Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Frühe Outremer und deren Ausrüstung

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Eintrag #1 vom 24. Sep. 2014 13:04 Uhr Patrick Lasota  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Patrick Lasota eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Wurde einheimische Ausrüstung/Kleidung adaptiert ?

Hallo,
ich möchte einen Kreuzfahrer normannischer Abstammung in den frühen Kreuzfahrerstaaten nach dem ersten Kreuzzug darstellen. Die Frage ist, in wie weit die westlichen Bewohner dieser Städte die hiesige Ausrüstung oder Kleidung adaptiert haben ?
Usmah Ibn Munqidh erzählt von Franken, die einige Zeit im Königreich Jerusalem und Co. verbracht haben und sich mit der einheimischen Bevölkerung arangiert haben, er selbst hatte einen guten Freund unter den frankischen Rittern.
Fulcher von Chartres berichtet sogar von der Vermischung der westlichen und östlichen “Rassen” wie er es nennt. Frankische Ritter nehmen getaufte Sarazenen zur Frau etc.
Schaut man sich die Geschichte der Normannen an, waren diese schon immer recht anpassungsfähig, wenn es darum ging, neues Land zu erobern/erschließen.
Aber gibt es Quellen, in denen explizit erwähnt wird, dass sich die Kreuzfahrer auch einheimische Ausrüstung zu eigen gemacht haben, evtl. sogar konkrete Beschreibungen dieser Ausrüstung ?
Ich könnte mir vorstellen, dass man zB Schals und/oder Kopfbedeckungen übernommen hat, um sich vor dem Sand und der Hitze zu schützen, der Surcoat kam ja womöglich aus ähnlichen Gründen auf. Auch Alltagsgegenstände wie Taschen, Beutel oder Mäntel könnte ich mir vorstellen.

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Eintrag #2 vom 24. Sep. 2014 17:25 Uhr Jens (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jens eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Schwierig- aus multiplen Gründen

Sehe ich aus verschiedenen Gründen als schwierig an. Erstens müsste man mit dortigen Quellen arbeiten- vor allem Bildquellen. Zweitens müsste man hier kritisch herangehen: wodurch würde in einer Bildquelle ein “Fränkischer Ritter” als solcher gekennzeichnet? Richtig, indem er Kleidung und Ausrüstung derselben trägt. Sonst wäre er ja gar nicht identifizierbar. Wodurch würde ein Einheimischer gekennzeichnet? Durch einheimische Kleidung und Ausrüstung. Die Chance, das beides kombiniert würde, halte ich für extrem gering. Textquellen wiederrum können nur sehr kleine Schlaglichter liefern, da müsste man schon Mengen solcher auswerten, um ein klares Bild zu bekommen. Und was wird ein dort lebender Mann getragen haben? Genau; dortige Kleidung. Warum? Weil seine Sachen irgendwann ersetzt werden müssen, und er kaum sich extra hätte europäisches anfertigen lassen.
Dann ist der nächste Punkt: selbst wenn man das belegen kann, wie will man das umsetzen?`Vor Publikum ist das schwer ersichtlich, man wäre nur ein merkwürdig gekleideter Kerl. Es würde kein klares Bild entstehen. Gehen wir von einer reinen Museumsveranstaltung oder Multiperiod aus, könnte man das sicherlich erläutern, aber der Sinn erschließt sich nicht: da wäre schlicht die belegbare dortige Kleidung sinniger. Wobei sich wiederrum die Frage stellt, warum man bei einer Museums-VA, die sich i.d.R. um europ. Mittelalter dreht, dann solches des nahen Ostens erläutert. Bei Singleperiod wird es dann ganz wild: dann ist man der einzige Mix unter vielen hiesigen. Da es diese Kombi nie auf einen Platz so gab, auch nix.
Das Ganze scheitert imho schlicht an dem Ansatz, die Ausnahme darzustellen, was im Living History nie so der tolle Plan ist.
Das mit dem Surcot halte ikch übrigens für ein Gerücht. Eine Quelle ist mir hierfür nie untergekommen. Generell sehe ich relativ wenig Einfluss der Kreuzzüge auf hiesige Kleidung, Rüst-und Wehrtechnik. Beim Surcot sehe ich eher Kennzeichnung unter der zunehmend körperdeckenden und gesichtslos machenden Panzerung als den primären Grund an. Und alles in allem ist der Surcot nix anderes als ein (nicht mal immer) ärmelloser Rock, den man auch im zivilen findet. Nix wofür man extra in den nahen Osten reisen muss, um es zu erfinden ;)

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