Ein´habbich auch noch, falls die Fachliteratur zuviele Fremdwörter enthält: Schafft Euch´n Fremdwörter-Duden an, die Investition lohnt sich immer, insbesondere, weil man ihn für Kleines auf dem Flohmarkt erwerben kann. Noch ein Stück Einsteigerliteratur, das eine Menge Aspekte enthält: “Glanz und Elend des Mittelalters-Eine endliche Geschichte” von Ferdinand Seibt, Siedler Verlag, ISBN 3-572-10045-3 Gibt es derzeit als Sonderausgabe für 25 Mark statt 78 Mark im modernen Antiquariat und im gut sortierten Buchhandel. Zeigt die politische und gesellschaftliche Entwicklung von Karl dem Großen bis zur Renaissance auf. Sehr anschaulich und gut lesbar, für den Preis schwer zu schlagen. Duden aber zu diesem Buch sehr empfehlenswert. Gruß Ivo P.S.: Danke für positive Resonanz, weiter so. Kaum zu glauben, daß sich mal ein Thread wie gewünscht entwickelt, bin echt begeistert.
Ich hab auch was: Prof. Eberhard Orthbrandt “Die Zeit der Staufer”, Dr. Riederer-Verlag Stuttgart Relativ leicht zu lesen, Einführung in die Entstehungsgeschichte des Weströmischen und Oströmischen Kaisertums. Desweiteren genaueste geschichtliche Erklärungen samt Zitate aus der Zeit zwischen Friedrich v. Büren und Konradin. Nebenbei Geschichte des Papsttums.(Alles mit Quellenangaben) Hubertus Prinz zu Löwenstein “Konstantin der Große”, Langen Müller Verlag Nach langahtmiger Einführung ein durch einen fiktiven Historienschreiber wunderbar und schnell zu lesende Geschichte über Konstantin und die Entstehung des Papsttums mit Quellenangaben. Rudolph Wahl “Der Gang nach Canossa”, Verlag Bruckmann Ausführliche Schilderung des Canossaganges und seiner Beweggründe mit Quellenangaben. Zu weiteren Quellenangaben habe ich leider momentan keine Zeit. Gruß v. Arlen
Tach zusammen, eins hab ich noch: “Geschichte des privaten Lebens” von Ph.Ariés und George Duby (Hg) Band 2 “Vom Feudalzeitalter zur Renaissance” Fischer ISBN 3100336119 teilweise sehr wissenschaftlich formuliert, teils sehr lesbar und spannend. Behandelt eben das private Leben auch der einfachen Bürger und des Klerus etc. Frank
Hallo zusammen, Da ich zur Zeit selber an einer Veröffentlichung arbeite, kann ich nur bestätigen: Das Horten und Filtern von Informationen kann massig Zeit in Anspruch nehmen. Diese verbringt man am Besten in einer Uni-Bibliothek (zumindest hier in Bielefeld auch für Nicht-Studenten nutzbar). Sobald man sich durch die computerisierten Suchsysteme geackert hat, kann man sich in Ruhe den eroberten Werken zuwenden und auch deren Literaturverzeichnissen seine Aufmerksamkeit widmen- und schon hat man eine Vielzahl weiterer Titel und Autoren, nach denen man die Regale und das Internet durchforsten kann. Erkundigt euch auch ruhig nach Fernleihmöglichkeiten, mittels derer man sich Bücher aus den entlegensten Bibliotheken schicken lassen kann. Für Fachidioten empfiehlt es sich, auch die Zeitschjriftenkatalogen durchzuschauen. Hier findet sich oftmals sehr exklusive, spezielle Information (z.B. `Journal of medieval history`). Viel Spass beim Wühlen,
Shahid Adrian al-hattab al-dschandar ibn amir Hakim al-isfahani
