Bei einem normalen Haus der Zeit sollten die Dachlasten kein sonderliches Problem darstellen, zumal Flachdächer hierzulande allenfalls bei Festungsbauten wie Türmen vorgekommen sein dürften. Da ist ein Dach vermutlich kaum eine Last die nicht locker aufgenommen werden könnte.
das mit dem nachträglichen schrägdach auf ein flachdach ist sone sache. dächer haben ein sogenanntes statisches system.nach disem system werden die auftretenden verkehrs und eigenlasten vom dach über die mauern oder stützbalken in den boden abgeleitet.generell ist also alles möglich ,die modernen bauweisen machen es möglich. es muß nur drauf geachtet werden das die kraft , bzw die dachlasten richtig abgeleitet werden. heutzutage kann man dafür auch stahlträger benutzen . es ist einfach eine frage des aufwandes der betrieben werden muß um aus einem flachdach ein spitzdach zu machen . gruß Ökse
Blitze sind da noch das kleinste Problem. Sturmschäden und Schneelast sind die häufigste Ursache für Dachschäden. Ein Dach muss konstant instandgehalten werden, denn sobald ein Teil der Dachabdeckung beschädigt ist und Wasser durchzudringen beginnt, vermodern die Balken. Der Schaden wird immer größer bis irgendwann bei einem stärkeren Sturm oder während eines schneereichen Winters das ganze Dach einstürzt. Oft wurden die Dachbalken auch bewusst von Leuten aus der Umgebung entnommen. Starke, gut getrocknete Balken sind als Baumaterial sehr begehrt.
Ja, dass Dächer als erstes nachgaben, kann ich mir auch gut vorstellen. Braucht ja nur mal ein Blitz einzuschlagen, so wie bei dem von mir erwähnten Gebäude.
Flachdächer sind tatsächlich billiger, daher sind sie heute auch so beliebt. Das mit den nachträglich angebrachten Schrägdächern ist so eine Sache. In unseren Breiten waren auch Wehrtürme meistens mit einem Schrägdach versehen. Als die alten Burgen bei uns verfielen, ging das Dach als erstes verloren, und ich schätze, das auch dadurch in der Romantik das Bild der Burg mit dachlosen Türmen entstand. Ich kenne jedenfalls mehrere im 19. Jh. grauenhaft restaurierte Burgen mit Flachdächern, wohingegen ich mich schwer tue, ein Beispiel aus dem Mittelalter zu nennen, abgesehen von späten Festungsbauten in denen nicht gewohnt wurde, und Burgen aus dem Mittelmeerraum.
meintest du mich ? Was meinst du mit deiner Frage ? Warum ich Infos über Dächer haben möchte, die nachträglich aufgebaut wurden ?
Mich interessiert Architektur im Allgemeinen. Das “wie es gebaut wurde”, wenn man es denn ansatzweise erkennen kann.
Ich habe ein Gebäude rekonstruiert, aus dem 15. Jh., und baue es nun nach, mache also “nebenbei” Modellbau, und das mit Materialien wie “echt” nur in klein. Also 2 mm x 6 mm x 3 mm Steine, Mörtel, Holz…
Leider wurde das Gebäude, welches bis vor wenigen Jahren eine Ruine war, “modern” wieder aufgebaut. Die Inneneinrichtung top modern im Bauhaus-Stil. Von der alten Bauweise sieht man nicht mehr viel, weil eben kaum etwas vorhanden ist. Das Dach ist heute ein Flachdach mit diesem schwarzen Zeugs drauf. Da ich mir aber nicht vorstellen konnte, dass es soetwas im 15. Jh gab, oder früher, frug ich nach. Meine Spekulation war nämlich, dass da sehr wohl ein Schrägdach drauf war, also ursprünglich, nicht nachträglich gebaut, weil meiner Meinung nach das die effektivste Dachart über einem Wohnraum mit Holzdecke war. Heute aber, aus welchen Gründen auch immer, ist da halt das Flachdach. Flachdächer sind vermutlich simpler und billiger.
Achso, Bitumen heißt das schwarze Zeugs ? Da wird sich der neue Besitzer aber freuen, wenn es bald im Schlafzimmer tropft. :-)
Es wurde angesprochen, dass ein Schrägdach an Bauten teilweise nachträglich angebaut wurde, hat da Jemand einen Link ? Bilder ? Orte, wo ich mir das selbst anschauen kann, Bücher-Tipps, oder sowas ?
Frag mal einen Dachdecker nach modernen Flachdächern. Das war eine lustige Idee die vor Jahren mal als ganz toll galt, es gibt aber nur serh wenige die wirklich dicht geblieben sind und das auf eine Lebensdauer die weit unter der einer normalen Daches liegt. Nun sind diese Dächer aber mit Bitumenbahnen abgedichtet wieviel schwerer wäre das mit mittelalterlichen Materialien.
Steildächer haben einfach den Vorteil das da nix dicht sein muss weil das Wasser abgeleitet wird und nicht steht. Stroh, Reed, Holzschindeln, Schiefer und Ziegel sind da perfekte Materialien.
vielen Dank für die Antworten. Unter dem Flachdach war ein Wohnraum. Allerdings, bei dem Gebäude, worum es mir da geht, wurde das Dach letztes Jahr komplett neu gemacht, nun ist es eben flach, und mit schwarzen “Matten” abgedichtet. Keine Ahnung, wie die Dinger heißen. Denke aber, dass es im 15.Jh. nicht flach gewesen sein konnte, aus genannten Gründen. Bevor man die Holzdecke mit zig Steinplatten belastet, die trotzdem nicht dicht genug sind, baut man doch lieber ein Dach. Ca. 45 ° hätte ich auch vermutet. Aber ist halt bloß Spekulation…
“Relativ dicht” ist eben das Problem. Flachdächer waren nur schlecht geeignet Räume zuverlässig vor der Witterung zu schützen, da Staunässe und Frost mit der Zeit den Belag schädigen. Im Festungsbau sind Flachdächer verbreitet, da sie als Wehrplattform dienen. Ob sie geeignet wären, darunterliegende Wohnräume vor Feuchtigkeit zu Schützen, wage ich zu bezweifeln.
Flache Dachabdeckungen gab es im hohen Mittelalter sehr wohl, man denke nur an die vielen offenen Wehrplattformen auf Türmen. Das setzt allerdings voraus, daß das oberste Stockwerk einen Gewölbeabschluß hat oder eine Holzbalkendecke mit einer oder mehreren Lagen von Steinplatten relativ dicht abgedeckt werden konnte. Bekanntlich verschlechterte sich das Klima in Mitteleuropa im 15. und 16. Jahrhundert aber derart, daß man gezwungen war, auf vielen Türmen nachträglich Zelt- oder Kegeldächer aufzubringen. Man kann dies an manchen alten Bauten noch gut nachweisen.
Blei wäre für das Decken von Flachdächern geeignet. Ich kenne allerdings kein Beispiel aus dem Mittelalter oder der frühen Neuzeit. In Europa ist das Klima für Flachdächer eben nicht gerade ideal.
ich kann dir nicht wirklich eine historische antwort geben.dennoch ein flachdach setzt vorraus das eine dichte dachhaut draufliegt!bei den traditionellen dachdeckungen gibt es bestimmte neigungen Z.b.: reet /stroch von 45-48 grad(optimal) grasbedachung ca 25-30 grad,schiefer ab ca 25 grad dachneigung. von flachdach wird in der regel unter 12-15 grad dachneigung gesprochen.mir ist keine dacheindeckung bekannt die historisch,bei dieser neigung noch das wasser gut ableitet und das dach somit dicht wäre. gruß Ökse