Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Wundbehandlung im Mittelalter

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Eintrag #1 vom 14. Sep. 1999 13:01 Uhr Frank Becker   Nachricht

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Sicherlich gibt es Einige unter Euch, die sich bei einem Mittelaltermarkt schon so manche Wunde zugezogen haben, sei es durch einen Schwerthieb in einer Schlacht oder daß sie besoffen in einen Tonkrug gefallen sind oder einfach nur durch ein wütend Weibe, welches sein Temprament und seine Bratpfanne nicht im Zaume halten konnte. Das brachte mich zu der Frage, wie wurden kleinere Wunden (ich dachte weniger an Amputationen) im Mittelalter behandelt. Welche Kräuter, Salben oder Tinkturen eignen sich hierfür?
Gruß an alle Mittelalterfreunde Frank

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Eintrag #2 vom 14. Sep. 1999 13:14 Uhr Gunther E. Biernat  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Gunther E. Biernat eine Nachricht zu schreiben.

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Einige wenige Infos gibt es schon im Thema Nummer 120 hier in der Taverne, ein Artikel zu diesem Thema findest Du auch in der Bibliothek. Ich denke aber, daß diese noch nicht unbedingt das beantworten, was Du suchst… Warten wir also ab, wer hier genaueres sagen kann (Felicitas?).
Gunther Markgraf von Bärennoth Admin ´Tempus vivit!´

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Eintrag #3 vom 14. Sep. 1999 13:46 Uhr Andreas Thiel  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Andreas Thiel eine Nachricht zu schreiben.

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Also die Johanniter… ;o) …haben auf Malta zum Beispiel sehr viel mit einem dort vorkommenden schwarzen Pilz behandelt. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob dieser Pilz dort bereits wuchs und von den Johanniter daraufhin kultiviert wurde, oder ob man ihn aus dem gelobten Land “importiert” hat. Ich muß die entsprechende Textstelle in “Johanniter und Templer” noch mal herausklabustern… Aus diesem Pilz wurden Tinkturen, Salben und Tränke bereitet und verabreicht. Aufgrund der wunderbaren erfolge des Hospitals wurden dem Pilz mannigfaltige heilende Wirkungen zugesprochen. Leider hat eine medizinisch/wissenschaftliche Untersuchung des Pilzes in den 60er-70er Jahren ergeben, daß der Pilz gar keine heilende Wirkung hat…klassischer “Placebo-Effekt” ;o) *wartet auch gespannt auf die Heilkundigen-Aussagen* Gruß Andreas

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Eintrag #4 vom 14. Sep. 1999 14:17 Uhr Frank Moser  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Frank Moser eine Nachricht zu schreiben.

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Tach zusammen, vielleicht kann dann auch einer der Wissenden was zur Salbengrundlage Hühnerei sagen? Die Eier wurden bei der Belagerung von Neuss 2.Hälfe 15.Jh. als Salbengrundlage verwendet. Als Majo wahrscheinlich?
Frank Moser

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Eintrag #5 vom 14. Sep. 1999 15:18 Uhr Ruth (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ruth eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Frank! Zum Thema Hühnerei als Salbengrundlage könnte ich noch beisteuern, daß dies auch in der Tierheilkunde (sorry, interessiere mich als Tierärztin halt mehr für die Viechereien)immer wieder in Rezepten angegeben wird (Quelle:eine pferdeheilkundliche Handschrift, die einem Gestütsmeister Karls des Großen, also um 800, und einem Mgister aus dem 15. Jhd. zugeschrieben wird). Aufgrund der Zusammensetzung des Hühnereis (Eiweiße, Enzyme, antibakteriell-wirkende Substanzen, Vitamine etc.) scheint das ja auch gar nicht so abwegig. ßbrigens wird auch oft Honig in den Salben-Rezepten verwendet - und wohl nicht zu unrecht, auch im Honig sind (neben anderen) ebenfalls antibakteriell wirksame Substanzen erhalten. Mit Grüßen, Ruth, die auf weitere interessante Beiträge hofft.

