Björn, nur mal kurz zur Info. Ein gut ausgeführtes Gleitlager läuft unter Umständen leichtgängiger als ein Kugellager. Kugellager haben - mal ganz vereinfacht gesprochen - eine längere Lebensdauer und können größere Belastungen aufnehmen, beides Eigenschaften, die Du bei Deiner Anwendung nicht unbedingt erfüllt haben mußt. Ein Gleitlager ist im Prinzip alles vom Loch in Stein und Stock durch bis zum hochwertigen Teflon beschichteten Industrielager. Jedenfalls gibt es jede Menge historischer Lösungen, denn das Problem einer leichtgängigen, langlebigen und belastbaren Lagerungen existierte schon lange vor SKF. :-)
@Joachim: Danke! Da hast du mich genau richtig verstanden. Werde wenn ich das Projekt reakisiere. Scheibenräder bauen in denenen für leichten Lauf Kugellager eingesetzt und “Versteckt” werden.
Ich finde das mein Hund da ein leichteres leben haben würde, wegen Laufleichtigkeit.
@all: Ich bin begeistert über so viele intessierte und gute Rückmeldung.
Das Projekt Zughundekarre auch dem 1300 Jahrhundert schwebt mir als Ergänzung für die Darstellung in unserer Gruppe bzw bei Tilgertouren oder Zughundepräsentationen …
Als erstes will ich sagen das mir die Gesundheit und das Wohergehen meines Hundes absolut vorgeht.
In diesem Zusammenhang und duch einige Anmerkungen überdenke ich daraufhin das Vorhaben einer einaxigen Karre.
Tierschutzrechtlich gibt es keinerlei Einschränkungen wie eine Karre auszusehen hat aber der gesunde Menschenverstand lässt da wenig Spielraum.
Wenn eine Einaxkarre beladen wird, dann muss die Haubtlast Axhoch gelagert werden. Soll heissen in der Mitte des Wagens um den hund nicht zu belasten. Eine Ladung die zuweit vorne liegt wird auf den Rücken des Hundes drücken, eine ladung die zuweit hinten liegt wird den Hund duch Hebelwirkung “anheben” bzw. die Deichsel.
Beides ist für den Hund nicht gut.
Fazit soll sein, wenn ich eine Karre baue nur für Demonstationszwecke, aber nicht für ganz lange Touren
Auf modernes Material, Kugellager oder Zuggeschier werde ich aus Tierinteresse auch nicht verzichten. Wenn möglich werde ich moderne Marterialien verstecken aber interessierte auch immer auf diese Punkte aufmerksam machen.
Was nützt mir ein Wochenende mit bestaunen einer A Karre wenn ich danach meinen Hund nicht mehr in die Deichsel kriege weil es ihm zuviel war oder schlimmer er Schaden nimmt und wohlmöglich für mein Spass mit seiner Gesundheit bezahlt.
Ich halte euch gerne über die weitere Entwicklungen auf dem laufenden
das soll doch nur heißen, dass hier bewusst (warum auch immer) eine moderne Lösung (Kugellager) benutzt wird. Soll aber nicht heißen, dass diese historisch korrekt sei. Ganz einfach :-)
Die alten Wagen die ich bisher gesehen habe, auch auf Bildern ist die Achse in der Mitte angebracht.
Auch kann ein Hund, im Verhältnis gesehen zum Pferd, nur eine erheblich geringere Last tragen.
Daher werden in der Regel heute nur noch zweiachsige Wagen für Hunde verwendet. In den Niederlanden ist es nach Gesetzlage wohl sogar ausdrücklich verboten mit Einachsigen Hundewagen zu fahren.
Dort wird aber traditionell noch eher mit dem Hund gefahren als in Deutschland, wo dieser “Hundesport” immernoch nicht weit verbreitet ist. Daher muss man sich in Deutschand auch am allgemeinen Tierschutzgesetz anlehnen.
Würde mich dafür interessieren ob es nur einachsige Wagen für Hunde gab, denn einen solchen Wagen würde ich nach heutigen Erkenntnissen, egal ob historisch korrekt, nicht mehr für einen Hund verwenden. Da diese Wagen aus gesundheitlichen Gründen nicht geignet sind für Hunde und ich meinem Hund sowas nicht aussetzen mag.
Beim ziehen eines einachsigen Wagens trägt der Hund das Lastgewicht über die Deichsel auf dem Rücken, hierfür ist der Körperbau des Hundes nicht ausgelegt und er wird schneller ermüden und kann bei längerem Einsatz dauerhaften Schaden nehmen.
Dies ist ein Umstand,der meiner Meinung nach, unbedingt mit in die Panung eines Wagenbaues mit einfließen muss.
da es ja hier explizit um Zughunde im Mittelalter und nicht um Arbeitshunde generell geht, ist vielleicht folgender Link für Euch interessant, den ich aus einer anderen Mailing-Liste aufgeschnappt (aber noch nicht detailliert angeschaut) habe:
Ja bitte, sag mal bescheid wie es ist, das Buch könnte mich interessieren.
Ich habe heute morgen auch mal Frau Preuss eine Mail geschrieben, mit der Bitte ob sie mehr Informationen zum Thema für uns hat. Hoffe jetzt das ich auch eine Antwort von ihr erhalte.
Letztlich habe ich im Net ein Foto von einem Pit Bull Terrier gefunden, welchen man vor einen Karren gespannt hatte. Das Bild stammt wohl aus dem 19. Jahrhundert. Aber aus dieser Zeit sind auch die meisten Abbildungen.
Die meisten Texte die ich bisher im Internet gefunden habe sind leider meist Zitate aus dem Buch von Frau Preuss.
Bin auch auf der Suche nach Informationen zu Zughunden im Laufe der Geschichte. Leider gibt es wohl so gut wie keine bildlichen Darstellungen davon und wenn meist aus den letzten beiden Jahrhunderten oder dann wieder Darstellungen aus Antike oder Rokoko.
Schriftliche Erwähnungen, gibt es wohl mehr.
Ein wenig darauf geht Susanne Preuß in ihrem Buch “Der Zughund … einst und jetzt” ein.
Aber generell scheint es so zu sein, dass als Zughunde die großen molossoiden Hunderassen verwendung fanden.
Bereits 1465 wurden diese Hunde in der Nassauischen Huthfrevelordnung erwähnt und die Anstellung hauptberuflicher Kuhhirten verordnet. Die Aufgabe der Hunde war es, die gelegentlich mehr als 500 Milchkühe aus den Dörfern auf die nicht eingezäunten Weiden zu treiben. Für diese Aufgabe benötigten die Hirten lediglich zwei Kuhhunde. Jahrhundertelang verrichteten die Hunde diese Dienste. Die Tauglichkeit, für die von ihnen verlangte Arbeit, war das einzige Auslesekriterium der Hirten. Es entwickelte sich ein höchsteigener Typ von Hund, der die ihm gestellten hohen Ansprüche befriedigen konnte.