Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Darstellung mitte 13. Jhd

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Eintrag #1 vom 15. Jul. 2013 00:05 Uhr Daniel Mathis  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Daniel Mathis eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo erstmal
Ich hab mich hier schon durch zig Themen durchgelesen und schreib jetzt zum ersten mal selbst was.
Ich weiss, was jetzt kommt, macht für manche evtl. nicht viel Sinn, da die herangehensweise verkehrt ist.
Meine Gewandung besteht zur Zeit aus…
- Cotte (rot, knapp über Knie) mit Reitschlitzen und schmalen Borten um Kragen und Ärmel
- Bruche
- Beinlinge
- Bundhaube
Geplant dazu ist ein Leibhemd.
Meine Frage nun. Zu welchen Berufen des mittleren 13. Jhd. würde die beschriebene Gewandung passen?
Danke und Gruss

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Eintrag #2 vom 15. Jul. 2013 07:00 Uhr Christina (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Christina eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht so ziemlich verkehrte Herangehensweise... ;)

grob gesagt zu jeder. Den feinen Unterschied machen Stoffwahl, Farbe, Accessoires aus (grober Wollstoff vs. Seidenbrokat ;) ). Zudem solltest du nicht fragen zu welchem Beruf das passt, sondern was du, anhand deiner Fähigkeiten & Interessen darstellen kannst. Es ist sinnlos dir eine Bauerndarstellung aufzudrücken, wenn du eigentlich ein brauchbarer Schmied wärest. Oder dir eine Mönchskutte überzuwerfen, wenn du mit schreiben, Farbpigmenten etc. so garnix am Hut hast.
Kurz: Überleg dir mal was du dir beruflich für dich vorstellen könntest, kontrolliere ob es vielleicht Bildquellen dazu gibt, und dann überleg dir Farbe & Material.
Zu ner vernünftigen Darstellung fehlen hier noch unbedingt Gürtel und Schuhe!

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Eintrag #3 vom 15. Jul. 2013 10:45 Uhr Dr. Nicole Schneider  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Dr. Nicole Schneider eine Nachricht zu schreiben.

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Aus welchem Stoff ist die Cotte?
Borten am Ärmel sind für das 13. Jhdt untypisch.
Mit einer krapproten Cotte würdest du in den Bereich Handwerk, so ziemlich egal welches, hineinpassen. Die Accessoires würden dann genauer festlegen, wohin die Reise geht.
Gürtel und Schuhe sollten in dem Fall weder zu schlicht, noch zu aufwändig sein. Dir fehlen ausserdem Almosenbeutel und Essmesser zur Vervollständigung der Grundausstattung. Auch das Thema Oberbekleidung spielt eine Rolle. Halbkreismantel wohl eher nicht.
Hih
N.

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Eintrag #4 vom 15. Jul. 2013 12:44 Uhr Daniel Mathis  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Daniel Mathis eine Nachricht zu schreiben.

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Die cotte ist aus dickem leinen. War der reitschlitz vorn und hinten in jedem stand/beruf vertreten?
Die borten dachte ich, verschwanden erst ende des 13. jhd wieder.
Ich habe bereits eine handwerker darstellung, und dachte eher an niederen adel, wie z.b. Schultheiss oder so…
Wenn ich das richtig gelesen habe, waren cotten aus leinen im sommer auch bei adeligen vertreten.
Achja, cotte knapp unter knie, nicht über knie ;)

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Eintrag #5 vom 15. Jul. 2013 13:47 Uhr Dr. Nicole Schneider  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Dr. Nicole Schneider eine Nachricht zu schreiben.