Hallo Claudia, hallo alle Lesewütigen, ich greife auch gerne auf die Bücher (Biographien) von Regine Pernoud zurück, z.B. über Eleonore von Aquitanien, Blanca von Kastilien, Richard Löwenherz oder die Sammlung über die Heiligen im Mittelalter. Gut ist auch “Die Geburt Europas aus dem Geist der Gewalt”, ein schwachsinnig übersetzter Titel, treffender ist der englische “Conquest, colonization and cultural changes” (zum Glück ist nur der Titel blöd übersetzt…). Darin geht es um Kolonisierungs- und Besiedelungsbewegungen, rechtliche und sprachliche Verschiebungen, Folgen nicht nur für den Adel sondern eben auch das “gemeine Volk”, etc. Laß´ Dich nicht abschrecken, es ist ein dicker Wälzer, aber voll gepackt mit Informationen. Ansonsten kann ich mich nur den vorgenannten Empfehlungen anschließen. Viel Spaß beim Lesen, studieren, recherchieren, und … …. der Tag hat leider nur 24 Stunden
Tach zusammen, hallo Claudia ein Buch (das ich noch nicht habe, aber in Sekundärliteraturlisten auftaucht) ist: Otto Borst: Alltagsleben im Mittelalter ISBN: 3458322132 Insel Verlag, 659 Seiten, 24,80 DM Die Literaturangaben im Anhang sind auch ein prima Weg neue Literatur zum Thema (oder zu einem anderen) zu finden. Frank
Hallo Claudia! War eigentlich nur so als kleines Schmankerl am Rande gedacht, für die Leute, die immer behaupten, es gäbe nicht genügend verfügbare Informationen… ;o) Gruß
Hallo, Jörg! Super, die Bücher hab ich auch schon. Zu Amazon: Genau DAS wollte ich vermeiden. Da wird einem Anfänger ja schwindelig, oder meinste nicht? :o))
Herzlichst Anna von Veen auf dem Berge alias Claudia Schröder von Media Aetas e.V. Bielefeld
Hallo Allerseits. Fragen ist ein legetimes Mittel, sein Wissen zu bereichern, nur sollte man jede Frage an verschiedene Instanzen stellen, und jedesmal die Quelle der Information erfragen. Aus der Summe der Antworten sollte man sich dann die Essenz heraussuchen, die am plausibelsten und vor allen Dingen am fundiertesten erscheint. Trotz Ivos richtigen Vorschlag möchte ich noch darauf hinweisen, daß nich alles richtig ist, was gedruckt wurde. Auch in Uni-Bibliotheken finden sich Bücher, die sich wiedersprechen. Gewarnt sei insbesondere vor älteren Büchern, die das Mittelalter romantisch verklärt darstellen, und vor Kostümkunde-Büchern, die nachgezeichnete Bilder enthalten. Sonst kann es leicht passieren, das man für einen schlechten Römer- oder Griechendarsteller gehalten wird, weil die Vorlage für die mittelalterliche Kleidung aus einem Buch stammt, das in einer Zeit gedruckt wurde, wo die Klassik gerade besonders modern war. Im übrigen teile ich Ivos Meinung, daß der Begriff “Gewandung” unpassend für ernsthaftes Arbeiten ist. Alles Gute, Philipp
Hallo Claudia! Ein guter Einstieg ist Harry Kühnel´s “Alltag im Spätmittelalter”. An anderer Stelle (sprich in einem anderen Thread) wurden schon mal genannt “Ritter, Mönch und Bauersleut” von Dieter Breuers, und "Bettler, Gaukler, Dirnen und Henker, Name des Autors ist mir leider entfallen. Ein Tip: Gib mal bei www.amazon.de in der Stichwortsuche den Begriff Mittelalter ein. Du erhälst ca. 1.300(!) Suchergebnisse… Gruß
Hallo, Jörg! Prima, ich stimme Dir zu. Kommen wir zur Praxis: Kannst du (oder auch jemand anderes) mir konkret ein Buch empfehlen zum Thema Alltagsgeschichte? Ich weiß, es gibt viel zum Thema, aber was hältst du für brauchbar? Für Neulinge ergibt sich doch oft das Problem (der Reiz?) dass sich Quellen oft widersprechen.