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Eintrag #6 vom 14. Sep. 1999 15:42 Uhr Jörg Bellinghausen  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Jörg Bellinghausen eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Frank! Hühnerei gemischt mit Rosenöl(?) und noch irgendetwas anderem zur Herstellung von Salben habe ich schon irgendwo gelesen.Die Frage ist wieder mal: wo und vor allem, wo habe ich das betreffende Buch verschlampt. Ich werde mal ein bißchen stöbern. Viele Grüße
Jörg

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Eintrag #7 vom 14. Sep. 1999 16:45 Uhr Christoph Bitter   Nachricht

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“Schmiere Dir Hühnerkot zwischen Zähne und Oberlippe und Du hast ganz schnell einen schönen Schnurres!” Rat von Oppa ;o) Gruß v. Arlen

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Eintrag #8 vom 14. Sep. 1999 17:03 Uhr Andreas Thiel  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Andreas Thiel eine Nachricht zu schreiben.

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ACHTUNG! Ich habe die besagte Quelle bemüht, es handelt sich hierbei um einen Bericht über das Hosital zu La Valetta, Malta: “Beliebte Verwendung als Allheilmittel fand ein schwarzer Pilz, der auf einer schwer zugänglichen Klippe vor der benachbarten Insel Gozo wuchs. Bei einer im Jahr 1968 durchgeführten Analyse ließ sich allerdings keinerlei Heilwirkung des Pilzes feststellen. Die seinerzeitigen Erfolge dürften daher eher auf psychosomatische Reaktionen zurückzuführen sein.” …ebenfalls interessant finde ich: “Bei Operationen benutzte man zur Anästhesie einen Narkoseschwamm, der in Alkohol oder in eine Lösung von Mohn getuachtwar. An diesem mußte der Patient so lange suagen, bis er durch das Gemisch aus narkotisierenden Dämpfen und Opiaten buewußtlos wurde. Aber auch der Schlag mit dem Betäubungshammer fand Verwendung. Der Kopf des Patienten wurde zu diesem Zweck mit einer Art gefüttertem Helm bedeckt. Der Chirurg führte einen kräftigen Schlag dagegen. Dadurch erlitt der Patient eine leichte Gehirnerschütterung und verlor das Bewußtsein. So konnte er die Operation überstehen ohne Schmerzen zu leiden.” Ja so warn´s die oid´n Rittersleut´ ;o) Gruß Andreas, der mit dem Narkosehammer winkt

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Eintrag #9 vom 14. Sep. 1999 20:33 Uhr Frank Moser  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Frank Moser eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Andreas, schade so einen virtuellen Narkosehammer hätt ich ( und manch anderer auch) gut an andere Stelle bei TV gebrauchen können:-) Sofortiger Einsatz bei:Suche mittelaterliche Schnittmuster…. :):):):)lol
Frank

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Eintrag #10 vom 14. Sep. 1999 22:45 Uhr Matthias Schlegel  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Matthias Schlegel eine Nachricht zu schreiben.

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Soso, mit dem Narkosehammer … Lieber Andreas, ich möchte darum bitten, Dich bei Marktbesuchen deutlich zu kennzeichnen, um jede Verwechslungsgefahr auszuschließen … :-))) Gruß,
Matthias

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Eintrag #11 vom 17. Sep. 1999 14:32 Uhr Mathias Ullrich  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Mathias Ullrich eine Nachricht zu schreiben.

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Tach zusammen (und besonders Frau Kollegin Ruth!)! Nachdem man sich, wie schon andernorts erwähnt, auf dem MA, besonders beim Schlachten, doch desöfteren Verletzungen zuzieht und eine “Feldscher”-Behandlung nach einigermaßen modernen Gesichtspunkten anzuraten ist (Wie wir sie in der Normandie dieses Jahr im MASH 1066 unter Verwendung von Lokalanästhetika und sterilem Instrumentarium - und haluzinogenen Drogen, aber nur für den Operateur! durchgeführt haben) aber nunmal leider nicht so dekorativ und a ist, wäre ich auch sehr interessiert, wenn jemand etwas über verwendete Instrumente und Behandlungsmethoden beisteueren könnte… Es gibt ja auch Bücher, aber die ich kenne, sind in puncto MA wirklich dunkel…(Vielleicht im Orient?) Gruß, gekrempelt und gebeutelt! gehabt Euch (doch nicht so)…
Matzur Crysagon Ullrich

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Eintrag #12 vom 17. Sep. 1999 17:05 Uhr Andrea Ohde  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Andrea Ohde eine Nachricht zu schreiben.

