Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Zahnpflege im Mittelalter

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Eintrag #1 vom 12. Apr. 2001 11:12 Uhr Beitrag anonymisiert

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Hallo ihr alle! Ich habe mir gestern eine neue Zahnbürste gekauft und da kam mir der Gedanke: Wie sah eigentlich die Zahnpflege im Mittelalter aus? Würde mich mal interessieren… Viel Spaß beim diskutieren
Gruß, Florian

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Eintrag #2 vom 12. Apr. 2001 12:05 Uhr Mike Wendl  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Mike Wendl eine Nachricht zu schreiben.

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Hi Florian, in einem Buch (leider schon zu lange her, um mich an den Titel erinnern zu können) las ich, daß ähnlich wie die heutigen Ureinwohner in Südamerika oder Afrika ein Stöckchen erst wie eine Zahnstocher für die “Groben Reste ;-)” benutzt wurde, anschließend das eine Ende zerkaut und mit der so entstandenen “Bürste” aus Holzfasern der “Endschliff” erfolgte. ßber Zahnpastaersatz weiß ich nix. TIP: Nimm frische Hölzer und Finger weg von Weiden (gaar nicht gesund!) Viel Spaß beim Putzen!
Michael

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Eintrag #3 vom 12. Apr. 2001 14:05 Uhr Tobias (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Tobias eine Nachricht zu schreiben.

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Hi Florian, ich muss wohl das gleiche Buch wie Michael gelesen haben, denn ich kann mich auch an keinen Namen erinnern ;-) Jedenfalls habe ich noch im Gedächniss, dass dieses Putzen der Zähne, wenn überhaupt, aus rein kosmetischen Gründen erfolgte und nicht etwa, weil ein Gesundheitsbewusstsein dahinter stand. Sieht halt besser aus, wenn du bei der Minne keine Essensreste zwischen den Zähnen kleben hast… Dieses Kauholz ist übrigens schon etwas älter… So belegen Knochenfunde in Tansania, dass schon vor 1,8 Millionen Jahren Zahnstocher verwendet wurden, die ßgypter stellten sogar einen Vorläufer der Zahnpasta aus zerriebenem Bimsstein her, und die ab ca. 600 n.Chr. in Indien nachgewiesenen Zahnpflegehölzchen sind im arabischen Raum noch heute gebräuchlich. Daneben glaubte man im Mittelalter sich vor Karies und Parodontose mit z.B. um den Hals gehängten Hagebutten , Wolfszähnen, o.ä. schützen zu können, oder man betete zur heiligen Apollonia. Bei der Behandlung gab es nur eine Deviese: Raus mit dem Zahn! Vor allem in Italien im SMA belegt, aber auch in unseren Breiten sind die sogenannten Zahnreisser, die von Ort zu Ort tingeln und auf Jahrmärkten als Attraktion auftreten, wo sie zur Belustigung des schadenfrohen Publikums unter allerlei Sprücheklopfen und Gauklerei ihrem Handwerk nachgehen, oftmals begleitet von Pauken und Trompeten, um die Schreie ihrer “Opfer” zu übertönen… Bei uns leisteten im HMA Babiere und Bader ähnliche Arbeit. Die Zahnbürste selbst wurde wahrscheinlich im 15. Jhd in China erfunden. Zu uns kam sie im 17. Jhd, war als Kosmetikartikel aber natürlich erst dem Adel vorbehalten. In Europa machte sich im 18. Jhd. vor allem ein gewisser Pierre Fauchard einen Namen. Er entdeckte die Ursache für Karies und entwickelte die ersten Behandlungsmethoden. Die erste Zahnprotese stammt übrigens im 18. Jhd. von einen Hr. Pfaff. der erste Pedalbetriebene Bohrer aus dem Jahre 1771. Im 19. Jahrhundert setzte sich die Zahnbürste, kombiniert mit Zahnseife oder Zahnpulver, auch langsam beim Durchschnittsbürger durch. Erst in den dreissiger Jahren des 20. Jhd. wurde Zahncreme erstmals industriell gefertigt. Interessant wären auch Untersuchungen zu Gebissfunden des HMA… Im alten ßgypten war Karies noch eine typische Erkrankung der Oberschicht. Zur Zeit als Rom die beherrschende Macht in Europa war und allerlei Gaumengenüsse zur Verfügung standen, die unseren heutigen in Karies-Förderlichkeit kaum nachstanden, hatte schon jeder dritte Karies. Im Mittelalter ging die Zahl der Erkrankten auf 10 % zurück, um im 20. Jahrhundert als Rekordmarke fast 100 % der Erwachsenen zu Zahnkrüppeln zu machen. Grund dafür sind neben Zucker auch die feinst gemahlenen Auszugs-Mehle, die einen idealen Nährboden für Bakterien und Pilze bieten. Also, immer schön putzen oder zur heiligen Apollonia beten! ;-) Tobias www.herbularius.de

