Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Cotehardie Verschluss

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Eintrag #1 vom 18. Apr. 2010 14:31 Uhr Chris (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Chris eine Nachricht zu schreiben.

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Guten Tag
Vorweg, ich spiele Larp möchte aber eine möglichst historisch korrekte Darstellung mir dieses Mal erarbeiten.
Ich gehe meistens nach Kunstgemälden, weil ich damit am Besten klarkomme.
Von einer Freundin habe ich die Period Patterns no 21, Cotehardies & Sideless Surcoats 14th &15th Jahrhundert empfohlen bekommen und mir gekauft.
Darauf möchte ich gerne so einen Cotehardie von einer gewissen A. St. Leger (England c.1470) erstellen.
Wie gesagt es ist Larp daher kann ich frei aus 1300 bis 1500 wählen (ich hoff jetzt zuckt keiner zusammen *g).
Ich habe mich auf 1400 bis 1500 eingeschossen optisch (sorry ist nicht all zu präzise :( )
Meine Freundin spielt Landadel, das heißt ich stelle ihr adliges Mündel dar.
Zurück zum Cotehardie, die Beschreibung davon.
Es soll ein Weiter Ausschnitt sein, lange enge Ärmel mit Muffe am Ende die bis fast zu den Handspitzen reicht.
Hellblaues Leinen habe ich schon dafür und wollweißes Leinen für das Unterkleid darunter.
Mein Problem dabei jetzt ist das ich nicht so recht weiß wie man das am besten verschließt.
Meine Freundin hat ihre Cotehardie geschneidert das sie enganliegend ist und sie sich reinzwängen kann ohne Schnürung.
Ich bin aber sehr schmal gebaut an der Taille und glaube nicht das ich das enganliegend hinbekomme und gleichzeitig irgendwie die Chance besteht da noch hineinzukommen.
Schnürung vorne mit gestickten Ösen ist dann wohl die richtige Art oder? Oder seitlich von Taille bis Achsel?
Das letzte Mal als ich so eine Schnürung versuchte gab es unschöne Falten und man sah das Unterkleid durch.
Vorne Stopfknöpfe als Verschluss sind wohl gut, aber ich habe glaube ich nicht so viel Fertigungszeit um die Unterarme mit Stopfknöpfen zu verschließen und die Front auch noch :(
Darf man bei den Stopfknöpfen auch innen eine Perle als Unterstützung hineinmachen, damit die gleichmäßiger aussehen?
Ich habe Cotehardie gegoogled aber kaum etwas sinnvolles gefunden. Würde schon gerne hineinschlüpfen aber ich denke das lässt meine sehr schmale Taille nicht zu.
Diu Minnezit finde ich super als Rechercheseite aber ich bin halt trotzdem verwirrt was denn die wichtigsten Bestandteile einer Cotehardie ausmachen, was unbedingt so sein sollte.
Ich wäre sehr erfreut wenn mir Jemand antwortet und da ich leider sehr wenig Geld gerade für Bücher ausgeben kann vielleicht ein, zwei Tipps in Links oder Gemäldehinweisen geben könnte.
Oder gibts vielleicht in Hamburg Leute, die so etwas darstellen?
(Darf ich hier gleichzeitig kurz hier fragen ob mir Jemand sagen kann wo ich diese Kreuzanhänger finde die überall auf Gemälden der Zeit zu finden sind, es ist wie das Rote Kreuz geformt und wird an einem kurzen Band um den Hals getragen, wollte mir so etwas schon immer mal kaufen find s aber nicht)
Grüße
Christine
(freue mich auch immer über PN s und hoff ihr seid gnädig zu mir)

