Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Ein Gutsvogt im HMA

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Eintrag #1 vom 15. Apr. 2012 20:56 Uhr Karl (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Karl eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Hallo,

ich bin neu hier und hab erstmal eine Grundlegende Frage zu meiner Darstellung. Ich wollte einen Gutsvogt im Hochmittelalter darstellen, was mich zu der Frage bringt ob es diesen Rang im HMA schon gab und falls nicht welcher Rang diesem entsprechen würde.
Meine Ausstattung besteht zur Zeit aus einer grünen Tunika mit Gürtel, einem braunen Wollgugel, eine schwarze Stoffhose (was sich noch ändern soll), schwarze Mittelalterstiefel aus Wildleder (meinem Kumpel für 30€ abgekauft), ein Gebrauchsmesser, eine Güteltasche und ein Schwert, ein Kettenhemd ist ist im Bau.
Gruß Karl

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Eintrag #2 vom 15. Apr. 2012 22:03 Uhr Carola (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Carola eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Also grundsätzlich

gab es solche Verwalterpositionen schon. Wobei “Gutshof” allerdings etwas unspezifisch ist.
Deine Ausstattung ist aber - vorsichtig ausgedrückt - vermutlich eine Fehlinvestition. Weshalb ich mir die Beurteilung anmaße, obwohl ich nichts davon gesehen habe? Weil Du Wildlederstiefel als mittelalterlich ansiehst und Dein Geld Gedöns, wie ein Schwert ausgegeben hast, obwohl Du keinen Gambeson, geschweige denn ein Leibhemd oder passende Beinbekleidung hast. Daher vermute ich stark, dass Deine Tunika aus Baumwolle besteht und wie der Rest der Ausrüstung auf Märkten oder einem der diversen Mittelalterausstatter zusammengekauft ist.
Mein Ratschlag wäre daher, Dich erstmal auf eine genaue Zeit (+/- 10 Jahre) festzulegen und Dir eine Vorlage aus der Zeit zu suchen, nach der Du Deine Ausrüstung aus damals verfügbaren Materialien nachbaust (oder nachbauen lässt). Dabei solltest Du bedenken, dass ein Verwalter durchaus zu den Besserverdienenden gehörte, d. h. das Material sollte gute Wolle sein. Bei der Frage nach zusätzlichen Schmuckelementen, Fibelformen, Gürtelschnallen, -beschlägen oder -taschen kommt es schon wieder stark auf den Zeitraum der Darstellung an. Wenn Du Deine zivile Ausrüstung zusammen hast, kannst Du über eine militärische nachdenken. Die brauchst Du als Vogt eines Gutshofs nämlich eher selten.

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Eintrag #3 vom 16. Apr. 2012 08:12 Uhr Beate (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Beate eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Pferd von hinten aufgezäumt

Hallo, Karl!
Du zäumst das Pferd von hinten auf.
Man denkst sich nicht erst was aus, und fragt sich dann: gab es das in der Zeit überhaupt schon? Beschäftige dich erst mit der gewünschten Darstellungszeit und such dir dann aus, was dich anspricht.
Umgekehrt wird einfach nichts Vernünftiges daraus, denn man neigt dazu, sich seine Vorstellung in die Zeit hinzubiegen.
Also nicht die Zeit um die Darstellung gestalten, sondern die Darstellung nach der Zeit.
Am besten geht man wie ein leeres Blatt an die Darstellung. Wenn man sich schon ein festes Bild im Kopf gemacht hat, wie man aussehen will und sich dann erst an die Recherche macht, ist es schwer, falsche Bilder wieder aus dem Kopf zu bekommen.
Man bleibt dann leider oft an geliebten (aber nicht in die Zeit passenden) Ausrüstungteilen hängen und sucht sich eine Ausrede dafür, warum man die wider besseren Wissens behält.
Und so wird es natürlich schwierig mit einer guten Darstellung.
Der andere Weg: erst Recherche, dann Darstellung aufbauen, ist leichter.

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Eintrag #4 vom 16. Apr. 2012 10:27 Uhr Jens (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jens eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Vergleich

Eigentlich wurde alles wesentliche schon gesagt, ich würde nur gern für Dich, wie auch alle, die ähnlich herangesehen, und das hier vielleicht lesen, einen Vergleich anstrengen, der das ganze offensichtlich macht.
Nehmen wir einfach mal einen Verwalter eines Gutes (oder mehrere) mit Land etc. als die angestrebte Darstellung ab. Also jemand, der einen oder mehere Höfe verwaltet, nicht selber köprerlich arbeitet, sondern vor allem neudeutsch “managed”.
Also das Äquivalent eines Managers von einem Zusammenschluss mehrerer landwirtschaftlicher Betriebe (Genossenschaft, was auch immer) heute. Da dieser heutzutage kaum im Militär wäre, nehmen wirt einfach mal an, er wäre bei der Freiwilligen Feuerwehr.
Deine Frage lautet dann also wie folgt:
ich bin neu hier und hab erstmal eine Grundlegende Frage zu meiner Darstellung. Ich wollte einen Genossenschaftsmanager in der Neuzeit darstellen, was mich zu der Frage bringt ob es diesen Rang in der Neuzeit schon gab und falls nicht welcher Rang diesem entsprechen würde.
Meine Ausstattung besteht zur Zeit aus einem grünen Sacko, einen Gürtel, einerm braunen Kaputzenpulli, einer schwarzen Jeans(was sich noch ändern soll), schwarze Neuzeitstiefel aus Wildleder (meinem Kumpel für 30€ abgekauft), ein Messer von WMF, eine Handtasche und ein Feuerwehrbeil, eine Sauerstoffflasche ist ist im Bau.
Gruß Karl”
Anmerkung: die Neuzeit spannt sich von 1500 bis heute. Das sind zwar 500 Jahre, das Hochmittelalter ist “nur” je nach Definition irgendwas um die 200-300 Jahre lang, aber ich denke der Vergleich macht es klar.
Verstehst du nun, was schief läuft?