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Eintrag #4 vom 12. Apr. 2001 17:07 Uhr Wolfram Troeder  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Wolfram Troeder eine Nachricht zu schreiben.

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Dumme Frage: Warum keine Weide? Die ist doch sogar eine Quelle für Schmerzmittel. Also Dual use. Erst putzen und dann keine Zahnschmerzen mehr. Tassilo

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Eintrag #5 vom 12. Apr. 2001 17:30 Uhr Matthias Doettlaff  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Matthias Doettlaff eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Ihr, der thread “Persönliche Hygiene und Körperpflege”, Nr. 550, derzeit Seite 16 bietet auch noch einiges zum Thema. Weidenrinde? Wäre mir neu. Seit der Renaissance wird die Gewürznelke dafür verwendet. Grußvoll, Matthias Topasius

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Eintrag #6 vom 12. Apr. 2001 17:54 Uhr Ingo Ratsdorf  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ingo Ratsdorf eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo! Ich muß der Theorie von Nr 3 (und 4 :-) ) leider wiedersprechen, die Zahnbürste kann nicht in China im 15. Jhd. erfunden worden sein und schon gar nicht erst im 17. Jhd. zu uns gekommen sein, da man in Lübeck ein sogen. “Besteck zur Körperpflege” gefunden hat (15. Jhd.) mit einer ziemlich eindeutigen Zahnbürste. Es handelt sich dabei un ein kleines Löffelchen (Ohrlöffel??) und ein kleines “Stocherchen” (Fingernägel, Zähne??) und eine längliche Bürste, in den Abmessungen etwa so groß wie eine heutige Zahnbürste, nur etwas kürzer und nicht ergonomisch geformt. Eben ein Stück Holz mit Borsten dran. Alles mit einem Bronzeniet vernietet, im Prinzip wie die heutigen Nagelknipser. Die praktischen Erfahrungen zeigen, dass das Ding äußerst praktisch ist. Für weitere Infos: Hartmut Boockmann: Die Stadt im späten Mittelalter, Verlag C.H. Beck, Seite 91 Amt für Vor- und Frühgeschichte Lübeck, Inv.-Nr. 047/3 Viele Grüße, Ingo

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Eintrag #7 vom 12. Apr. 2001 19:05 Uhr Ina Fischbach   Nachricht

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ähm, passt zwar vielleicht nicht ganz zu der Zahnbürste, aber gegen schlechten Atem hilft Fenchel, wie aus immer zugeführt. Behauptet jedenfalls die gute Hildegard von Bingen :-) Guten Apetitt ! Gruß Ina

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Eintrag #8 vom 12. Apr. 2001 21:25 Uhr Angelika Von Linden   Nachricht

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Hi! Nahm man nicht Süßholz zur Zahnpflege? Oder war das woanders/wannanders??? Aber meines Wissens kommt daher der Spruch “Süßholz raspeln”!!! Schmeckt auch gar nicht schlecht… Gruß Helenas Mama

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Eintrag #9 vom 13. Apr. 2001 01:36 Uhr Florian Keiffenheim   Nachricht

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Gab es eigentlich ausser Fenchel sonst nopch was um den Atem auzubessern oder zur Zahnpflege ( vielleicht so ne Art Pfefferminze oder sowas ?? ) ?? Theoretisch wäre ja Salz möglich ( Schmirgelwirkung ) , aber das war ja damals VIEL ZU TEUER. MfG
Flo

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Eintrag #10 vom 13. Apr. 2001 14:44 Uhr Uli Gasper  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Uli Gasper eine Nachricht zu schreiben.