Herzlichst Anna von Veen auf dem Berge alias Claudia Schröder von Media Aetas e.V. Bielefeld
Eh…Hallo… Haduwolff: Leider werden viele Anfänger mit Schund abgespeist oder kriegen keine Info insbesondere Quellenstudium und Methoden. Habe schon ein paar Leute auf die Möglichkeiten der Bibliotheken hingewiesen, und die kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus, wie ich soviel wissen kann. Einfach mal die Möglichkeiten der eigenen Recherche erkennen und nicht immer auf Secondhand-Informationen von Händlern und Fellbarbaren hereinfallen müssen, dahingehend wollte ich diesen Thread verstanden wissen. Schön, daß auch die Agenda an diesem Ziel arbeitet, Respekt dafür, aber konstruktiver wären Beispiele und Tips zur fundierten Recherche gewesen statt reiner Eigenwerbung. Außerdem gibt es genug Leute, die sich für Anderes interessieren als das Hochmittelalter. Zum Beispiel 14. und 15. Jahrhundert, oder gar das frühe 16. Jahrhundert, oder das Frühmittelalter mit all den Karolingern, Merowingern, Ottonen, Wikingern, Sachsen, Slawen etc. Es geht mir nicht um pauschale Kritik an engagierten Aktiven, zu denen ich Dich auch zähle, sondern einfach mal um die Vermittlung wissenschaftlicher Methoden und der Wege zu fundierter Literatur. Es gibt noch genügend Leute, die einerseits Mittelalter machen wollen, aber nicht im Ansatz wissen, was für Massen an Informationen in der nächsten Bibliothek der Entdeckung harren. Stimmst Du mir zu? Ich denke, schon, oder? Also weiter im Text, Jörg hat den Ansatz, den ich mir wünsche, aufgenommen. Gruß Ivo
Hallo Leute! Ein völlig frischer Neuling rennt eigentlich nicht sofort in die Bibliothek. Nehmen wir mal an, ein junger, an geschichte interessierter Mensch kommt das erste mal nach FF. Es gefällt ihm so gut, daß er sich sofort an eine Gruppe wendet, um in diese Aufgenommen zu werden. Wenn er dort sofort mit “Mach erst mal Recherche, geh in die Bibliothek usw.” begrüßt wird, hat man ihn evtl. sofort wieder vergrault, denn meißtens sehen die Leute nicht die Detailarbeit der Gruppen, sondern sehen nur, wie toll das ist und wieviel Spaß man daran hat. Nach meiner Erfahrung her sollte man den Neuling langsam in Richtung A. führen. Natürlich nicht im Schneckentempo. Es reicht ja zunächst, ihm in der Herstellung einer korrekten Gewandung zu helfen. Ist der Mensch wirklich interessiert, fängt er nach kurzer Zeit selbst an, nach Quellen zu suchen. Gruß v. Arlen
Moin zuammen! Das wichtigste am Anfang ist sicherlich -wie bereits gesagt wurde- erst mal ein vernünftiges, fundiertes Hintergrundwissen, also: lesen, lesen, lesen. Ganz wichtig ist auch, sich mit dem normalen *Alltagsleben* auseinanderzusetzen, da hapert es meistens. Desweiteren: Museen besuchen. Noch mehr lesen, und vor allem: Fragen! Nur wer fragt, dem kann auch geholfen werden.Seid aber auch bereit, Kritik anzunehmen und sucht nicht nur nach einer Bestätigung Eurer Meinung. Die Company of Saynte George und 1476 waren am 7./8. August im Angelbachtal. Das Lager war nicht ´abgezäunt´ und trotzdem haben es gerade mal ZWEI Leute (Hallo Alexander, hallo Thomas!) es geschafft, mal zu uns zu kommen und mit uns zu reden. Schade eigentlich… Gruß
Grüß Euch, ja,ja, die Recherche. Mit der Agenda kommen Buchtips raus, die das Leben erleichtern. Die A-Päpste, so z.B. ich, sitzen nicht auf ihren Infos, sondern geben an ernsthafte Interessenten gerne alles weiter (auch Henning usw.), aber nur, wenn sich die Leute auch mal Bewegen und hinfahren. Für eine Dauerversorgung bundesweit haben die meisten keine Zeit, deshalb Agenda! Bei der Flut an Infos im Net habe ich als Netneuling schon gemerkt, daß es sehr mit vorsicht zu genießen ist.
Kleiner Tip am Rande: Es existieren Bibliotheken (keine Ahnung obs alle, nur die eine, oder mehrere so machen) in denen man auch Bücher bestellen kann. Diese Bücher gehen dann ganz normal ins Inventar der Bibliothek über, also keine Zuatzkosten für den Besteller. Wenn euch also mal ein gutes Buch fehlt, seid nicht bang zu fragen.
