also, im Prinzip musst du deinen “Recherche”Schwerpunkt dahin verlegen, wo die Person herkommt, die du darstellen willst;
für den Samaniden Originalquellen aus dem Iran, Afghanistan, Tadschikistan aus der von dir angepeilten Epoche - in Anbetracht der aktuellen politischen Situation wohl eher schwierig.
Wie von dir selbst angesprochen, gäbe es dann noch die Sarazenen bei Friedrich II. Eigentlich nicht das von dir angestrebte Jahrhundert und Funde für diese spezielle Situation? Müsstest du dich eher an italienischen Quellen orientieren, qua Herkunft.
Alternativ bliebe dir noch die Reconquista in Spanien (dafür dürften sich Bild- und sonstige Quellen finden lassen).
Die Araber haben stark die Medizin beeinflusst und in dem Bereich gibt es einige Manuskripte, die sich als “Bildvorlage” verwenden ließen. Dann hast du immer noch keine Funde.
Und selbst, wenn du Funde nachweisen kannst, hast du immer noch kein verwendbares Replikat sondern bist für die Rekonstruktion von Schuh bis Gürtelschnalle auf dich alleine angewiesen.
bezieht sich - wie der Name schon vermuten lässt - auf “Sachen” (im materiellen Sinne - also alles, was man anfassen kann), in denen eine Kultur zum Ausdruck kommt. Also eben keine Bräuche, Ideologien, Religionen etc. …
Meinst du damit ein fundiertes Grundwissen/theoretische Kenntnisse über diese Kultur? Konnte den Begriff auf die schnelle nicht einordnen.
Wenn ja: soetwas wäre wirklich sinnvoller als die stümperhafte Umsetzung diverser Bräuche.
Und danke für die Ermutigung, Radi!
@Wilfried:
Wie gesagt. Ich erweitere mein Spektrum auf andere Möglichkeiten, die mir offen stehen. Es MUSS ja kein Händler sein. Und auch nicht reich. Verarmt, ausgestoßen und/oder ausgeplündert ist ja auch ne Option. Zumal sowieso zuviele Ritter und Adlige auf Märkten herumlaufen ;)
Aus anderen Beiträgen konnte ich entnehmen, dass z.b. Mauren bis nach Südeuropa kamen oder dass Friedrich II. (? bin mir nciht ganz sicher) auch Sarazenen in seiner Leibgarde hatte.
Also waren durchaus einige Orientalen hier in Mitteleuropa präsent.
Und zurück zum Händler: woher sollten Adlige hier aus Europa an die Kostbarkeiten des Orients gelangt sein, wenn nicht durch Handel (oder Erbeutung der Kreuzritter?)?
bei den meisten Formen historischer Darstellung geht es doch ohnehin um Sachkultur. Die Darstellung von Sitten, Gebräuchen und Religion ist meist eher peinlich, egal ob Wikinger, Priester, Moslem. Darüber ist oft zu wenig bekannt um es darzustellen und “Laienschauspieler” und “freie Rollenspiele” machen es nicht besser.
Mein Vorschlag ist daher: Kümmere dich um gut recherchierte Sachkultur, zumal die gute Darstellung von Orientalen eine echte Bereicherung wäre.
Es scheint wirklich ein falscher Ansatzpunkt zu sein, sich eine Rolle um eine Angewohnheit/Kleidung/Accesoire die man tragen/benutzen möchte, herumzubauen.
Zu der Sache mit der Shisha: Ich weiss nicht, wo du die Information her hast, allerdings bin ich mir sicher, in einem recht seriösen Sachbuch über den Orient (ich weiss den Namen, etc. ncihtmehr) gelesen zu haben, dass die ursprünge der Wasserpfeife bis ins 12. Jh. zurückreichen. Vielleicht bezieht sich deine Quelle auf die exakt heutige Form? Vielleicht gab es Vorgänger?
Nur so am Rande….
Ich möchte mein Anliegen also bedingt revidieren und nochmal von vorne Anfangen:
Ich bin interessiert daran, einen nicht-europäischen Charakter, vorzugsweise aus dem orientalischen Raum/dem (heutigen) Nahen Osten, darzustellen. Sagen wir so zwischen 1000 - 1200.
Ich bin durchaus auch an den verschiedenen Kulturen aus diesen Räumen interessiert und habe aus meinem näheren Bekanntenkreis auch gute Quellen diesbezüglich.
Dennoch muss ich sagen, dass ich kein Interesse daran habe, die täglichen Gebete zu “spielen” oder ähnliches.
Hier tut sich eine Frage auf: Ist all das erforderlich um einen glaubwürdigen (muslimischen!) Charakter darzustellen?