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Moin! Zahnprothesen wurden bereits bei Ausgrabungen im alten ßgypten gefunden. Es handelte sich hierbei um ausgerissene Zähne, die mittels Golddrähten wieder an den umgebenden Zähnen befestigt wurden, eine frühe Form der Brücke also. Da die Idee gut und naheliegend ist, und die Leute im MA auch net blöd waren wie wir wissen- gibt es MA Funde ähnlicher Techniken? Wer weiß was? Zähneputzen funktioniert übrigens auch mit dem Finger, das würde fehlend Funde erklären. Nur- mit was wurde geputzt? seife? fürs einfache Volk doch wohl zu teuer, oder? Fragen über Fragen… Gruss, Uli

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Eintrag #11 vom 13. Apr. 2001 17:00 Uhr Rod Kück   Nachricht

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Ist ja kaum noch was zuzufügen hier, außer,daß bei Ausgrabungen ein Römischer schädel mit einem eisenzahn als Zahnersatz gefunden wurde.Hab das gleiche auch für die ßgypter aufgeschnappt, weiß aber nicht ob das stimmt.
Rod

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Eintrag #12 vom 15. Apr. 2001 19:40 Uhr helmut gans   Nachricht

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man kann sich auch prima mit asche die zähne putzen.
strega

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Eintrag #13 vom 15. Apr. 2001 21:46 Uhr Florian Keiffenheim   Nachricht

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Hallo zusammen ! Mit Asche ??? Also da fordere ich aber mal ein Beweisfoto von!
Flo

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Eintrag #14 vom 17. Apr. 2001 08:59 Uhr Alexander Klenner  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Alexander Klenner eine Nachricht zu schreiben.

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Florian: Minze gegen den schlechten Atem war bekannt. In einem Kochbuch (schlagmichtotichweißnichtmehrwelches) um ca. 1500 wird Minze aus genau diesem Grund zu Fleisch mit Knoblauch serviert. Allerdings als Bestandteil des Gerichtes, nicht etwa als Dessert. (“Gekocht und auch noch in Pfefferminzsoße… Asterix, das arme Schwein !”)
Gruß, Ivain

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Eintrag #15 vom 23. Apr. 2001 16:07 Uhr Heike Schlachter  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Heike Schlachter eine Nachricht zu schreiben.

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Kleine Praxiserfahrung: Angeregt durch den Thread habe ich am Wochenende auf einem MA-Markt einige Stöckchen Süßholz günstig erworben. Ist zwar nach den ersten komischen Bissen ganz lustig auf den Stengeln rumzukauen und dann schmeckt es auch in der Tat leicht süßlich. Aber ich hatte nicht den Eindruck, daß die Zähne dadurch sauber werden. Wahrscheinlich regt es nur den Speichelfluß an und mit dem nach einiger Zeit zerfasserten Ende hat man wohl einen leichten Bürsteneffekt. So zu groben Entfernung von Speiseresten reicht es wohl (s. Eintrag 3 von Florian), aber vor Karies und Paradonthose wird es wohl kaum geschützt haben.
Gruß, Heike (Anneke aus Lübeck)

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Eintrag #16 vom 23. Apr. 2001 16:58 Uhr Alexander Klenner  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Alexander Klenner eine Nachricht zu schreiben.

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Heike: Karies & Co sind zu einem Großteil Erscheinungen in unserer heutigen ßberflußgesellschaft. Ohne eine größere Zufuhr an Zucker o.ä. haben diese Mundkrankheiten kaum Chancen gegen die Körperabwehr. Bei Tieren klappts ja auch. Ebenso bei ´Naturvölkern´ die höchstens mit Fruchtzucker in Berührung kommen. Bis ins SMA hinein war Zucker nicht verbreitet genug, um den Schaden anzurichgten, mit dem er heute Zahnärzten ihr täglich Brot beschert.
Gruß, Ivain

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Eintrag #17 vom 23. Apr. 2001 23:48 Uhr Katharina Bellwied   Nachricht

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Aber dann hätten ja immer die, die Zucker aßen, also die Recihen und Adligen, schlechte Zähne gehabt ?!

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Eintrag #18 vom 24. Apr. 2001 06:09 Uhr Peter Gustav Bartschat  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Peter Gustav Bartschat eine Nachricht zu schreiben.