Und nachdem das Thema definiert ist, gleich mal mein Senf: Der erste Schritt, nachdem man sich (grob) für ein Jahrhundert entschieden hat, ist die Literaturrecherche, also LESEN! Und zwar keine Comics, Historienromane o.ä., sondern wissenschaftliche oder zumindest poulärwissenschaftliche Literatur. Und um sich nicht für Bücher totzuzahlen, geht man zu diesem Zwecke in die Bibliothek. Um in der Bibliothek zielgerichtet recherchieren zu können, sollte man sich zunächst mal den Katalog in Form von Computer oder Karteikästen vom freundlichen Personal erklären lassen. Meist gibt es mehrere Zettelkataloge, die nach Autoren, Stichworten, zuweilen auch Orten gestaffelt sind, die Wahl sei hier der Stichwortkatalog. Der Computerisierte Katalog ist meist auch mit mehreren Suchmodi ausgerüstet, nur sind meist nicht alle Bestände bereits im Computer, also vernachlässigt nicht die Karteikästen, da lauern manchmal wahre Wunderschätze. Wichtigste Stichworte für den Reenactor, nach Themen sortiert: Kleidung: “Kostümgeschichte”, “Kleidung”, “Kostüm”, weitere Unterrubriken zu Schuhen und Hüten gibt es gelegentlich auch. Rüstzeug: “Rüstung/Schutzbekleidung”, alles andere befaßt sich mit dem NATO-Doppelbeschluß und ähnlichem modernen Zeug. Schwerter etc.: “Waffen”, “Blankwaffen”, “Schwerter” etc., erstmal nach dem Oberbegriff schauen und dann sehen, ob die Einzelbegriffe gelistet sind. Stoffe und Stoffverarbeitung: “Textilgeschichte”, “Textilkunde” Zum Stichwort “Ritter”, “Söldner” oder “Soldat” findet sich auch so manches, des ßfteren mit viel Text, der aber meist auch viel Info bereithält. Lesen und nicht abschrecken lassen. Außerdem: “Archäologie” gibt ne Menge her, was Gegenstände des Alltags und täglichen Gebrauchs angeht. Wenn dann die Bücherstapel vor Euch liegen, dann filtert die Informationen heraus, die sich mit der von Euch gewählten Epoche beschäftigen, und macht bloß keinen Mix quer durch vier Jahrhunderte. Jedes Jahrhundert und jeder Abschnitt des betreffenden Jahrhunderts wies betreffend Kleidung, Rüstung, Bewaffnung, Schguhwerk etc. gravierende Entwicklungen in allen Lebensbereichen auf, auch damals galoppierten die modischen Entwicklungen, sowohl zeitlich wie regional. Ein Tip: Vergeßt das Stchwort “Gewandung”, das ist ein unwissenschaftliches, modernes Konstrukt aus dem LARP-Bereich. Genauso, wie es zum Begriff “Authentik” wohl keine Literatur geben wird;o) Das alles ist eine nette Detektivarbeit, die man sich, so man als Gruppe zusammenarbeitet, aufteilen kann. Und ein Nachmittag mit drei Mann in der Bibliothek kann sehr unterhaltsam und gegebenenfalls wesentlich informativer sein als drei Tage im Internet. Für mich macht die Rercherche gut die Hälfte des Hobbys aus, und ich habe einen Heidenspaß dabei. Kann nur sagen: Just do it ! Dies nur mal als oberflächlicher Einstieg. Mehr Input, Leute! Gruß Ivo
Moin, Gemeinde! Da sich viele Leute über die “A.-Päpste” und besser Informierten aufregen und besser gebildete Kreise gerne auf ihren Infos sitzenbleiben, möchte ich mit diesem Thread eine Sammlung von Anregungen starten, die der Erleichterung des Informationssammelns dienen soll. Wo und wie kriegt der am Mittelalter interessierte Anfänger seine Informationen, wo sollte man mit der Suche anfangen, wo sollte man bei der Darstellung und dem Einkauf anfangen, welche Fehler sollte man vermeiden? Ein Herz und mehr Einsteigerinformationen für Anfänger sei das Motto. Ans Werk, Gruß Ivo