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Lödelie Habe gerade was gefunden für euch: In sehr schweren Fällen werden kunstlose Operationen durchgeführt, nachdem man wenigstes versucht hat, den Patienten mit zweifelhaften Mitteln zu betäuben. Arnold von Villanova(1235 bis 1311) empfiehlt, wenn der Schmerz unerträglich zu werden droht, folgende Methode:» Um derart tiefen Schlaf zu erzeugen, daß der Partient geschnitten werden kann und nichts spürt, als wäre er tod, nehme man Opium, Mandragorarinde und Bilsenkrautwurzel gleiche Teile, terstoße sie und vermische sie mit Wasser. Vor Gebrauch der Säge oder des Messers tauche man in diese Mixtur einen Lappen und lege ihn dem Operierenden auf Stirn und Nase. Er wird bald so fest schlafen, daß man tun kann, was man will. um ihn aufzuwecken, tauche man den Lappen in starken Essig.« (Luchaire,S402f.)
Hoffe das Hilft*gg Gruß Andrea

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Eintrag #13 vom 17. Sep. 1999 21:28 Uhr Jörg Folckers   Nachricht

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Bei so kleinen Sachen wie sie Frank anspricht denke ich z.B. an Arnikasalbe o.ä. Ich kann da zuhause mal ein paar Rezepte suchen. Viel Wissen its ja auf den Scheiterhaufen vernichtet worden …
Gruß, Jörg.

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Eintrag #14 vom 17. Sep. 1999 22:09 Uhr Christoph Bitter   Nachricht

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Hab ich zwar schon mal geschrieben, aber was solls: Als Epilepi habe ich mich mit dieser Krankheit ein wenig beschäftigt und so rausbekommen, wie man sie im MA behandelte. Die Beschreibung stammt aus einem med. Lehrbuch, was mein Arzt mir für kurze Zeit zur Verfügung gestellt hatte. Der Patient wurde zunächst an einen Stuhl gefesselt, denn es könnten ja Anfälle auftreten. Ein Priester segnete den Kranken, sprach einige Gebete und bespritzte ein Meißelähnliches Gerät, welches der Arzt in der Hand hielt, mit Weihwasser. Der Arzt setzte nun die Meißel an der Mitte des Kopfes an und schlug mit einem Hammer drauf. Nun sollte der bösen Geist aus dem Patienten entfleuchen. Leider entfleuchte bei dieser Behandlung auch zu 98% der Patienten die Seele. Verwunderlich ist, daß die 2% ßberlebenden tatsächlich geheilt waren. Leider wurde nicht erwähnt, ob von diesen 2% noch jemand vernünftig denken konnte. Gruß v. Arlen

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Eintrag #15 vom 20. Sep. 1999 15:54 Uhr Ruth (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ruth eine Nachricht zu schreiben.

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An alle potentiellen Heiler (?), Noch mal eine “Roßkur” (sprich, wieder aus der bereits erwähnten pferdeheilkundlichen Quelle): “Salbe gegen eiternde Wunden … Nimm 1 Rolle Sauspeck : und brate ihn …: und 1 1/2 Unzen pulverisierten und durch Seide gesiebten uitrio (keine Ahnung, was das sein soll) : und 1/2 Unze Grünspan : 1 Unze Mastix (Harz des Pistacia lentiscus, nimmt man heute z. B. zur Fixierung von Verbänden) und 1/2 Unze feinen Weihrauchs. Mache ein Pulver davon : nimm 3 Unzen neuen Wachses : und stelle alle diese Dinge mit dem Speck aufs Feuer und mache eine Salbe : und gib es in einen irdenen Topf. Bei eiternden Wunden …achte darauf. ob der Knochen beschädigt ist : falls es so ist, wirst du ihn sehr gut säubern : schneide ihn an beiden Seiten, damit sich kein Fäulnissack bildet : und gieße 3 Tage lang … Honig auf diesen Knochen : der, wie du sehen wirst, schwarz ist : nach 3 Tagen wirst du obige Salbe mit zerkleinertem Werg morgens und abends draufgeben, und bald wird es gesund sein.” Zu Risiken und Nebenwirkungen fragt bitte keinesfalls mich (*g*), mit Grüßen, besonders an den Kollegen (noch ein Mittelalter-begeisterter Tierquäler?) Mathias, Ruth

