An alle potentiellen Heiler (?), Noch mal eine “Roßkur” (sprich, wieder aus der bereits erwähnten pferdeheilkundlichen Quelle): “Salbe gegen eiternde Wunden … Nimm 1 Rolle Sauspeck : und brate ihn …: und 1 1/2 Unzen pulverisierten und durch Seide gesiebten uitrio (keine Ahnung, was das sein soll) : und 1/2 Unze Grünspan : 1 Unze Mastix (Harz des Pistacia lentiscus, nimmt man heute z. B. zur Fixierung von Verbänden) und 1/2 Unze feinen Weihrauchs. Mache ein Pulver davon : nimm 3 Unzen neuen Wachses : und stelle alle diese Dinge mit dem Speck aufs Feuer und mache eine Salbe : und gib es in einen irdenen Topf. Bei eiternden Wunden …achte darauf. ob der Knochen beschädigt ist : falls es so ist, wirst du ihn sehr gut säubern : schneide ihn an beiden Seiten, damit sich kein Fäulnissack bildet : und gieße 3 Tage lang … Honig auf diesen Knochen : der, wie du sehen wirst, schwarz ist : nach 3 Tagen wirst du obige Salbe mit zerkleinertem Werg morgens und abends draufgeben, und bald wird es gesund sein.” Zu Risiken und Nebenwirkungen fragt bitte keinesfalls mich (*g*), mit Grüßen, besonders an den Kollegen (noch ein Mittelalter-begeisterter Tierquäler?) Mathias, Ruth
Hab ich zwar schon mal geschrieben, aber was solls: Als Epilepi habe ich mich mit dieser Krankheit ein wenig beschäftigt und so rausbekommen, wie man sie im MA behandelte. Die Beschreibung stammt aus einem med. Lehrbuch, was mein Arzt mir für kurze Zeit zur Verfügung gestellt hatte. Der Patient wurde zunächst an einen Stuhl gefesselt, denn es könnten ja Anfälle auftreten. Ein Priester segnete den Kranken, sprach einige Gebete und bespritzte ein Meißelähnliches Gerät, welches der Arzt in der Hand hielt, mit Weihwasser. Der Arzt setzte nun die Meißel an der Mitte des Kopfes an und schlug mit einem Hammer drauf. Nun sollte der bösen Geist aus dem Patienten entfleuchen. Leider entfleuchte bei dieser Behandlung auch zu 98% der Patienten die Seele. Verwunderlich ist, daß die 2% ßberlebenden tatsächlich geheilt waren. Leider wurde nicht erwähnt, ob von diesen 2% noch jemand vernünftig denken konnte. Gruß v. Arlen
Bei so kleinen Sachen wie sie Frank anspricht denke ich z.B. an Arnikasalbe o.ä. Ich kann da zuhause mal ein paar Rezepte suchen. Viel Wissen its ja auf den Scheiterhaufen vernichtet worden …
Lödelie Habe gerade was gefunden für euch: In sehr schweren Fällen werden kunstlose Operationen durchgeführt, nachdem man wenigstes versucht hat, den Patienten mit zweifelhaften Mitteln zu betäuben. Arnold von Villanova(1235 bis 1311) empfiehlt, wenn der Schmerz unerträglich zu werden droht, folgende Methode:» Um derart tiefen Schlaf zu erzeugen, daß der Partient geschnitten werden kann und nichts spürt, als wäre er tod, nehme man Opium, Mandragorarinde und Bilsenkrautwurzel gleiche Teile, terstoße sie und vermische sie mit Wasser. Vor Gebrauch der Säge oder des Messers tauche man in diese Mixtur einen Lappen und lege ihn dem Operierenden auf Stirn und Nase. Er wird bald so fest schlafen, daß man tun kann, was man will. um ihn aufzuwecken, tauche man den Lappen in starken Essig.« (Luchaire,S402f.)
