aus den Schnallenfunde (z.B. Trelleborg DK) ermitteln. Sie waren relativ schmal, wurden nach der Schnalle vermutlich einmal über sich selbst geknotet, damit die Riemenzunge senkrecht hinunterhing entlang der Vorderseite des linken Oberschenkels.
Beispiele für Rekonstruktionen: siehe Osprey Publications “The Vikings” oder “The Viking Hersir”, oder Rekonstruktion im Katalog “Viking og Hvidekrist”.
Und gab es wirklich nur schmale Gürtel? Ich hab’s Leder für einen ca 5cm breiten Gürtel da liegen und warte nur noch auf den, der mir einen schönen breiten Gürtel präsentieren kann. Ansonsten liegt der Cutter direkt daneben..
Ich persönlich kenne außer den Beuteln aus Haithabu auch keine Gürteltaschen der Wikingerzeit, doch hat man mir gesagt, daß bei den Ausgrabungen in York und Dublin Fragmente gefunden wurden. Ich würde das aber versuchen zu verifizieren bevor ich mal wieder - wie von Timm schon vermutet - einem Szenemythos aufsitze. Ansosnten würde ich zur Sicherheit bei den genannten Beuteln bleiben.
Wenn da jemand etwas genaueres weiß, wäre es schön, wenn man die Quellen hier veröffentlichen könnte.
Such’ mal nachd en Birka-Funden. Da dürfte einiges an interessantem Material für Dich dabeisein. Allerdings handelt es sich dabei vielfach um Importgut.
mir ist kein Fund einer Gürteltasche aus dieser Zeit bekannt. Das so viele Leute mit einer rumlaufen dürfte eine der typischen Szenelegenden sein (siehe afrikanische Stühle…).
Wenn du auf der sicheren Seite sein willst, nimm einfache Kreis- oder Halbkreisbeutel, davon gibt es diverse Funde, z.B. aus Haithabu.