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Eintrag #2 vom 18. Apr. 2010 17:41 Uhr Jens (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jens eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Chris,
*Zuck* ;)
Nunja, offen gesagt kann man auf etwas, das einen Zeitraum von 100 Jahren anpeilt, nicht wirklich vernünftig antworten. Dazu kommt, dass “Cotehardie” ein so dermaßen überstrapazierter Begriff ist, und post-1400, geschweige denn rechtsrheinisch selten bis nicht benutzt wurde, und wenn, das Kleidungsstück auch nicht wirklich beschreibt.
Und von Schnittmusterbögen aus USA halte ich absolut überhaupt garnichts, weil die schlicht oft falsch sind.
Also wenn Du nun wirklich was historisches machen möchtest, völlig unabhängig davon, ob für Larp, Living History, oder sonstwas, wäre es erst einmal nötig, dass Du deinen angepeilten Zeitrahmen wie Region klarer eingrenzt.
Dann würde ich mal anfangen, mir ganz grundsätzlich die in Frage kommenden Kleider anzugucken, die man so auf Darstellungen sieht. Völlig egal, ob die jetzt “Cotehardie” oder sonstwie genannt werden können.
Dann die betreffende Zieldarstellung: Du steigst ja gleich mal wieder heftig ein mit “Landadel” bzw. Mündel (was ein unglaublich dehnbarer, und wenig aussagekräftiger Begriff ist, da das maximal deine Beziehung zu einer anderen Person erklärt, aber weder deine Finanzlage, noch Herkunft, noch deine auf Grund Alter und sozialer Stellung maßgeblichen Faktoren).
Spätestens hier kommt auch die Wahl der Materialien zum Tragen, wenn nicht eh von der Form des Kleides vorgegeben. Und da fällt Leinen schon relativ schnell raus; solltest Du nicht ein unglaublich tolles, feines, vielleicht mit repliziertem Druckverfahren verziertes, oder andernweitig edles Leinen herbekommen, ist es für die angepeilte Darstellung schon wenig sinnvoll, in Kombination mit der Wunschvorstellung eines “engen” Kleides auch nicht gerade das Optimum, es sei denn wiederrum, Du nimmst Leinenköper.
Dann kommt noch die Ausführung des Kleides zum Tragen: was für alle Tage? Für festliche Anlässe? Es lief ja nicht jeder wie eine aufgedonnerte Hofschranze durch die ganze Woche.
Du siehst also, du zäumst das Ganze vielleicht doch etwas falsch auf, und solltest da vlt. nochmal anders herangehen, dann kann man dir auch helfen.
Übrigens danke für das Kompliment für unsere Seite, allerdings wünsche ich, die Leute- tut mir Leid- würden sie mal richtig lesen.
Erstens haben wir einen sehr starken linksrheinischen Fokus- sprich: Frankreich- und zweitens stehen ja immer die Bildquellen auch mit da. Was dann wiederrum eigentlich die Eigenrecherche vereinfachen sollte, plus den Zeitrahmen mit erklärt. Der angegebene Datierungszeitrahmen ist bestenfalls ein Richtwert, und unterliegt z.B. noch keiner regionalen Untergliederung: ein Kleid, das vom Schnitt her 1340 an Adelshöfen hipp war, findet man in einfacher Form vlt. noch 1420 bei der Bäuerin aufm Acker.
Also: mach dir doch erstmal klar, wo genau es hinsoll. 1400 und 1500 ist ein Himmelweiter Unterschied (was Du auch gut auf unserer Seite sehen können solltest, vergleich einfach mal die Kleider in unserem Darstellungsrahmen um 1350 mit dem von um 1475). Und Begriffe wie “Cotehardie” wenig zielführend- ein Kleid mag auf unserer Seite so heissen, aber eben nur, weil es in unserer Darstellungszeit-und Region als solches mitunter bezeichnet worden wäre, und halt einen Namen braucht. “Kleid 1230x in blau mit langen Ärmeln und Knöpfen” ist keine gute Überschrift ;) Es stehen ja auch Erklärungen diesbezüglich da.
Und weiterhin: Literatur, die steht auch auf unserer Seite.Für Leute ohne Geld gibt es die Fernleihe. Bildquellen sind vielfach online, auch da haben wir Links.
Und zwecks Hamburg: es gibt die Elvelüüt Hamborch (die auch in unseren Links stehen…), die zw. H. 14tes machen, aber ich glaube, die sind dir auch dankbar, wenn du mit etwas konkreteren Vorstellungen daherkommst ;)
Hoffe, das war “gnädig” genug.

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Eintrag #3 vom 18. Apr. 2010 18:12 Uhr Chris (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Chris eine Nachricht zu schreiben.