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Eintrag #16 vom 20. Sep. 1999 16:13 Uhr Ruth (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ruth eine Nachricht zu schreiben.

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Und noch mal: “Wenn das Pferd einen chiovardo (Mauke, Dermatitis, Hautkrankheit) hat : und es zu leiden scheint : mache diese Pflege. Nimm einen Granatapfel mit Schale : und lasse ihn mit Wasser in einem irdenen Topf kochen : er soll solange kochen, daß sich eine Paste bildet : dann zerkleinere ihn im Mörser und gib 1/2 Unze zerkleinerten Mastix, 1/2 Unze Weihrauch, 1/2 Unze Pfeffer hinein, zerkleinere alles und mische es mit Acquavite, damit sich ein ßl bildet : und gib es auf die kranke Stelle zweimal jeden Tag, morgens und abends : in 5 Tagen wird das Pferd gesund.” Hört sich doch gar nicht so schlecht an, den “Acquavite” kann man zur Not ja auch innerlich anwenden (das wäre dann wieder was für die Malteser/Johanniter), in diesem Sinne wohl bekomm´s, Ruth

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Eintrag #17 vom 20. Sep. 1999 16:35 Uhr Christoph Bitter   Nachricht

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Bei Brüchen: Nasses Leder fest um die gebrochene Stelle wickeln. Das Leder ist, sobald es getrocknet ist und sich zusammenzieht, eine prima Stütze. Irgendwo mal gelesen im Zusammenhang mit Johannitern. Gruß v. Arlen

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Eintrag #18 vom 21. Sep. 1999 13:17 Uhr Andrea Ohde  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Andrea Ohde eine Nachricht zu schreiben.

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Da fällt mir noch was ein: Es gab sogar ein Mittel gegen die Pest( nicht den mit Essig getränkten Schwamm oder Ambrakugel) Mann nimmt Pferde- oder Menschenhaar und knüpft einen Strang daraus; diesen steckt man in einen Einschnitt der Haut (Wade oder auch Leiste) sodaß beide Enden des Stranges hervorschauen; diese werden verknotet damit es nicht herausrutscht. Zweck dieser Sache war die Abwehrstoffe anzuregen (weil der Einschnitt entzündet sich natürlich) und somitt mehr Abwehrkräfte gegen die Pest. Ich weiß leider nicht mehr wo ich das gelensen habe nur des es wirklich praktiziert worden ist.
Gruß Andrea

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Eintrag #19 vom 21. Sep. 1999 17:04 Uhr Ruth (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ruth eine Nachricht zu schreiben.

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Und noch mehr aus meiner kleinen Rezeptesammlung, diesmal aus einer anynymen Roßarzneihandschrift aus dem 17. Jahrhundert, die allerdings wahrscheinlich auf mittelalterlichen Quellen basiert: “Ein salbe die da reiniget und haillet: Nimb 8 loth honig : terpentin grünspan jedes 3 loth : allaum 1 loth : dises in einen topff gethan, wohl kochen lassen, biß es braun wirdt : so ist es recht zu allen schäden” “Ein sehr guth wundt wasßer: Nimb wollwurzl eschenlaub windtergrün, iedes gleich vil : siedts in einen neuen topff in halb wasser, und wein : laß es kalt werden : wasch die wunden damit auß: kanstu nicht zu den schaden komen, so gibs dem Pferdt ein zu trinckhen, diß ist offt probirt.” “Für offne schäden an menschen und viech: nimb margaretten in meyen gebrochen oder graben : wasch sie sauber, schneidts klein : gibs dem schdthafften pferdt untern fuetter : siedts auch in wasser, und schütte solch wasser allwegen ins wasser so es drinckhet, den schaden aber mit kalten brunwasser außgewaschen, um mit reinen tiechern verbunden : der schadten muß also geschnitten sein, damit es ein abfloß hat : sonst kan es nicht heilen : eß ist auch die wurzl guth einen menschen, welche blattern in den augen haben, die sollens allweg under die zunge legen, so vergehn mit der zeit die blattern : diesß krauth ist abermal den menschen, so gestochen od gehauen worden, xo müessen sie es trinckhen oder allweg essen.” Also, Ihr stechenden und hauenden Mitmenschen, sammelt Margariten… Mit Grüßen, Ruth

