Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) des gemeinen Ritters Heim

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Eintrag #1 vom 20. Okt. 2000 13:24 Uhr Thomas Butters   Nachricht

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Als gemeinhin bekannter Rittersmann wird doch selbiger angenommen, der zur Erhaltung seiner Kampfkraft ein Lehen erhielt und dort zugleich Verwaltungsaufgaben für den Lehensherrn zu erfüllen hatte. Die Ausgangsbasis für sein Tun bildete sein befestigter Wohnsitz, die Burg. Dieser Umstand führt mich zu folgender Frage. Frage 1: Warum erwählen die MA-Gruppen heute so selten eine Burg als ihr Domizil? Bei den meisten steht doch entweder im Gruppennamen oder in den Vereinsstatuten etwas über die Erhaltung ma. Brauchtums. Frage 2: Gehört da nicht auch der historische Wohnsitz dazu? Frage 3: Wieso hört man also nur von wenigen Gruppen, daß sie in direkter Beziehung zu irgendeiner Burg ihrer Region stehen und sich entweder mit um deren Erhalt kümmern (siehe z.B. Veranstaltung Tannenberg) oder allein durch ihre regelmäßige Anwesenheit für Leben in deren Mauern sorgen? Ich habe sogar schon Aussagen von Personen vernommen, die in der MA-Szene Ritter darstellen, daß sie sich für Burgen überhaupt nicht interessieren. Frage 4: Ist das nicht irgendwo ein gewisser Widerspruch?
mfG - Thomas

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Eintrag #2 vom 20. Okt. 2000 13:36 Uhr Marcus Berns  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Marcus Berns eine Nachricht zu schreiben.

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Der Wiederspruch ist nicht größer als der der unzähligen, freien Söldner. Freie Söldner müssen wahre Hungerkünstler sein, denn frei, also ohne Herrn, wofür sollte wer sie bezahlen??? Im HMA waren Söldner ohnehin nur die “Special Forces”, also spezialisierte Kriegsleute. Für das, was in der Szene rumläuft, wäre kein Job dagewesen, denn Söldner- und Berufssoldatentum passte einfach nicht in die Ideologie des HMA. Söldnertum wurde interessant im 14. / 15. Jht. All jene Freien brauchen auch keinen Wohnsitz, wären ja sonst nicht mehr frei:))) Marc

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Eintrag #3 vom 20. Okt. 2000 15:12 Uhr Patrick Schubert  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Patrick Schubert eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo, Eien Burg als Gruppenheim ist sicherlich ein erstrebenswertes Ziel, doch stellt sich die Frage des Preises. Eine Bewohnbare Burg ist nicht billig bzw. kostet eine Menge unterhalt. Die letzte Burg hier in der nähge die restauriert wurde hat locker 10 Millionen verschlungen, dafür ist sie jetzt annähernd im Originalzustand, denn die Mauern wurden mit Bruchteinen und nciht Ziegeln und Beton erneuert etc. Aber das Kostet eben und die wenigsten haben das Geld dafür. Grüße Ein vom Lottogewinn träumender,
Cathal o´ Bran - Milites Crucis - www.milites-crucis.de

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Eintrag #4 vom 20. Okt. 2000 16:21 Uhr Andreas Thiel  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Andreas Thiel eine Nachricht zu schreiben.

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Das ein Burg zwangsläufig eine geeignetere Wirkungsstätte für Reenactors darstellt als ein freies Stück Wiese oder eine Waldlichtung halte ich für falsch. Die meisten Burgen sind - wenn sie überhaupt aus dem dargestellten Zeitraum stammen - nur noch teilweise erhalten oder in einem zur Blütezeit unvorstellbar desolaten Zustand und somit ganz und gar nicht authentisch. Auch wenn eine Burg aus dem 12. oder 13. Jhdt. stammt UND noch dazu vollständig erhalten ist, so wurde sie mit an Sicherheit genzender Wahrscheinlichkeit entweder zur Renaissenca oder später im barocken Stil um- bzw. augebaut - und somit auch nicht unbedingt authentisch. Die wenigen Exemplare die ein solches Schicksal nicht ereilt hat und die gleichzeitig in einem Masse erhalten geblieben sind, das eine Darstellung auf ihrem Gelände wirklich “wertvoller” machen würde, dürften an einer Hand abzuzählen sein. Und diese wenigen befinden sich mit Sicherheit entweder im Privatbesitz oder beherbergen Museen… Der Kostenpunkt einer vernünfitgen Restaurierung wurde hier schon angesprochen - die Frage, weshalb sich Reenactmentgruppen einen SOLCHEN Klotz nicht ans Bein binden dürfte sich hier erübrigen. Abgesehen davon - was ist an in Burgruinen aufgeschlagenen Zelten denn authentisch? ;O) Das eine Burg(ruine) immer eine stimmungsvollere Atmosphäre schafft, als eine Wiese ist unumstritten - historisch korrekter wird eine Darstellung IMHO dadurch nicht. Gruß Andreas

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Eintrag #5 vom 20. Okt. 2000 17:20 Uhr Thorsten (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Thorsten eine Nachricht zu schreiben.

