Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Cottenfarben der einfachen Leute

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Eintrag #1 vom 15. Jan. 2013 12:42 Uhr Robert Ullmann  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Robert Ullmann eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo,
Ich bin im Begriff mir eine zweite Cotte zu schneidern, bin mir aber mit der Wahl der Farbe und des Stoffes noch nicht ganz sicher.
Da ich mir den Stoff nicht selbst färben will, bin ich darauf erpicht, einen Farbtton zu wählen, der so oder zu min. sehr ähnlich mit damaligen mitteln herstellbar war.
Meine erste Überlegung war, sie einfach (wie schon meine erste) aus braunem Walkloden zu machen. Und zwar in einem ähnlichen Braunton, wie braune Schafwolle. Damit wäre die Herstellbarkeit der Farbe dann geklärt. Eine graue/mausgraue Cotte würde mir aber fast noch besser gefallen (zugegeben über Geschmack lässt sich streiten).
Meine Frage: Ich habe zu grau im Netz eigetnlich nix gefunden…War grau (nicht bege oder wollweiß) eine Farbe, die man damals trug? Oder wurde dieser farbton eher als unschön (weil farblos) empfunden. Eine weitere Überlegung: Gibt es nicht auch Schafe, die einen grauen Fellfarbton haben, bzw. wurden solche Schafe früher gehalten und ist es denkbar, dass man aus ihrer Wolle graue Kleidung hergestellt hat?
Ich weiß, ziemlich viel auf einmal. Vielen Dank im Voraus für eure Antworten.

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Eintrag #2 vom 15. Jan. 2013 13:17 Uhr Jens (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jens eine Nachricht zu schreiben.

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Kommt halt an sich drauf an wer, wann und wo. An sich spricht nix gegen einen Kittel aus ungefärbter Wolle (egal ob braun, grau, oder wollweiss), aber das ist dann halt was supereinfaches. Als Arbeitskittel für nen Handwerker oder nen landsässigen Knecht prima.
Ich würde mir da weniger Gedanken drum machen, einen einfach(st)en Kittel fürs Rumsauen kann man immer brauchen; wichtig ist nur, dass Du das dann nicht mit was aufwändigem kombinierst (fett beschlagenen Gürtel etwa) und/oder dann das ganze dann unpassend vor Publikum beschreibst (“gehobene Alltagskleider” etwa).
Ich würde aber explizit versuchen, naturgraue Wolle zu bekommen, und keine (wie es oft die Regel ist) grau gefärbte.

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Eintrag #3 vom 15. Jan. 2013 14:22 Uhr Robert Ullmann  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Robert Ullmann eine Nachricht zu schreiben.

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Soldknecht in städtischen Diensten, um 1300. Je nach Sold ist wohl davon auszugehen, dass hier überwiegend farbig getragen wurde. Ich dachte nur, da meine Kolllegen überwiegend waidblau und farbig tragen, wäre es vll angebracht, dass auch mal schlichtere Gewänder (so zu sagen die der geringer verdienenden) innerhalb des Soldhaufens auftauchen.

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Eintrag #4 vom 15. Jan. 2013 16:09 Uhr Jens (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jens eine Nachricht zu schreiben.

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Also für den Alltag würde ich da von etwas deutlich besserem ausgehen. Wie gesagt, zum Rumsauen ist so ein Kittel immer gut. Und von einem “Soldhaufen” würde ich 1300 ohnehin nicht reden; wer um 1300 in städtischen Diensten überhaupt Söldner war, und was die Person sich leisten konnte, wäre an dieser Stelle auch mal zu klären. Wir reden hier in jedem Fall nicht von einem “armen” Menschen.

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Eintrag #5 vom 16. Jan. 2013 12:21 Uhr Robert Ullmann  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Robert Ullmann eine Nachricht zu schreiben.