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Eintrag #20 vom 21. Sep. 1999 17:12 Uhr Ruth (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ruth eine Nachricht zu schreiben.

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Halt, zwei hab ich noch für Mensch und Vieh: “Für stick und wunden ein öhl: Nimb johannesbluemen : brich die gelben davon : thu sie in ein baumöl : rühre es wohl : in der sonnen gestelt in ein glaß : ist ein mensch gestochen : gieß es in den stich oder wunden : es lest nicht balt geschwulst zu.” “Noch einen wundt trankh für menschen und viech: nimb 2 loht zitwer galgant, mußcatenblüe momnie krebsaugen jedes gleich wie vor : 2 loth dieses etwaß gröblich zerstossen : in ein rein weiß tiechlein gethan : in ein kan guthen alten wein 24 stunden gehenckht : hernach abents und morgens 3 löfl voll eingeben : ist es ein mensch, so mustu ihm desto mehr geben : ist die wunde im kopf : so laß die krebsaugen davon.” Auf daß die Schmerzen dieser Welt gelindert werden, mit Grüßen, Ruth

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Eintrag #21 vom 22. Sep. 1999 11:32 Uhr Thomas Echelmeyer   Nachricht

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Krebsaugen? Und der Wein muß gut und alt sein. Ein bestimmter Jahrgang, vielleicht noch? Ist ja putzig! Da tut mir ja beim Lesen schon alles weh! Ich habe hier eine Anleitung für einen Aderlaß gefunden. Ist leider in Alt-Englisch geschrieben. Die Zeichen können von der modernen Technik (Browser / HTML) nicht verarbeitet werden. Sobald ich eine ßbersetzung geschrieben hab, krieg Ihr sie! Spontanvölliggesundwerdend
Thomas off tha eighk

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Eintrag #22 vom 22. Sep. 1999 13:20 Uhr Frank Becker   Nachricht

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Danke an alle, die mich bisher so gut beraten haben. Ein Allheilmittel scheint es nicht zu geben und im Winter habe ich viel Zeit die diversen Salben und Heilwasser auszuprobieren. Falls ich es überleben sollte, schreibe ich Euch im Frühjahr, welches Mittel am besten hilft.
Gruß an alle Mittelalterfreunde Frank

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Eintrag #23 vom 22. Sep. 1999 16:15 Uhr Ruth (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ruth eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Thomas, der Wein mußte vielleicht nur deshalb gut und alt sein, weil nicht alles in der Arznei, sondern ein größerer Anteil davon im Magen-Darm-Trakt des Heilkundigen verschwunden ist … Hier noch was zur Blutstillung, die ja bei der Wundversorgung auch nicht unwesentlich ist: “Blutstillung: Nimb daß krauth so in mistpfuzen waxt : hat bletter wie weiden : wasche es rein in bronwasser : lege es in den schaden : so versteht das bluet, setzten sich auch kein fligen aus selbigen schaden.” Nach der Beschreibung der Pflanze kann es sich um Blutweiderich (Lythrum salicaria) handeln, welches durch seinen Gerbstoffgehalt blutstillen wirkt. Es wurde schon im Altertum verwendet. Oder es handelt sich um Wasserpfeffer (Polygonum hydropiger), der ebenfalls aufgrund des Gerbstoffgehaltes blutgerinnungsfördernd wirkt. “Ein ander blutstillen. Nimb einen grünen laubfrosch im frühling oder meyen : brenne ihn zu pulver : streu deß pulvers in die wunden : es gesteht sogleich.” Das Rezept leitet sich aus einem alten Aberglauben ab, nachdem ein Frosch, auf eine erkrankte Körperstelle gebunden, das Böse herausziehen soll. Der Asche allgemein wurden, durch das unheilvertreibende Feuer geläutert, außergewöhnliche Heilkräfte zugeschrieben. Eine therapeutische Wirkung ist allerdings nicht zu vermuten … *g* “ein anders Teschelkraut auf einen glatten stein : halte es ihm also auf die wunden, oder wegrichtblätter sambt der wurzl : zerreibe es in der handt : und halte es drüber : so versteht das Blut.” Teschelkraut = Hirtentäschelkraut ICapsella bursa pastoris), es wirkt auf den Uterus kontraktionsauslösend, sowie durch einen ungeklärten Mechanismus stark blutgerinnungsfördernd (wurde schon in der Antike verwendet). Wegerich (Plantago major) wirkt austrocknend und adstringierend. Diese Rezept scheint gute therapeutische Erfolgsaussichten für kleinere Blutungen zu haben. Mit Grüßen, Ruth