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Moin zusammen, hier im Ruhrgebiet ist nicht mehr allzuviel erhalten, wo man sich als Reenactor einnisten könnte ;-) Aber es brauchte ja noch nciht mal ´ne Burg zu sein. Eine Menge der Herrenhäuser war - gerade hier oben im Münsterland - nichts anderes als ein besseres Bauernhaus, mit Glück sogar mit Steinbauanteilen, daß vielleicht zu seinem Schutz noch ´ne Palisade und einen Graben hatte. Ansosnten habe ich ein wenig das Gefühl, daß der Anteil der Ritter ein wenig in der Szene abnimmt udn der gemeine Infanterist hat da doch noch andere Möglcihkeiten. Ansosnten muß ich Andreas Ausführungen zustimmen - es kann sich imer nur um Ambiente handeln. Was nützt die schönste Burg, wenn die Reenactor keine passable Ausrüstugn haben. Bis denn Thorsten

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Eintrag #6 vom 20. Okt. 2000 17:39 Uhr Ranes Haduwolff  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ranes Haduwolff eine Nachricht zu schreiben.

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Grüß Euch, hi Thomas. Die wenigsten Ritter hatten eine Burg, sowie wir sie allgemein verstehen. Es waren im günstigsten Fall Steinhäuser/Türme auf Hügeln, umgeben von einer Mauer oder Pallisaden. Steinbauten waren einfach zu teuer. Aber im richtigen Drumrum wohnen, das ist schon geil. Derzeit hause ich in einem Haus von 1863, älter geht nicht, aber dazu ist die Planung einer kleinen Mottenburg inzwischen so konkret, daß es ums Baumaterial und die Genehmigungen geht…
Euer Haduwolff

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Eintrag #7 vom 21. Okt. 2000 11:34 Uhr Thomas Butters   Nachricht