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Zum “Süßholz raspeln” (Beitrag 8 von Angelika): ßber die Herkunft der Redewendung hier zwei Zitate. “(…) Die Wendung bezieht sich darauf, daß die zuckerhaltige Süßholzwurzel früher zur Herstellung von Arzneien und Süßwaren geschabt oder geraspelt wurde (…)” (Duden Band 11: Redewendungen und sprichwörtliche Redensarten. Bibliographisches Institut 1992, ISBN 3-411-04111-0 “Süßholz ist eine in Südeuropa und Mittelasien beheimatete Staude, deren süßschmeckende Wurzel zur Bereitung von Hustentee und zum Süßen verwendet wird; ihr eingedickter, festgewordener Saft ergibt Lakritze. (…) Unter Süßholz raspeln stellt man sich vor, daß jemand so schmeichlerisch spricht, wie wenn er mit der Raspel von einer Süßholzwurzel genießbare kleine Stücke abreibt, um sie dem anderen zu servieren.” (Leo Sillner: Gewußt woher. Societäts-Verlag 1973, ISBN 3-7632-1884-X) Obwohl es also durchaus eine medizinische Anwendung gab (wenn auch wohl nur sekundär durch die Geschmacksverbesserung bitterer Medizinen) habe ich bisher keinen Hinweis auf eine Verwendung von Süßholz zur unmittelbaren Zahnpflege gefunden. Auf Xuntheit! Gustav der Bär (a.k.a. Peter Gustav Bartschat)

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Eintrag #19 vom 24. Apr. 2001 08:44 Uhr Alexander Klenner  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Alexander Klenner eine Nachricht zu schreiben.

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Katharina: Jupp.
Gruß, Ivain

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Eintrag #20 vom 24. Jul. 2001 13:07 Uhr Dorothea (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Dorothea eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo zusammen,
der Bokstennman (13.Jh. Schweden) hatte auch einen “Ersatzzahn”. Auf dem Röntgenbild sieht man es deutlich. Genaueres kann ich nicht sagen, da das Buch auf schwedisch ist.
Ar og Fridhr Herwör

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Eintrag #22 vom 11. Jun. 2002 19:30 Uhr Mathias Ullrich  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Mathias Ullrich eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Zahnpflege Fehlanzeige, aber Zahnersatz!!!:

Die bereits weiter unten erwähnten Zahnersatz bei ßgyptern, Etruskern, Phönikern, Griechen und Römern außer acht lassend:
- arabische Quellen (Albucasis, 936-1013?): Schienung gelockerter Zähne mittels Golddraht, Zahnersatz durch Rinderknochen
- Generell war ja die Heilkunde der Antike im Westen weitgehend verloren gegangen und wurde erst wieder zugänglich durch eine Rückübersetzung der Texte arabischer Autoren (die ihrerseits direkte ßbersetzungen antiker Autoren wie z.B. Hippokrates und Galen waren) und bildete so die Grundlage der (Zahn-)medizin im europäischen MA, vermischt mit volkmedizinischem Gedankengut.
- Archäologischer Fund: slawisches Gräberfeld Sanzkow, Kr. Demmin (12. Jh.): ausgefallene/extrahierte Frontzähne, die durch eine kleine Metallplatte und eine kittartige Substanz wieder befestigt wurden
zwecks der Vollständigkeit:
- präkolumbianisches Amerika (Maya) Zahnersatz aus Knochen in Testen beschrieben, daneben ein “Implantat” aus Eisen!!! gefunden.
der schmerzlose Bohrer

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Eintrag #23 vom 22. Jul. 2002 20:21 Uhr Theresa Obermaier   Nachricht

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Ich kann mich zwar leider nicht zu den historischen Ursprüngen der Zahnbürste äußern, hab aber einen kleinen Tip an alle, die das mit dem Süßholz mal ausprobieren wollen:
Schaut doch einfach mal auf www.melbar.de , dort hab ich vor kurzem erst Süßholz zur Zahnpflege im Onlineshop entdeckt.
Viel Spaß beim “putzen”

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Eintrag #24 vom 23. Jul. 2002 12:08 Uhr Urs Noetzelmann  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Urs Noetzelmann eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Zähneputzen mit Wurzeln

