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Eintrag #1 vom 25. Apr. 2013 19:28 Uhr Manuel (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Manuel eine Nachricht zu schreiben.

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Hi Leute, ich bin vor ein paar Wochen rein durch Zufall und aus Familiären gründen auf dieses Hobby gestoßen und nach mehreren besuchen auf Märkten und einigen Übungsstunden am Schwert, ziemliches Interesse bekommen.
Jedenfalls steht in ein paar Wochen das erste Jährliche Lager/Markt der Gruppe, die mich netterweise so bereitwillig aufgenommen hat, an und zu diesem Anlass werde ich auch passende Kleidung brauchen.
Nun zu meiner eigenen Frage: Ich habe keinen blassen Schimmer wen oder was ich darstellen will/soll… Die zeitliche Lage sollte zwischen 12. und Ende 13. Jahrhundert angelegt sein. Es ist jedoch egal ob auf Saladin’s oder Löwenherz’ Seite. Bevorzugen würde ich aber die Wüstenkrieger des Sultan’s :)
Wenn jemand unter euch einen guten Einfall diesbezüglich hat, wäre es sehr toll, wenn ich ein paar Vorschläge bekäme.
Lg. Manuel :)

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Eintrag #2 vom 26. Apr. 2013 10:01 Uhr Jens (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jens eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Manuel,
Das läuft erstmal auf die üblichen Anfängerempfehlungen hinaus, immer unter der Prämisse, dass man wirklich etwas historisches machen will. Deine Erwähnung von “Markt” lässt daran zweifeln, findet man auf Mittelaltermärkten doch kaum jemanden, der sich groß um Geschichte schert- freilich keine Ahnung, wer besagte Gruppe ist, und was sie machen.
Die normalen Empfehlungen:
- Zeit festlegen
- Region festlegen
sind ja Teil deiner Frage, daher mache ich mit
- am Anfang so einfach und so regional wie möglich
weiter. Das 12. und 13. Jhd bestand ja nicht nur aus den Kreuzzügen- für die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung Europas waren diese sogar ziemlich irrelevant. Kreuzfahrer an sich haben die Eigenschaft, auf Kreuzfahrt zu sein- sprich nicht hier. Was daren Darstellung hier relativ sinnfrei macht. “Wüstenkrieger” gehören, wie der Name schon sagt, in diese. Käme irgendwo ind er Pampa oder aufm Dorfplatz in Deutschland auch eher komisch. Mal ganz abgesehen davon, dass sich die Recherche- nächte Empfehlung- bei lokalen Bild- und Schriftquellen, sowie Funden eher schwierig gestalten wird, es sei denn, Du bist der Sprache mächtig, reist sehr gerne, und hast auch deutlich Ahnung vom Islam. Womit wir bei zwei weiteren Punkten wären: erstens war das Heer Saladins heterogen, d.h. da müsstest Du auch erstmal Dir klarsein, wer da wo, und zweitens ist die Darstellung einer vergangenen Zeit in dieser Entfernung schon eine Darstellung einer anderen Kultur, die eines anderen Kulturkreises plus Religion (obgleich damaliges Christentum auch eine solche ist) nochmal was ganz anderes.
Ich sags mal deutlich: einen Moslem im nahen Osten im 12-13.Jhd darstellen zu wollen als Europäer läuft auf zwei Möglichkeiten hinaus: jahrelanges Studium mit zigfachen Besuch dort und reichlich Kontakten zu Gläubigen, um Verständnis zu gewinnen, oder: Verunglimpfung deren Glaube und Kultur. Da ich kaum glaube, dass Du ersteres machen wollen wirst, und wir uns wohl einig sind, dass zweiteres schlecht ist: lass doch gut sein.
Ich persönlich würde dir raten: pfeif auf die Kreuzzüge, schau, was die Gruppe zeitlich macht- ich hoffe, etwas dedizierter als “12/13.Jhd”, fürchte aber, dass sein. Alternativ überleg dir mal, was Du anpeilst: nur auf Märkten rumhocken und Geschichtsklitterung betreiben, oder schon mal irgendwann mit Besuchern interagieren, und fundiertes Wissen über einen eingegrenzten Bereich vermitteln, und bei einigen wenigen internen VAs mit anderen Spaß zu haben.
Wenn letzteres, würde ich die Zeitwahl auch davon abhängig machen, was und wen es hierzulande es so gibt, und welche Veranstaltungen. Was täte es nutzen, wenn man (Beispiel) 1175 machen täte, aber das kein anderer tut, und man zu keiner “Single-Period” (also: nur eine Zeit ist am Platz) hinkann? Auch “Spielwiesen” aka Museumsdörfer und so wären dann ein Kriterium. Plus vlt. lokale Fundkomplexe (wenn vor Ort nen halber Haushalt (unwahrscheinlich) um 1260 ausgegraben wird, wäre es doof, 1210 zu machen) und Quellen.
Daher mein Rat: guck mal, was vor Ort so los war. Also Wohnort Umkreis 100km. Was es an Quellen und Funden gibt. Was es im 12ten und 13ten an Gruppen, Veranstaltungen, und “Spielplätzen” so gibt. Dann entscheid Dich für was (Mitte-Ende 13tes z.B. ist recht beliebt, fürs 12te wiederrum gibt es sowas wie Düppel, ein Museumsdorf), und dann mach was einfaches, lokales. Erstmal undefiniert, sprich z.B: “einfacher Mann, Stadt, 1250”.
Dann mach dir Grundausrüstung, Besuch 1-2 VAs und spezialisier Dich.
Wenn Du aber *nicht* Geschichte darstellen willst, sondern nur auf Märkten mit ner “Sarazenen-Kreuzfahrer” Gruppe “12-13.Jhd” rumhängen willst, dann bin ich der falsche Ansprechpartner.
PS: Wenn es wiederrum um Krieg als Aufhänger geht, Stichwort “Schwert”: erstens gabs hier auch genug Komflikte, zweitens kann man *immer* auch sich die Ausrüstung eines Bewaffneten zusammenstellen, und drittens, das muss man auch mal gesagt haben: es herrschte auch Frieden, und man sollte sich klar machen, dass Krieg, Schwerter, Waffen auch bedeutet: damals starben und litten Menschen. Ich will es Dir nicht unterstellen, warne nur davor, sich dem Thema rein über “spassiges mit stumpfen Schwertsimulatoren rumwedeln” zu nähern. Was heute “cool” ist, bedeutete damals viel Leid. Niemand käme auf die Idee z.B. sich 1942 nur über “was mach ich, Wehrmachtssoldat in Nordfrankreich, oder U.S. Amerikanischen Marinesoldat im Pazifik, ich hab schonmal mit nem Gewehr geschossen” zu nähern…