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ad 2) Hallo Marcus! Ist ein sehr interessanter Aspekt. ad 3) Hallo Patrick! Wieso Preis? Ruinen stehen doch genug in der Landschaft herum und da Ruinen Ruinen sind, stehen Tür und Tor offen und kein Mensch verlangt Eintritt oder Miete. Wenn es sich um Ruinen handelt, die sogar noch ein Dach und ein verschließbares Tor haben, um so besser. Da gibt es diverse Ansprechpartner, häufig die Gemeinde, die in den seltensten Fällen etwas gegen eine MA-Gruppe in den Mauern ihrer Burg haben, vorausgesetzt, diese läßt die Steine da, wo sie sind und verheizt nicht gerade den Dachstuhl. Problematischer sind da schon die bewohnten Burgen. Aber auch da gibt es Eigentümer, die gern mit MA-Gruppen zusammenarbeiten (kenne da eine im Frankenland), da sie sich eine eigene Burgmannschaft nicht mehr leisten können und doch etwas für Nostalgie übrig haben. Häufig ist es sogar so, daß die heutigen Burgeigentümer (z.B. Gemeinde) auch ihre liebe Not mit dem Unterhalt der Gemäuer haben und gern MA-Veranstaltungen in ihren Mauern ausrichten, die etwas Geld in die Kasse bringen. Man arbeitet dann meist lieber mit schon bekannten Gruppen zusammen. Warum also dann nicht mit der, die sich eh schon die ganze Zeit auf der Burg herumtreibt? ad 4) Hallo Andreas! Nein, nicht zwangsläufig, da hast Du schon Recht. Eine Waldlichtung eignet sich selbstverständlich hervorragend z.B. für diverse ßbungstätigkeiten. Es ist nur so, daß diese aber nicht die Wohnstatt der Berufskrieger des MA war, gleich ob nun F-MA, H-MA oder S-MA. Auch das Feldlager war nur zu bestimmten Zeiten und Anlässen ihr vorübergehender Aufenthaltsort. Also Andreas, eine Burgmauer, ob nun im Ganzen oder in Stücken, ob nun aus dem einen oder anderen Jahrhundert, ist doch allemal eine authentischere Kulisse, als z.B. ein Vereinslokal, eine Turnhalle oder was auch immer. Der desolate Zustand währe dann um so authentischer, wenn ich daran denke, daß Burgen ja auch schließlich erobert und geschleift wurden. So ein Rittersmann könnte dann sehr wohl auf dem “Scherbenhaufen” seiner früheren Existenz stehen und gut in die Landschaft passen. Viel wichtiger ist in meinen Augen aber der historische Bezug dieser Bauwerke zur Landschaft und deren Einwohnern, ungeachtet des baulichen Zustandes. So eine Burg ist nicht nur einfach eine Burg, sondern steinerne Geschichte und Geschichte ist doch unser aller Hobby, oder? Wenn es Dir aber wichtig erscheint, daß in der entsprechenden Burg auch die Anwesenden in epochal entsprechender Kleidung agieren, dann ist es doch wohl einfacher, wenn sich die Leute in die entsprechenden Gewänder hüllen, als die Burg z.B. zurückzuverwandeln. :-)) Bedenken kann man in diesem Zusammenhang auch, daß z.B. ein heutiger Burgherr, der ein Gemäuer seiner Vorfahren bewohnt, auch nicht alle Gebäudeteile aus den vorherigen Epochen entfernen läßt, nur weil sie fürs 20.Jh. nicht authentisch sind. Mit Privatbesitz und Museum, da stimme ich Dir zu, gibt es wohl eher ein kleines Problem. Es schadet aber gewiß nichts, einen Privateigentümer einmal auf die bestehende Möglichkeit einer “Zusammenarbeit” hin anzusprechen. Mehr als nein sagen kann er ja nicht. Von museal genutzten Burgen weiß ich, daß da z.B. Gruppen die Räumlichkeiten als “Abstellkammer” für ihre Ausrüstung nutzen und somit gleichzeitig so was wie zusätzliche Exponate für die Besucher ausstellen. Es hat doch keiner gesagt, daß eine MA-Gruppe eine Burgruine kaufen und diese dann auf eigene Kosten restaurieren soll. Als geschichtsinteressierte Menschen können aber die Mitglieder von MA-Gruppen, denen Hausrecht in den alten Mauern gewährt wird, sich in vielerlei Hinsicht an diversen Unternehmungen im Rahmen von Sanierungs-, Restaurierungs-, Ausgrabungsaktionen u.v.a.m. beteiligen und so auch mit zur Erhaltung und Aufwertung des historischen Ortes beitragen. Wer sich mal im Intenet genauer umschaut, der wird auch derartige Beispiele für eine gute Zusammenarbeit zwischen “Hausherr” und “Hausmitbenutzer” finden. O.K., ein Zelt im Innenhof einer Burg ist nun nicht gerade authentisch, jedoch vor den Mauern um so mehr (z.B. am Rande des Turnierplatzes). Und erst die Aaaaatmosphäääääre. ad5) Hallo Thorsten! Wie bitte, “Ritterschwund” in der Szene? Ist der jetzt nicht mehr “in” :-)) Deinem letzten Satz kann man wohl zustimmen, doch läßt sich gerade diesbezüglich was machen. ad 6) Hallo Ranes, Du Fanatiker! Wie ich sehe, scheust Du weder Kosten noch Mühe. Bin mal gespannt, was der Bebauungsplan Euerer Gemeinde zu Deinem Vorhaben sagt. Sehr interessant ist Deine Anmerkung darüber, welcher Ritter in welchem Heim zu wohnen pflegte. Das sollten wir noch weiter ausführen. Wer weitere Infos hat, immer her damit. Auch mir sind einige Burgen bekannt, die daeinst zwar als Motte entstanden, sich mit der Zeit aber zu ansehnlichen Wehrburgen gemausert haben. Im MA war es eben nicht so leicht von heute auf morgen Millionär zu werden.
mfG - Thomas

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Eintrag #8 vom 21. Okt. 2000 14:27 Uhr Andreas Thiel  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Andreas Thiel eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Thomas, natürlich ist eine “fruchtbare” Zusammenarbeit mit einem privaten Burgbesitzer oder gar einem Burgverein oft eine sehr reizvolle Lösung. Wer das Glück hat so etwas in seiner Nähe zu finden wird ein solches Angebot sicher selten ausschlagen - insofern gebe ich Dir völlig recht, dass dies eine erstrebenswerte Angelegenheit ist. Ich wollte auch nur darauf hinweisen, dass es m.E. aus den angeführten Gründen nicht unbedingt zu einem stimmigen Bild gehören muss, ja im Zweifelsfall sogar ein ansonsten stimmiges Gruppenbild zerstören kann. Man stelle sich z.B. die 1476er in einem Barockschlösschen vor. Das sieht nett aus, hat sicherlich auch “atmosphäre… aber trägt nicht bei zum gelingen einer ”stimmigen" Darstellung. So wollte ich meinen Beitrag verstanden wissen. Für mich persönlich würde es einen unheimlichen Reiz darstellen an der Erhaltung oder gar dem langsamen Wiederaufbau einer solchen Burg mitzuwirken. Weshalb Leute mit unserem Hobby so überhaupt kein Interesse an Burgen haben verschliesst sich auch meinem Verständnis, aber diese Leute werden ihre eigenen Ansichten dazu haben. Hadu, für Euer Vorhaben wünsche ich Euch gutes Gelingen! Der Bau einer solchen Motte ist auch ein erklärtes Ziel von mir. Leider ist unser Projekt aufgrund von massiven Veränderungen in der Gruppenstruktur zunächst auf Eis gelegt… Gruß Andreas