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Lies einfach mal die verschiedenen Threads zu dem Thema hier quer. Ich habe das mit dem Leinen als Oberbekleidung zwar inzwischen auch mehrfach gelesen, aber eine Quelle dazu habe ich noch nicht genannt bekommen. Diese würde mich allerdings schwer interessieren.
Es gibt keinen Nachweis für Borten im 13. Jhdt und auch die Abbildungen geben es nicht her, sie anzubringen (steht hier eigentlich auch generell so in den verschiedenen Threads). “Dachte” ist immer eine ganz schlechte Ausgangsposition für eine Darstellung. In Bezug auf die Reitschlitze meine ich, sie bei unterschiedlichen Bevölkerungsschichten gesehen zu haben. Meine ich. Und ich kann mich irren. Und genau das ist der Haken: Aus deinen Beiträgen kommt so ein wenig durch, dass du dich noch nicht extrem viel selbst in Primärquellen umgesehen zu haben scheinst (bitte beachte die gehäufte Verwendung des Konjunktiv), das wäre aber nötig…
Herzlichen Gruss
Nicole

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Eintrag #6 vom 15. Jul. 2013 14:52 Uhr Daniel Mathis  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Daniel Mathis eine Nachricht zu schreiben.

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Das heisst meine beschreibung und ideen würden eher dem 12. jhd entsprechen?
Es ist ja nicht so, dass ich mich rein an der zeit orientieren möchte, sondern mit dem was mir gefällt die passende zeit und darstellung für mich suche.
Wenn ich das gefunden habe, ist es natürlich mein ziel, mich an dieser zeit zu orientieren.

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Eintrag #7 vom 15. Jul. 2013 15:24 Uhr Dr. Nicole Schneider  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Dr. Nicole Schneider eine Nachricht zu schreiben.

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sieht die Kleidung im 12. nun mal anders aus. Merkst, dass du eine Ausstattung angefangen hast und nun dabei bist, dir eine Zeit dafür zu suchen? Das funktioniert so nicht. Frage mal höflich in die Runde, welche die Quelle für Leinen im 13. Jhdt ist, die Frage nach der Farbe ist eh noch nicht beantwortet, schau auch mal, ob du regionale Ansprechpartner findest und schaue die in den Primärquellen um. Du wirst nicht vermeiden können, wenn du dir eine solide Darstellung aufbauen willst. Hilfreich ist, in Sekundärliteratur (nein, keine historischen Romane) zu sehen, ob dir die Lebens- und Denkweise einer Epoche zusagt…
CU
N.

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Eintrag #8 vom 15. Jul. 2013 15:28 Uhr Jens (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jens eine Nachricht zu schreiben.

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Und auch wenn du es schon erwartet hast und es schon jemand erwähnt hat: das Vorgehen ist vollkommen sinnfrei. Kittel (net: “Cotte”, es sei denn, Du lebst in Frankreich) gabs das halbe Mittelalter über in zigfachter Variation. Diese wurden gegürtet, man trug Schuhe, und Beinlinge bis ins 15te hinein in Abweichungen (nebst Bruch, oder wie auch immer bezeichnet).
Insofern wirst du auf der Basis es schwer haben, ne genauere Auswahl zu treffen, ganz abgesehen von zu erwartenden Mängeln.
Ich würd die Schlitze auch net per se “Reitschlitze” nennen, man sieht sie auch bei Nichtreitern. Je nach Breite des Rocks kann das einfach eine Notwendigkeit sein.
Zum Leinen: fürs 13te weiß ich kein Beispiel auswändig, für später gibts aber zig Beispiele für Leinenkleidung. Alleine, deren Färbung ist heute zu 90% kreuzmodern, und wenig den damaligen Farbtönen entsprechend, ausserdem ergibt es wenig Sinn “dickes Leinen” aufwändig dicht zu Färben, und wenn ich über nur eine Garderobe verfügen täte, würde ich die net aus feinem Leinen haben wollen… insofern ist die Frage weniger ein gabs/gabs net, sondern: “ist sinnvoll oder net”. Und da kann man für die Erstklamotte (zumal mit Borte, was 08/15 Ding nahelegt) eindeutig konstatieren: “net” ;)
Sprich: Such dir ne Zeit auf Basis anderer Faktoren, wie z.B. “was für Veranstaltungen gibt es”, “wieviele andere Darsteller gibt es” , “wie ist die allgemeine Qualität dieser” oder “wie ist die Quelllage”, nebst freilich anderer eigener Kiterien.
Aber über die Klamotte bekommste das von 1000-1300 net so wirklich geregelt, wenn dir Kittel und Beinlinge gefallen…