Ihr vewrwechselt da alle was:
Süssholz ist ein europäisches Genussmittel und die Wurzeldinger mit denen man sich die Zähne putzt kommen aus Zentralafrika und werden da von einigen Eingeborenenstämmen benutzt (so gesehen in Länder, Menschen, Abenteuer). Der Reinigungseffekt tritt auf durch das aufdröseln der zähen langfaserigen Wurzel. Der Reinigungseffekt ist eine Mischung aus “ZahnpflegeKaugummi”, Bürste und Zahnseide. Einen annähernd vergleichbaren Effekt würde man hier mit dicken Hanf- oder Flachsstängeln erreichen.
Euer Hlorridi

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Eintrag #25 vom 23. Jul. 2002 12:42 Uhr Alexander Klenner  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Alexander Klenner eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Nein, keine Verwechslung.

Mag ja sein, daß es in Afrika Wurzeln für diesen Zweck gibt.
die waren in Europa wohl kaum bekannt.
Das Süßholz ist ebenfalls ein sehr faseriges Holz, mit dem man sich wunderbar die Zähne reinigen kann.
Die enthaltenen (oder zugesetzten ?) Aromastoffe sorgen zudem noch für einen frischeren Atem.
Daher auch der Spruch “Süßholz raspeln”.
Gruß, Ivain

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Eintrag #26 vom 18. Feb. 2003 16:09 Uhr Andreas (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Andreas eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Teurers Salz?

Hallo ihr,
ich weiß es ist vielleicht ein bisschen spät, aber ich muss mal was zum Beitrag von Flo vom 13.04.2001 sagen, auch wenn es eher weniger zum Zähneputzen paßt.
Ich bezweifle stark, dass Salz im Mittelalter so teuer gewesen sein kann, wie in der Literatur immer behauptet.
Bei einem Prokopfverbrauch von mindestens (eher mehr) 10 kg Salz im Jahr (siehe AID 1 2003)für das Pökeln von Fleisch, das Einsalzen von Fisch und Gemüse, die Glasherstellung und vielem mehr, ist es eher unwahrscheinlich, dass Salz teuer gewesen ist.Wie hätte sonst der arme Bauer sein bisschen Fleisch für längere Zeit haltbar machen können, wenn er sich das einfachste Konservierungsmittel nicht leisten kann.
Für den hohen Salzverbrauch im Mittelalter sprechen auch unzählige Anweisungen “und versalz es nicht” oder ähnliches aus ma Kochrezepten -man verwendete ja meist schon stark gepökelte oder eingesalzene Lebensmittel als Zutat.
Nach Ansicht einiger Forscher spricht auch der große Gewürzverbrauch für starken Salzgebrauch. Man hätte versucht mit den Gewürzen den intensiven Salzgeschmack von Pökelwaren zu übertünchen.
Die großen wirtschaftlichen Erfolge ganzer Städte und Regionen durch den Salzhandel rühren eher weniger vom hohen Preis, als von der Menge des gehandelten Gutes her.
Zum Zähneputzen ist Salz schon einmal deswegen ungeeignet, da es durch den Speichel aufgelöst wird, der Schmirgeleffekt quasi stark vermindert wird. Zudem schmeckt es einfach grauenhaft den ganzen Mund voll Salz zu haben und kann bei Verschlucken sogar (je nach Menge)unangenehm, ungesund oder gar lebensgefährlich sein.
MfG, gebur

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Eintrag #27 vom 26. Mrz. 2003 21:37 Uhr Andreas (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Andreas eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht "Wie man zähne sauber und weiß macht"

Da bin ich wieder,
habe beim Stöbern in Maggie Black: “ Küchengeheimnisse des Mittelalters” ein Rezept zum Zähne putzen gefunden (S.135)
“Wie man sie [die Zähne] sauber und weiß macht. Nimm Malvenwurzel und reibe damit Zähne und Zahnfleisch. Und danach nimm ein raues Tuch und reibe damit deine Zähne. Wenn du deinen Mund einmal pro Monat mit Wasser wäschst oder mit Wein, in dem Wolfsmilch gekocht wurde, werden dir die Zähne nie ausfallen. Wenn du zerdrückten Knöterich auf die Zähne legst, ist das eine gute Medizin.” (MS 136,907) aus dem Leechbook der Medical Society of London.
Ich nehme stark an, dass mit Wolfsmilch ein Pflanzensaft gemeint ist. Leider bin ich kein Botaniker und habe das Rezept noch nicht selbst ausprobiert, deshalb sollte man sich vorher erkundigen, ob die verwendeten Zutaten auch wirklich unbedenklich und ungiftig sind.
MfG, gebur

