Ich hoffe ich habe dich jetzt soweit richtig verstanden!?
Ich vermute mal das die abbildung auf reanactment kein doppelkammerblasebalg(übereinander) ist sondern zwei einzelne blasebälge.
Prinzip: zwei einzelne blasebälge ´nebeneinander´ abwechselnt bedient. Wärend der eine Balg Bläst kann der andere luft über ein decken(boden-)ventil ziehen.
Bei dieser konstruktion ist eins zu beachten. Man braucht immer einen zweiten mann der die blasebälge bedient und da die blasebälge nur oben(unten) ein frischluftventil haben, können sie beide auf dem boden liegen. (ein entsprechendes rückschlagventil am kopf jedes balges ist vorhanden)
Aber der nächste link ist im grunde für das prinzip selbsterklärend.
ich hab mich in den letzten zwei Jahren in Studium und Reenactment recht intensiv mit dem Thema Blasebälgen auseinandergesetzt.
Eins wundert mich jedoch nach wie vor.
Die bei den mir bekannten bei Darstellern im Einsatz befindlichen Doppelkammerblasebälge sind stets mit einer Art Galgenartigen Umlenkung und einer Befefestigung des Balges am Mittelbrett vorhanden (Siehe auch Bauanleitung auf www.hayden.de). Eine identische Konstruktion ist mir bei vielen historischen, neuzeitlichen Schmieden bekannt. Jedoch scheinen die Doppelkammerblasebälge des Mittelalters ohne eine Umlenkung und mit einer Befestigung
Ich habe mit meinem Haus und Hofzimmermann schon den 2. Blasebalg gebaut (Doppelblasebalg) und möcht hier zu den Bälgern 2 details hinzufügen:
1. Nicht kleckern sonder klotzen (was die Blasebalggröße angeht… Mehr ist Mehr)
2. Schöne, funktionstüchtige und sich in Funktion befindene Blasebälge findet man z.B. im Ribe Vikingecenter
zu meinen Bälgen:
Länge der Einzelbälge : ca 70 cm
Breite der Einzelbälge : ca 35 cm
Material : Eiche ca 2cm
der Balg : 2-3mm Oberleder (Rind)
Tülle des Balges : Momentan noch Kupferblech, wird aber in nächster Zeit in Holunder gewechselt.
Mit diesem Blasebalg haben wir es geschafft, den Speckstein der als Essenstein in meiner Esse dient, teilweise anzuschmelzen…. und eben Feuerverschweißungen in blöcken von 20 x 20 mm auf einer länge von 5 cm oder länge X wenn man mehrmals schweißt, ist kein thema..
Nach meiner Erfahrung im Vikingecenter mit den Blasebälgen dort, dürfte mein Balg wohl auch durchaus für eine Eisenverhüttung taugen.
Wichtig beim Bau einer Esse mit Essenstein ist im übrigen, daß der Stein nicht direkt an der Düse des Blasebalges anliegt. Zwischen Stein (Stein mit Loch natürlich) und Düse sollten min. 2-4 cm Luft sein. Das hat ne recht simpele, wie auch wichtige Funktion:
Der Stein (Speckstein ist da meiner erfahrung nach A und gut) wird logischer weise durch das Feuer erhitzt..
Dieser erhitzt auch die Umgebungsluft um den Stein.
Der “kalte” Luftstrom (der sehr schnell fließt) reißt im Prinzip die warme Umgebungsluft vom Stein mit.
Somit hat man eine Leistungssteigerung in der Esse
(heißt im übrigen Injektorprinzip und ist bei Acetylenbrennern (mit Sauerstoff) im einsatz)
wenn ihr euch schon die Arbeit eines Selbstbaus macht, hier ein kleiner Tip:
bei doppeltwirkenden Bälgen die Befestigung am Mittelbrett anbringen. Die untere und obere Kammer müssen frei beweglich bleiben. den Pumphebel an der unteren Kammer anbringen. Dadurch wird die obere Kammer aufgeblasen und fördert durch das schwerkraftbedingte Absinken kontinuierlich Luft zum Schmieden/ Schmelzen, was auch immer. Je nach Größe bekommt ihr 10-20 Sek. Luft ohne Pumpen, bei kleinen Bälgen evtl. Gewicht auf der oberen Kammer anbringen.
wäre ein kleiner Zweikammerblasebalg! Ich habe eine gute beschreibung unter der folgenden Internetseite gefunden. Einfach auf den Butten Blasebalg gehen und anschauen.
Da ist auch eine kleine Bauanleitung für eine Esse drin. Gut brauchbar!
zum Thema Blasebalg. Die Blasebälger, die du gesehen hast, sind für die Eisenzeit wohl das korrekte Modell. Wenn du allerdings eine einfach zu bedienende Version brauchst, gibt es zwei Möglichkeiten. Die eine ist aufwendiger, ist aber z.B. auf Runensteinen in Skandinavien abgebildet (Sigurdsaga), somit historisch korrekt. Sie besteht aus zwei “tropfenförmigen” Brettern mit Balg dazwischen, die in einer “Spitze enden. Sprich der Blasebalg sieht aus, wie die heutigen Blasebälger für den Grillbedarf. Nur das hierbei 2 Stück nebeneinander montiert sind (kontinuierlicher Luftstrom). Zu Form und aussehen, kannst du im ”Experimentelle Archäologie in Nordwestdutschland" nachschlagen. Die 2 Variante ist einfacher zu bauen, ist aber meinens Wissens nicht eindeutig belegt. Dazu brauchst du lediglich 4 runde Holzscheiben, ein bisschen Kantholz, Leder und ein bisschen Draht oder Lederriemen.
Die Bälger bilden 2 Zylinder. Eine Konstruktionbeschreibung würde hier glaube ich zu weit gehen. Wenn du willst, kann ich dir aber eine Konstruktionszeichnung meiner Blasebälger schicken.
Ich habe schon 2 Blasebälger dieser Art gebaut, und sie tun beide noch ihre Dienste. Zum Schmieden, Glasperlen machen etc. tun diese auf alle Fälle ihre Arbeit.
ich war letztes wochenende zum ersten mal als aktiver reenactor auf einem eisenzeit veranstaltung.
ich hatte riesigen spaß und werde bei diesem hobby bleiben.
die sache ist nun die, dass ich neben meinem dasein als krieger auch etwas handwerkliches darstellen möchte. ich wollte einen kleine werkstatt zum zuschauen und mitmachen einrichten.
eine kleine esse, für einfache schmiedearbeiten ist auch geplant.
meine frage an euch: hat irgendjemand von euch informationen, wie eine (feld)schmiede um die zeitenwende ausgesehen haben könnte?
besonders ansätze zur konstruktion der blasebälge wäre interessant.
ich hab schon in kalkriese auf den römertagen eine sehr elegante konstruktion aus zwei ledersäcken mit manuell betätigten ventilen gesehen. für mich kommt eine derartige konstruktion jedoch nicht in frage, weil diese nicht so ohne weiteres von den besuchern betätigt werden kann.