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Eintrag #3 vom 26. Apr. 2013 12:19 Uhr Jens (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jens eine Nachricht zu schreiben.

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Nachtrag,
Hier gibt es eine Veranstaltung nächstes Jahr, die vlt. eine Idee für eine Zielrichtung wäre:
www.bouvines1214.org
Da hat es auch Quellen, wenn auch primär für Frankreich. Es nehmen aber etliche Leute aus Deutschland teil.
Da wäre eine Möglichkeit halt ein einfacher Fusssoldat aus Deutschland um 1210-20.
Kann man dann auch für andere Veranstaltungen im späteren Zeitfenster (z.B. da www.geschichtspark.de oder da www.dueppel.de ) modifizieren.
Ausserdem vlt. interessant: www.vuozvolc.de

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Eintrag #4 vom 26. Apr. 2013 14:18 Uhr Carola (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Carola eine Nachricht zu schreiben.

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Saladin ist 1193 gestorben (das ist zufällig auch das Jahr, in dem die Darstellung meiner Gruppe angesiedelt ist, aber wir behaupten nicht, irgendetwas damit zu tun zu haben ;)), Richard Löwenherz 1199. Insofern solltest Du entweder die zeitlichen Eckdaten, oder die Personen, an die Du Deine Darstellung ankoppeln willst, überdenken.
Falls Du im 12. Jahrhundert bleiben willst, wäre aber auch für mich die nächste Frage: Warum ausgerechnet Richard Löwenherz oder Saladin? Es ist ja nun nicht so, als habe sich hier in Deutschland nichts getan. Mal ganz abgesehen davon, dass die Recherchemöglichkeiten durchaus besser sind. England hatte damals durchaus schon seine eigene Mode auch wenn die Unterschiede zum Kontinent nicht auf Anhieb ins Auge knallen und die Ausstattung eines “Wüstenkriegers” unterschied sich ganz erheblich von den hiesigen “Rittern” (Beide Begriffe sind absichtlich in Anführungszeichen, weil nicht ganz unproblematisch). Beim “Wüstenkrieger” wüsste ich jetzt auch genauso wenig wie Jens, was der hier eigentlich wollen sollte.
Und da Du selbst sagst, noch keine Vorstellung davon zu haben, wen oder was du darstellen sollst, auch von mir der Rat: Einfach mal mit der eines Normalverbrauchers zu beginnen. “Normale” Kleidung der Zeit, nix ausgefallenes. Für das ausgehende 12. Jahrhundert wären das, grob gesagt: Brouch (Leinen), Leibhemd (Langarm, Leinen), Tunika (Cotte/wat/roc; Langarm, Wolle), Beinlinge (Wolle), wendegenähte Lederschuhe, Rechtecksmantel oder Cappa (Wolle). Das ist praktisch, kostet nicht die Welt und lässt sich mit der Zeit aufhübschen (wenn man will).

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