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Ja ich weiß schon dass das etwas sehr wage alles ist.
Eigentlich hab ich einfach nur ein Brett vorm Kopf was die Umsetzung angeht und daher dachte ich, ich frag spontan einfach *g
Vielleicht sollte ich mir eine bestimmte Darstellung heraussuchen und die einfach nachschneidern.
hehe und ich versuche ehrlich mich durch alles durchzulesen, auch durch eure Seite!
Aber danke für den Tipp in welcher Struktur ich vorgehen muss!

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Eintrag #4 vom 04. Aug. 2010 15:12 Uhr Isabella Herrmann  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Isabella Herrmann eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht weniger wage..

Hi,
also wenn eh nicht so ultra genau “A” werden soll, du dir lange Recherche sparen möchtest und du nur ein paar hübsche Seiten brauchst die dir als Inspiration dienen, empfehle ich dir einen Blick hierauf:
www.medievaltailor.com/index.html
dort findest du auch Anleitungen zun Stichen und simple Schnittmuster zum nacharbeiten
ansonsten sei dir der Kauf dieses Buches ans Herz gelegt:
www.amazon.de/[…]/0896762394
da findest du sicher was, zudem noch einfach und anschaulich erklärt.
Aber um auf deine ursprüngliche Frage zurück zu kommen, hast du schon mal an Zinnknöpfe gedacht? In dem von dir genannten Zeitraum sind die durchaus vertreten und da du nicht ganz arm zu sein scheinst auch passend. Es gibt auch einige Anbieter, die nach Funden gearbeitet haben, die musst du nur mal googeln…
LG Isabell

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Eintrag #5 vom 04. Aug. 2010 15:17 Uhr Jens (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jens eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Vorsicht

Das Buch ist ne guter Unterstützung, aber gerade ob Schnitten des Zeitrahmens mit Vorsicht zu geniessen, ist eben nur ne Interpretation der Autorin (die durchaus gute arbeit geleistet hat).
Und gerade bei Zinnknöpfen wäre ich vorsichtig. Die Fundlage ausserhalb Englands und vlt. noch Nordfrankreichs ist relativ mieserabel. Für hierzulande kenne ich wenig.
Da hat es- wie bei vielen Sachen- regionale Unterschiede.
Weswegen ich auch nicht bei allem immer von “Cotehardie” sprechen täte, ein ebenfalls im hiesigen Sprachraum kaum verwendeter Begriff.

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Eintrag #6 vom 04. Aug. 2010 15:17 Uhr Isabella Herrmann  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Isabella Herrmann eine Nachricht zu schreiben.

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ja, und hier noch der Link zur Homepage von Sarah thursfield, der Autorin des Medival Tailor’s Assistant:
www.sarahthursfield.com
dort findet man auch sehr viel Bildmaterial und Tipps

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Eintrag #7 vom 04. Aug. 2010 15:25 Uhr Isabella Herrmann  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Isabella Herrmann eine Nachricht zu schreiben.

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… ist das aber allemal tauglich, und solltest du Blut geleckt haben, dann wirst du ja eh erst mal mit den Recherchen anfangen und dich durch unzähliche Bücher, Museen und Ausstellungen lesen, äh, und gehen.
Ansonsten hilft nur ganz viel üben um die schneiderischen Fähigkeiten zu vervollkommnen, damit auch alles so sitzt wies soll… (Jetzt nicht lachen) Puppen- und Kinderkleidung nähen hat sich zum Üben bei vielen bewährt, einschließlich mir.
LG und viel Spaß
Isabell

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Eintrag #8 vom 04. Aug. 2010 18:53 Uhr Astrid Hornig  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Astrid Hornig eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Oder gibts vielleicht in Hamburg Leute, die so etwas darstellen?

Ich komme aus Hamburg und stelle letztes Drittel 14. Jhd. dar.
Vielleicht kann ich Dir weiterhelfen, wenn Du konkrete Fragen stellst.
Wie Jens schon sagte, ist Dein Zeitrahmen wohl zu groß.
Und “Ärmel mit Muffen, die fast über die ganze Hand gehen” klingt mir für 1470 etwas spät - das ist in “meiner Zeit” gerade en vogue.
Mail mich doch einfach mal direkt an.
Evtl. kann ich behilflich sein.

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