Leinen findet man ja noch recht häufig (und wenns mal knapp wird, geht auch das IKEA Leinen noch ganz gut…). Bei Wolle siehts aber eher schlecht aus. Grad wenn man - wie ich - gerne Pflanzenfärben würde. Ungefärbte Wollstoffe findet man nur selten… schade. Aber vielleicht mach ich mich mal ans selberweben. Ein Webstuhl stände mir schließlich zur Verfügung, wär ja eigentlich sträfliche Verschwendung von Ressourcen, den nicht zu nutzen. :)
Was ich mit Strukturseite meinte: Eine Seite bei Köperbindung sieht ja immer diagonal-gestreift aus und die andere wie als wäre es leinwandgebunden.
Aber danke für den Tip!
Also ich schlage zu, wenn ich was Passendes direkt sehe. Meinen rostroten Wollköper habe ich aus einer Stoffrestetruhe hier in der Nähe für 10? den Meter bekommen. Ist natürlich längst ausverkauft… Zu ähnlichen Preisen gibt es aber immer wieder Wollen in brauchbaren Farben. Mittlerweile schlage ich zu, wenn was da ist, nicht wenn ichs brauche
:o) .
Manchmal hat man ja auch Glück und erwischt was in den regulären Kaufhäusern. Leinen z.B. Liegt meistens zwischen 10 und 15 ?/m. Gibts oft gebleicht oder natur.
Und gaanz selten auch mal Leinen mit Baumwollbeimengung..
Also die Köperbindungen die ich kenne haben auf beiden Seiten eine Struktur… Allgemein würde ich die Strukturseite aber nach außen machen (wozu die ganze Mühe, wenn mans dann doch nicht sieht?). Funde, die das belegen habe ich aber nicht parat - ist also leider nur Vermutung.
Aber eine ganz andere Frage: Wo kauft ihr euren Wollstoff?
Ich kenne www.naturstoffe.de aber dort wäre der einzige ungefärbte Stoff der Goliath, welcher mit 500 g/lfm eher für Mäntel denn für Tuniken zu gebrauchen ist (oder?). Was ich bräuchte, wäre also etwas genau dazwischen, was ich leider noch nirgends (zu einem günstigen - nicht billigen - preis) gefunden hab…
Ich hätte auch am liebsten naturfarbene Wollstoffe, da ich gerne mit Pflanzen färben wollte.
Vor Ort gibts leider kaum Stoffgeschäfte, aber in den kleinen vorhandenen werd’ ich mich die Tage mal auf die Suche machen.
Bei einem Wollköper, welche Seite trägt man da sinnigerweise nach außen und welche verschwindet im Futter? Die diagonale Strukturseite, oder die andere?
schnapp dir mal einen ordentlich stürmischen aber trockenen Tag und pinn den Stoff so fest wie möglich an einer gut befestigten Wäscheleine fest. Wenns klappt, bläst dir der Wind die Fusseln aus dem Stoff. Nen Versuch ist es wert.
es gehört zwar nicht wirklich hierher, aber ich hab auch keinen anderen Thread gefunden, wo`s hinpasst. Ich hab mir neulich Wollstoff gekauft und beim Verarbeiten festgestellt, dass der Stoff ganz übel fusselt. Ich konnte ihn nur mit Mundschutz verarbeiten und mein Nähzimmer war hinterher von einer dicken Schicht kleiner Fusseln überzogen. Nun habe ich schon probiert, den Stoff einzufrieren (soll ja manchmal helfen), das hat aber nix genutzt. Jetzt hab ich den Stoff ca. 20x in kaltem Wasser gespült, er fusselt nach wie vor.
Steht eigentlich schon in irgendeinem Threat etwas zu der Auswahl von Kaufwolle? Webart, Dicke und solche einfach zu erkennenden Dinge.
Hier in der Restetruhe ist derzeit viel sehr schöner Wollstoff stark reduziert.
Zum Teil von 48- auf 8-! Zu schade zum liegenlassen. Und da würde ich gerne zuschlagen wenn die Wolle geeignet ist. Ich wollte mir eh grad ne neue Kotte nähen-.Ach ja, die Farbe. Die Wolle gibt-s leider nicht ungefärbt. Was ist mit
dunklem Weinrot für die Zeit um 1260? Oder Lodengrün? Ich hab nur Literatur zu dem Thema die schon ein paar Jahre alt ist, und die ist leider zum Teil sogar widersprüchlich.
Und wo wir schon mal dabei sind, die gleichen Fragen hab ich auch für die Zeit um 1580. Schnittmuster und Informationen hab ich ja jetzt, kann also losgehen mit der Näherei.
Ja, die zeitliche Zweigleisigkeit ist aufwendig und teuer, es lässt sich für mich als Musiker aber nicht anders machen wenn ich Musik der Renaissance und Musik des Mittelalters komplett trennen will.<sic>
(von den horrenden Preisen der Instrumentenrekonstruktionen und dem ßbungsaufwand mal ganz zu schweigen)
Ich rate dringendst davon ab, bei industriell hergestelltem Wollstoff bzw. bei Wollstoff aus ind. hergst. Webfaden mit diesem Faden nähen zu wollen. Diese sind heutzutage nicht ausreichend gezwirnt. Ich habs versucht, hab geflucht ohne Ende und es relativ schnell aufgegeben. Ich kenne eine, die es durchgezogen hat und jetzt nach und nach alle Nähte nachnähen darf weil der Faden zu schwach ist. Bei irgendwie verfilztem Wollstoff kann man es eh vergessen, den Faden aus dem Stoff rauszukriegen.
Nur kurz, da ich wenig Zeit habe. Die Kleidung der Funde aus Hjerlofsnes (14.-Anfang 15. Jhdt.) sind teilweise mit dem Wollfaden aus dem eigenen Material genäht worden. Insgesamt sind dort standardmäßig etwa 1 mm starke Wollfäden verwendet worden.
ich weiß nicht wie Du darauf kommst es hätte keinen Zwirn oder Nähfaden aus Wolle gegeben. Der Thorsberger Prachtmantel wurde schon mit gezwirnten Garn gewebt. ( Schlabow, Der Thorsberger Prachtmantel Wachholtzverlag). Er stammt aus dem 3. Jhrhdt. n. Chr.
In dem Buch Ausgrabungen aus Haithabu Bericht 29 von Inga Hägg ebenfalls Wachholtzverlag werden Nähfäden beschrieben. Dort sind durchaus auch Nähfäden aus Wolle beschrieben. Auch von Zwirnen ist oft die Rede. 9./10 Jhdtr. n. Chr
Bindungsarten: Tuchbindung oder auch Leinwandbindung genannt. Sowie Rauten oder Diamantköper, Fischgratköper,Ripsbindung
Pass beim Kauf auf das du keinen “Walkloden” kaufst. Das ist ein Wollstoff der zwar gewalkt und dick ist, aber nicht gewebt, sondern gestrickt ist. Dadurch ist er ziemlich elastisch.
Zieh den gewalkten Stoff den du meinst einfach mal auseinaner. Wenn er sich übermässig dehnt, dann lass die Finger davon.
Ich denke nicht das die Kleidungsstücke mit dem Webfaden genäht wurden, jedenfalls nicht die Wollstoffe, da der Wollfaden nicht verzwirnt ist und so nicht wirklich gut hält.
Bei Leinenkleidung ist es was anderes, da war es durchaus üblich den Faden aus dem Stoff zu nehmen.