Tach zusammen (und besonders Frau Kollegin Ruth!)! Nachdem man sich, wie schon andernorts erwähnt, auf dem MA, besonders beim Schlachten, doch desöfteren Verletzungen zuzieht und eine “Feldscher”-Behandlung nach einigermaßen modernen Gesichtspunkten anzuraten ist (Wie wir sie in der Normandie dieses Jahr im MASH 1066 unter Verwendung von Lokalanästhetika und sterilem Instrumentarium - und haluzinogenen Drogen, aber nur für den Operateur! durchgeführt haben) aber nunmal leider nicht so dekorativ und a ist, wäre ich auch sehr interessiert, wenn jemand etwas über verwendete Instrumente und Behandlungsmethoden beisteueren könnte… Es gibt ja auch Bücher, aber die ich kenne, sind in puncto MA wirklich dunkel…(Vielleicht im Orient?) Gruß, gekrempelt und gebeutelt! gehabt Euch (doch nicht so)…
Soso, mit dem Narkosehammer … Lieber Andreas, ich möchte darum bitten, Dich bei Marktbesuchen deutlich zu kennzeichnen, um jede Verwechslungsgefahr auszuschließen … :-))) Gruß,
Hallo Andreas, schade so einen virtuellen Narkosehammer hätt ich ( und manch anderer auch) gut an andere Stelle bei TV gebrauchen können:-) Sofortiger Einsatz bei:Suche mittelaterliche Schnittmuster…. :):):):)lol
ACHTUNG! Ich habe die besagte Quelle bemüht, es handelt sich hierbei um einen Bericht über das Hosital zu La Valetta, Malta: “Beliebte Verwendung als Allheilmittel fand ein schwarzer Pilz, der auf einer schwer zugänglichen Klippe vor der benachbarten Insel Gozo wuchs. Bei einer im Jahr 1968 durchgeführten Analyse ließ sich allerdings keinerlei Heilwirkung des Pilzes feststellen. Die seinerzeitigen Erfolge dürften daher eher auf psychosomatische Reaktionen zurückzuführen sein.” …ebenfalls interessant finde ich: “Bei Operationen benutzte man zur Anästhesie einen Narkoseschwamm, der in Alkohol oder in eine Lösung von Mohn getuachtwar. An diesem mußte der Patient so lange suagen, bis er durch das Gemisch aus narkotisierenden Dämpfen und Opiaten buewußtlos wurde. Aber auch der Schlag mit dem Betäubungshammer fand Verwendung. Der Kopf des Patienten wurde zu diesem Zweck mit einer Art gefüttertem Helm bedeckt. Der Chirurg führte einen kräftigen Schlag dagegen. Dadurch erlitt der Patient eine leichte Gehirnerschütterung und verlor das Bewußtsein. So konnte er die Operation überstehen ohne Schmerzen zu leiden.” Ja so warn´s die oid´n Rittersleut´ ;o) Gruß Andreas, der mit dem Narkosehammer winkt
Hallo Frank! Hühnerei gemischt mit Rosenöl(?) und noch irgendetwas anderem zur Herstellung von Salben habe ich schon irgendwo gelesen.Die Frage ist wieder mal: wo und vor allem, wo habe ich das betreffende Buch verschlampt. Ich werde mal ein bißchen stöbern. Viele Grüße
Hallo Frank! Zum Thema Hühnerei als Salbengrundlage könnte ich noch beisteuern, daß dies auch in der Tierheilkunde (sorry, interessiere mich als Tierärztin halt mehr für die Viechereien)immer wieder in Rezepten angegeben wird (Quelle:eine pferdeheilkundliche Handschrift, die einem Gestütsmeister Karls des Großen, also um 800, und einem Mgister aus dem 15. Jhd. zugeschrieben wird). Aufgrund der Zusammensetzung des Hühnereis (Eiweiße, Enzyme, antibakteriell-wirkende Substanzen, Vitamine etc.) scheint das ja auch gar nicht so abwegig. ßbrigens wird auch oft Honig in den Salben-Rezepten verwendet - und wohl nicht zu unrecht, auch im Honig sind (neben anderen) ebenfalls antibakteriell wirksame Substanzen erhalten. Mit Grüßen, Ruth, die auf weitere interessante Beiträge hofft.
Tach zusammen, vielleicht kann dann auch einer der Wissenden was zur Salbengrundlage Hühnerei sagen? Die Eier wurden bei der Belagerung von Neuss 2.Hälfe 15.Jh. als Salbengrundlage verwendet. Als Majo wahrscheinlich?
Also die Johanniter… ;o) …haben auf Malta zum Beispiel sehr viel mit einem dort vorkommenden schwarzen Pilz behandelt. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob dieser Pilz dort bereits wuchs und von den Johanniter daraufhin kultiviert wurde, oder ob man ihn aus dem gelobten Land “importiert” hat. Ich muß die entsprechende Textstelle in “Johanniter und Templer” noch mal herausklabustern… Aus diesem Pilz wurden Tinkturen, Salben und Tränke bereitet und verabreicht. Aufgrund der wunderbaren erfolge des Hospitals wurden dem Pilz mannigfaltige heilende Wirkungen zugesprochen. Leider hat eine medizinisch/wissenschaftliche Untersuchung des Pilzes in den 60er-70er Jahren ergeben, daß der Pilz gar keine heilende Wirkung hat…klassischer “Placebo-Effekt” ;o) *wartet auch gespannt auf die Heilkundigen-Aussagen* Gruß Andreas
Einige wenige Infos gibt es schon im Thema Nummer 120 hier in der Taverne, ein Artikel zu diesem Thema findest Du auch in der Bibliothek. Ich denke aber, daß diese noch nicht unbedingt das beantworten, was Du suchst… Warten wir also ab, wer hier genaueres sagen kann (Felicitas?).
Gunther Markgraf von Bärennoth Admin ´Tempus vivit!´
Sicherlich gibt es Einige unter Euch, die sich bei einem Mittelaltermarkt schon so manche Wunde zugezogen haben, sei es durch einen Schwerthieb in einer Schlacht oder daß sie besoffen in einen Tonkrug gefallen sind oder einfach nur durch ein wütend Weibe, welches sein Temprament und seine Bratpfanne nicht im Zaume halten konnte. Das brachte mich zu der Frage, wie wurden kleinere Wunden (ich dachte weniger an Amputationen) im Mittelalter behandelt. Welche Kräuter, Salben oder Tinkturen eignen sich hierfür?