Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Funde von spätmittelalterlichem Wehrgehänge

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Eintrag #1 vom 24. Mrz. 2012 12:04 Uhr Lars Rapus  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Lars Rapus eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Eine lange Suche...

Servus Tv-Gemeinde,
Suche schon seit 1 Woche Funde/Originale eines spätmittelalterlichen Wehrgehänges für einen Anderthalbhänder, jedoch kein Erfolg. (Speziell für die 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts)
Speziell interessiert mich ob hierfür spezielle Schließen (Zb Rüstschliesen…) Verwendet wurde oder ob das lediglich eine Frage des Geschmacks des Trägers war/ist.
Auf Ikonographien die ich auf der Imareal-Datenbank gefunden habe sieht man lediglich die Knotungen, allenfalls Angedeutete Schließen oder in schlechter Qualität weil zu klein, die sich für eine Reproduktion nicht eignen.
Wäre dankbar für Infos/Bilder/Quellen usw.
evtl auch für den bayrischen Raum?
Vielen Dank
Lars Rapus

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Eintrag #2 vom 24. Mrz. 2012 12:51 Uhr Jens (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jens eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Spezielle Schließen

Servus,
Ich kenne leider nur Originale von Scheiden, maximal Fragmente von Gurten, komplette leider nicht aus dem 15ten. Spezielle Schließen kenne ich dafür aber nicht, wie aber auch für Rüstungen auch nicht. Speziell an diesen war maximal das Material, als dass Rüstungshersteller meines Wissens selber nur Eisenschließen herstellen durften, und daher Messing oder anderes dann ein Fremdoprodukt war. Bei Darstellungen lässt sich meiner Anischt nach kein spezifisches Metall eingrenzen, so dass meiner Ansicht nach das gleicher, wie für Gürtel gilt, maximal kommt eben noch die Belastung zum Tragen, weswegen es keine superdünnen Schnallen sind.

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Eintrag #3 vom 24. Mrz. 2012 15:36 Uhr Lars Rapus  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Lars Rapus eine Nachricht zu schreiben.

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Danke Jens für deine Antwort.
Also kann ich da nicht wirklich was finden bzgl Originalteile. Am besten gut interpretieren mit einer stabilen Schliese, die sich demnach eignen könnten.
Der Begriff “Rüstschliese” ist von mir vielleicht bisschen unglücklich gewählt. Ich meine die von dir schon beschriebenen eckigen Eisenschliesen, die Zb an Harnischen zu sehen sind. Ich denke mir jedenfalls das dies in Fragen Stabilität für das Gehänge ein Pluspunkt wäre sowie Darstellungstechnisch vertretbar.
Würde dazu no gern andere Meinung/Ideen hören wollen.
Gruß
lars

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Eintrag #4 vom 24. Mrz. 2012 19:55 Uhr Andrej Pfeiffer-Perkuhn  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Andrej Pfeiffer-Perkuhn eine Nachricht zu schreiben.

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Ich zweifle daran das Eisen hier einen wirklichen Stabilitätsvorteil hat. Die Schließe ist in keinem Fall der Schwachpunkt einer solchen Aufhängung. Ich würde eher Buntmetall schließen wählen, da ich Eisenschnallen eigentlich nur von Harnischen her kenne. Mag sein, das mir da etwas entgangen ist, aber bei Gürteln und Gehängen halte ich Buntmetallguß für die Regel.

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Eintrag #5 vom 24. Mrz. 2012 22:20 Uhr Lars Rapus  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Lars Rapus eine Nachricht zu schreiben.

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Ok danke Andrej für deine Stellungnahme. Ich sehe es gibt verschiedene Meinungen dazu.
Also lieber doch auf Buntmetallschliesen setzen, deiner Meinung nach.
Wenn es fürs spätmittelalter keine Funde/originale gibt, gibt es vll für eine andere Epoche Funde die Belegen das es vll spezielle Schließen gab die sich von “Alltäglichen” Schließen abhoben. Oder naturlich auch andersherum das man alltägliche Schließen verwendete. Wäre dann zumindest ein kleiner Wegweiser, dann nur für die Epoche.
Meine überlegung ist nämlich, wer sich ein Schwert(meinetwegen auch Messer, Falchion ect)leisten hat können (Ich rede jetzt nicht von Zeughausware) wollte dies in gewisser Weise auch reprasentieren. so denke ich halt wurden zumindest, aussergewöhnlichere bzw teurere Schließen (heute natürlich nicht mehr nachvollziehbar) für das Repräsentationsobjekt verwendet.
Meinungen dazu?
Gruß
Lars

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Eintrag #6 vom 24. Mrz. 2012 23:50 Uhr Andrej Pfeiffer-Perkuhn  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Andrej Pfeiffer-Perkuhn eine Nachricht zu schreiben.

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Buntmetall muss übrigens nicht heißen, das die Sachen auch so aussehen. Ich schließe auch verzinnte oder vergoldete Stücke ein.
Grad verzinnt sieht sehr schick aus.