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Eintrag #28 vom 27. Mrz. 2003 21:26 Uhr Andreas (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Andreas eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht salbei

also, mein gewürzlexikon sacht:
salbei wirkt entzündunshemmend, schmerzstillend und schweisshemment. ist also prima gegen zahnfleischentzündungen und für die hygienische mundspülung geeignet.
MfG, gebur

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Eintrag #29 vom 23. Jan. 2004 12:46 Uhr Anna (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Anna eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Wolfsmilch

Wolfsmilch ist zum Beispiel das, was aus dem Stengel von Löwenzahn ausläuft, wenn man den pflückt. Wolfsmilch schmeckt (angeblich, ich habe es nicht selbst probiert) bitter und ist giftig. Das Gift heißt Euphorbon und greift die Schleimhäute an - also besonders im Mund unangenehm! Innerlich bewirkt das Gift Erbrechen, Magenschmerzen und Durchfall. Hm. Soweit ich weiß, wurde Wolfsmilch auch als Brechmittel benutzt.
Wahrscheinlich macht auch hier die Dosis das Gift.
Liebe Grüße, Anna

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Eintrag #30 vom 23. Jan. 2004 12:49 Uhr Anna (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Anna eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Wolfsmilch 2

Hallo!
habe zufällig gerade gelesen, daß im “Kräuterbuch des Dioscurides” steht:
“Diese Milch in ein holen Zahn getan / nimt den Schmertzen / es soll aber zuvor das Zahnfleisch mit rothem Wachs versorget werden.”
Von daher ist es wohl nicht so abwegig, Wolfsmilch auch beim Zähneputzen zu finden.
Liebe Grüße, Anna

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Eintrag #31 vom 26. Jan. 2004 10:48 Uhr Ingo Ludwig  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ingo Ludwig eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Wolfsmilch oder Löwenzahn?

Holla Anna,
wegen der Wolfsmilch lass mich bitte etwas richtigstellen.
Der milchige Saft des Löwenzahns hat nichts mit der Wolfsmilch zu tun.
Wolfsmilchgewächse sind eine eigene Familie mit ca. 40 Arten in Mitteleuropa, die meisten davon auch schon seit dem MA heimisch. Darunter sind sehr niedrig wachsende und auch höhere Kräuter.
Hinsichtlich der Eignung des tatsächlich ziemlich gitigen Pflanzensaftes für die Zahnpflege fand ich folgendes “Diese Milch in ein holen Zahn getan / nimt den Schmertzen / es soll aber zuvor das Zahnfleisch mit rothem Wachs versorget werden.” Da der Saft u.a. die Schleimhaut angreift, ist er auch dem Zahnfleisch nicht zuträglich (sollte davor geschützt werden) - also eher therapeutisch und weniger prophylaktisch anzuwenden. Die medizinische Wirkung dieser Pflanzengruppe (zu der übrigens auch der vielen bekannte [nicht heimische] Weihnachtsstern zählt) ist schon seit ca. 2000 Jahren bekannt.
Der Saft des Löwenzahns ist allerdings auch nicht ohne, der wurde aber früher schon als geeignetes Mittel gegen Warzen eingesetzt.
Gruß, Ingo

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Eintrag #32 vom 26. Jan. 2004 16:11 Uhr Anna (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Anna eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Hm...

…dann hat mir meine Mama früher was flasches erzählt. Danke, ich wußte zwar, daß es die Familie der Wolfsmilchgewächse gibt, aber da hätte ja der Löwenzahn auch zugehören können. Wieder was gelernt.
Liebe Grüße, Anna

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Eintrag #33 vom 13. Feb. 2004 14:53 Uhr Birgit Stolle  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Birgit Stolle eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Zahnpflege im Mittelalter

Zahnpflege in Afrika und anderswo
Die Wurzeln heißen Miswak bzw. Siwak und können sogar im Internet bestellt werden. Sind bei regelmäßiger Anwendung zusätzlich zur Zahnbürste richtig gut
roeschen

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Eintrag #34 vom 13. Feb. 2004 17:41 Uhr Gunter Krebs  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Gunter Krebs eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Zahnpflegerezepte aus dem HMA