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Ist es realistisch, anzunehmen, dass im sehr frühen 14. Jahrhundert Ausjagten oder städtische Aufgebote durch angeworbene Söldnerkontigente unterstützt wurden? Später soll das ja vermehrt der Fall gewesen sein.
Vielleicht ist es ja auch naheliegend, dass auf so einer Ausjagt eher das “Dreckelgwand” aus dem Schrank gezogen wurde, als die gute Cotte.
Was aber das Alltagsgewand angeht: Darf ich fragen welche Farben hier angebracht wären? Bei Gelb bin ich immer vorsichtig…Rot soll ja in erster Linie des Adels Farbe gewesen sein und auch Berufssoldaten zählen zum gemeinen Folk. Bleibt also, von mischfarben abgesehen, blau und olivgrün? Gibt es Farben, die deiner Meinung nach besonders angebracht wären? Dazu muss ich noch sagen, dass wir süddeutsche Soldknechte sind.

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Eintrag #6 vom 16. Jan. 2013 12:21 Uhr Robert Ullmann  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Robert Ullmann eine Nachricht zu schreiben.

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Ist es realistisch, anzunehmen, dass im sehr frühen 14. Jahrhundert Ausjagten oder städtische Aufgebote durch angeworbene Söldnerkontigente unterstützt wurden? Später soll das ja vermehrt der Fall gewesen sein.
Vielleicht ist es ja auch naheliegend, dass auf so einer Ausjagt eher das “Dreckelgwand” aus dem Schrank gezogen wurde, als die gute Cotte.
Was aber das Alltagsgewand angeht: Darf ich fragen welche Farben hier angebracht wären? Bei Gelb bin ich immer vorsichtig…Rot soll ja in erster Linie des Adels Farbe gewesen sein und auch Berufssoldaten zählen zum gemeinen Folk. Bleibt also, von mischfarben abgesehen, blau und olivgrün? Gibt es Farben, die deiner Meinung nach besonders angebracht wären? Dazu muss ich noch sagen, dass wir süddeutsche Soldknechte sind.

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Eintrag #7 vom 17. Jan. 2013 11:11 Uhr Jens (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jens eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Robert,
Ich glaube hier solltest du erstmal grundsätzliche Fragen klären, etwa: gab es bei der von dir gewählten Stadt eine feststehende Truppe um 1300, und woraus rekrutierte die sich? Und eine Person welchen Hintergrundes (also keine große Story, sondern der soziale Hintergrund) aus diesem Umfeld willst du darstellen?
Das kann ich dir nicht beantworten, da musst du für deinen Fall konkret recherchieren.
Wenn es dir nur darum geht, einen naturwollgrauen Kittel um 1300 zu machen, würde ich mir alle großen Überlegungen sparen, und ihn einfach machen; wie gesagt, die einfachstmöglichste Ausführung eines Kittels dürfte bei so ziemlich keinem Personenkreis eine völlige Fehlinvestition sein- halt immer anlassgebunden (obgleich jetzt z.B.der Bürgermeister wohl eher weniger das Problem hat, im Dreck zu wühlen, und daher kaum einen bräuchte). Zumal rein praktisch in der Darsteloungshobbyrealität sowas immer gut ist. Schließlich muss man, egal was man so anstrebt, manchmal dann doch sich was strapazierfähiges überstreifen, und mal Holz hacken oder Feuer machen. Freilich wieder abhängig davon, was man im Hobby so macht…
Zu “festgeschriebenen” Farben à lá “nur der Adel durfte dies und das tragen”: es gibt einige wenige Verordnungen insbesondere für den ländlichen Bereich, aber grundsätzlich hängt sowas, insbesondere im städtischen Bereich, eher mit dem Geldbeutel zusammen. Zumal man es nicht auf Farben an sich festlegen kann, sondern höchstens auf spezielle Farbtöne: Rot ist mit Krapp z.B. nicht unbedingt schwer zu färben, und daher kaum arg teuer, “Pariser Rot” (vermutlich blaustichig und eine Rotholzfärbung mit Zusätzen) aber als ein spezieller Farbton wird gern mit höherpreisigen Färbeaufwand erwähnt. Insofern kann man eine solche Regel nicht aufstellen.
“Berufssoldaten zählen zum gemeinen F(→V!)olk”:
Tun sie das? Das würde ich zu dem Zeitpunkt sogar eher verneinen. In vielen Fällen wird sgar eher landsässigen Rittern aus dem Umland von Städten ein Ruhegeld gezahlt, damit sie im Bedarfsfalle zur Stelle sind. Und im 13ten entwickelten sich viele Söldnerverbände aus landlosen Nachkommen aus dem landsässigen Adel und der (ehemaligen) Ministerialität.
Wie gesagt, hier solltest du vlt. einfach mal klären, wie sich in deinem konkreten Fall städtische Truppen rekrutierten. Und in welchen Fällen. Stehende Truppen sind mir erst später, und dann vor allem in Friedenszeiten im Polizeieinsetz geläufig (Schützen), vorher rekrutierten sich die Truppen im Notfalle vor allem aus dem hiesigen Bürgertum- und angeworbene Söldner waren, wie der Name schon sagt, Spezialisten, und gehörten nicht per se “zum einfachen Volk”…