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Eintrag #9 vom 21. Okt. 2000 22:04 Uhr Uli Gasper  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Uli Gasper eine Nachricht zu schreiben.

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Tach! Im Spiegel letzter Woche (Nr.42) steht auf SEite 326 ein kurzer Artikel über hölzerne Burgtürme die weniger finanzstarke Ritter erbauen ließen. Um 1300, aber, wie historisch überliefert nicht Kanonenfest…*ggg* Nachbau wird gerade bei Kanzach in Oberschwaben errichtet… Grüße, Uli

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Eintrag #10 vom 22. Okt. 2000 14:46 Uhr Udo Brühe   Nachricht

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Leider ist das mit den Ruinen so einfach nicht, Thorsten. Klar, Burgen stehen in Deutschland nicht wenige in der Gegend. Leider jedoch gibt es sowas wie das Landesdenkmalamt, das ein ziemlich seltsames Verhaltensmuster gegenüber Baudenkmälern aufweist. Solange sie in der Gegend stehen und wacker vor sich hinverrotten, kümmert man sich nicht drum, oder wenn dann nur sehr sehr rudimentär….in dem Augenblick aber, wo eine ambitionierte Einzelperson oder Verein auftritt, ist…schwupps…besagtes Amt zur Stelle. Da müssen dann plötzlich Ausgrabungen gemacht werden, Vermesssungen vorgenommen etc. etc…kurzum: Man legt einem Steine in den Weg wo und wie es nur geht! Du kannst dann keinen Spatenstich vornehmen, ohne ihn vorher genehmigen zu lassen. Gibt der vorher so ambitionierte Mensch dann entnervt, gefrustet und finanziell gerupft auf, verfällt die Burg wieder in ihren Dornröschen-Schlaf und das Amt verliert sein Interesse…bis zum nächstenmal! Seltsam? Aber so steht es geschrieben.
Udo

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Eintrag #11 vom 22. Okt. 2000 19:34 Uhr Ranes Haduwolff  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ranes Haduwolff eine Nachricht zu schreiben.

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Grüß Euch, ja Udo, das ist genau so. Wir wollten einen Mottenberg wiederbesiedeln, vor so 2 Jahren. Die Wälle sind schon teilweise zusammengesunken, und die (vor 70 Jahren) draufgeforsteten Bäume haben eine heilose Zerstörung angerichtet. Vor 70 Jahren war alles noch intakt (siehe alte Fotos), nach ca. 800 Jahren! Kurz gesagt, die Stadt, das Kulturamt, der Fremdenverkehrsverband und einige private Investoren waren bereit, das Ganze wiederherzustellen, hatte Geld, seeehr viel geld bereitgestellt! Dann kam so ein Fuzzi vom Landesdenkmalamt, und meinte, daß dort nichts geschehen darf, um evtl auftretende Funde nicht zu zerstören. Der Gartenbaudirektor und der Bürgermeister explodierten ob diesen Blödsinnes, und fragten, ob eine Sicherung der Anlage und begrenzte Nutzun nicht sinnvoller sei,. worauf dieser A…. doch arrogant meinte, daß das von den Anwesenden nicht beurteilt werden könne. Bumms, Rausschmiß. Man entschuldigte sich sehr ausgiebig bei mir für die vergebliche Mühe. Stattdessen wurde nun ein Unterhaltungspark in ein Landschaftsschutzgebiet gesetzt. Und die Wälle der Mottenburg sind seither abgerutscht, und unwiederbringlich zerstört. Ich bin für richtige Neubauten.
Euer Haduwolff

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Eintrag #12 vom 22. Okt. 2000 19:44 Uhr Christoph Bitter   Nachricht

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Hallo Thomas! Ich denke, ich habe Dir schon in Polen erzählt, daß die meisten Ritter nicht die Burgen hatten, deren Reste man heute noch so sieht. Ich denke, ich schilderte Dir die Burg meiner Ahnen: Steinwall, darauf Palisade, innen Wohnturm und Häuser für Tiere und Knechte. Reste des Steinwalles kannst Du noch in Arlen sehen, aber auf soetwas eine Veranstaltung aufzubauen wäre ein wenig lächerlich, oder? Gruß v. Arlen

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Eintrag #13 vom 23. Okt. 2000 09:47 Uhr Thorsten (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Thorsten eine Nachricht zu schreiben.