Wir haben auf unserer Website mal einige “Rezepte” für die Zahnpflege aus dem HMA zusammengestellt.
- Hildegard von Bingen (1158): “Physica”
- Trotula von Salerno (12. Jahrhundert): “Ornatu Mulierum”
- Gilbertus Anglicus (um 1200): “Compendium medicinae”
turba-delirantium.skyrocket.de/[…]/dentalhygiene.h[…]

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Eintrag #35 vom 17. Feb. 2004 15:23 Uhr Ingo Ludwig  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ingo Ludwig eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Zahnpflege im Mittelalter

nach einigen Recherchen habe ich im Internet eine interessante Seite über mittelalterliche Zahnpflege gefunden. Das landesamt für Archäologie/Landesmuseum für Vorgeschichte hat unter www.landesmuseum-fuer-vorgeschichte-halle.de/[…]/i[…]
ganz tolle Sachen herausgefunden:
“Derjenige, der zum Gedächtnis der heiligen Märtyrerin und Jungfrau Apollonia betet, wird an jenem Tag nicht von Zahnschmerz befallen.”Das versprach die heilige römische Kirche. Und so trat im 13. und 14. Jahrhundert die Heilige Apollonia ihren Siegeszug als Schutzheilige der Zahnleiden an. Falls alles Beten nicht half, riet der Volksglaube “Bei Zahnschmerzen den Zahn einer Leiche zu berühren.”
Neben einem Zahnbürstenfund (allerdings aus dem 18. Jh.) finden sich noch andere tolle Rezepte für die Mundhygiene:
“Ein Brei aus Wolfs- und Hundekot, vermischt mit faulen ßpfeln hilft gegen Zahnschmerz. Ausgefallene Zähne wachsen nach, wenn man den Kiefer mit Hasenhirn bestreicht. Am besten rückt man den Zahnwürmern mit einem Haschee aus gerösteten Hasenkopf und kleingehackten weiblichen Schamhaaren zu Leibe.”
Na da gehe ich doch lieber zu meiner Zahnärztin …
Gruß, Ingo

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Eintrag #36 vom 18. Feb. 2004 00:58 Uhr Walter Ruf  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Walter Ruf eine Nachricht zu schreiben.

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OK, Danke, Apetitzügler kann ich mir sparen…
Grimar

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Eintrag #37 vom 18. Feb. 2004 09:53 Uhr Manuela Münzner  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Manuela Münzner eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Zahnpasta von Weleda

Nicht daß ich hier Schleichwerbung machen will, aber die Inhaltsstoffe hören sich interessant an, könnte vielleicht so ähnlich im MA möglich gewesen sein:
mineralischer Putzkörper aus Calziumcarbonat(Kreide)-für die Reinigung
Auszug aus Calendula(Ringelblume)-entzündungshemmend
Fenchelöl-für den frischen Geschmack
Xanthan-als natürlicher Quellstoff
dazu:Alkohol, Tonerde, Wasser und (ich hab keine Ahnung was das ist, wo sind die Chemiker???)
Ammoniumsalz der Glycyrrhizate
ßbrigens gibt´s da auch eine SALZzahnpasta mit Salzkristallen. Auszug aus der Beschreibung:
Der Putzkörper aus Salzkristallen regt den Speichelfluß und damit die physiologische Selbstreinigung an, sein osmotischer Effekt festigt das Zahnfleisch.
Keine Sorge, an den Geschmack gewöhnt man sich:-)
Könnte mir also durchaus vorstellen, daß man Salz benutzt hat, vorausgesetzt es war billig genug.
Grüße, Erin

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Eintrag #38 vom 18. Feb. 2004 10:18 Uhr Gunter Krebs  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Gunter Krebs eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Salz zur Zahnpflege

Möglich gewesen sein könte viel. Belegbar ist leider nur weniger. Aber Salz als Zusatz zur Zahnpflege ist in der Tat belegt und der abrasive Effekt dürfte schon zur Zahnreinigung beigetragen haben. Kreide als Zusatz ist mir aus dem MA nicht bekannt.
Gilbertus Anglicus (um 1200): “Compendium medicinae”
Atemerfrischendes Pulver aus gleichen Teilen Pfeffer, Minze und Steinsalz. Dieses soll gekaut und dann geschluckt werden.
Mehr belegte Rezepte (und angenehmere als Hundeexkremente und Hasenhirn) unter turba-delirantium.skyrocket.de/[…]/dentalhygiene.h[…]