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Eintrag #24 vom 22. Sep. 1999 16:50 Uhr Ruth (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ruth eine Nachricht zu schreiben.

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ßhm, ein paar hab ich noch - wenn es anfängt, Euch zu langweilen, sagt Bescheid … “Für allerley Geschwulst: Nimb leinsamen, wermuth : siede es in bier : binde es ihm drüber : es vergeht” “Ein andres für husten: für den truckhnen husten soll man nehmen hanff körner in milch gesotten : hernach in ein morsel stossen : durch ein rein tüchlein seigen : etlich morgen nacheinander eingeben.” “Für herzschlechtig: Nimb wermuth enzian : ieglich gleichvill und stoß es zu pulver : misch es untereinander : gieß wein dran : 5 oder 6 Tage nacheinander einnehmen : ist prob. ”Daß … nicht steif werde wan du weith reisen must: …brandtwein, ein wenig baumöl : ein ösel weinesig : daß weise von drey eyrn : 4 loth gepulverten enzian : 4 knobelachsafft : 1 loth saffran : diese alles zur salben gemacht : damit wohl geriben …" Das hört sich alles an, als könne es zumindest nicht schaden … übernehme aber keine therapeutischen Garantien!!! mit Grüßen, Ruth

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Eintrag #25 vom 23. Sep. 1999 15:05 Uhr Ruth (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ruth eine Nachricht zu schreiben.

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ßhem … ein paar hätte ich immer noch … nein ich poste jetzt keine weiteren Rezepte, wer noch mehr von diesem “Stoff” braucht, kann mich ja anmailen! Ad sanitatem, Ruth

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Eintrag #26 vom 23. Sep. 1999 15:22 Uhr Thomas Echelmeyer   Nachricht

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Mach nur weiter, dieser Thread ist wie der Spaziergang durch ein mittelalterliches Feldlazarett kurz nach der Schlacht. Da ein ekelerregendes blutendes etwas, hier ein halbtotes Pferd und über allem liegt eine Mischung aus Blut-, Eiter-, Knoblauch-, Weihrauch-, und Baumölduft. Einfach toll! Da lacht einem das Sadistenherz! Mehr davon, mehr … lechzend
Thomas off tha eighk

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Eintrag #27 vom 24. Sep. 1999 09:20 Uhr Ruth (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ruth eine Nachricht zu schreiben.