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Eintrag #8 vom 17. Jan. 2013 11:11 Uhr Jens (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jens eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Robert,
Ich glaube hier solltest du erstmal grundsätzliche Fragen klären, etwa: gab es bei der von dir gewählten Stadt eine feststehende Truppe um 1300, und woraus rekrutierte die sich? Und eine Person welchen Hintergrundes (also keine große Story, sondern der soziale Hintergrund) aus diesem Umfeld willst du darstellen?
Das kann ich dir nicht beantworten, da musst du für deinen Fall konkret recherchieren.
Wenn es dir nur darum geht, einen naturwollgrauen Kittel um 1300 zu machen, würde ich mir alle großen Überlegungen sparen, und ihn einfach machen; wie gesagt, die einfachstmöglichste Ausführung eines Kittels dürfte bei so ziemlich keinem Personenkreis eine völlige Fehlinvestition sein- halt immer anlassgebunden (obgleich jetzt z.B.der Bürgermeister wohl eher weniger das Problem hat, im Dreck zu wühlen, und daher kaum einen bräuchte). Zumal rein praktisch in der Darsteloungshobbyrealität sowas immer gut ist. Schließlich muss man, egal was man so anstrebt, manchmal dann doch sich was strapazierfähiges überstreifen, und mal Holz hacken oder Feuer machen. Freilich wieder abhängig davon, was man im Hobby so macht…
Zu “festgeschriebenen” Farben à lá “nur der Adel durfte dies und das tragen”: es gibt einige wenige Verordnungen insbesondere für den ländlichen Bereich, aber grundsätzlich hängt sowas, insbesondere im städtischen Bereich, eher mit dem Geldbeutel zusammen. Zumal man es nicht auf Farben an sich festlegen kann, sondern höchstens auf spezielle Farbtöne: Rot ist mit Krapp z.B. nicht unbedingt schwer zu färben, und daher kaum arg teuer, “Pariser Rot” (vermutlich blaustichig und eine Rotholzfärbung mit Zusätzen) aber als ein spezieller Farbton wird gern mit höherpreisigen Färbeaufwand erwähnt. Insofern kann man eine solche Regel nicht aufstellen.
“Berufssoldaten zählen zum gemeinen F(→V!)olk”:
Tun sie das? Das würde ich zu dem Zeitpunkt sogar eher verneinen. In vielen Fällen wird sgar eher landsässigen Rittern aus dem Umland von Städten ein Ruhegeld gezahlt, damit sie im Bedarfsfalle zur Stelle sind. Und im 13ten entwickelten sich viele Söldnerverbände aus landlosen Nachkommen aus dem landsässigen Adel und der (ehemaligen) Ministerialität.
Wie gesagt, hier solltest du vlt. einfach mal klären, wie sich in deinem konkreten Fall städtische Truppen rekrutierten. Und in welchen Fällen. Stehende Truppen sind mir erst später, und dann vor allem in Friedenszeiten im Polizeieinsetz geläufig (Schützen), vorher rekrutierten sich die Truppen im Notfalle vor allem aus dem hiesigen Bürgertum- und angeworbene Söldner waren, wie der Name schon sagt, Spezialisten, und gehörten nicht per se “zum einfachen Volk”…

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