Ich kenn da im deutschen Reichsgebiet im 15ten, zum. im 15ten wenig bis nix, und typisch gleich garnicht. Insgesamt war die Kleidung ja eher wenig verziert. Würd ich lassen. Es gibt einige Möglichkeiten, die Kleidung aufzuhübschen, aber offen gesagt habe ich schlicht bislang noch nie oder sehr selten die entsprechenden Grundmodelle richtig umgesetzt gesehen, als dass das so richtig relevant wurde (figürliche Haken und Ösen, Kragenleisten, Ärmelstickerei, Perlenbesätze, Broschen, Gürtel uvm.)
Ich suche eher Bilder und Quellen für das 15. Jahrhundert, wo und wie Flitter angebracht war… würde mich sehr interessieren, vielleicht mache ich mir dann noch eine passende Gardarobe…
Jens, vielleicht kannst du weiterhelfen? Oder sonst jemand?
Also ich denke eher nicht. Die Darstellungen zeigen recht eindeutig eher dem Stoff folgende Motive (also die Ähren), entweder aufgestickt oder eingewebt- sofern dem überhaupt eine konkrete Mode zu Grunde lag.
Bei den auf Myriams Surcot aufgenähten Placketten handelt es sich um Blätter, auch abweichende Motive, teils sogar ziemlich aufwändig, werden in den Textquellen erwähnt. Der Begriff “Flitter” kann meiner Ansicht nach auch nur begrenzt angewendet werden, der ist meines Wissens nach erst später nachgewiesen, auch wenn es sich dem Betragen nach ebenfalls um aufgenähte Bleche handelt.
Es ist vielleicht eine komische Idee, aber weiß jemand von euch, ob der Flitter etwas mit dem Aufkommen von der Figur “Maria im Ährenkleid” zu tun hat (de.wikipedia.org/wiki/Maria_im_Ährenkleid)?
Daran musste ich grade denken als ich Myriam in ihrem Kleid mit Flitter gesehen habe… Eine gewisse Ähnlichkeit zu den Ährenkleidern (meistens ja auch in blau)ist ja da, und zeitlich passts auch ungefähr zusammen?
im Bayerischen Nationalmuseum ist eine Dose, mit rotem Samt überzogen, benäht mit flachen Messingringen, ich kann mich mal kundig machen, welcher Zeitraum, aber sicherlich vor 1500
Nein, früheres kenne ich nicht. Bildquellen sind diesbezüglich leider auch nicht sehr verlässlich, da man kaum erkennen kann, ob es Stickerei, Stoffmuster oder aufgenäht ist. Ich kenne nur Textquellen und Funde ab dem 14ten. Aus Frankreich u. England, wohlgemerkt, hierzulande nicht.
Für Frankreich ab ca. 2. Viertel 14tes lässt sich in Textquellen das Aufnähen von gepressten/Gestanztten/gepunzten Blechen und in Bergkristall gefasste Emaille (“Doublet”) nachweisen, Beispiel umgesetzt bei uns hier: www.diu-minnezit.de/1350_hoellenfenstersurcot.html
erwähnt wird das u.a. in den Garderobenlisten des franz. (und streckenweise auch engl.) Königshauses sowie einiger Textquellen aus dem Umfeld der Pariser Bürgerschaft bzw. städtischen Elite.
helfen kann ich dir leider nicht, würde mich aber noch mit einer speziellen Frage anschließen… Wo und wie würde denn der Flitter (hier meinst du doch sicher die kleinen Goldplättchen) getragen? Auf der Haube? Am Kleid??? Gibt es vielleicht ein Gemälde, auf dem das erkennbar ist?
Mich würde mal interessieren, ab wann es Flitter auf den Kleidern gab. Dabei interssiert mich das ganz allgmein in Europa und nicht auf Deutschland beschränkt. Mir ist schon klar, dass es den Flitter in Spanien und Frankreich früher gab, als in Deutschland, aber ab wann?
Vielleicht hat sich ja hier schon mal jemand damit beschäftigt und kann mir damit weiterhelfen.