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Eintrag #7 vom 25. Mrz. 2012 18:43 Uhr Jens (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jens eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Buntmetall oder Eisen

Da ich kein Original kenne, traue ich mir leider keine Aussage darüebr zu, was häufiger war. Da aber Eisenschnallen durchaus auch bei anderen Gurten vorkommen, sogar auch bei einfachen Gürteln, bei Schuhen, bei Sporen etc, auch mit der Möglichkeit, verzinnt zu sein, würde ich das nicht ausschließen. Und da Buntmetallschließen meines Wissens nach teils gegossen wurden, und Guß eher mal bricht, als geschmiedetes bzw. Feuerverschweisstes Eisen - und das ist mir auch schon passiert- würde ich den Stabilitätsvorteil auch nicht vollkommen ausschließen, auch wenn das eine moderne Sichtweise ist.
Spezielle Schnallen kenne ich aber nicht.
Ich würde das etwas vom Gesamtbild abhängig machen. Ich persönlich habe ein recht einfach gehaltenes Wehrgehänge und Scheide an meinem langen Schwert, und Eisenschnallen. An anderen Schwertern, die aufwändiger gearbeitet sind, habe ich dann Messing, mit oder ohne Vergoldung, Silber, etc.

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Eintrag #8 vom 25. Mrz. 2012 19:29 Uhr Lars Rapus  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Lars Rapus eine Nachricht zu schreiben.

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Nun wie schon geschrieben, lässt sich das heute nicht mehr zweifelsfrei feststellen - leider.
Wie du, Jens schon geschrieben hattest wurden ja Eisenschliesen ja auch vom Plattner gefertigt, könnte es da nicht sein das der Waffenschmied (vor allem bei Zeughausware) nicht auch die Eisenschliesen für die jewilige Waffe mit gefertigt hatte? Oder gibt es da Kontraindikationen, was man weiß?
Ich denke auch das sicherlich beides verwendet wurde, nur fällt mir die auswahl schwer ;-)

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Eintrag #10 vom 26. Mrz. 2012 09:47 Uhr Andrej Pfeiffer-Perkuhn  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Andrej Pfeiffer-Perkuhn eine Nachricht zu schreiben.

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Bei den Schließen der Rüstung könnte der Grund dafür, dass der Plattner diese aus Eisen selbst gefertig hat, der sein das er diese selbst herstellen durfte und so unabhängig vom Zukauf war. Waffenschmiede haben die Scheiden aber gar nicht selbst hergestellt. Das war ein eigener Berufsstand. Hier wäre dieser Grund für Eisenschnallen halt nicht gegeben.
Schöne Grüße
Andrej

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Eintrag #11 vom 26. Mrz. 2012 19:31 Uhr Lars Rapus  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Lars Rapus eine Nachricht zu schreiben.

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An die scheide an sich hatte ich auch nicht gedacht, gibts ja den Futeralmacher dafür.
Auf jedenfall bin ich bzgl Schliesen für das Gehänge schon weiter als davor. Danke für für eure fachkundige Auskunft.
Gruß Lars

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Eintrag #12 vom 27. Mrz. 2012 10:00 Uhr Jens (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jens eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Eisenschießen

Also wer wo wann alles Eisenschließen herstellte, kann ich leider nicht mit Sicherheit beantworten. Ob diejenigen, die Buntmetallschließen herstellten, wieder keine aus Eisen herstellen durften, bzw. wo das so war, wenn, leider auch nicht. Es gibt allerdings eine Menge an Streufunden von Eisenschnallen jedlicher Natur, auch im ländlichen Raum, diese sind mit Sicherheit die Arbeit lokaler Handwerker.
Insgesamt bin ich mir ziemlich sicher, dass auch im städtischen Bereich eine große Masse an Eisenschnallen für verschiedene Zwecke produziert wurden. Ob Wehrgehänge damit versehen wurden, kann ich nicht mit Sicherheit beantworten. Eine eindeutige Präferenz zu anderen Metallen sehe ich aber ebenso nicht. Bei den Londonfunden ist meiner Erinnerung nach ein Gurt mit Eisenschnalle dabei, der als Teil eines Wehrgehänges interpretiert wird. Wie der datiert ist, weiss ich aber nicht, und die Aussagekraft halte ich auch für gering.
Dennoch sehe ich keine Eindeutigkeit, weder in die eine, noch andere Richtung.

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Eintrag #13 vom 27. Mrz. 2012 10:54 Uhr Lars Rapus  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Lars Rapus eine Nachricht zu schreiben.

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Ja zumindest bestehen beide Möglickeiten, Eisenschliesen sowie Buntmetallschliesen zu verwenden.
Wie es Schlussendlich ausgesehen hat, liegt im Schatten der Vergangenheit. Vll wissen wir eines Tages mehr, wenn wieder was ausgebuddelt wurde. Wer weiß das schon…

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