Im germanischen Stammesrecht gibt es z.B. nur Strafen, sogenanntes “Wergeld” für Fremdabtreibungen, also wenn jemand eine schwangere Frau zum Spontanabort bringt. Führt die Frau die Abtreibung selbst durch, sind keine Bußen bekannt.
Im Lex Frisionum ist das Töten eines neugeborenen Kindes durch die Mutter sogar ausdrücklich straffrei.
Im Frühmittelalter gab es einen Bußkatalog für Abtreibung, nach dem z.B. unterschieden wurde, ob die Frau aus Armut oder aus Liederlichkeit abgetrieben hatte.
Das Strafmaß belief sich bei Abtreibung bis zum 40. Tag wohl meistens auf eine einjährige Buße, danach auf eine dreijährige Buße.
Abtreibung wurde nach christlicher Auffassung mit Totschlag gleichgesetzt, wenn auch Uneinigkeit dazu herrschte, aber welchem Zeitpunkt in der Schwangerschaft ;-)
Zum Strafmaß sind Bußbücher sehr interessant, der schon erwähnte Sachsenspiegel oder auch das Literaturverzeichnis der “Geschichte der Abtreibung” von Robert Jütte.
… würde ich auch vorschlagen, in der gewählten Region mal nach realen Gerichtsakten oder dergleichen zu suchen, da gibt es mehr als man denkt.
Auch in Frankreich gibt es Archive mit derlei Quellen, dazu sollte man aber ordentlich Französisch verstehen können ;o)
In der Consitutio Criminalis Carolina findet sich übrigens für Abtreibung (Selbst- und Fremd-) eine große “Auswahl” an Strafen, insb. Lebendig Begraben, Pfählen, Ertränken, mit dem Schwert Hinrichten. Galgen nun grad nicht…
Man beachte aber auch die Möglichkeit mildernder Umstände!
Die Carolina ist allerdings aus dem 16. Jh., also nicht mehr wirklich Mittelalter, und sie wurde nicht wirklich flächendeckend angewandt. Ein Anhaltspunkt kann sie trotzdem sein - natürlich nicht für Frankreich, sondern für das Heilige Reich.
Dann erstmal danke für eure Hinweise. Also England wird es sicherlich nicht. Da gibt es wirklich schon zuviel zu. Es ist zwar eine seltsame Vorgehensweise bei der Regionsfindung, aber da die Hauptfiguren schon Namen haben, wird sich alles wohl in Richtung Frankreich abspielen ;-)
Übrigens der “Auslöser” für die Geschichte ist ein Lied von StS und die haben an den Galgen gedacht ;-)
Ich werd dann mal weiter recherchieren und meine Fantsie spielen lassen. Ich kann euch ja dann wissen lassen, wenn das mal fertig ist, für was ich mich entschieden habe.
deine Frage macht die Antwort aus einem Grund ein klein wenig schwierig:
Das mittelalterliche Strafrecht war sehr zersplittert, das heißt von Region zu Region, oft sogar von Stadt zu Stadt verschieden.
Deswegen ist es kaum möglich, eine allgemeingültige Antwort darauf zu geben, wie “in Europa” ein bestimmtes Verhalten bestraft wurde, zumal es auch auf die genaue Zeit ankam.
Insoweit müsstest du dich schon auf eine bestimmte Region festlegen. Eine Anregung hierzu: schöne historische Geschichten entstehen denke ich auch durch Stimmigkeit. Deswegen suche dir vielleicht eine Region aus, in der du leicht recherchieren kannst. Zum Beispiel deine Heimatstadt? In Stadtarchiven gibt es oft Bestände, die dir weiterhelfen könnten. Zudem wäre es auch mal erfrischend, Geschichten zu lesen, die nicht zum xten mal in England spielen. Gerade der deutschsprachige Raum bietet nicht nur viel erreichbarere Recherchemöglichkeiten, sondern auch Geshcichte bis zum Abwinken direkt vor der Haustür ;-)
Um nun aber doch deine Frage etwas zu beantworten: W. Schild geht in seiner “Geschichte der Gerichtsbarkeit” (äußerst empfehlenswertes Buch zum Thema!) davon aus, dass die im deutschsprachigen Raum _allgemein_ vorwiegende Strafe für Abtreibung das Ertränken war.
Aber dir bleibt wohl für genauere Informationen nur die Recherche in einer bestimmten Region/Stadt und auch Zeit.
Es gibt schon einen “hauptberuflichen” Henker, demnach ab 13. Jahrhundert. Einen bestimmten Ort habe ich nicht im Visier, außer, dass es Europa sein wird. Vielleicht helfen diese Hinweise ja weiter *hoff*
für eine Kurzgeschichte bräuchte ich eine Information. Leider finde ich dazu nichts im Internet. Und zwar geht es darum, wie Frauen bestraft wurden, die abgetrieben haben. Kann mir da vielleicht jemand helfen?