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Eintrag #5 vom 16. Apr. 2012 16:51 Uhr Karl (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Karl eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Okay

danke für die guten Tipps, um mal die Sache mit dem Schwert aufzuklären, dass hat damit zu tun dass ich mit einem Freund Schaukampf praktiziere. Natürlich habe ich mich vorher schon einmal schlau gemacht ob es einen Gutsvogt gab nur leider waren meine Quellen nicht besonders genau und ich wollte sichergehen, dass ich mich nicht in etwas verrenne.
Was die Wildlederstiefel angeht waren sie erstmal ein Schnäpchen und in meinen Augen besser als in Turnschuhen über den Markt zu stolpern. (da ich nur Student bin kann ich mir leider noch keine richtigen Mittelalterstiefel leisten.)
Gruß Karl

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Eintrag #6 vom 16. Apr. 2012 18:33 Uhr Corinna (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Corinna eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Schnäppchenkäufe...

Hallo Karl,
da ich selber Student bin, weiß ich natürlich auch um die permanente Geldknappheit :-). Gerade deshalb würde ich persönlich (aus eigener leidvoller Erfahrung) Dir von sogenannten Schnäppchenkäufen dringend abraten. Ich weiß, dass es anfangs schwierig ist, dem zu widerstehen, weil man möglichst rasch ins Hobby einsteigen und Veranstaltungen besuchen will – natürlich gewandet. Und dann lässt man sich schon mal zu solchen scheinbar günstigen Kompromisslösungen hinreißen. Das kostet Dich aber auf die Dauer weit mehr, als ein bisschen länger zu warten/sparen und lieber noch eine Zeit lang in Zivilklamotte auf Märkte o.ä. zu gehen. Wenn Du eine gute historische Darstellung anstrebst, wirst Du nämlich über kurz oder lang mit den eingegangenen Kompromissen nicht mehr besonders glücklich sein und gibst dann doch das Geld für vernünftiges Schuhwerk etc. aus. Wie die Vorredner schon ausgeführt haben, ist wohl der beste Weg, sich auf eine Zeit und eine Region festzulegen und dann erst mal viiieeel zu recherchieren. So vermeidest Du wahrscheinlich größtenteils genau die Fehlkäufe und –konstruktionen, die wohl die meisten im Hobby zu Beginn getätigt haben und es wäre doch besser – gerade als Student - gleich in das Richtige Zeit und Geld zu investieren und nicht erst „Lehrgeld“ bezahlen zu müssen. Mit einer Darstellung als Vogt hast Du Dir natürlich auch gleich mal ziemlich hohe und v.a. nicht ganz billige Ziele gesetzt, da die Ausstattung in der Qualität dafür schon durchaus gehoben sein dürfte. Vielleicht guckst Du ja erstmal, dass Du Dir eine „normale“ zivile Grundausstattung zulegst und Deine Darstellung dann nach und nach ausarbeitest und weiterentwickelst. Wenn Du Dir das meiste auch noch selber anfertigst, kannst Du Dir auf jeden Fall zusätzlich viel Geld sparen und zudem macht es Spaß!
Grüßle
Corinna

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Eintrag #7 vom 16. Apr. 2012 18:46 Uhr Carola (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Carola eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Wie sag ichs ...

Du bist also armer Student und hast kein Geld, träumst aber von Höherem.
Das ist völlig ok - so lange Du Traum und Wirklichkeit auseinander hältst. Was nicht funktioniert ist, ohne Geld eine “Managerdarstellung” umzusetzen. Das ist, als wolltest Du heute einen wichtigen Manager darstellen, kannst Dir aber nur einen blauen Polyester-Jogginganzug leisten. Da wird Dir auch niemand glauben, dass Du ein erfolgreiches Unternehmen leitest.
Daher ist es deutlich besser, die Darstellung dem Geldbeutel anzupassen.
Das heißt wiederum: Vergiss den Schnickschnack und den Gutsvogt und fang’ mit dem Bauern oder Stallknecht an. Da ist es auch (noch) relativ egal, ob die Darstellung nun 1050 oder 1250 angesiedelt ist und die Kosten für die Ausrüstung halten sich in deutlich engeren Grenzen, vor allem, weil Du vieles selber machen kannst. Schuhe sind natürlich ein Posten, aber 30,- für etwas, das man später wegwerfen muss, weil es zwar anachronistisch ist, aber nichts mit Mittelalter zu tun hat, ist kein Schnäppchen, sondern rausgeworfenes Geld. Die 30,- wären in ein paar Meter Wolle oder Leinen deutlich besser investiert gewesen. Für die Füße tun es notfalls auch ein paar Lappen.
Was den Schaukampf ohne vernünftige Schutzausrüstung angeht, dazu sag’ ich jetzt mal nichts.

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