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Eintrag #9 vom 15. Jul. 2013 16:15 Uhr Daniel Mathis  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Daniel Mathis eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht verstanden ;)

ok, ich sehe das problem, danke soweit für die aufklärung.
ich versuch mal ne andere anfrage…
mir am wichtigsten sind mein seilbett (mit fellen belegt) und meine handwerker ausrüstung (schnitzesel, allgemein schnitzwerkzeug, holzverarbeitung und bald noch drechselbank). gibt es da eine möglichkeit das irgendwo einzuordnen oder sind die sachen auch völlig daneben?
mein ziel wars ohne grossen aufwand zwei darstellungen zu machen. zum einen den handwerker und mit anderer cotte (plus kleinkram) was gehobeneres, da das drunter, wenn ich das richtig verstanden habe, eh durch die stände das gleiche war.
zur cotte muss ih sagen, dass die nicht mit borte ist. war bloss eine idee von mir da ne borte dran zu machen ;)
danke und gruss

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Eintrag #10 vom 15. Jul. 2013 22:57 Uhr Jens (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jens eine Nachricht zu schreiben.

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Damit es ein für allemal klar ist: eine Zeit auf Basis von einer bestehenden Ausrüstung, die ohne Ahnung und Recherche angeschafft wurde, klappt nicht. Überhaupt-rein-gar-nicht.
Der Grund: die aus nicht vorhandener oder mangelnder Recherche- und diese ist ohne zeitliche Festlegung zwangsläufig- resultierenden Detailfehler disqualifizieren die Sachen in den meisten Fällen für historische Darstellung überhaupt.
Nehmen wir doch besagtes “Seilbett”: ja was? Welches Holz? Welche Maße? Konstruktion auf Basis welcher Originale, Abbildungen? Verarbeitung: verzapft? Verdübelt? Mit was? Leim, welcher? Welche Endverarbeitung?
Dito Werkzeug. Worauf basiert der Kram denn? Wie soll man denn sowas beurteilen, ohne es zu sehen, und welchen Sinn hätte es, jetzt irgendwie alle Zeiten abzuklappern, wo das hinpasst? Bringt doch nix.
Felle: meeep. Schon falsch. Haben auf einer historischen Bettstatt nix verloren, es sei denn, du machst amerikanische Ureinwohner im 16ten, oder irgendwas um Steinzeit hier.
“mein ziel wars ohne grossen aufwand zwei darstellungen zu machen. zum einen den handwerker und mit anderer cotte (plus kleinkram) was gehobeneres, da das drunter, wenn ich das richtig verstanden habe, eh durch die stände das gleiche war.”
Vergiss es. Das Aus ist das “ohne großen Aufwand”. Wenn du nur zwei unterschiedlich protzige Klamotten haben willst: okay, aber je größer der Unterschied, desto höher schon mal der Aufwand. In jedem anderen Fall hört es ja net mit der Klamotte auf.
Mach doch erstmal _eine_ Sache, und die richtig.
Alles andere ist GroMi (“Grobmittelalter”), Fuzzie, Middelaldermarkttum, Fantasy, nenne es wie du willst.

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Eintrag #11 vom 15. Jul. 2013 23:40 Uhr Daniel Mathis  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Daniel Mathis eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht jaaaa ;)

habs verstanden und ad acta gelegt, somit könnte man den ganzen thread eigentlich löschen, da meine “korrekte” anfrage bereits in einem neuen thread läuft :)
danke und gruss

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