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Moin zusammen, da ich ein paar Archäologen und Historiker in meinem Bwkanntenkreis habe, muß ich mal kurz eine Lanze für die Denkmalämter brechen. Auch wenn das, was Hadu jetzt erzählt hat, anscheinend tatsächlich Blödheit des örtlichen Amtes ist (da dadurch Bestände vernichtet worden sind) ist es normalerweise besser Bestände unanagetastet zu lassen (bis es adäquate Ausgrabungsmöglichkeiten gibt) bzw. zu sichern, als sie historistisch neu zu nutzen. Das 19. Jhdt. hat einige Bestände wirklich absolut fertig gemacht, weil man ja gerne eine “schöne” Burg und keine Ruine haben wollte. Bis denn Thorsten

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Eintrag #14 vom 23. Okt. 2000 10:34 Uhr Ranes Haduwolff  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ranes Haduwolff eine Nachricht zu schreiben.

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Grüß Euch, ja, leider Thorsten. Weiteres Beispiel: Burg Hatzfeld. Von der Anlage ist ursprünglich herzlich wenig geblieben, wenn da nicht die rührigen Leute vom örtlichen Burgenverein aktiv wären. Wenn schon das freilegen der Mauern und Stützen und Sichern der Bausubstanz vom Amt ungern gesehen worden ist, so haben amtliche Gräber von Amts wegen dort die gut erhaltenen Reste der Burgküche samt der Kacheln aus dem 15./16. Jhdt. mit dem Hammer zerbröselt, und auf die Abraumhalde gekippt, weil sie im Weg waren… Oder frag mal die Allerleys, was das Amt auf Tannenberg vermurkst hat, angefangen bei dem grauslichen Dach auf dem Pallas, den Betoneinbauten, bis hin zu der Maßnahme, eine hölzerne Galerie (16./17.) um das Torhaus abzureissen, um Platz für den Bagger zu schaffen. Das Problem ist die unkontrollierte Allmacht einiger Verbeamteter, die den Freifahrschein haben, gegen Eigentümer und Liegenschaften ihre selbstherrlichen Urteile zu verhängen, einschließlich der Zerstörung unwiederbringlicher Werte, besonders, wenn die Gebäude nicht im Rampenlicht der ßffentlichkeit stehen. Die Leute von der Deutschen Burgenvereinigung können da Storys erzählen, die reichen für viele Herzinfarkte… Die andere Seite sind die vielen Leute in den ßmtern, die Gutes tun, wo sie nur können, aber letztendlich an Geld und wirtschaftlichen Interessen scheitern, siehe das HM-liche Färber/Gerberviertel in Marburg, das nun von einem Riesenhotel mit Tiefgarage zugepflastert wurde. Die Notgrabung hat nur die Oberfläche angekratzt… Ich will nicht die Denkmalschützer an den Pranger stellen, es ist die typisch deutsche Beamtenhierarchie, die da gute Ansätze im Keim erstickt, und rührigen Leuten die Hände bindet. Aber das sind auch die Bauämter, Zulassungsstellen, Ordnungsämter… und…und…und…SEUFZ!
Euer Haduwolff

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Eintrag #15 vom 28. Okt. 2000 22:19 Uhr Bernd Willms   Nachricht

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Für das frühe Mittelalter 750 bis 850 war ein Stammsitz nicht üblich. Eher schon die Anbindung einer Familie an ein gestiftes Kloster oder ein gemeinsames Gräberfeld. Die Lehen hingen noch von der Königsnähe ab. Die Erblichkeit von ßmtern und die Dynastiebildung kamen erst später in Mode.
Lebt knospig , Bernd

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Eintrag #16 vom 03. Nov. 2000 21:04 Uhr Thomas Butters   Nachricht