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Na gut, wenn man mich sooo lieb bittet … also weiter im “sadists-only”-thread. Aus einer weiteren anonymen pferdeheilkundlichen Handschrift: “Ein Pflaster vor alle geschwulst: Saltz manip : un : guten Eßig : 6 Eyer dotter, thues unter einander, mache daraus ein Pflaster.” “Geschwulst zu vertreiben: Alt dachsschmaltz, hundeschmaltz und wacholder öhl unter einander gemengt, und damit geschmieret.” “Vor Geschwulst solchen zu öffnen: Rp Zerschnittene Zippeln, altschmer, honig, wap, hartz Pol : armen : stoß untereinander, laß in eine pfann zergehen, streichs auf ein tuch, legs also warm über die beulen. item: Ackeley zeitiget die geschwulst. item: Eich ßpfel mit gesalztem schmer übergelegt zeitiget die geschwulst.” “Wenn Faul Fleisch in einer Wunde were: Rp 3 loth kupfer waßer : 1/2 loth gallus : 1 loth allaun : alles gestoßen : nimm 1/4 Unz weiß hartz : 1/4 Unz Baumöhl, seids alles zusammen : wasche die Wunde darmit.” Und noch was zum Schmunzeln… “Wenn ein Pferdt ein blöd gesicht hat: Rp das geschmeiß i.e. den Treck vom Habicht : Pülver : und blaß es in die Augen.” Ob man das auch für andere Spezies als für Pferde anwenden kann… das eröffnet ganz neue Perspektiven!*g* Hallo Hallo, suche dringend jemanden, der einen Habicht hält (vielleicht für die ars venandi cum avibus?) und mir mit Habichts-Geschmeiß aushelfen kann … Mit Grüßen, Ruth, seit neuestem auch Gesichts-Schönheits-Chirurgin

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Eintrag #28 vom 24. Sep. 1999 15:06 Uhr Ruth (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ruth eine Nachricht zu schreiben.

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Jetzt werde ich endlich reich!!! Beim Blättern in meinen diversen Handschriften bin ich auf eine echte Goldgrube gestoßen- ein mittelalterliches Haarwuchsmittel!!! Also alle (männlichen) Authentiker mit Haarproblemen bitte bei mir melden!!! “Etliche stuckh daß harr wachßend zu machen: Nimb kamfet : leinöl : kanstu nuß haben : ist auch guth darzu : zerlaß es undereinander und schmir daß ohrt damit : ist probi.” “Ein anders: Nimb regen wurm : leinöl und camfet : siedt es untereinander : schmir das ohrt damit.” Na, wenn das alles ist … Regenwürmer waren übrigens weit verbreitet im Gebrauch bei Muskel- und Sehnenverhärtungen,Ohrenerkrankungen, Geschwüren und Koliken, in manchen Rezepten dienen sie aber wohl wegen ihres Ton-Humus-Gehaltes auch als Trägersubstanz für andere pflanzliche Wirksubstanzen. Schönes Haar ist Dir gegeben, laß´ es leben, mit Regenwurm… Rapunzel alias Ruth

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Eintrag #29 vom 29. Sep. 1999 15:45 Uhr Ruth (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ruth eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Frank, noch mal zum Thema HßHNEREI als Salbengrundlage, etc. Avicenna nennt das beste von allen Vogeleiern das Hühnerei, und von diesem das beste sei das Eigelb, das man auch beim Braten nicht erstarren lassen solle. Das Eigelb sei warm und das Eiweiß kalt, weshalb beide zusammen ausgeglichen wirkten. Die Wirkung des Eies nennt er adstingierend, und erläßt die Bestandteile einzeln oder zusammen, roh oder gekocht, bei Verletzungen, Verbrennungen, Gelenkschmerzen und Augenschmerzen anwenden, außerdem sei das halbgebratene Ei gut für Husten, Halsschmerzen, Tuberkulose, Asthma, Blutspucken und Durchfall. Pulverisierte Eierschalen wurden in der arabischen Medizin gegen “das oft tödliche Nasenbluten” eingesetzt. Mit Grüßen, Ruth