Ich weiss aus Erfahrungsberichten und habe selbst erlebt, wie der gespielte(!) Glaube oftmals Streitdiskussionen verursachte und dem Reenactor des muslimischen Charakters stark der Spaß an der Sache durch blöde Sprüche genommen wurde. Nicht zuletzt durch aktuelle politische(…) Vorfälle. (Sowas hat meiner Meinung nach nichts auf einem Mittelaltermarkt verloren, aber es gibt Leute, die ihren persönlichen Groll gegen bestimmte Glaubensrichtungen nicht verbergen können - unabhängig von ihrer Rolle, die sie spielen. Schade sowas.)
Was gäbe es für alternativen zu einem muslimischen Charakter. Einen (missionierten) Christen? Da wir im Lager auch ein wenig Schaukampf betreiben, käme ein Konzept eines kämpfenden Charakters durchaus auch in Anbetracht.
Ich hoffe, dass ich mit dieser Fragestellung vermieden habe, mir meine Erscheinung um ein bestimmtes Accesoire “herumzuklabüsern” ;)
Ich bin um Ideen und Anregungen jeder Art dankbar.
Gibt die Realkultur des frühen 19. Jhr. wieder. Wasserpfeifenrauchen ist nach meinen Quellen frühstens ausgehenden 16. Jhr. Belegt, im Osmanischen Reich
Also zunächst mal ist es immer eine schlechte Idee, sich eine Geschichte und Darstellung um ein bestimmtes Ausrüstungsstück zusammenklabüsern zu wollen.
Besonders, wenn es dann zur Rechtfertigung eines Stückes, daß auch in der neuen Rolle nicht ins Mittelalter passen würde, oder man Vorlagen aus dem 19 Jhd für eine historische Darstellung des Mittelalters nutzen will.
Mit beiden Ansätzen wirst du hier auf eher wenig Gegneliebe stoßen, deshalb mach ichs einfach kurz:
Wenn dich die Darstellung eines arabischen Händlers interessiert, dann bitte, dann fang aber bei null an, und recherchiere. Evtl hat der ein oder andere dafür auch Tipps, aber leg erstmal die vagen “ich denke…” Ideen ab, die stehen dir dabei nur im Weg.
Oder du willst wirklich primär Tschischa rauchen. Dann mach das weiter auf dem MPS, in welcher Rolle auch immer, falsch ist es immer gleichermaßen, stören tuts da aber wohl keinen so wirklich.
Seit gut einem Jahr nun stellen einige Freunde und ich auf Mittelaltermärkten einen Handelstross (Die Freihändler zu Davert) zwischen 1000/1100 dar.
Da war größtenteils auf dem MPS (Spectaculum) aufbauen, brauchen wir uns nicht zwingend allzu genau an historische Fakten und Darstellung halten, wollen aber dennoch glaubwürdig erscheinen und in Zukunft vielleicht auch auf “seriöseren” Märkten aufbauen.
Da ich persönlich leidenschaftlich gern Wasserpfeife rauche und wir das ein- oder andere Mal deswegen kritische Kommentare von Besuchern und anderen Statisten erhalten und allein die Begründung, dass wir ein Händlertross sind anscheinend nicht ausreicht, habe ich mir überlegt mir eine Rolle zuzulegen, die dies rechtfertigt.
Ich wollte hier für weitere Ideen/Anregungen und/oder Erfahrungsberichte fragen und diskutieren.
Nun habe ich bereits ein wenig recherchiert und auch ein vages Konzept:
Ein samanidischer Händler
[Samaniden-Dynastie in Transoxanien/Chorasan - heute Iran, Afghanistan, Tadschikistan(…) von 819 bis 1005)
Handelswege gingen von dort nach China, Indien, ins Wolgagebiet und nach Schweden.
Es wurden sogar in Mainz Silbermünzen eines zur damaligen Zeit bekannten Sklavenhändlers namens Ibrahim Jakub gefunden.
Also Darstellung eines Angehörigen seiner Karawane? Eigene Karawane? Sohn eine seinflussreichen Händlers? Da gibts jetzt unzählige Möglichkeiten…
Im Großen & Ganzen (meiner Meinung nach) eine Runde Sache. Jetzt habe ich allerdings Fragen zur Gewandung und der Farbgebung.
Ich habe mir gedacht, ein Turban, weites Oberteil(schlichte Tunika?), weite Hosen, Schärpe/Gürtel und sowas wie ein langer Kaftan(bin mir nicht sicher, wie es genau heißt, hier eine Darstellung in Grün [ upload.wikimedia.org/[ ]/180px-Richardburtonarabic[ ] ] )
Schuhtechnisch dachte ich an Schnabelstiefel oder Sandalen.
(Bitte korrigiert mich, wenn ich mit meinen Überlegungen völlig danebenliege)
Farbtechnisch bin ich allerdings recht unschlüssig. Als Händler könnte man rechtfertigen, dass ich nicht grade Arm bin/war und somit auch ausgefallenere Farben in Betracht kämen. Zumal - was in Europa wertvoll gewesen sein mag, könnte in meiner Heimat recht günstig gewesen sein.