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Eintrag #39 vom 18. Feb. 2004 21:17 Uhr Anna (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Anna eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Ammoniumsalz

Da ich gerade meine Chemieprüfung geschrieben habe, fühle ich mich angesprochen ;-)
Leider weiß ich ich nicht, was eine Glycyrrhizate ist, aber Ammoniumsalz ist eine Kombination aus Ammonium (NH4) und einem Halogen (Chlor, Fluor, Brom, Iod).
Liebe Grüße, Anna

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Eintrag #40 vom 18. Feb. 2004 21:22 Uhr Anna (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Anna eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Glycyrrhizate...

…ist das Süßholz!
Liebe Grüße, Anna

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Eintrag #41 vom 19. Feb. 2004 07:17 Uhr Ulrich Busse  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ulrich Busse eine Nachricht zu schreiben.

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Nicht nur Halogene bilden Ammoniumsalze.
Ammoniumnitrat, Ammoniumphosphat, Ammoniumsulfat sind “gängige” Ammoniumsalze. Eigentlich kann wässrige Ammoniaklösung mit jeder Säure ein Salz bilden, auch mit organischen Säuren, z.B. Essigsäure (Ammoniumacetat).
Soviel nur zur Ergänzung …
Gruß von der Spree
Ulli

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Eintrag #42 vom 20. Apr. 2004 17:53 Uhr Roman Grabolle  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Roman Grabolle eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Zahnpflege im Mittelalter

Fund des Monats August 2003
Die Quedlinburger Zahnbürste
Ein Fund und seine Geschichte www.archlsa.de/funde-der-monate/08.03
Zahnbürste aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhundert. Diesen seltenen Fund des bislang ältesten bekannten Zahnpflegeinstruments Sachsen-Anhalts nehmen wir zum Anlass, einen kurzen Abstecher zur historischen Entwicklung der Zahnhygiene zu machen. …
Im antiken Mesopotamien säuberte man die Zähne mit einer Mischung aus Baumrinde, Minze und Alaun. Im alten Indien war eine Substanz aus Berberitzen- und Pfefferextrakt gebräuchlich. In der zwölften ägyptischen Dynastie benutzten die Prinzessinnen Grünspan, Weihrauch und eine Paste aus Süßbier und Krokus. Zahnstocher aus Holz, Federkiel oder anderen Materialien waren in allen Kulturen bekannt.
Wie dem auch sei, die frühesten Zahnbürsten kamen um 1500 in China auf. Eine erste Beschreibung findet sich in einem 1719 in Leipzig erschienen Lexikon. Allerdings boten die damals ausschließlich verwendeten Naturborsten mit ihren feinen Markkanälchen ideale Schlupfmöglichkeiten für Bakterien. Auch waren die Haare insgesamt zu weich, um eine für heutige Maßstäbe ausreichende Reinigung zu erzielen.
Und viel Spaß mit dem Rezept ;-):
“Ein Brei aus Wolfs- und Hundekot, vermischt mit faulen ßpfeln hilft gegen Zahnschmerz. Ausgefallene Zähne wachsen nach, wenn man den Kiefer mit Hasenhirn bestreicht. Am besten rückt man den Zahnwürmern mit einem Haschee aus gerösteten Hasenkopf und kleingehackten weiblichen Schamhaaren zu Leibe.”
Viele Grüße Roman

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Eintrag #43 vom 21. Apr. 2004 10:54 Uhr Roman Grabolle  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Roman Grabolle eine Nachricht zu schreiben.

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Hier noch eine weitere Zahnbürste aus Bein, aber ebenfalls erst 17./18. Jh.:
Wurster, Herbert W. / Richard Loibl, Ritterburg und Fürstenschloß. Begleitband zur Ausstellung von Stadt und Diözese Passau im Oberhausmuseum Passau 1998. Teil 1: Geschichte. Teil 2. Archäologische Funde (Regensburg 1998).
Teil 1 S. 75 f.: Hygiene, hierzu 76 Kat.-Nr. 6/5-5.
Viele Grüße Roman

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