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ad 8) Hallo Andreas! Da hast Du sicher Recht bezüglich 1476 und Barock, da muß man sich vielleicht in der Gegend genauer umschauen, ob da nicht ein zeitlich stimmiges Ambiente zu finden ist. Man sollte es diesbezüglich aber nicht übertreiben. Geschichte ist ein Entwicklungsprozeß, auch Gruppen entwickeln und verändern sich. Viele der im Laufe der Zeit um und ausgebauten Burgen haben dennoch deutlich erkennbare Bausubstanz aus den verschiedenen Epochen zu bieten, die auch optisch unabhängig voneinander genutzt werden könnten. Wenn es Neuigkeiten vom Bau der Turmhügelburg (Motte) durch Deine Gruppe gibt, könntest Du es uns vielleicht wissen lassen? Solche Projekte sind aus verschiedenen Gesichtspunkten interessant. ad 9) Hallo Uli! Da der Spiegel nicht Teil meiner täglichen Lektüre ist, möchte ich Dich fragen, ob Du mir vielleicht eine Kopie dieses Artikels zukommen lassen könntest? ßbrigens, in der Zeit, in der hölzerne Türme, bes. auf besagten Turmhügeln errichtet wurden, stellte die Kanone noch keine ernstzunehmende Gefahr dar. Der Um- und Ausbau der Burgen unter Berücksichtigung der Artillerie fand hauptsächlich so Mitte 15.Jh. statt. Hinzu kommt, daß im Falle der Belagerung einer kleine Motte auch sicher kein großes und schweres Kriegsgerät (Blide etc.) mit mauerbrechender Wirkung aufgefahren wurde. ad 10) Hallo Udo! Das ist ja eine höchst traurige Geschichte, die Du uns da von einem Amt berichtest, daß eigentlich gegenüber den bauhistorischen Hinterlassenschaften unserer Altvordern eigentlich in der Pflicht steht. Sollte man über ein derart kritikwürdiges Verhalten nicht vielleicht gar die Presse in Kenntnis setzen? Gibt es im Wirkungsbereich dieses Amtes etwa keine Heimatvereine? Hallo Ranes! ad 11) Nun stimmst auch noch Du ein Klagelied an. Was sind das denn nur für Kulturbanausen, diese Beamten? Die sitzen doch glatt im falschen Amt! Wenn da schon soviele Leute und Institutionen nebst Finanzen zusammenkommen, wieso gelingt es dann nicht, auch noch dieses Amt für die Instandhaltung eines Landesdenkmals zu gewinnen? Stehen da etwa irgend welche privaten Belange dazwischen? Gerade bauliche Maßnahmen fördern doch allerorts historische Dinge zu Tage. Würden also auch Archäologen mit von der Partie sein, so werden doch eventuelle Funde nicht zerstört, sondern schließlich erst gemacht und sogleich wissenschaftlich gesichert. Wenn man nicht buddelt, wird es auch keine Funde geben. Erst kürzlich hat man hier bei uns beim Bau eines neuen Wohngebietes wieder was von den alten Römern gefunden, nun sitzen die Archäologen in den Löchern und dann dürfen die Bagger weiterarbeiten. Irgendwie geht es also doch. Wer da Unterhaltungsparks in Landschaftsschutzgebieten genehmigt, den sollte man doch wohl mal durch die entsprechende Behörde überprüfen lassen, ober er sich da nicht über bestehende Gesetze hinweggesetzt hat. ad 14) Ist dann Burg Hatzfeld nicht als positives Beispiel anzuführen, bes. der dortige Burgverein? Wie bitte, wer hat da was und warum zerschlagen? Hatten die gerade einen Anfall von Vandalismus? Sag mal, gibt es da nicht irgend ein Gesetzt, das derartige Umtriebe (Burg Tannenberg) verbietet und unter Strafe stellt? Das kann doch wohl nicht wahr sein. Es gibt doch schließlich auch ßberwachungsorgane der Beamtenschaft. Wenn selbst die “Dt. Burgenvereinigung” Kenntnisse über derartige moderne Barbarei hat, warum geht man da nicht an die ßffentlichkeit (mittels Presse) und zu den Dienstherren dieser irregeleiteten Beamten? Ja, ein anderes Thema ist die Allmacht des großen Geldes. Das geht auch über historische Leichen. Dagegen helfen leider nur streng angewendete Gesetze. Ich kann, Gott sei Dank, ein gutes Beispiel vermelden. Eine