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Eintrag #30 vom 02. Okt. 1999 12:55 Uhr Alex Kraus  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Alex Kraus eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Leute! Ein Wundheilmittel, das im “Circa instans” (Salerno, um 1100) erwähnt wird, und das ich selbst gern anwende, ist Weihrauch. Das “Circa instans” empfiehlt, ihn in Wein zu kochen und daraus einen Umschlag zu machen, oder ihn zu pulverisieren, mit Weisswein und Eiweiss zu mischen und daraus einen Pflasterumschlag zu machen. Mir ist das allerdings bei kleinen Wunden meist zu umständlich, ich knete oder kaue ein Weihrauchbröckchen und presse es fest auf die Wunde (geht natuerlich nur bei kleinen Verletzungen). Meist klebt es sogar von selbst und man brauch keinen Verband. Weihrauch ist übrigens wirklich entzündungshemmend. (Wen´s interessiert: er enthält Boswelliasäuren, die die Synthese von Leukotrienen, das sind entzündungsmediatoren) hemmen. Blut stillen kann man recht gut mit Alaun (wenn´s ziemlich blutet, hält nämlich auch der Weihrauch nicht). Die damals verwendeten Instrumente unterschieden sich übrigens kaum von den heutigen: zur Entfernung von Fremdkörpern verwendete man Zangen und Pinzetten, zum Ausschneiden von Wunden Skapelle (die allerdings nicht wie heute üblich eine Wechselklinge hatten, sondern anfangs aus einem Stück geschmiedet waren, ab dem 14. Jahrhundert auch mit Griffen aus Holz oder Knochen). Genäht wurde meist mit einer normalen Nähnadel, das Nahtmaterial konnte alles von normalen Wollfaden bis zum Haar sein. Daneben gab es noch Brenneisen, vor allem um Blutungen zu stillen. Das Abbinden oder Abklemmen von blutenden Gefäßen setzte sich nämlich erst im 17./18. Jahrhundert allgemein durch. Viele Grüße
Alexandra

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Eintrag #31 vom 20. Nov. 1999 13:13 Uhr Ruth (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ruth eine Nachricht zu schreiben.

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Ich habe noch etwas Interessantes zur Sedation/Ruhigstellung und Schmerzstillung gefunden (war mir jedenfalls bis dato unbekannt). Die wilde Art des Kopfsalates (Lactuca virosa, Giftlattich) produziert Bitterstoffe mit sedativer Wirkung (enthalten im sogenannten Milchsaft/Lactuarium der Pflanze). Diese Eigenschaft der Bildung des Lactuariums ging der kultivierten Pflanze verloren. Der eingedickte Milchsaft von Lactuca virosa (Lactuarium germanicum) wird als Sedativum, Narkoticum, schmerzstillendes Mittel und als Hustenmittel verwendet. Einige Autoren halten es für das “Opium des Galen”. Ich werde den Kopfsalat jetzt jedenfalls mit ganz anderen Augen betrachten, demnächst als “Salat-Opium”-Junkie… Ruth

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Eintrag #32 vom 20. Nov. 1999 13:16 Uhr Ruth (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ruth eine Nachricht zu schreiben.

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P.S. vorsichtshalber sollte ich noch erwähnen, daß das Laktuarium nach Avicenna die Menge der Spermabildung herabsetzt…. in der Homöopathie wird der Milchsaft des kultivierten Kopfsalates (L. sativa var. capitata) gegen Impotenz eingesetzt. Das nur so als Info (grins) Ruth

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Eintrag #33 vom 20. Nov. 1999 13:33 Uhr Ruth (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ruth eine Nachricht zu schreiben.

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Sorry, schon wieder ich mit einem aus dem Gemüsegarten rekrutierten Heilmittel. Daß man Knochblauch - innerlich angewendet - gegen Arteriosklerose und Bluthochdruck einsetzen kann, weiß wohl jeder. Wegen seiner starken antimykotischen und antibakteriellen Wirkung kann er jedoch - äußerlich angewendet - auch bei eiternden Wunden eingesetzt werden. In Indien soll er sogar erfolgreich gegen Tuberkulose verwendet werden (als Tuberkulostatikum). Na denn, eine Knoblauchzehe für den Medizinbeutel reservieren, Ruth

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Eintrag #34 vom 22. Nov. 1999 17:16 Uhr Herbert Brehm   Nachricht

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Hilfe, ich bin vomn Kopfsalat suechtig. Herbert

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Eintrag #35 vom 24. Apr. 2001 20:28 Uhr helmut gans   Nachricht

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ich würde mal bei hildegard von bingen nachschlagen.zum thema gerbstoffe bzw wundstillende medikamente fällt mir als erstes alaun ein welches heite noch beim rasieren benutzt wird.wundheiler weiterhin ringelblume echte kamille beinwell arnika…..

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