Burg, Haus Wysburg bei Weisbach, die nur noch dem Namen nach auf den Landkarten vermerkt und vom Wald überwachsen war, wurde durch die unermüdliche Initiative eines Mannes gefunden, Stück für Stück ausgegraben (ABM-Kräfte) und von Spezialisten einer Uni dokumentiert. Die gewonnen Erkenntnisse ermöglichten u.a. das Rekonstruieren der Ereignisse, die seinerzeit zur Zerstörung führten, was später in einem computeranimierten Trickfilm dargestellt wurde (Niederlegen einer Mauer) und zudem noch den Wahrheitsgehalt örtlicher Sagen bestätigte. Es wurden sogar noch die Geschoßsteine der Blide gefunden, die der Burg den Garaus machten. ad 12) Hallo Christoph! Bei dem, was Du zu bedenken gibst, muß aber hinzugefügt werden, daß ein Ritter nicht gleich ein Ritter war und besonders nicht in den verschiedenen zeitlichen Epochen. Ein Ritter aus der Zeit weit nach dem MA, der nur dem Titel nach einer war, ist mit einem Mitglied des Kriegerstandes aus dem MA nicht so ohne weiteres vergleichbar und somit auch nicht seine “Behausung”. Aus welchem Jh. stammt denn die von dir beschriebene Wohnstatt Deiner Ahnen? ad 13) Hallo Thorsten! Genau im Wort *SICHERN* liegt der Schlüssel. Das muß das Anliegen aller sein. Methoden gibt es da viele. Ich habe z.B. im Fernsehen einen Dokumentarfilm über eine Ausgrabung von irgend einer alten Germanensiedlung gesehen, wo man nach dem Abschluß der gegenwärtig möglichen Forschungen alles wieder mit Erdreich abgedeckt hat, um einerseits die haupsächlich aus Holz bestehenden Funde weiterhin zu konservieren, sie aber andererseits für spätere Forschungen zur Verfügung zu haben. Man kann aber nicht sagen, lassen wir alles unangetastet, vielleicht haben wir in 300 Jahren viel bessere Untersuchungsverfahren und brauchen nicht einmal mehr zu graben. Sollen wir derzeit etwa auf die im Moment möglichen Forschungsergebnisse verzichten? Auch hier in Regensburg hat man eines der wohl wenigen erhaltenen ma. Judenviertel bei Bauarbeiten in der Altstadt ausgegraben und wissenschaftlich dokumentiert. Anschließend wurde alles wieder zugeschüttet, der Fußgängerboulevard war wichtiger, aber mit kleinen “Guckfenstern” (mit Glasplatten abgedeckte einsehbare Teile der Ausgrabung) in die Geschichte. Deine Wortkonstruktion “historisch neu nutzten” ist scheinbar der Stein des Anstoßes. Auch ich halte nichts von Wiederherstellungsarbeiten bei denen Lücken beispielsweise mit Beton geschlossen werden - so geschehen in einer nicht ganz unwichtigen Burg in Ungarn. Andererseits kenne ich wiederhergestellte Bergfriede, die eine recht tragbare Kompromißlösung präsentieren. Also den weiteren Verfall der historischen Gemäuer zu verhindern sollte das erste Anliegen sein, in zweiter Instanz sehe ich dann das Gewinnen neuer Erkenntnisse aus dem, was sich im Laufe der Zeit unseren Blicken entzogen hat. Darum auch von mir ein Lob an alle “Ruinenbuddler” (Archäologen), die immer wieder höchst Interessantes zu Tage fördern (erst letztens wieder Rettungsaktion bombastischer Fresken und Mosaiken einer riesigen griech. Villa vor den Fluten eines Staudammes irgendwo im Zweistromland oder dort um die Ecke). ad 15) Hallo Bernd! Recht hast Du damit, daß es im F-MA noch nicht üblich war, daß sich die Familie nicht nach dem Stammsitz benannte, trotzdem hatte sie einen, zumindest die großen Geschlechter des Uradels. Wir wollen hier aber über den Ritterstand reden, der sich erst wesentlich später herausbildete. Es geht also um die Zeit, in der es dann schon allerorts üblich war, daß sich jede Familie und dann auch deren Nebenlinien nach ihren wichtigsten Burgen benannten. Das ging sogar soweit, daß eine Familie, die ein bedeutenderes Lehen oder eine bedeutendere Burg zu Lehen erhielt, sich dann nach diesem umbenannte.
mfG - Thomas

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Eintrag #17 vom 04. Nov. 2000 13:30 Uhr Thorsten (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Thorsten eine Nachricht zu schreiben.

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Moin Thomas, die Bestandsicherung und die Belassung des Bestandes im Boden wird dann auf spätere Zeit verschoben, wenn wahrscheinlich keine bahnbrechend neuen Erkenntnisse aus den Ausgrabungen gezogen werden können. Ein gutes Beispiel dazu ist Schweden, die verschiedene Hügelgräber der Vendelkultur vollkommen unangetastet lassen, da es dort nichts Neues zu entdecken geben wird und man ansonsten nur wieder ein paar Teile mehr ausgräbt, die dann im Museum verstauben. Also wartet man lieber auf bessere Instrumentarien, um dann gegebenenfalls an die Gräber heranzugehen weil es dann u.U. möglich ist mehr zu erfahren, als mit den heutigen Methoden. Das nenne ich verantwortungsvollen Umgang mit der Vergangenheit. Bis denn Thorsten

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Eintrag #18 vom 28. Dez. 2000 23:58 Uhr Thurid (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Thurid eine Nachricht zu schreiben.

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WEnn das jetzt ein bisschen off-topic ist: Sorry. Aber ich habe in diesem Zusammenhang auch die Frage, ob mir jemand etwas über die “Motten” erzählen kann, die nachweislichen Vorgänger der bis heute erhaltenen Steinburgen. Ich finde nämlich die Vorstellung, dass bis eventuell in “mein Jahrhundert” 1250 noch Motten sehr “in” waren, irgendwie überhaupt nicht romantisch (okay, und “echte” Burgen sind kalt, zugig,ich weiß - aber sie machen was her! “G”). Kann mir jemand etwas über deren Verbreitung sagen? Falls es off-topic, ist, sorry, aber ich wollte der “das steht auch schon in Thread XXX”-Diskussion ma ein bisschen entgehen und kein neues Thema anfangen. Oder soll ich? Bis dann!
Hedwig Swende von Weinheim, Freie Ritterschaft Odenwald

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Eintrag #19 vom 29. Dez. 2000 21:28 Uhr Christoph Bitter   Nachricht

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Hallo Thurid! Nach den Resten unserer Stammburg in Arlen (heute Orlo, Ostpreußen) zu schließen, kann man davon ausgehen, das von 1240 bis etwa 1300/1400 diese aus Holz bestand. Zu sehen sind noch die Steinwälle, ca. 2 M. hoch, heute natürlich überwachsen, welche die Holzplanken der Wehrmauer trugen. Da im Inneren nichts zu finden ist, nehme ich an, daß hier nur Holzgebäude standen. Von der später folgende Steinburg, eher Wehrhof zu nennen, ist nichts mehr existent, da auf diese im 18 Jhd. der heutige Barockbau und andere Gebäude errichtet wurden. Die erste Burg des Deutschen Ordens in Thorn war außerdem auch aus Holz. Soviel aus dem damaligen Ordensland. Gruß v. Arlen

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Eintrag #20 vom 12. Jan. 2001 07:48 Uhr Joachim Meinicke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Joachim Meinicke eine Nachricht zu schreiben.

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Morgen! Zu Eintrag 18: Schau mal in den thread 572, hoffe, der hilft erst mal weiter. Ansonsten war die Holzbauweise, wenn auch nicht immer nur Motten, bei Burgen durchaus im 13. Jh. noch weit verbreitet. Da Dir die Holzbauweise ungewohnt vorkommt und Du anscheinend ein anderes Bild von einer Burg vor Augen hast: Weißt Du wie viele authentische, will sagen unveränderte Steinburgen aus dem HMA noch in Deutschland stehen? Wenig, sehr, sehr wenig. Bei uns in der Mark waren im HMA die Burgen in der Regel nur befestigte Höfe, z.B. die Burg der Templer in Berlin- Tempelhof. Steinburgen waren die Ausnahme, wie z.B. Spandau (jetzt auch Berlin) Joachim

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Eintrag #21 vom 12. Jan. 2001 13:37 Uhr Nikolaj Thon  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Nikolaj Thon eine Nachricht zu schreiben.

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Bedenken wir auch, dass keineswegs jeder Ritter in seiner eigenen Burg lebte, sondern - zumindest in England und Wales - auch das, was bis heute als Manor House bezeichnet wird, schon im HMA existierte. Ein schönes Beispiel schildert Brenda Greysmith im BBC History Magazin Januar 2001, S. 89 (Folge 1 der neuen Serie: Medieval Living) aus Purton Green, Stansfield, Suffolk, nämlich in Fachwerkbau (dort auch ein Bild des gut erhaltenen Hauses, das im wesentlich aus der Großen Halle bestand). Nähere Informationen zu MA-Häusern sind erhältlich bei: Vernacular Architecture Group, c/o Bren da Watkin, Ashley, Willow´s Green, Chelmsford, Essex CM3 1QD, Tel. 0044-1245-361408.
Mit besten Wünschen und Grüßen Nikolaj (Rhisiart ap Maredudd)

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Eintrag #22 vom 10. Dez. 2001 12:53 Uhr Wolfgang Weber  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Wolfgang Weber eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Rittertum des Ulrich von Hutten

Man weiss, dass dieser Humanist mit Erasmus, Luther und Melanchthon in engem Kontakt stand, aber auch seine Anstellung beim Mainzer Eb. Albrecht - Dem Luther-Antipoden in Sachen Ablassverkauf Tetzel - ihm Zurückhaltung in seiner Sympathie zur Reformation auferlegten.
Seine Briefe (1518) an den Nürnberger Willibald Pirckheimer beschreiben genau die Situation seiner verarmten Ritterfamilie.
Das Gegenextrem des (noch bestehenden Rittertums) war der ihm befreundete Franz von Sickingen, der grosse Macht, Ländereien und Schutzfähigkeit besass. RITTER war also damals noch ein breites Spektrum, um 1500!!)
Gruss, ww

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